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Frankreich-News
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Montag 26 Januar 10:04 Uhr
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Luba Sonn

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PRIX D'AMERIQUE 2026 - Franck Nivard: "Die Innenspur brachte mir den Sieg"

Der Ecurie Luck träumte schon jahrzehntelang von einem Sieg im Prix d’Amerique. Schon seit Jean Luck vor über 30 Jahren als Züchter und Besitzer der traditionellen Farben fungierte. Bislang gab es aber "nur" zwei Ehrenplätze. Und ausgerechnet mit einem Außenseiter gelang am Sonntag der große Triumph, den Hokkaido Jiel und Franck Nivard in einem packenden Finish erringen konnten. Noch dazu war es für Nivard der erste Start mit dem Sohn von Brillantissime.

Foto: SCOOPDYGA

 

Hokkaido Jiel war 2024 schon Zweiter und musste im Vorjahr, nach der bereits erfolgten Qualifikation, verletzt absagen. Die lange Regeneration scheint sich aber erst recht ausgezahlt zu haben. Der 9jährige startete sein Wintermeeting am 30. Oktober und hat sich seitdem bei jedem der vier Starts gesteigert, um beim fünften Auftritt, im Amerique selbst, auf Hundert zu sein. Dazu kam dann kurz nach dem Einbiegen in den Einlauf das Rennglück dazu: "Wir wären nur Vierter geworden, wenn Go On Boy keinen Fehler macht." Dieser Aussage von Franck Nivard kann man folgen, denn ohne den Fehler von Go On Boy, der an der Innenkante lag, hätte Hokkaido Jiel nicht innen zum Sieg durchstoßen können.

Somit ist Franck Nivard mit sechs Siegen im Amerique der erfolgreichste unter den noch aktiven Fahrern. Zuvor lag er mit fünf Erfolgen gleichauf mit Jean-Michel Bazire. In den knapp 3 Minuten und 30 Sekunden passte alles: Jede Entscheidung von 'Monsieur Prix d'Amerique'.

"Besser hätte es nicht laufen können!" Genau dies waren bereits die Worte von Franck Nivard nach seinem Sieg mit Emeraude De Bais im Criterium de Vitesse de la Cote d’Azur. Sie lässt sich aber auch auf seine Fahrt mit Hokkaido Jiel übertragen. "Ich hatte ein perfektes Rennen", erklärte Nivard. "Ich blieb ständig hinter Just Love You. An der Geläufseinmündung der kleinen Bahn sah ich, dass innen Platz frei wurde, und entschied mich, diese Spur zu nehmen. Ich zögerte kurz, aber als ich sah, dass Just Love You nicht hineinfuhr, wechselte ich nach innen. Ich war etwas weiter hinten, aber es war der kürzeste Weg. Die Innenspur brachte mir den Sieg. Und wir hatten Glück, dass Go On Boy einen Fehler machte."

Noch eine Woche zuvor, war Nivard gar nicht verpflichtet. Sein eigentlich eingeplanter Partner war Krack Time Atout, der wegen eines Lungenproblems aussetze musste. Erst am Dienstag wurde Nivard vom Ecurie Luck verpflichtet, um David Thomain zu ersetzen, der sich für Koctel du Dain entschieden hatte.

 

Sechs Siege für 'Francky' im Amerique:

2009 - Meaulnes Du Corta

2011 - Ready Cash

2012 - Ready Cash

2016 - Bold Eagle

2017 - Bold Eagle

2026 - Hokkaido Jiel

 

Mit 46 Jahren ist Franck Nivard mehr denn je der Mann dieses Rennens: "Ich bin zwanzigmal gestartet und zehnmal Erster oder Zweiter geworden. Dieses Rennen liegt mir! Ich hoffe, das geht noch eine Weile so weiter." Dabei betont er aber auch, dass dieser Sieg im Gegensatz zu den früheren Erfolgen mit Ready Cash oder Bold Eagle, weniger erwartbar war.

Das Rennen: Schon auf den ersten Metern schied Iroise de La Noe, die letztlich sogar als Favoritin auf die Reise gegangen war, nach einem Fehler aus. Danach übernahmen Francesco Zet, Bullet The Bluesky und Epic Kronos die ersten Positionen, bevor sich Keep Going auf dem Weg in die Senke an die Spitze setzte.

Direkt im Anschluss rückte Koctel du Dain auf und drückte selbst auf die Spitze, um sich kurz darauf von Go On Boy ablösen zu lassen. Epic Kronos blieb in zweiter Spur, was eine sehr gute Entscheidung von Paul Philippe Ploquin gewesen sein dürfte. Das Gespann fand mit Josh Power einen perfekten Windschatten, während Inmarosa sehr früh die dritte Spur anführen musste. Der spätere Sieger Hokkaido Jiel lag zu diesem Zeitpunkt noch im Mittelfeld der zweiten Spur, konnte aber kurz vor dem Schlussbogen an die Innenkante wechseln, weil Koctel du Dain völlig ausgelaugt den Rückzug angetreten hat.

Mitte des letzten Bogens konnten sich Go On Boy und Josh Power ein wenig freimachen, wobei kurz darauf Epic Kronos den Anschluss wieder herstellen konnte. Ihm folgte Just Love You, die innen vom aufrückenden Hokkaido Jiel begleitet wurde.

Als Go On Boy zu Beginn des Einlaufs mit einem Fehler reagierte, stieß Hokkaido Jiel in die Lücke und bekam Josh Power kurz vor der Linie zu fassen. Epic Kronos konnte seinen Speed nicht ganz durchziehen und wurde eine halbe Länge zurück Dritter. Dazwischen fand die große Außenseiterin Hamony du Rabutin offensichtlich keine ausreichend große Lücke, sodass ihre große Endgeschwindigkeit mit einem Fehler vor der Linie endete, der nach kurzer Überprüfung bestätigt wurde.

Frank Gio, der unterwegs den Zug hinter Inmarosa nutzen konnte, zog im Einlauf zwar gut an, verpasste aber als Vierter das Podium. Für Matthieu Abrivard reichte es aber im 'Familienduell' seinen Cousin Alexandre auf den fünften Rang zu verweisen, womit die Quinte vervollständigt wurde.

ZUM VIDEO

 

Die unerwartete Krönung für die Familie Luck brachte natürlich im ganzen Umfeld die Emotionen zum explodieren. Trainer Jean-Luc Dersoir arbeitet schon seit 45 Jahren mit dem Ecurie Luck zusammen und ist gewissermaßen Familienmitglied. Eric Fremiot, der Enkel des Gründers mit dem Label 'Jiel', leitet die Struktur: "Das ist ein Traum! Unglaublich! Meine Großeltern können nicht hier sein, aber ich denke an sie. Dieser Sieg ist der Höhepunkt."

Außerdem betont Eric Fremiot den Teamgeist des Stalles: "Das ist das Ergebnis eines gesamten Teams - von der Zucht bis zum Training. Franck Nivard fuhr ein perfektes Rennen. Und das Pferd wurde optimal vorbereitet."

11,4 - wie Bold Eagle vor zehn Jahren

Hokkaido Jiel kam in 11,4 nach Hause, was auf der leicht klebrigen Piste eine gute Zeit war und exakt der Zeitnahme von Bold Eagle aus dem Jahr 2016 entspricht. Den Rennrekord behält damit Face Time Bourbon, der 2021 in 10,8 siegte.

Trainer Jean-Luc Dersoir erklärte im Siegerinterview bewegt: "Ich bin glücklich und erfüllt. Ich wusste, dass mein Pferd gut ist, aber nicht, dass es gewinnen würde. Hokkaido Jiel ist außergewöhnlich. Vor einem Jahr hatte er schwere gesundheitliche Probleme - heute holt er den 'Gral'. Wenn ein Champion nach solchen Rückschlägen zurückkommt, ist das wie bei einem Spitzensportler."

Als nächstes soll Hokkaido Jiel im Prix de France starten, jedoch nicht im Prix de Paris.

Auch Pfleger Samuel Perinel war zutiefst gerührt: "Das ist einer der schönsten Tage meines Lebens. Ich arbeite seit 32 Jahren für den Ecurie Luck. Diese Emotionen sind unvergleichlich."

 

Jean Luck & Ecurie Luck im Prix d’Amerique

Unter Jean Luck:

1992 - Ukir De Jemma - unplatziert

1993 - Ukir De Jemma - 2. Platz

2007 - Ladakh Jiel - 9. Platz

2009 - Ladakh Jiel - 7. Platz

Unter Ecurie Luck:

2024 - Hokkaido Jiel - 2. Platz

2026 - Hokkaido Jiel - 1. Platz

 

Franck Nivard - die Wahl der Erfahrung

Da Stammfahrer David Thomain anderweitig engagiert war, entschied sich das Team bewusst für Nivards Erfahrung: "Mehrere Fahrer boten sich an, aber Franck war dank seiner Erfahrung die beste Wahl für dieses Rennen", so Eric Fremiot.

Stimmen der Platzierten

Sebastien Ernault (2./Josh Power): "Es ist frustrierend, so knapp zu verlieren, aber mein Pferd war großartig."

Paul Ploquin (3./Epic Kronos): "Kein Bedauern - perfektes Rennen. Und dann kam Franck Nivard. Er ist einfach zu stark."

Matthieu Abrivard (Frank Gio/4.): "Gutes Rennen, mein Pferd ist erst fünf Jahre alt und gehört zur Spitze."

Die größte Enttäuschung erlebte aber Trainer Thomas Levesque, dessen Iroise de la Noe schon Sekunden nach dem Start nach einer Galoppade disqualifiziert wurde. Er brachte seinen Frust in zwei kurzen Sätzen zum Ausdruck: "Ein Jahr Arbeit und nach 100 Metern ist alles vorbei. Das ist extrem bitter." Fahrer Eric Raffin übernahm später die Verantwortung: "Ich war nicht gut."

Montag 26 Januar 22:07 Uhr
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Luba Sonn

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In eigener Sache:

Ich bin ab morgen 14 Tage im Urlaub und werde dementsprechend die News ruhen lassen müssen. Außer mir wird am Strand in Thailand so langweilig, dass ich mich doch intensiver mit dem ParisTurf beschäftige 😉

Aber es ist eher mit einer Pause von meiner Seite bis zum 11. Februar zu rechnen.

 

Montag 26 Januar 22:14 Uhr
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Lanti

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Wünsche dir schöne Tage!!!👍

Montag 26 Januar 22:20 Uhr
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Gambler

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Viel Spass Hardy. Und den France wirst du bestimmt auch irgendwie sehen können. 

Dienstag 27 Januar 13:43 Uhr
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Luba Sonn

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Das große Interview mit Florent Gautreau: "Ich bezeichne mich gern als Turf-Fan"

Florent Gautreau ist als ehemaliger Chefredakteur von Equidia schon vor einigen Jahren zu RMC (französischer Sportsender) zurückgekehrt, um dort über Fußball zu sprechen. Jedoch hat er seine Leidenschaft für den Pferderennsport nie verloren. Eine Liebe, die ihn nicht daran hindert, den Rennsport und sein Umfeld kritisch zu betrachten. Im Gespräch mit dem ParisTurf, geht er auf viele Themen rund um den Sport und dessen Zukunft ein.

PT: "Florent, Sie sind zurück bei RMC, aber seit Ihrem Weggang von Equidia im Jahr 2019 haben Sie den Kontakt zum Rennsport nie abgebrochen."

FG: "Ich wollte immer diese Doppelkompetenz behalten - Fußball und Pferderennen. Und heute bin ich Botschafter des Wettanbieters Genybet, der zur gleichen Gruppe wie der ParisTurf gehört. Meine Rolle geht sogar noch weiter, da ich auch als Prognostiker tätig bin. Das ist alles ziemlich zeitintensiv, aber ich liebe diesen 'Seriencharakter', den es sowohl im Fußball, als auch im Rennsport gibt. Nicht alles ist immer spannend, man kann ein paar 'Folgen' verpassen, aber man kehrt gern zurück und freut sich, die Protagonisten wiederzusehen."

PT: "Rennen finden alle 15 Minuten statt. Ist es für einen Sender wie Equidia überhaupt noch möglich, jedes einzelne Rennen dramaturgisch in Szene zu setzen?"

