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Frankreich-News
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Samstag 03 Januar 19:46 Uhr
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Markus H

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Aber doch nicht nach 4 Starts und davon 3 Ü gewonnen...??? Wenn ich es nicht sorgfältig gelesen hätte, hätte ich nichts geschrieben. 

Sonntag 04 Januar 01:57 Uhr
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Luba Sonn

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Sonntag in Vincennes: Nicolas Bridault: "Erwarten Bestätigung von Novive du Choquel"

Am Sonntag bringt Trainer Nicolas Bridault in Vincennes Nocive du Choquel (Prix Gelinotte) und Magnum du Choquel (Prix Charles Tiercelin) an den Start. Zwei Pferde aus der familieneigenen Zucht, die sein Können und seinen Erfolg in der Arbeit mit jungen Pferden eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Foto: SCOOPDYGA

 

Ohne großes Aufsehen beweist Nicolas Bridault Saison für Saison seine Qualitäten als Trainer, insbesondere mit jungen Pferden. Nach den beiden Siegen von Fantaisie im Prix du Calvados (2022/2023) bescherte ihm Nocive du Choquel mit einem überzeugenden Erfolg im Prix Une de Mai am 14. Dezember bereits den dritten Gruppe II-Sieg. "Sie war sehr gut, indem sie im Anstieg die Initiative ergriffen und das Tempo bis ins Ziel gehalten hat", erklärt der Trainer mit über 400 Siegen. "Die 2.700 Meter kamen ihr entgegen."

Die Tochter von Face Time Bourbon und Emone Cruz zählt somit zu den aussichtsreichsten Teilnehmerinnen im Prix Gelinotte (GR II), der am Sonntag über 2.175 Meter ausgetragen wird. "Sie hat bereits gezeigt, dass sie auch über kürzere Distanzen leistungsstark ist", ergänzt Nicolas Bridault. "Die Distanz bereitet mir daher keine besonderen Sorgen. Logischerweise erwarten wir, dass sie ihre Leistung bestätigt und unter den ersten Drei oder Vier landet."

Am späten Nachmittag tritt Magnum du Choquel im Prix Charles Tiercelin (GR II) an, mit dem Ziel, seine Disqualifikation im Prix Ready Cash (GR I) vergessen zu machen. "Er hat nicht richtig verstanden, als er auf dem Weg in die Senke zurückgenommen wurde, und ist dann leicht aus dem Takt geraten", erklärt sein Trainer. "Sein dritter Platz im Prix Pierre Plazen am 16. November war hingegen sehr stark. Er folgt jedem Tempo und kommt mit jeder Distanz zurecht. Ein Platzgeld würde uns zufriedenstellen." Wie seine jüngere Stallgefährtin wird auch der Drittplatzierte des Criterium der 3jährigen 2025 an diesem Wochenende mit Eisen antreten, bevor er bei den nächsten Aufgaben barfuß laufen soll.

Nicolas Bridault glänzt mit seinen jungen Pferden, von denen er jedes Jahr rund zwanzig testet. "Dort beginnt alles. 2025 haben wir 17 oder 18 Pferde qualifiziert. Während wir auf die später reifenden warten, bleiben diejenigen im Training, die sofort laufen können. Wenn sie sich früh glänzen können, ist das sehr interessant. Es wäre gelogen zu sagen, dass es kein Traum wäre, eines Tages das Criterium des Jeunes (GR I) zu gewinnen", sagt er lachend.

Nocive du Choquel und Magnum du Choquel stehen exemplarisch für die familieneigene Zucht, die von seinem Vater Bruno gegründet wurde und sich auf dem Trainingszentrum in Beaulieu mit sechs bis sieben Zuchtstuten befindet. Der 43jährige Profi arbeitet zudem eng mit seinem Bruder Christophe zusammen, einem auf dem Verkaufsmarkt aktiven Aenten, der ebenfalls in die Zucht eingebunden ist. "Jeder hat seine Rolle, und das funktioniert sehr gut. Mit Christophe besprechen wir die Käufe, unter anderem anhand von Videos."

So kamen Nobel Venesi (für den Rest des Winters wegen eines kleinen Haarrisses pausierend) und Necklace, "der noch Rennen braucht, bevor er eine Klasse höher gehen kann", nach ihrem Auftritt im Auktionsring in seinen Stall. Beides 2023 geborene Pferde, die zu seinen Hoffnungen zählen – ebenso wie "Nino du Choquel, ein Sohn von Italiano Vero, der sein Debüt am 23. November in Cherbourg mit einem guten zweiten Platz gab. Das wird ein guter 3jähriger."

2025 - die beste Saison

Obwohl sein Aushängeschild bei den älteren Pferden, In Love du Choquel, dessen Rückkehr für den kommenden