FG: "Das ist eine der Schwierigkeiten, aber ich finde, dass man auf dem Renn-Kanal versucht, ein Ereignis über einen längeren Zeitraum erlebbar zu machen und komplett in die Geschichte einzutauchen. Man ist oft hart mit Equidia, aber ich erinnere mich an eine Zeit (vor 1996), in der man die Rennen gar nicht sehen konnte. Man musste auf Radio-Nachrichten oder die Zeitung am nächsten Tag warten, um die Ergebnisse zu erfahren. Man sollte sich bewusst machen, wie weit wir gekommen sind."

PT: "Auf dem Renn-Kanal von Equidia ist die Meinungsfreiheit größer."

FG: "Ja, und das ist gut so. Als ich Chefredakteur war, habe ich die Journalisten ermutigt, auch kritische Themen anzusprechen. Die Institutionen haben manchmal Angst vor einem freien Ton. Zu sagen, dass der Zustand der Bahn schlecht ist oder Fehlstarts schlecht gehandhabt werden, schreckt die Turfisten nicht ab. Im Gegenteil - sie sind dankbar für ehrliche Worte. Ich habe immer mit dem Anspruch auf Unabhängigkeit, Meinungsfreiheit und Transparenz gearbeitet."

PT: "Ist Transparenz das beste Mittel gegen 'Verschwörungstheorien'?"

FG: "Ein bisschen wie im Fußball neigen auch Turfisten dazu, bei unerwünschten Ergebnissen zu glauben, 'dass etwas arrangiert wurde'. Man muss diese Mythen entkräften, indem man solche Themen offen anspricht und Debatten startet."

"Geldstrafen wie in der NBA"

PT: "Die junge Generation von Trainern ist in sozialen Netzwerken sehr aktiv. Das ist einerseits ein Zeichen von Transparenz, andererseits eine Möglichkeit, die eigene Kommunikation zu steuern."

FG: "Ich finde es sehr sympathisch, wie diese jungen Profis ihre Kommunikation selbst in die Hand nehmen. Natürlich sprechen sie über Themen, die sie auswählen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie die traditionellen Medien umgehen wollen - dort treten sie weiterhin auf. Was ich allerdings nicht verstehe, sind Trainer, die sich Gesprächen mit Journalisten verweigern. In der NBA oder der Formel 1 müssen Akteure vor und nach ihrem Auftritt vor die Mikrofone treten, sonst drohen Geldstrafen. Das ist effektiv - und der Rennsport könnte sich daran ein Beispiel nehmen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Verantwortlichen den Mut dazu haben."

PT: "Sie bewegen sich in zwei Welten - Fußball und Rennsport. Können Sie erklären, warum der eine Sport so erfolgreich ist und der andere weniger Beachtung findet?"

FG: "Beim Rennsport gibt es ein kulturelles Problem. Fußballleidenschaft beschränkt sich nicht auf drei Spiele pro Woche. Es ist eine menschliche Geschichte, getragen von Fans, die tief mit ihrem Verein verbunden sind, leiden, aber sich nicht von einem einzigen Ergebnis beeinflussen lassen.

Die Bekanntheit des Rennsports beruht vor allem auf dem Erfolg des Totalisator-Wettsystems. Das hat sehr gut funktioniert und viele Generationen ans Wetten herangeführt. Vielleicht haben wir damals die Chance verpasst, das Publikum auch für andere Aspekte zu begeistern. Mich selbst eingeschlossen, als ich bei Equidia tätig war. Unsere Priorität, wie bei anderen Rennsportmedien, lag auf dem Spiel, auf den Wetten. Wir wollten den Spielern möglichst viele Informationen liefern, damit sie 'besser wetten'. Ich bin nicht naiv, ich verstehe die wirtschaftlichen Zwänge. Der Rennsport ist ein Geschäft, dass eine ganze Branche ernährt und dem Staat Geld einbringt. Aber haben wir nicht den kulturellen Aspekt vernachlässigt? Haben wir es versäumt, wirklich zu erklären, was Pferderennen sind?"

PT: "Was meinen Sie damit?"

FG: "Heute sagt man: 'Pferderennen ist ein Sport wie jeder andere.' Ich glaube, das stimmt nur teilweise. Und es reicht nicht, es einfach zu behaupten. Hätte man all die Jahre daran gearbeitet, diesen Anspruch mit Leben zu füllen, stünden wir heute vielleicht anders da. Die Realität ist: Es gibt kaum Rennsportkultur, keinen gewachsenen Nährboden. Solange der Rennsport vor allem mit Wetten verbunden ist, kann er kaum 'ein Sport wie jeder andere' sein. Und Wetten bedeuten Geld - ein Thema, das in Frankreich, anders als in angelsächsischen Ländern, eher mit Zurückhaltung betrachtet wird."

"Ich mag Pferderennen - na und?"

PT: "Sie haben sich immer offen als Turf-Fan bezeichnet, was Ihnen nicht immer Vorteile gebracht haben dürfte."

FG: "Ich liebe es, mich als Turf-Fan zu bezeichnen. Ich weiß, für manche ist das altmodisch, und einige reagieren skeptisch, wenn ich es sage. Aber mich amüsiert das. Vor 1998 war es ähnlich mit Fußball. Als ich in Bordeaux studierte und die französische Nationalmannschaft erwähnte, wunderten sich meine Kommilitonen: 'Du magst Fußball? Seltsam!' Heute spüre ich eine ähnlich geringe Wertschätzung gegenüber Pferderennen. Mir egal - ich stehe zu dieser Leidenschaft. Vor ein paar Jahren träumte ich von einer Kampagne, in der Prominente öffentlich sagen: 'Ich mag Pferderennen - na und?' Das könnte das Image des Rennsports verbessern, wenn bekannte Persönlichkeiten offen dazu stehen würden."

PT: "Zumal der Rennsport viele Stärken hat."

FG: "Natürlich. Neben dem 'Seriencharakter', kann man die Entwicklung eines Pferdes über eine ganze Saison verfolgen. Es ist auch ein Denkspiel. Man erstellt seine Prognosen anhand von Daten, früheren Leistungen, Videos... Und nicht zuletzt: Für eine junge Generation, die schnelle Ergebnisse mag, muss man keine 90 Minuten warten, um zu wissen, ob man gewonnen hat. Man setzt um 14:48h und kennt um 14:52h das Ergebnis."

PT: "Allerdings schreckt das Totalisator-System viele junge Leute ab, weil sie ihre möglichen Gewinne nicht im Voraus kennen."

FG: "Die 'gute Nachricht' ist, dass diese Generation sehr versiert im Umgang mit digitalen Tools und Smartphones ist. Sie kennen Wett-Apps, sind aber vor allem an feste Quoten gewöhnt. Das ist nicht der Hauptgrund für ihr geringes Interesse am Rennsport. Das Umfeld ist ihnen schlicht fremd, aber das darf kein Hindernis sein."

Die Eroberung der jungen Generation

PT: "Welche Wege sehen Sie, um junge Menschen für den Rennsport zu gewinnen?"

FG: "Ich glaube nicht, dass Fernsehen und eine klassische Sendung der richtige Weg sind. Wenn man das Durchschnittsalter der TV-Zuschauer sieht, versteht man, warum junge Menschen sich davon abwenden. Meiner Meinung nach sollte man sie über soziale Netzwerke und Influencer erreichen. Wenn einige der größten Influencer Wettbewerbe oder Aktionen rund um Pferderennen starten würden, hätte das eine enorme Wirkung."

PT: "Neue Spieler zu gewinnen ist dringend nötig, da die Wettkundschaft altert."

FG: "Wenn ich mir die Turfisten um mich herum anschaue, frage ich mich: Wer wird spielen, wenn diese Generation nicht mehr da ist? Ich sehe kaum junge Leute, und das beunruhigt mich. Wenn ich dann Verantwortliche höre, die von einer Free-TV-Sendung sprechen, habe ich das Gefühl, dass man bereits hinterherhinkt. Die FDJ (Wettanbieter) hat mit Soso Maness, einem Fußballfan und Rapper aus Marseille, einen anderen Weg gewählt. Allerdings auf einem viel fruchtbareren Boden als der Rennsport."

PT: "Gibt es persönlich Dinge, die Sie sich für die Zukunft wünschen?"

FG: "Ich würde mir wünschen, dass die Renntage reduziert werden. Es gibt zu viele Rennen. So wie es im Fußball zu viele Wettbewerbe und Spiele gibt. Die Gründe sind dieselben: Man will möglichst viel Geld einnehmen. Vielleicht irre ich mich, aber für mich ist das langfristig schädlich. Es ist einfach zu viel für die begrenzte Aufmerksamkeit der Menschen. Mit ein oder zwei renntfreien Tagen pro Woche könnte ich mehr Zeit investieren, um Rennen zu analysieren und Prognosen zu erstellen. Und ich glaube nicht, dass ich deshalb weniger wetten würde."

PT: "Dann bleibt Ihnen mehr Zeit für andere Interessen.."

FG: "In dieser Hinsicht finde ich trotzdem noch Zeit für meine anderen Leidenschaften: Lesen, ich mag Geschichte sehr, und Golf, dass ich kürzlich für mich entdeckt habe und wo man, entgegen vieler Vorurteile, sehr unterschiedliche Menschen trifft. Letztlich glaube ich, dass ich einfach zeitintensive Hobbys liebe (lacht)."

Dienstag 27 Januar 14:03 Uhr
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AM TAG NACH DEM PRIX D'AMÉRIQUE RÜCKBLICKT JEAN-LUC DERSOIR ÜBER DEN ERFOLG VON HOKKAIDO JIEL (KI-übersetzt)

"Ich bin froh, es ihm gegeben zu haben."

Nach fünfundvierzig Jahren im Dienst des Rennstalls bescherte Jean-Luc Dersoir den „Bienen“-Farben mit Hilfe von Franck Nivard (sechster Sieg) ihren ersten Prix d'Amérique-Sieg, dank Hokkaido Jiel, aus der Stammstute Playa aus Jean Lucks (94 Jahre altem) Zuchtprogramm.

Im vergangenen Jahr fehlte er aufgrund einer Verletzung beim Prix d'Amérique.

Hokkaido Jiel, der bei Idao de Tillards erstem Sieg 2024 in Amerika Zweiter wurde, erlebte seine Konstanz auf höchstem Niveau, dank der Unterstützung von Franck Nivard, der ihn entdeckt hatte. Jean-Luc Der-soir, ein zurückhaltender 71-jähriger Berufs- und Privattrainer des Rennstalls Luck, der heute von seinem Enkel Éric Frémiot geleitet wird, erlebte am Sonntag in Vincennes einen Traumtag: „Der Sieg im Prix d’Amérique war das i-Tüpfelchen! Meine beiden Töchter, Clémence, die Ältere, und Erika, die Jüngere, waren mit mir dort. Sie reisen immer zu den großen Rennen. Am Morgen hatte ich meine Enkelin Soline (8 Jahre), die in ihrem amerikanischen Outfit so stolz war, angemeldet, um Franck Nivard zur Fahrerpräsentation zu begleiten. Ich habe den ganzen Tag über die Freude von Marius (Anmerkung der Redaktion: seinem jüngsten Sohn) gesehen. Es war einfach großartig. Mit zunehmendem Alter relativiert sich das Leben, und ich weiß die Ereignisse mehr zu schätzen. Der Tag hatte mit Ikuro Jiels Sieg unter dem Sattel sehr gut begonnen. Tatsächlich sind Ikuro und Hokkaido mütterlicherseits über Playa, eine Stute aus einer sehr guten Linie, miteinander verwandt.“ Herr Luck hatte sie damals von Herrn Allaire gekauft. Sie bildet das Fundament des Zuchtprogramms des Stalls. Erst am Tag zuvor hatte Lombok Jiel einen hervorragenden zweiten Platz im Prix Bold Eagle (Gruppe I) belegt. Ich hoffe natürlich, ihn nächstes Jahr wieder zu gewinnen. Danach kann ich in Rente gehen (lacht)...

„Ich verdanke Herrn Allaire alles.“ Jean-Luc Dersoir, der am Sonntag sein elftes Gruppe-1-Rennen gewann, war kurz nach dem Zieleinlauf sichtlich bewegt: „Vor dem Rennen war ich ganz ruhig. Meine Arbeit war getan, und es gab keine Probleme. Ich habe das Rennen von der Waage am Rand der Rennbahn aus verfolgt. Ich wusste bis zum Schluss nicht, ob wir gewonnen hatten, bis meine Tochter mir weinend in die Arme fiel.“ Die Umarmung von Philippe Allaire auf der Rennbahn wird aus mehreren Gründen eines der bewegendsten Bilder bleiben: „Ich kenne ihn, seit er 15 ist. Er gratulierte mir sehr herzlich und sagte: ‚Du hast es verdient.‘ Das hat mich tief berührt. Er ist ein sehr talentierter und respektvoller Trainer.“

„Er wurde von mir hoch geschätzt und ich verehre ihn persönlich.“ Jean-Luc Dersoirs Schicksal ist untrennbar mit Pierre-Désiré Allaire verbunden (Anmerkung der Redaktion: verstarb im Herbst 2020): „Ich habe Herrn Allaire sehr zugetan. Es ist ihm zum Teil zu verdanken, dass ich meine Karriere verfolgen konnte. Ich verdanke ihm alles. Anfang der 70er-Jahre verbrachte ich drei Winter als Stallbursche in Joinville, bevor ich 1974 meinen Wehrdienst ableistete. Nach meiner Rückkehr nahm er mich wieder auf, und ich arbeitete fünf Jahre für ihn. Als die Herren Allaire, Schmidt und Luck 1980 eine Partnerschaft eingingen, empfahl mich Philippes Vater Straßburg als Privattrainer.“

„Das Wohlbefinden meiner Pferde steht für mich an erster Stelle.“ Jean-Luc Der-soir, der viele Jahre in Grosbois lebte, pendelte lange zwischen verschiedenen Orten und hielt seine besten Pferde im Pariser Trainingszentrum. In den letzten zehn Jahren hat sich dies geändert: „Anfang der 2000er-Jahre erwarb Herr Der-soir, ein Mann mit unternehmerischem und investivem Denken, ein Gestüt in Benerville (14) bei Deauville, das er renovierte und zu einer Niederlassung am Meer ausbaute. Damals war die Arbeit am Strand modern und boomte. Die Pferde profitieren von grünen Paddocks und jeglichem Komfort. Der Strand ist in der Nähe. Es ist ideal. Mir ist das Wohlbefinden der Pferde, die ich trainiere, wichtiger als mein eigenes. Dafür nehme ich auch weite Strecken in Kauf.“

Eine allmähliche Steigerung der Leistung

Nachdem er verletzungsbedingt den Prix d'Amérique 2025 verpassen musste, hat Hokkaido Jiel allmählich wieder zu seiner Bestform zurückgefunden: „Wir haben uns an das Protokoll des Ärzteteams von Dr. Xavier d'Ablon in der Klinik Côte Fleurie (Bonneville-sur-Touques) gehalten. Er war ständig draußen, ist viel geschwommen und hat am Strand trainiert. Ende Juni/Anfang Juli, nach der Decksaison, hat er das Training wieder aufgenommen. Die Schonung war für die Heilung der Verletzung nicht optimal, und das hat mir Sorgen um seine bevorstehende Rückkehr in den Wettkampf bereitet, da er sehr aktiv war. Aber er ist zäh.“ Im Eröffnungsrennen des Meetings, dem Prix des Cévennes, belegte er den fünften Platz und zeigte „ein respektables Rennen, beschlagen und ohne spezielle Ausrüstung für sein Comeback nach mehreren Starts.“

Anschließend gewann er mehrere "B"-Rennen, darunter einen vierten Platz im Prix de Bourgogne, was ihm einen Startplatz im Prix d'Amérique Legend Race einbrachte.

Hokkaido Jiel, Gewinner des Prix René Ballière 2023, kehrte am Sonntag nach einem Ausflug nach Grosbois am Montag auf die Siegerstraße zurück: „Seit dem Rennen in Burgund bin ich zweimal pro Woche unterwegs…“

Eine Woche in der Normandie, um ihn zu trainieren. Er war seit Jahren nicht mehr im Trainingszentrum gewesen. Ein Tapetenwechsel tut immer gut. Ich war ruhig. Er hatte am Montag sehr gut gearbeitet. Danach ging ich zurück, um ihn im Trab zu reiten.

Am Donnerstag auf der Rennbahn in Cabourg. Ich hatte das Gefühl, mein Pferd sei energiegeladen und in Topform. Ich dachte, ich hätte eine Chance, unter die ersten Fünf zu kommen.

Der Traum von Mr. Luck wird wahr. Hokkaido Jiel, seit Juni 2022 von David Thomain gefahren, traf am Sonntag auf Franck Nivard: „Ich verstehe Davids Entscheidung. Er informierte mich einen Tag nach dem Prix de Belgique über seine Verpflichtung bei Koc-tel du Dain. Mr. Luck wünschte sich einen erfahrenen Fahrer. Die Entscheidung wurde gemeinsam mit allen Beteiligten getroffen. Franck Nivards Agent, Alexandre Prod'homme, rief Éric Frémiot und mich an, um seine Verfügbarkeit mitzuteilen. Am vergangenen Dienstag rief mich Jos Verbeeck an, ein treuer Fahrer von Mr. Lucks Stall (244 gemeinsame Siege seit 1989), und gratulierte mir zur Fahrerwahl. Er gratulierte mir am Sonntag erneut. Er freute sich für den gesamten Stall. Das hat mich sehr berührt.“

Für Herrn Luck, der das Rennen in Straßburg verfolgte, war es ein Traum. Ich bin froh, dass ich ihm diesen Wunsch erfüllen konnte.“

Nach dem Rennen und was danach kommt: Nach dem Wettkampf die Entspannung: „Wir feierten Hokkaido Jiels Sieg im Club Uranie in Vincennes, bevor Eric Frémiot mich und die Familie des Pferdes, Franck Nivard und meine eigene, in ein Restaurant in Bercy einlud.“ Dabei vernachlässigte er seine Pflichten als Trainer nicht: „Ich bin gegen Mitternacht und halb eins losgefahren, um um 5:40 Uhr morgens da zu sein, mich um die Pferde zu kümmern und sie dann den ganzen Morgen über zu traben, bevor ich mit drei Pferden nach Mauquenchy fuhr. Das Pferd kehrte am Sonntagabend ins Gestüt zurück. Wenn alles gut geht, soll er beim Prix de France starten.“

Hokkaido Jiel hat seine Normandie gefunden

Nach dem traditionellen Erinnerungsfoto am Sonntag auf der Rennbahn von Vincennes nach dem letzten Rennen des Programms reiste Hokkaido Jiel zurück in die Normandie zum Gestüt Ecurie Luck in Benerville-sur-Mer (14) bei Deauville, wo er gegen 22:30 Uhr eintraf. Am Montagmorgen vertrat sich der Held des Wintermeetings 45 Minuten lang am Strand, wo er einen leichten Trab und ein kurzes Bad absolvierte, bevor er den Nachmittag unter strahlend blauem Himmel auf seiner gewohnten Koppel verbrachte. Wie immer ruhig und gelassen, schien der Sohn von Brillantissime die Anstrengung gut verkraftet zu haben. „Er hat am Sonntagabend gut gefressen und am Montagmorgen wieherte er, als wir ihm das Futter brachten“, erklärte sein treuer Pfleger Samuel Perinel (im Bild), der sich gerade von seiner...

Emotionen. Er wirkt nicht aufgeregter als bei anderen Rennen und war heute Morgen im Sulky am Strand sogar recht geschmeidig. Er ist wirklich ein gutmütiges, unkompliziertes Pferd, leicht zu handhaben, auch wenn er ein kleines Temperament hat. Er ist seit drei Jahren im Stall von Herrn Luck in der Normandie, und ich kümmere mich um ihn. Dass er am Sonntag den Prix d'Amérique gewonnen hat, ändert nichts an unserer Beziehung, auch wenn ich natürlich stolz auf ihn bin. Ich habe ihn immer sehr geliebt, und wir haben uns immer gut verstanden...“ Stolz auf sein Pferd und den Sieg, den es dem Stall Luck, wo er seit dreißig Jahren arbeitet, beschert hat, hatte Samuel Perinel am Montag noch immer leuchtende Augen. „Éric Frémiot bat das gesamte Team um Geduld, als er letzten Winter Probleme mit seinem linken Hinterbein hatte und nicht am Prix d'Amérique teilnehmen konnte, obwohl er qualifiziert war.“ Wir haben uns also Zeit gelassen und hart gearbeitet, um das Pferd wieder in Bestform zu bringen. Dieser Sieg ist natürlich etwas ganz Besonderes für uns. Er unterstreicht auch das Talent von Jean-Luc Dersoir als Trainer – ein ruhiger und diskreter Mann, der wusste, wie er sein Pferd für den großen Tag in Topform bringen konnte.

Sébastien Ernault, Zweiter mit Josh Power, hat keine Reue.

Der Druck auf Sébastien Ernault hat nachgelassen. Am Montagmittag gab der Trainer aus dem Département Manche ein Update zu seinem Champion Josh Power, dem heldenhaften Zweitplatzierten des Prix d'Amérique 2026: „Das Pferd ist am Sonntagabend wohlbehalten nach Hause gekommen und hat gut gefressen. Er hat heute Morgen (Montag) ein leichtes Training absolviert und wird, da das Wetter gut ist, den Rest des Tages auf der Koppel verbringen. Er hat sicherlich eines der härtesten Rennen seiner Karriere bestritten, aber er ist guter Dinge und alles scheint gut zu laufen. Er wird diese Woche leicht trainieren und ich denke, er wird auch im Meer schwimmen gehen.“ Eine wohlverdiente aktive Pause für den Vertreter der Ecurie BG Trot, der am Sonntag eine großartige Leistung gezeigt hat. „Ich war etwas zu früh im Windschatten, wollte aber kein Risiko eingehen und mich schnell in die dritte Spur einfinden“, erklärt Sébastien Ernault. „Er hat mich beim Prix de Bretagne beeindruckt und gezeigt, dass er sich weiterentwickelt hat. Deshalb wusste ich, dass er die letzten 800 Meter schaffen kann. Er hat alles gegeben. Ich bereue nichts, auch wenn ‚Francky‘ (Nivard), den ich seit unserer Kindheit kenne (Anmerkung der Redaktion: Beide Profis stammen aus der Region Manche und trennen nur wenige Monate), es mit Hokkaido Jiel niemals geschafft hätte, wenn Go On Boy nicht seinen Rhythmus verloren hätte. So ist es nun mal; wir werden uns nicht über den zweiten Platz beim Prix d’Amérique beschweren. Wir haben es geschafft…“

„Dass wir das Pferd zu Höchstleistungen gebracht haben, darauf bin ich stolz.“

In einer am Sonntagabend veröffentlichten Erklärung gaben die SETF-Offiziellen bekannt: „Die Rennleitung beobachtete fünf Fälle unsachgemäßen Peitschengebrauchs, ein Verhalten, das bereits zuvor geahndet wurde.“ Sébastien Ernault antwortete: „Aufgrund der neuen Bestimmungen wurde ich von der Rennleitung für fünfzehn Tage gesperrt. Daher darf ich mein Pferd nicht im Prix de France fahren. Es ist noch nicht endgültig entschieden, aber normalerweise arbeite ich mit David Thomain zusammen, und falls dieser verfügbar ist, wird er wahrscheinlich mit Josh Power reiten.“ Anders als im letzten Jahr soll der Sohn von Offshore Dream daher am 8. Februar im Speed ​​Race starten. „Wir haben dieses Rennen ausgelassen und ihn direkt zum Prix de Paris geschickt, da er ein Pferd ist, das nicht zieht“, erklärt Sébastien Ernault. „Aber er mochte es nicht, zweimal bergauf zu laufen. Ich bevorzuge ihn über 2.700 Meter, aber er passt sich allem an. Man darf nicht vergessen, dass er im Critérium Continental (Gr. 1) 2023, am Ende seiner Vierjährigen-Saison, über 2.100 Meter (mit Autostart) in 1:09,9 Minuten getrabt ist und Zweiter hinter dem Sieger Jushua Tree wurde. Danach plane ich, ihn am 8. März im Critérium de Vitesse (Gr. 1) in Cagnes-sur-Mer starten zu lassen. Er wird dieses Jahr nicht als Deckhengst eingesetzt und im Frühjahr am Programm für gute Pferde in Frankreich teilnehmen. Ich werde das mit den Besitzern besprechen, aber Rennen im Ausland reizen mich nicht.“

David Békaert: „Es war gewiss gestern oder nie…“

Alle Beobachter sind sich einig: Hätte man die Lücke zwischen Josh Power und Epic Kronos gefunden, wären Harmony du Rabutin und David Békaert die großen Gewinner des Prix d'Amérique Legend Race 2026 gewesen. Nach einer Untersuchung wegen eines Galoppsprungs kurz vor dem Ziel vom fünften Platz disqualifiziert, verwandelte sich der Traum des Duos innerhalb weniger Minuten in einen Albtraum. Vierundzwanzig Stunden später blickte der Fahrer aus dem Süden auf den Moment zurück, der der größte seiner Karriere hätte sein können: „Uns fehlte das Quäntchen Glück, das den Unterschied ausmacht. In der letzten Kurve rollte ich aus und dachte, wir würden einen guten Sieg einfahren. Auf der Zielgeraden hatte ich noch ordentlich Power und musste einfach versuchen, mich durchs Feld zu kämpfen. Ich trieb sie an, hielt sie aber gleichzeitig zurück, weil ich keine Lücke fand. Ich hoffte, dass Sébastien (Ernault) oder Paul (Ploquin) unter der Last etwas nachgeben und wir eine Lücke finden würden, aber dem war nicht so. Da ich keinen Platz zum Manövrieren hatte, legte sie einen Sprint hin und ich wusste, dass wir bestraft werden würden. Es ist hart, aber so ist Rennsport. Uns fehlte nur ein Meter zum Sieg beim Prix d'Amérique… Für einen Fahrer wie mich hieß es definitiv jetzt oder nie. Jetzt müssen wir das hinter uns lassen und nach vorne schauen. Ich habe heute mit Guillaume (Huguet) telefoniert.“ Am Morgen absolvierte Harmony ein leichtes Training und war sehr geschmeidig. Sie hatte keine Probleme. Wir werden sicherlich die Gelegenheit haben, an weiteren großen Rennen teilzunehmen und vielleicht unser Gruppe-1-Rennen zu gewinnen, warum nicht den Prix de Paris? Guillaume und ich hatten jedenfalls keinen Zweifel an der Fähigkeit der Stute, auf höchstem Niveau zu glänzen, und wir sollten Recht behalten.“ MM

Die PMU-Anteile sanken um 5,4 % - allein beim Prix d'Amérique

Während die Zuschauerzahl von 55.000 (zwischen 35.000 und 37.000 am Sonntag) die Organisatoren vollends zufriedenstellte (siehe andere Stelle), brachen die vom französischen Pferdewettanbieter PMU verzeichneten Einsätze ein, wie es seit Jahresbeginn der Trend ist. Weder das vielfältige Starterfeld mit 18 Pferden noch der vom PMU ausgelobte Jackpot von 3 Millionen Euro konnten die Zahlen verbessern. Mit 26,7 Millionen Euro Wetteinsatz am Sonntag lagen die Einsätze in Vincennes 4,3 % unter dem Wert von 2025 (die validierten Wetten in Frankreich sanken um 3,4 % auf 22,9 Millionen Euro). Allein beim Prix d'Amérique wurden vom PMU 16,8 Millionen Euro gesetzt, ein Rückgang von 5,4 %. Über den gesamten Sonntag wurden etwas mehr als 30 Millionen Euro gesetzt. Am Samstag schloss Vincennes zwar mit einem Minus von 8 % ab, der Gesamtumsatz des Tages verzeichnete jedoch dennoch einen Anstieg von 2 %.

 

 

Freitag 30 Januar 10:03 Uhr
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Lou

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Hokkaido Jiel und Hokkaido vorgestern. Hokkaido Jiel mit Pleger Samuel Pėrinel am Strand v. Blonville s.M.

Auf Hokkaido mehr Schnee als gewöhnlich. 90% aller jap Rennpferde werden dort im Schnee geboren. Zum Glück halten die ca. 11 tsd Bären Winterschlaf und es braucht keine Bärenwachen. Die gerade 2yo gehen in Pulks unter den Dächern.

Freitag 30 Januar 10:49 Uhr
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Lanti

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Kann man sich mal gönnen, so eine Strandparty, nach getaner Arbeit!

Dienstag 17 Februar 20:29 Uhr
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Luba Sonn

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PRIX DE PARIS - Huguet: "Habe Vertrauen in Harmony du Rabutin"

Am Montag absolvierte Harmony du Rabutin am Rande der Veranstaltung in Saint-Galmier eine letzte intensive Trainingseinheit mit Blick auf ihr nächstes großes Ziel - dem Prix de Paris. Gegenüber dem ParisTurf hat sich der Trainer Guillaume Huguet anschließend zum Zustand der 9jährigen geäußert.

Foto: SCOOPDYGA

 

Die Stute gehörte mit dem späten Fehler im Prix d’Amerique zu den Pechvögeln des Millionen-Rennens und gehört im kommenden Gruppe I-Rennen zwar den Außenseitern, aber sicher nicht zu den chancenlosen Anwärtern für einen möglichen Erfolg, auch wenn sich die Royal Dream-Tochter erstmals dem Marathon über 4.150 Metern stellt. Immerhin hat sich schon beweisen können, dass sie über die nötige Ausdauer verfügt: 2025 gewann sie eindrucksvoll den Grand Prix du Conseil Municipal de Vichy (GR II) über 2.950 Meter.

Guillaume Huguet blickt mit Zuversicht auf das anstehende Rennen: "Alles ist in Ordnung. Die Stute hat vor der Veranstaltung ein sehr zufriedenstellendes Training absolviert. Sie hat sich hervorragend von ihrem Start im Prix d’Amerique erholt. Das zwischen den Rennen ein Monat liegt, kommt mir sehr entgegen, denn sie brauchte etwas Zeit zur Regeneration. Das letzte Rennen war sehr anspruchsvoll. Was den Beschlag betrifft, wird sie, wie im Prix d’Amerique, komplett barfuß antreten. Wir ändern nichts und bereiten sie genauso vor. Sie wäre in der Lage gewesen, den Amerique zu gewinnen, daher denke ich, dass wir auch am Sonntag im Prix de Paris siegen können.

Über 4.150 Meter kann allerdings viel passieren. Das Rennen dürfte taktisch geprägt sein. Es wird wichtig sein, keine verfrühten Anstrengungen zu unternehmen, zumal der Anstieg zweimal zu bewältigen ist. Aber sie ist eine Stute, die nicht pullt und gut atmet. Im Feld bleibt sie ruhig. Am Ende wird auch der Rennverlauf entscheidend sein, doch ich habe Vertrauen in mein Pferd."

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Dorgos de Guez zurück zu Hause

Kürzlich kehrte DORGOS DE GUEZ aus Norwegen nach Frankreich zurück. Der mittlerweile 13jährige Wallach legte während der Rückreise einen zweitägigen Halt in der Region Paris ein, bevor er die Reise fortsetzte, um schließlich auf den Weiden seines Züchters Rene Guezille anzukommen. An den Ort, wo er selbst als Fohlen aufgewachsen ist. Diesmal aber, um seinen wohlverdienten Ruhestand anzutreten.

Foto: SCOOPDYGA

 

Auch wenn der Fuchs seit dem 01. Januar offiziell 13 Jahre alt ist, macht der Romcok de Guez-Sohn nach seiner Rückkehr aus Norwegen noch einen bemerkenswert fitten Eindruck, als er seinen Reisestopp in Grosbois einlegte.

Sein letzter Auftritt in Frankreich datiert vom 08. April 2023. Danach verlängerte er seine Karriere in Skandinavien: Von April 2024 bis zu seinem offiziellen Abschied am 23. Dezember 2025 im norwegischen Jarlsberg war er dort im Einsatz.

Unter der Regie des norwegischen Trainers Frode Hamre fügte der frühere Crack von Jean-Michel Bazire seiner eindrucksvollen Bilanz zwei weitere Siege sowie zahlreiche Platzierungen hinzu. In 25 Starts steigerte er sein Gesamtresultat auf 34 Siege und 46 Platzierungen aus 108 Rennen. Seine finale Gewinnsumme liegt bei 1.177.639 Euro.

In Frankreich gewann der Fuchs mit der markanten Blesse nicht weniger als 15 Gruppe III, sowie ein Gruppe II-Rennen, den Prix Jean-Luc Lagardere in Enghien im Jahr 2021. Damals setzte er sich mit einem atemberaubenden Schlusssprint gegen Feerie Wood und Davidson du Pont durch.

Seinen beeindruckendsten Erfolg erzielte Dorgos de Guez aber Ende Januar 2019. Noch beflügelt von seinem Amerique-Erfolg kurz zuvor mit Belina Josselyn, ließ Bazire den überlegenen Sieger im Einlauf einfach weit an den Zaun laufen, feierte mit den Zuschauern und gewann immer noch leicht.

ZUM VIDEO

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Überschwemmungen in Frankreich - Rennbahnen unter Wasser

Einige Rennbahnen blieben von den Überschwemmungen, die zu Jahresbeginn weite Teile des Landes getroffen haben, nicht verschont. Unter anderem erwischte es die Galopprennbahn in Lion-d'Angers (siehe Foto).

Foto: DR

 

Am Montag reiste die französische Umweltministerin Monique Barbut nach Cadillac-sur-Garonne, einer besonders stark betroffenen Gemeinde am Ufer der Garonne im Departement Gironde. Sie sicherte den Geschädigten sowie den Rettungsdiensten die Unterstützung des Staates zu und kündigte an, dass die Überschwemmungen als Naturkatastrophe anerkannt wurden. Ein entscheidender Schritt, damit Versicherungen greifen können.

Im Juli 2022 hatten noch verheerende Brände nahe La Teste-de-Buch die Öffentlichkeit erschüttert. Damals war Präsident Emmanuel Macron vor Ort. Zu Beginn des Jahres 2026 sind es nun heftige Regenfälle, die landesweit enorme Schäden verursachen. Der Südwesten ist dabei nicht die einzige betroffene Region. Auch im Westen Frankreichs sind zahlreiche Gebiete überschwemmt, darunter die Rennbahn in Sable-sur-Sarthe, die derzeit mit Hochwasser zu kämpfen hat. "Es gibt keinen aktuellen Schaden", erklärt Franck Bezier, Direktor des Regionalverbands Anjou Maine, optimistisch. "Da die nächsten Renntage erst in einigen Wochen stattfinden, wird es keinerlei Auswirkungen geben."

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Sonntag in Vincennes - Kobayashi trifft auf Lord du Gers

Am Sonntag steht in Vincennes natürlich der Prix de Paris im Mittelpunkt. Aber auch das Rahmenprogramm kann sich unter anderem durch den Prix de la Mayenne (GR III) sehen lassen. Das Grupperennen ist für 5-6jährige Pferde ausgeschrieben.

Kobayashi - Foto: SCOOPDYGA

 

Bisher sind schon Kobayashi und Lord du Gers fest für die Prüfung eingeplant, deren Trainer das Rennen als festes Ziel ausgegeben haben. Das galt auch für Khal’s Fella, der nur fünf Euro unter der Gewinnobergrenze lag, aber passen muss. "Er hatte Rhinopneumonie und hat bei der Arbeit am Montagmorgen gezeigt, dass er noch nicht ausreichend vorbereitet ist", erklärte Emma Souloy gegenüber dem ParisTurf.

Damit rückt Kobayashi als gewinnreichstes Pferd ins Blickfeld. Sein Trainer Mathieu Mottier zeigt sich optimistisch: "Nach seinem dritten Platz Ende November im Prix Doynel de Saint-Quentin hinter den sehr guten Fame And Glory und Immortal Doc hatte er kein passendes Programm. Außerdem war er, wie viele andere Pferde, von einem Virus betroffen. Inzwischen ist alles wieder in Ordnung, und ich habe natürlich versucht, ihn optimal auf dieses 'goldene' Engagement vorzubereiten. Er hat eine sehr gute Chance."

Dagegen rätselt Nicolas Bazire noch über die schwache Vorstellung von Lord du Gers im Prix Bold Eagle, der am Vortag des Prix d'Amerique stattgefunden hat: "Er ist an diesem Tag schlecht gelaufen. Er hat nie richtig ans Gebiss gefunden und war sehr früh geschlagen. Offensichtlich hatte er Rückenprobleme. Wir haben ihn behandelt und er wirkt jetzt deutlich besser. Der Prix de la Mayenne ist eines seiner passenden Engagements im Meeting, und ich erwarte eine deutliche Wiedergutmachung."

Mittwoch 18 Februar 07:57 Uhr
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Labido

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Endlich.Welcome back.😅

Mittwoch 18 Februar 21:26 Uhr
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Luba Sonn

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Labido schreibt:

Endlich.Welcome back.😅

Danke! ☺️

Musste ja nach meiner Rückreise feststellen, dass ich ein "Souvenir" zu viel aus Thailand mitgebracht habe. Das hat mich ein paar Tage so "umgehauen", dass ich mich nicht mal mit dem Wesentlichen beschäftigen konnte  😉

Bin immer noch nicht ganz auf Deck, also werde ich für die richtige "Pace" 😉 noch ein paar Tage brauchen 

Mittwoch 18 Februar 21:35 Uhr
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Luba Sonn

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Christian Bigeon: "Melia Barbes sollte ihr Rennen machen"

Christian Bigeon ist einer der erfolgreichsten Trainer des Wintermeetings 2025/26. An diesem Donnerstag startet er Melia Barbes. Eine Stute, die in diesem Winter bei drei Starts ungeschlagen blieb und nun den vierten Sieg in Folge anpeilt. Über seine Hoffnungsträgerin und den gesamten Stall sprach der Trainer mit dem ParisTurf.

Foto: SCOOPDYGA

 

Von Rennen zu Rennen steigert sich Melia Barbes. Nach nur sieben Starts hat die Tochter von Un Amour d’Haufor bereits fünf Siege errungen. Darunter die drei Erfolge in Serie in diesem Winter. Am Donnerstag tritt sie im Prix de Blain-Bouvron-Le Gavre eine Klasse höher an. Hinter dem Auto zog sie die Startnummer 5.

"Die Stute hat gut gearbeitet. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie noch einmal laufen lasse, aber sie hat mich morgens vollkommen überzeugt, also versuchen wir es. Es wird ihr letzter Start des Meetings sein. Sie sollte ihr Rennen machen", erklärt Bigeon. Wie bei ihrem jüngsten Erfolg im Prix des Rouges Terres am 03. Februar läuft sie vorne mit Beschlag und hinten ohne Eisen. "In Zukunft kann sie auch ganz ohne Eisen antreten, aber damit warte ich noch."

In Vincennes ist Melia Barbes bislang ungeschlagen und hat somit ihre Grenzen noch nicht aufgedeckt. Allerdings soll sie vorerst nicht auf die absolute Spitze ihres Jahrgangs treffen, zu der auch ihre Trainingsgefährtin Madrid Haufor gehört. "Sie hat immer Qualität gezeigt. Ob sie mit den Allerbesten mithalten kann, weiß ich nicht. Sie ist eher zierlich gebaut. Wir dürfen sie nicht überfordern."

Eine starke Dynamik

Christian Bigeon gehört zu den prägenden Persönlichkeiten dieses Winters: Seit dem 30. Oktober verbuchte er als Ausbilder in Vincennes 18 Siege - darunter drei Quinte-Erfolge und stolze 694.020 Euro an Gewinnsumme. "Ich habe mit guten Ergebnissen gerechnet. Ich hatte einen gut zusammengestellten Bestand mit Pferden in Form und dieser starken M-Generation. Außerdem hatten wir Glück, es gab keine Krankheitsfälle."

Am Freitag schickt er drei weitere Vertreter ins Rennen, bevor das Wintermeeting am 28. Februar endet. L’Amour d’Etang könne "einen Platz holen", La Vista Haufor "ist in guter Verfassung und kann vorne mitmischen", bekräftigt der Trainer. Bei Lady Haufor zeigt er sich hingegen unsicher: "Sie hat noch nicht das gezeigt, was wir erwartet haben. Sie ist eine große Stute. Das wird kommen, denke ich. Aber ich bin im Zweifel."

Seine große Zufriedenheit des Winters bleibt jedoch Madrid Haufor: "Sie hat sich ständig verbessert. Zuletzt ging sie eine 10er-Zeit. Im Prix Ourasi (GR I) hätte sie meiner Meinung nach gewinnen können, weil sie im Schlussbogen ihre Position verlor und das Pferd, dass ihren Platz übernahm, gewann am Ende."

'Made by Bigeon'

Melia Barbes stammt vollständig aus eigener Zucht. Ihre Mutter Alphea Barbes verdiente in ihrer Karriere 229.420 Euro, ihr Vater Un Amour d’Haufor entstammt ebenfalls der Zucht des Profis aus der Mayenne. Seit vielen Jahren arbeitet Bigeon ausschließlich mit Produkten seines eigenen Gestüts, dem Haras d’Haufor.

Diese Unabhängigkeit erlaubt es dem 66jährigen, Programm und Entwicklung seiner Pferde vollständig selbst zu bestimmen. Mit rund 30 Pferden pro Jahr überschreitet seine Zucht seit 2021 regelmäßig die Marke von einer Million Euro an jährlicher Gewinnsumme. "Ich streue breit. Etwa 70% meiner Stuten gehen zu externen Hengsten, 30% zu unseren eigenen. In der Zucht kann man sich irren, aber im Moment funktioniert es." Auch wenn er seinen Bestand von derzeit rund 50 Pferden im Training altersbedingt langsam reduziert, dürften noch viele erfolgreiche Tage folgen.

"Abstand von drei Wochen"

Christian Bigeon, 2006 Zweiter im Prix d'Amerique mit Jardy, äußerte sich auch zu den großen Rennen im Winter: "Im Prix de Cornulier und Amerique hat man gesehen, wie eng die Pferde beieinanderliegen. Heute braucht man den perfekten Rennverlauf. Die 'Revanchen' zwei Wochen später haben gezeigt, dass man künftig vielleicht das Programm anpassen und im Abstand von drei Wochen laufen sollte. So könnten junge Pferde reifen und die Guten besser regenerieren. Mit drei Wochen Abstand hätten wir sicher mehr Starter in manchen Kategorien. Und Pferde, die länger auf höchstem Niveau bleiben."

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PRIX DE PARIS - Daniel Reden: "Francesco Zet wird die 4.150 Meter mögen"

Als Achter gehörte Francesco Zet zu den Unglücksraben im Amerique. Auch im 'France' war der Rennverlauf nicht auf der Seite des Schützlings von Daniel Reden, auch wenn es noch für Rang Drei reichte. Nun greift der Father Patrick-Sohn nach der nächsten Chance. Im Prix de Paris will das Quartier Versäumtes nachholen und sich eines der wichtigsten Rennen des Winters holen. Nur wenige Tage vor dem Termin sprach der Trainer mit dem ParisTurf.

Foto: SCOOPDYGA

 

Daniel Reden war am Montag in Grosbois selbst vor Ort, um Francesco Zet eine der letzten Trainingseinheiten zu geben. Im 'France' hinterließ er einen ausgezeichneten Eindruck, wie sein Trainer betont: "Er hat sich im Prix de France hervorragend verhalten. Er war lange eingesperrt und konnte sich erst spät aus dem Feld lösen, aber sein Endspurt war großartig. Mit etwas mehr Glück wäre er noch weiter vorne gelandet."

Nach dem 2.100-Meter-Sprint vor zwei Wochen wartet nun ein echtes Marathonrennen. "Die längere Distanz wird ihn keineswegs stören - im Gegenteil. Ich sehe ihn nicht unbedingt auf kurzen Speedstrecken am besten. Auf langen Distanzen fühlt er sich wohler. Er muss nicht schnell starten, pullt nicht, atmet gut und ist sehr zäh. Mit seiner enormen Grundschnelligkeit und Ausdauer wird er die 4.150 Meter des Prix de Paris' mögen."

Trotz einer leichten Grippe zeigte sich Daniel Reden am Vormittag gut gelaunt. "Ich arbeite ihn auf der Geraden von Boissy-Saint-Leger, die ich häufig nutze, wenn ich hier bin. Er trainiert nie schnell - nur eine kleine Ausdauereinheit."

Die 1.700 Meter lange, weiche Sandbahn verläuft entlang der Gemeinde Boissy-Saint-Leger im oberen Teil des Anwesens von Grosbois. Nach einem ausgedehnten Jogging im Wald absolvierte Francesco Zet einige ruhige Passagen, ohne Tempo zu machen. Nur kurz vor dem Fotografen ließ ihn Reden einen Moment etwas schneller werden - der Eindruck war ausgezeichnet.

Am Sonntag gilt es auf der ungewohnt langen Distanz Fehler zu vermeiden und spätestens nach einer Runde den richtigen Rücken zu finden, auch wenn Joumba de Guez im Vorjahr Start-Ziel gewann.

Beeindruckende Statistik über lange Distanzen

In Schweden sprechen die Zahlen von Francesco Zet für sich: Bei neun Starts über Distanzen zwischen 2.640 und 3.140 Metern stehen sieben Siege und zwei zweite Plätze zu Buche. "Im Aby World Grand Prix 2024 über 3.140 Meter musste er sich nur Horsy Dream geschlagen geben", erinnert Reden. "Die Strecke am Sonntag in Vincennes wird ihm besonders liegen. Er besitzt eine sehr gute Chance."

Weitere ausländische Anwärter mit Ambitionen

Auch in diesem Winter sind die Trainingsbahnen von Grosbois stark von internationalen Gästen belegt. Boxennachbar von Francesco Zet ist Working Class Hero, der ebenfalls im Prix de Paris startet. "Er hatte im Prix de Munich erneut Pech und kam mit vollen Reserven ins Ziel. Das ist gut für die Moral. Er ist sehr ruhig, und die lange Distanz wird ihn nicht stören", erklärt Ann Kristin Rasmussen, Leiterin der Pariser Niederlassung von Jörgen Westholm.

Auch Immortal Doc, der ein ernsthafter Anwärter auf den Sieg ist, steht im gleichen Bereich. Der Drittplatzierte aus dem Prix de Belgique, hinter Iroise de la Noe und Frank Gio, ist kein schneller Starter, dürfte diesmal aber genügend Zeit haben, um in den Kampf um den Sieg einzugreifen.

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Startpause für Josh Power - Ernault: "Das hat er sich verdient"

Nach seinem starken Auftritt im Prix d’Amerique 2026, der knapp hinter dem Sieger mit dem zweiten Platz belohnt wurde, musste Josh Power den Prix de France mit einer Disqualifikation beenden. Nun hat sein Umfeld endgültig entschieden, dass der Fuchs nach den intensiven Anstrengungen des Wintermeetings in eine verdiente Pause geht, bevor neue Ziele ins Auge gefasst werden.

Foto: Jean-Charles Briens

 

Somit wird Josh Power, wie sein Trainer Sebastien Ernault bereits vor dem zweiten Platz seines Champions im Amerique angekündigt hatte, am Sonntag nicht im Prix de Paris antreten.

Doch es gibt eine kleine Programmänderung: Der Sohn von Offshore Dream wird auch nicht am 08. März an die Cote d’Azur reisen, um am Grand Criterium de Vitesse auf der Rennbahn von Cagnes-sur-Mer teilzunehmen. Eine Option, die sein Umfeld zwischenzeitlich in Betracht gezogen hatte. "Josh Power geht es gut. Er hat keinerlei Probleme", erklärte Ernault gegenüber dem ParisTurf. "Aber im Prix de France hat er zuletzt gezeigt, dass er müde ist. Er hatte ein starkes Wintermeeting und war bereits im November topfit, als er den Prix de Bretagne gewann. Im Amerique ist er ein echtes Rennen gegangen. Deshalb ziehe ich es vor, ihm einige Wochen Pause zu gönnen und nicht in Cagnes zu starten. Das hat er sich verdient."

Sein Comeback dürfte der Vertreter des Ecurie BG Trot im Prix Kerjacques am 04. April in Vincennes geben. Da er in dieser Saison nicht im Deckeinsatz steht, könnte er den gesamten Frühling und Sommer über im Rennbetrieb bleiben.

Donnerstag 19 Februar 22:01 Uhr
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Luba Sonn

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PRIX DE PARIS - Sebastien Guarato: "Frank Gio kann gewinnen"

Nach Rang Vier im Prix d'Amerique, hat Frank Gio bewiesen, dass er auch mit den Besten mithalten kann. Er zählt damit auch am Sonntag im Prix de Paris zu den meistbeachteten Startern. Sein Trainer Sebastien Guarato, der das Marathonrennen bereits mit Bold Eagle und Roxane Griff gewinnen konnte,  gewährte dem ParisTurf einen Einblick in sein Trainingszentrum "Le Clopin" in Le Menil-Berard (Departement Orne).

Foto: Jean-Charles Briens

 

Frank Gio wurde nach dem Prix d'Amerique gezielt auf dieses nächste Highlight im Wintermeeting vorbereitet. Sein Trainer zieht für sein Quartier insgesamt eine solide Bilanz des Winters: 13 Siege und knapp eine Million Euro Gewinnsumme. "Wir haben etwas weniger Rennen gewonnen als in früheren Wintern, aber die Gewinnsumme stimmt - das ist entscheidend. Außerdem hatten wir viele gute Platzierungen", betont er und verweist unter anderem auf Frank Gio's zweite Plätze im Criterium Continental und im Prix de Belgique.

Trotz einiger Grippeerkrankungen im Stall und des Ausfalls von Krack Time Atout wegen eines Lungenproblems zeigt sich der Trainer nicht verbittert. "Mit Pferden wie Bold Eagle oder Face Time Bourbon wären wir enttäuscht, wenn sie Zweite werden. Mit einem Pferd wie Frank Gio, der nicht als haushoher Favorit startet, muss man die Dinge einordnen."

Blick nach vorn

Guarato hat inzwischen weniger ältere Pferde im Training, dafür eine genetisch stärkere Zuchtbasis. Viele gute Stuten wechseln früher ins Gestüt. Parallel bereitet er rund 30 Pferde für die Provinz vor und setzt große Hoffnungen in seine N- und M-Jahrgänge. Besonders überzeugt ist er weiterhin von Face Time Bourbon als Vererber: "Für mich ist er derzeit der beste Hengst." Entsprechend investierte er zuletzt gezielt in hochkarätige Mutterlinien.

"Frank Gio kann gewinnen"

Am Dienstag absolvierte Frank Gio vier Geraden mit Anstieg: 1:23, 1:22, 1:17 und 1:14. "Er war perfekt und hat danach nicht einmal geschnauft. Ich finde ihn aktuell sogar noch besser als vor dem Prix d’Amerique", erklärt Guarato. "Mit etwas mehr Rennglück hätte er dort ebenso gewinnen können wie im Criterium Continental."

Die 4.150 Meter bereiten dem Trainer keine Sorgen: "Er hat Ausdauer, pullt nicht und bleibt im Rennen ruhig. Vincennes ist für ihn ein Vorteil gegenüber schwedischen oder italienischen Bahnen." Da er im Amerique etwas an Huf abgelaufen hat, wird er diesmal nur vorne ohne Eisen antreten, was für Guarato aber kein Nachteil darstellt: "Ich hoffe, ihn wieder sehr stark finishen zu sehen. Frank Gio kann den Prix de Paris gewinnen."

Anschließend erhält der Face Time Bourbon-Sohn eine Pause, bevor im Frühjahr möglicherweise Rennen wie der Prix de l'Atlantique auf dem Programm stehen.

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Wintermeeting in Cagnes - Nicolas Ensch: "Eine positive Überraschung"

Auch in diesem Winter an der Cote d’Azur behauptet sich Nicolas Ensch als Zweiter in der Trainerwertung hinter Romain Derieux. Drei Wochen vor Ende des Meetings zieht er eine Bilanz und spricht mit dem ParisTurf auch über eines seiner Aushängeschilder - Hudo du Ruel startet am Freitag im Prix Pierre-Desire Allaire.

Foto: Agence Couleur Casaques

 

Mit 6 Siegen und 32 Platzierungen aus 94 Starts (rund 40% im Geld) liegt der Stall Ensch im Bereich seiner gewohnten Quote. "Es ist eher eine positive Überraschung", ergänzt er. "Ich habe deutlich weniger Pferde vorgestellt als im Vorjahr. Aktuell stehen nur noch 27 im Training. So wenige hatte ich lange nicht mehr."

Im Süden seien Trainer vor allem Dienstleister, der Zustrom externer Pferde habe abgenommen. Zudem wird die Morgenarbeit erschwert, wenn man auf einer Rennbahn trainiert, die drei Disziplinen anbietet (Trab, Galopp, Hindernis). Daraus resultieren teils frühe Trainingsschließungen der einzelnen Anlagen. "Mit festen Nachmittagszeiten könnte man vormittags ruhiger trainieren", meint Ensch.

"Cagnes ist nicht mehr automatisch Saisonziel"

Die Konkurrenz wächst stetig, da Trainer aus ganz Frankreich an die Cote d’Azur reisen. "Konkurrenz ist wichtig. Aber für uns aus dem Südosten ist Cagnes nicht mehr automatisch ein Hauptziel. Früher konnte man gezielt Pferde für das Meeting aufsparen. Heute müssen wir das ganze Jahr über starten."

Mit rund 260.000 Euro Gewinnsumme rangiert Ensch dennoch auf Platz Zwei der Statistik - hinter Derieux, dessen Präzision er ausdrücklich lobt: "Er arbeitet wie ein Uhrmacher. Alles ist minutiös geplant."

Hudo du Ruel und Lever du Joamax als Zugpferde

Zwei Pferde prägten den Winter von Nicolas Ensch: Hudo du Ruel und Lever du Joamax haben zusammen fast die Hälfte der Stallgewinne erzielt. Hudo du Ruel fühlt sich in Cagnes besonders wohl und startet am Freitag im Gruppe III-Rennen. "Er ist in guter Form. Ister Man war zuletzt stärker, aber mit einem günstigen Rennverlauf sollte mein Pferd wieder auf dem Podium landen."

Dagegen gilt Lever du Joamax als Zukunftshoffnung: "Wenn nichts dazwischenkommt, hat er eine große Karriere vor sich."

Nob Hill - "Mathieu ist der Kapitän"

Ein Auge hatte Ensch auch auf das Wintermeeting in Paris. Er ist Mitbesitzer von Nob Hill, der von Mathieu Mottier trainiert wird. "Wir wollten ihn bei der Auktion erwerben. Mathieu bot ebenfalls. Also haben wir uns zusammengeschlossen. Da er ihn besser einsetzen kann als ich, ging er in sein Training."

Nach der Galoppade im Criterium des Jeunes blieb Ensch gelassen: "Er hat enorme Klasse, ist aber noch heikel. Nach dem Fehler am Start war alles kompliziert. Gute Gu d’Heripre-Nachkommen sind mit drei Jahren selten. Ich denke, er wird mit dem Alter noch besser. Laut Mathieu startet er diesen Winter nicht mehr. Er ist der Kapitän des 'Bootes' und entscheidet."

Starter am Freitag

Lady du Vallon (104) - startet nach Sieg in Marseille, fehlerfrei mit Möglichkeiten.

Kiara des Monts (204) - nach Krankheit im Aufbau, barfuß mit Fragezeichen.

Hudo du Ruel (309) - letzter großer Wintereinsatz, Podiumschance.

Fakir Merite (312) - hart im Nehmen, Platzkandidat.

Leloup Vallee (409) - solide Form, aus zweiter Reihe mit Platzchancen.

Iru Fushi (515) - gutes Engagement, aber Trainingsleistungen zuletzt nicht optimal.

ZUM RENNTAG IN CAGNES  Beginn: 18.05h

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Freitag in Cagnes - Jonathan Cuoq: "Wir reisen mit berechtigten Ambitionen an"

Am Freitag steht in Cagnes-sur-Mer der Prix Pierre-Desire Allaire im sportlichen Mittelpunkt der Abendveranstaltung. Das Gruppe III-Rennen für 8-11jährige mit einer Gewinnsumme bis 620.000 Euro verspricht im Vorfeld ein Triell zwischen Ister Man, Hudo du Ruel und Igrec de Celland.

Foto: SCOOPDYGA

 

Ister Man konnte am 21. Januar auf Bahn und Distanz gegen Hudo du Ruel nach einem starken Vortrag von Theo Briand, der wieder an Bord ist, überlegen gegen Hudo du Ruel triumphieren. Die Kombination Ister Man / Theo Briand harmoniert derzeit perfekt. Schon zuvor gab es einen leichten Sieg in Marseille-Vivaux. Dementsprechend zeigt sich Trainer Jonathan Cuoq optimistisch: "Ister Man ist seit seinem letzten Sieg in sehr guter Verfassung geblieben. Er hat vergangene Woche in Feurs gearbeitet und war überragend. Es tut ihm gut, nicht mehr die Steigung von Vincennes vor sich zu haben, wo er zu Winterbeginn auf starke Felder traf. Die Gegner hier liegen ihm, und wir reisen mit berechtigten Ambitionen an."

Hudo du Ruel und Igrec de Celland als Hauptgegner

 

Unter den zwölf Herausforderern gelten Hudo du Ruel und Igrec de Celland als die gefährlichsten Rivalen. Hudo du Ruel aus dem Stall von Nicolas Ensch tritt in guter Verfassung an. Auch Trainer Christophe Jariel reist mit seinem Igrec de Celland mit klaren Zielen an. Der Sohn von Django Riff absolvierte am Samstag ein starkes Training am Strand. "Ich habe Vincennes diesen Winter bewusst gemieden und dieses Rennen früh ins Auge gefasst. Wenn er den passenden Rennverlauf bekommt, wäre ich enttäuscht, nicht unter den ersten Drei zu sein", so Jariel.

Weitere chancenreiche Teilnehmer sind Invictus Madiba mit David Bekaert, der günstig im Rennen steht, der Titelverteidiger Floreal, sowie der in Cagnes bewährte Cool Kronos.

Freitag 20 Februar 06:32 Uhr
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Digga

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Am Sonntag wird Frank Gio mein 1/2 Pferd sein. Suche noch nach einem 3/4/5-Pferd.

Werde vielleicht eine Privat-Tg eröffnen. 

Freitag 20 Februar 21:40 Uhr
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Luba Sonn

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Digga schreibt:

Am Sonntag wird Frank Gio mein 1/2 Pferd sein. Suche noch nach einem 3/4/5-Pferd.

Werde vielleicht eine Privat-Tg eröffnen. 

Schön eine offensive Annonce im Vorfeld zu lesen.

Frank Gio würde mich natürlich sehr freuen. Ich denke aber (leider 😉), dass Immortal Doc das Bankpferd für das Podium ist. Könnte natürlich auch Francesco Zet sein. Schwer genug für mich, dass ich zwei Schweden zuerst nennen muss  😂

Samstag 21 Februar 12:48 Uhr
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Digga

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Luba Sonn schreibt:
Digga schreibt:

Am Sonntag wird Frank Gio mein 1/2 Pferd sein. Suche noch nach einem 3/4/5-Pferd.

Werde vielleicht eine Privat-Tg eröffnen. 

Schön eine offensive Annonce im Vorfeld zu lesen.

Frank Gio würde mich natürlich sehr freuen. Ich denke aber (leider 😉), dass Immortal Doc das Bankpferd für das Podium ist. Könnte natürlich auch Francesco Zet sein. Schwer genug für mich, dass ich zwei Schweden zuerst nennen muss  😂

Und bei mir ist Immortal wahrscheinlich 3/4/5 😊

Samstag 21 Februar 14:17 Uhr
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Hans Christian Panny

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Digga schreibt:
Luba Sonn schreibt:
Digga schreibt:

Am Sonntag wird Frank Gio mein 1/2 Pferd sein. Suche noch nach einem 3/4/5-Pferd.

Werde vielleicht eine Privat-Tg eröffnen. 

Schön eine offensive Annonce im Vorfeld zu lesen.

Frank Gio würde mich natürlich sehr freuen. Ich denke aber (leider 😉), dass Immortal Doc das Bankpferd für das Podium ist. Könnte natürlich auch Francesco Zet sein. Schwer genug für mich, dass ich zwei Schweden zuerst nennen muss  😂

Und bei mir ist Immortal wahrscheinlich 3/4/5 😊

Immortal Doc ist Nichtstarter

Samstag 21 Februar 17:14 Uhr
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Luba Sonn

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PRIX DE PARIS - David Bekaert: "Es wäre eine schöne Belohnung für uns"

Harmony du Rabutin und David Bekaert galten im Prix d’Amerique als die großen Pechvögel. Am Sonntag ist das Gespann im Prix de Paris auf der Suche nach Wiedergutmachung. Im Interview mit dem ParisTurf blickt der Südfranzose Bekaert noch einmal zurück, spricht aber auch über seine Aussichten am Sonntag und seine aktuell persönlich gute Form.

Foto: SCOOPDYGA

 

ParisTurf: "David, blicken wir noch einmal auf den Albtraum zurück, den Sie im Prix d’Amerique mit Harmony du Rabutin erlebt haben. Wie haben Sie und Trainer Guillaume Huguet dieses bittere Szenario verarbeitet?"

David Bekaert: "Das war wie ein Schlag ins Gesicht...Es war die größte Enttäuschung meiner Karriere. Ich bin nicht wie Eric Raffin, ich habe nicht jedes Jahr die Gelegenheit, dieses Rennen zu bestreiten. Ich habe es schon gesagt: Es war wahrscheinlich die einmalige Chance. Paradoxerweise hatte ich nicht das Gefühl, fahrerisch einen Fehler gemacht zu haben. Ich habe einfach keine Lücke gefunden. Aber wenn man den Sieg im Prix d’Amerique schon in der Hand hat und es dann so läuft, ist das schwer zu verdauen. Schon die Teilnahme war eigentlich unerwartet - ihn zu gewinnen, das wäre unglaublich gewesen! Guillaume hat es besser verkraftet als ich. Er hat vor allem das Positive gesehen und war stolz darauf, sich nicht geirrt zu haben und recht behalten zu haben mit seiner Einschätzung, dass seine Stute ein großes Rennen laufen kann."

PT: "Ist es nach einer solchen Enttäuschung schwer, sich neu zu motivieren?"

DB: "Das ist unser Beruf. Man kann es sich nicht erlauben, lange zu hadern. Man muss nach vorne schauen und sich neu fokussieren. Wir sagen uns, dass die Stute in Topform war, dass wir alles richtig gemacht haben - und dass man nicht jedes Mal Pech haben wird."

PT: "Stand ein Start im Prix de France zur Diskussion oder fiel die Entscheidung schnell zugunsten des Prix de Paris' ?"

DB: "Guillaume hat schnell entschieden, nicht im Prix de France zu starten und alles auf das Rennen am Sonntag auszurichten. Wir wären aus der zweiten Reihe gestartet, das hätte wenig Sinn gemacht. Außerdem läuft Harmony am liebsten mit einem Abstand von einem bis anderthalb Monaten. Die Frage stellte sich also gar nicht wirklich."

PT: "Wie geht es der Stute aktuell?"

DB: "Ich war am Montag in Saint-Galmier, konnte sie aber wegen der anstehenden Heats nicht arbeiten sehen. Guillaume sagte mir, sie sei sehr locker. Allerdings sind derzeit einige Pferde im Stall krank. Bis jetzt ist sie verschont geblieben. Wir drücken die Daumen bis Sonntag."

PT: "Glauben Sie, dass sie sich an die zwei Runden auf der großen Bahn von Vincennes anpassen wird?"

DB: "Solange man es nicht ausprobiert hat, kann man es nicht genau wissen. Normalerweise pullt sie nicht stark, aber sie mag es, wenn ein Rennen mit Tempo geführt wird. Sollte es taktisch werden, wäre das nicht unbedingt ideal für uns. Sie hat über 3.500 Meter in Vichy gewonnen und danach gut durchgeatmet. Vorab gibt es keine Einwände, aber Gewissheit haben wir erst am Sonntag."

PT: "Sie fahren nicht oft in Vincennes. Ist das in großen Rennen ein Nachteil?"

DB: "Ja, vielleicht ein wenig. Aber ich habe dort trotzdem einige Rennen gewonnen. Auch wenn ich in den letzten Jahren seltener dort war, kenne ich die Bahn. Und mit einer Stute wie Harmony du Rabutin ist die Taktik einfacher: abwarten und am Ende angreifen. Während des Rennens gibt es weniger Entscheidungen zu treffen, außer die richtigen Pferde als Führpferde auszuwählen."

PT: "Seit dem Prix d’Amerique haben Sie mehrere Siege gefeiert - ein Viererpack, ein Dreifacherfolg, mehrere Doppelsiege. Das gibt doch Selbstvertrauen vor einem solchen Highlight?"

DB: "Ja, im Moment läuft es wirklich gut. Wir Fahrer sind stark von unserer mentalen Verfassung abhängig. Mit viel Selbstvertrauen in solche großen Rennen zu gehen, ist natürlich besser."

PT: "Was würde eine große Leistung im Prix de Paris für Ihr Gespann mit Guillaume Huguet bedeuten?"

DB: "Für mich wäre es fast etwas Unerreichbares...ein Gruppe I-Sieg. Vor allem für Guillaume wäre es großartig. Er hat die Karriere der Stute hervorragend gemanagt. Wir arbeiten seit über zehn Jahren zusammen. Wir sind sehr erfolgreich, auch wenn nicht immer alles glattläuft - das ist normal im Rennsport. Trotzdem steht er immer hinter mir und schenkt mir sein Vertrauen. Wir kennen uns inzwischen sehr gut und sprechen offen miteinander. Vielleicht ist das der Grund, warum unsere Zusammenarbeit so lange besteht. Es wäre eine schöne Belohnung für uns beide."

PT: "Mit welchen Ambitionen gehen Sie ins Rennen und wen fürchten Sie besonders?"

DB: "Wenn sie noch einmal so läuft wie im Prix d’Amerique und unter die ersten Fünf kommt, wären wir zufrieden. Je mehr vorne gekämpft wird, desto besser für uns. Bei diesem Starterfeld ist es allerdings schwer, den Rennverlauf vorherzusagen. Wer geht an die Spitze und macht das Tempo? Die Favoriten sind eher Pferde, die aus dem Feld heraus angreifen. Frank Gio scheint vor dem Rennen das Pferd zu sein, dass es zu schlagen gilt. Er ist ruhig im Rennen und dürfte die Distanz durchstehen. Vor einem Monat sind wir gemeinsam ins Ziel gekommen...also wer weiß?"

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Antonio Somma: "Frank Gio steht für Stolz und den Erfolg der Bivans-Vision“

Nur wenige Stunden vor dem Prix de Paris, in dem Frank Gio die Zucht und die Farben von Antonio Somma vertreten wird, spricht der Italiener über den Erfolg der Scuderia Bivans und über seine Hoffnungen sowie Herausforderungen für die Zukunft.

Foto: SCOOPDYGA

 

Antonio Somma ist Stammgast bei den großen internationalen Trabrennen - in Vincennes, Solvalla, Rom oder in seiner geliebten Heimatstadt Neapel. Bald kommt mit Saudi-Arabien ein weiteres, bislang im Trabrennsport unbekanntes Land hinzu. Bevor ihn diese neue Aufgabe im Nahen Osten erwartet, wird Antonio Somma an diesem Sonntag im "Temple du Trot" in Vincennes sein, um seinen Champion Frank Gio anzufeuern, der zu den Sieganwärtern im Prix de Paris zählt.

Nach drei Teilnahmen von Tony Gio ist es der vierte Anlauf für die Scuderia Bivans in diesem begehrten Gruppe I-Rennen. Der Varenne-Sohn wurde 2021 Achter, und musste sich 2019 und 2020 lediglich Belina Josselyn geschlagen geben. "Das sind unauslöschliche Erinnerungen", sagt Somma. "Auf diesem Niveau ist es keine Niederlage, wenn man von einer Stute wie Belina geschlagen wird. Es war vielmehr die Bestätigung, dass Tony Gio zur Elite unseres Sports gehörte."

Zu seiner großen Freude wird nun ein weiteres Eigengewächs seines Gestüts (Gio-Label) am Sonntag seine Farben vertreten. "Frank hat noch mehr Motor als Tony, der dafür ein riesiges Herz hatte. Er hat das Zeug dazu, um den Sieg mitzukämpfen." Sobald Somma über Frank Gio spricht, ist seine Begeisterung spürbar: "Er ist einzigartig. Er besitzt dieses Charisma, dass einen tief berührt. Er ist der natürliche Erbe seines Vaters Face Time Bourbon. Er verkörpert den Stolz, die Kontinuität und den Erfolg der Bivans-Vision. Er ist der Beweis, dass unsere Genetik ein neues Kapitel im weltweiten Trabrennsport schreibt."

Während sein Vater im gleichen Alter den Prix d’Amerique gewann, konnte Frank Gio dieses Kunststück am 25. Januar nicht wiederholen. "Er hätte genauso gut gewinnen können", sagte sein Trainer Sebastien Guarato kürzlich. Somma selbst bereut aber nichts: "Mit fünf Jahren wird er Vierter gegen die besten Pferde der Welt. Das ist eine außergewöhnliche Leistung. Es bestätigt, dass er den Motor der ganz Großen besitzt."

Sein Blick richtet sich bereits auf 2027: "Das ist das große Ziel. Der gesamte Weg von Frank Gio wird darauf ausgerichtet sein, die Farben von Bivans an die Weltspitze zurückzubringen. Bis dahin müssen wir ihn schonen. Man darf nicht vergessen, dass er eine sehr umfangreiche Decksaison vor sich hat. Mehr als 130 europäische Zuchtstuten warten auf ihn."

Der Prix d’Amerique ist für den 64jährigen Italiener untrennbar mit Face Time Bourbon verbunden. Die Geschichte wäre perfekt, wenn die familiäre Dynastie durch dessen Söhne fortgeführt würde. Ganz ähnlich wie bei Ready Cash, dem Vater von Face Time Bourbon und selbst Erzeuger von fünf Amerique-Siegern. "Dieser Traum treibt mich jeden Tag an. Mit Pferden wie Frank Gio oder Golden Gio ist es keine bloße Idee mehr, sondern ein konkretes Ziel, dass ich bald erreichen möchte."

Das Zuchtlabel Gio steht im Zentrum des Projekts, mit Face Time Bourbon als tragender Säule. "Als er seine Rennkarriere beendete, entstand eine Lücke. Doch ich habe diese Nostalgie in Ehrgeiz für seine Laufbahn als Vererber verwandelt. Mein Vertrauen in ihn war absolut."

Die Zahlen sprechen für sich: 2025 belegte er in Frankreich Rang Zwei der Hengste nach Gewinnsumme (über sechs Millionen Euro) und Siegen, hinter Ready Cash. Bei den Gruppe I-Siegern steht er mit vier Erfolgen sogar an der Spitze. Seine Nachkommen triumphieren in Frankreich, Schweden und Italien gleichermaßen. "Das zeigt, dass Face Time Bourbon Champions aus sehr unterschiedlichen Mutterlinien hervorbringt", erklärt Somma. "Ich habe derzeit neun seiner Söhne im Rennbetrieb und fünfzehn Jährlinge italienischer und französischer Herkunft. Das sind enorme Investitionen. Aber ich vertraue ihm, weil er der Leit-Hengst des modernen Trabrennsports ist."

Auch andere Spitzenhengste wie Vivid Wise As oder Ideal du Pommeau gehören zum Bestand von Somma. Ersterer bringe "eine außergewöhnliche Vererbungskraft mit amerikanischer Elite-Genetik", während die ersten Nachkommen von Ideal du Pommeau gerade eingebrochen werden - "mit hervorragenden Rückmeldungen."

Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Somma jedoch vor allem in der sorgfältigen Auswahl der Zuchtstuten. "Für mich zählt die Blutlinie der Stuten weit mehr als ihre eigenen Rennleistungen." Er verweist auf amerikanische Mutterlinien wie jene von Donato Hanover oder auf die Linie seiner Herzensstute Ilaria Jet, die den Durchbruch der Scuderia Bivans in Frankreich mitprägte. "Exzellenz ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis klarer Entscheidungen."

Vom ersten Pferd Classic Winner bis zu Frank Gio zieht sich derselbe rote Faden: "Der Siegeswille ist ungebrochen. Vielleicht sogar stärker als früher, weil ich weiß, wie schwer es ist, an der Weltspitze zu bleiben." Früher sei er ein 'Jäger' gewesen, heute fühle er sich eher als 'Hüter der Exzellenz'. "Ich bin weniger impulsiv. Mein Ziel ist es, das System und das Erbe, dass wir aufgebaut haben, zu bewahren. Die Herausforderung besteht darin, es dauerhaft zu sichern."

Seine Leidenschaft ist dabei eine Garantie für Beständigkeit. Und auch für Mut zu ungewöhnlichen Entscheidungen: etwa als er Face Time Bourbon im Gran Premio d’Europa, anstatt im Criterium der 4jährigen starten ließ. Oder als er Philippe Allaire ein spektakuläres 500.000-Euro-Duell zwischen Ginostrabliggi und Golden Gio vorschlug. "Ich wollte nicht provozieren. Pferdesport lebt von Duellen. Wenn man an sein Pferd glaubt, muss man die Besten herausfordern."

Saudi-Arabien: Ein historisches Projekt

Saudi-Arabien öffnet sich dem Trabrennsport. Im Rahmen des Projekts 'Saheel Kingdom of Arabian Horses' soll 2027 das höchstdotierte Trabrennen der Welt stattfinden. Antonio Somma, der als Besitzer 53 Gruppe I-Rennen gewinnen konnte und als Züchter 14 weitere Erfolge auf höchster Ebene feierte, übernimmt dort eine technische und strategische Schlüsselrolle. "Wir bringen europäisches Know-how in ein neues, ehrgeiziges Ökosystem. Ich arbeite derzeit an einem ambitionierten genetischen Programm, um passende Hengste, Stuten und Rennpferde zu finden. Für mich ist dieses Projekt eine historische Herausforderung und eine große Chance für den internationalen Trabrennsport."

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Kevin Leblanc: "Diese Ereignisse haben mich schneller reifen lassen."

Während des laufenden Wintermeetings wurde Kevin Leblanc, nach dem Tod seines Vaters Franck im Oktober, zum Trainer. Seither hat er den Betrieb rund um das Haras du Grand Buisson (Departement Mayenne), sowie eine Trainingsbasis in Grosbois neu strukturiert. Unterstützt wird er dabei von treuen Besitzern/Züchtern und seinem engen Umfeld. Am Sonntag startet er Ibiki de Houelle im Prix de Paris, gefahren von Alexis Collette, mit dem er eng zusammenarbeitet.

Foto: SCOOPDYGA

 

Nach den großen Erfolgen 2025, Ibiki de Houelle gewann den Prix des Ducs de Normandie, Katinka Aimef den Prix de Normandie, übernahm der 29jährige einen umfangreichen Bestand mit zwei Trainingsstandorten. Trotz einer Virusinfektion im Stall meisterte er die schwierige Phase, leitete notwendige Umstrukturierungen ein, scharte Mitarbeiter und Besitzer um sich und absolvierte sein erstes Wintermeeting als Cheftrainer mit respektablen Ergebnissen. Auch wenn ein echtes Zugpferd fehlte.

Der Stall in der Mayenne war von Rhinopneumonie betroffen, weshalb der Saisonabschluss eher verhalten ausfiel. "Wir sind mit Verzögerung ins Wintermeeting gestartet. Der Bestand nahm erst am 04. Oktober wieder am Rennbetrieb teil. Ende November zog sich Katinka Aimef zudem einen Steißbeinbruch zu. Unsere größte Hoffnung für den Cornulier war damit schnell außer Gefecht. Einige Pferde haben ihr volles Leistungsvermögen noch nicht wieder erreicht. Insgesamt war der Winter nach schwierigen ersten Wochen aber in Ordnung", erklärt Leblanc.

Seit mehreren Monaten führt er bereits die Geschäfte des Familienbetriebs. "Meine Frau Oceane Briand hat mich enorm unterstützt, ebenso ihr Vater Yannick. Auch meine Freunde und unsere Besitzer, die mir weiterhin vertrauen und reinvestieren." Zum Team gehören unter anderem Miguel Barcelo Bisquerra, der die rund zwanzig Pferde in Grosbois betreut (früher waren es vierzig), sowie Pascal Tijou und Loic Guinoiseau. "Wir haben alle startbereiten Pferde am Standort Grand Buisson in Ruille-Froid-Fonds zusammengeführt. Das erleichtert Austausch, Nähe und gegenseitige Unterstützung."

Die noch ausstehende formale Nachfolge seines Vaters sei "im Alltag etwas belastend. Wenn alles geklärt ist, kann ich weiter nach vorne planen. Diese Ereignisse haben mich schneller reifen lassen." Sportlich ging es zuletzt wieder aufwärts: Doppelsiege in Cagnes sowie der Erfolg von Jongleuse de Lune im Prix de Brest (GR III) im Januar. "Sie war die positive Überraschung des Winters. Sie ist vom Rennverlauf abhängig, aber Alexis Collette versteht sich bestens mit ihr. Leider habe ich derzeit wieder ein paar kranke Pferde. Wir arbeiten Tag für Tag, ohne Luftschlösser zu bauen."

Zwei Platzchancen neben Ibiki de Houelle

Die 5jährige Ludivine startet am Sonntag in Vincennes im Prix de la Mayenne (GR III). "Sie trifft auf Hengste und internationale Konkurrenz, also starke Gegner. Aber es gibt für sie kein passenderes Rennen. Ihr Winter war gut, auch wenn ich mir mit etwas mehr Glück einen Sieg erhofft hatte."

Niko de Timboeuf, Sieger seines Vorbereitungsrennens, läuft im Prix d’Aigueperse. "Der leichtere Beschlag hat zuletzt keinen großen Unterschied gemacht. Er gehört nicht zur absoluten Spitze, wird aber erneut versuchen, aufs Podium zu kommen."

Ibiki de Houelle, seit dem Prix de Cornulier nicht mehr am Start, tritt im Prix de Paris mit Alexis Collette an. "Es ist eine Freude mit Alexis zu arbeiten. Im Rennen, wie morgens im Training in Grosbois. Wir haben Vertrauen und gute Nachbesprechungen. Er hört zu. Er ist meine erste Wahl als Fahrer und Reiter." Die Startentscheidung fiel nach einer Trainingseinheit am Mittwoch auf dem Land. "Ibiki wird künftig nicht mehr unter dem Sattel laufen. Die Arbeit war gut. Wir peilen einen vierten oder fünften Platz an. Zwar gäbe es am folgenden Samstag mit dem Prix du Plateau de Gravelle ein passenderes Rennen, aber es wäre nicht einfacher gewesen. Seit einem Jahr habe ich ihn nicht ganz so, wie ich es mir wünsche, trotz seines Sieges im 'Ducs de Normandie'. Bald beginnt er seine Deckkarriere. Ziel ist es, im Mai in Caen seinen Titel zu verteidigen. Ein Auslandsstart ist nach dem Missgeschick im vergangenen Frühjahr (Tierarzt verordnete Boarding-Verbot) derzeit kein Thema."

Erfolgreiche Reisen nach Cagnes

Zwei Ausflüge innerhalb von fünfzehn Tagen (31. Jan/10. Feb) zur Rennbahn nach Cagnes brachten vier Siege. "Für meine älteren Pferde gab es in Paris wegen vieler europäischer Rennen nicht immer passende Engagements. Ich bin nach Cagnes gefahren, wenn es sich mit einem großen Transport gelohnt hat. Alles lief reibungslos. Wir konnten am Vortag bei meinem Schwiegervater, im Stall von Yannick-Alain Briand, 150 Kilometer entfernt, unterkommen. Die Pferde waren in Bestform. Es waren nur zwei Hin- und Rückfahrten."

Auktion als notwendiger Schritt

Bei der Auktion am 21. Januar standen 75 Lots, Trainingspferde und Zuchtstuten, zum Verkauf. "Wir haben querbeet verkauft. Es war wichtig, eine Auswahl zu treffen. Im N-Jahrgang hatte ich eine klare Vorstellung, bei den 'O-s' weniger - davon hatten wir rund fünfzig. Ich bereue den Verkauf nicht. Ideal wäre es, künftig pro Jahrgang etwa zwanzig startbereite junge Pferde zu haben", beschließt Kevin das Interview.

Samstag 21 Februar 19:43 Uhr
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Luba Sonn

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Luba Sonn schreibt:

Saudi-Arabien: Ein historisches Projekt

Saudi-Arabien öffnet sich dem Trabrennsport. Im Rahmen des Projekts 'Saheel Kingdom of Arabian Horses' soll 2027 das höchstdotierte Trabrennen der Welt stattfinden. Antonio Somma, der als Besitzer 53 Gruppe I-Rennen gewinnen konnte und als Züchter 14 weitere Erfolge auf höchster Ebene feierte, übernimmt dort eine technische und strategische Schlüsselrolle. "Wir bringen europäisches Know-how in ein neues, ehrgeiziges Ökosystem. Ich arbeite derzeit an einem ambitionierten genetischen Programm, um passende Hengste, Stuten und Rennpferde zu finden. Für mich ist dieses Projekt eine historische Herausforderung und eine große Chance für den internationalen Trabrennsport."

 

Das sich eine Delegation aus Saudi-Arabien schon am Amerique-Wochenende in Vincennes befunden hat, hatte User Lou damals schon geschrieben. Das war an einem "vollen" Wochenende für mich erst einmal nur eine schlechte Randnotiz. Es wurde auch erwähnt, dass eine 1.400m-Bahn geplant ist.

Wie weit die Pläne sind, hat jetzt Antonio Somma im Gespräch mit dem ParisTurf verraten.

Finde ich persönlich "schockierend"...

Ja, klar...geht um Kohle, aber nur den Franzosen, wenn sie da mitmachen. In der derzeitigen Situation machen sie das natürlich.

Für mich ist das aber der Anfang von etwas sehr Schlechtem.
 
Als Katar vor gut 20 Jahren den Plan hatte, den 'Arc' von damals 1,6 Mio in ein paar Jahren auf 5 Mio hochzuschrauben, habe ich schon gesagt, dass ich froh bin, dass die Scheichs nicht im Trabrennsport sind. Dotationen, die der Sport durch Wetten generiert und keine "Mond-Preise" auf den Auktionen haben mir immer besser gefallen.
 
Jetzt könnte es der Anfang von einem noch schlimmerem Szenario sein...aber wenn der Amerique 2030 in Riad stattfindet, bleibe ich zu Hause. Der Fußball macht es ja leider vor. Der spanische Super-Cup wurde ja auch in Saudi-Arabien ausgetragen...
 
Für europäische Investoren könnte die Geschichte aber interessant sein. Wer jetzt vernünftige Mutterstuten kauft und Zugang zu guten Deckhengsten bekommt, könnte auf Auktionen in zwei, drei Jahren Preise weit über dem Normalen erzielen. Zumindest stelle ich mir das mit meiner manchmal leicht naiven Art so vor... 😉 Mir wäre aber lieber, dass ich nicht recht behalte
Samstag 21 Februar 20:34 Uhr
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Labido

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Vielleicht wirklich naiv.Ich glaube eher,daß sich die Großen des Trabrennsports sich die Klinke in die Hand geben werden und unter sich aufteilen.

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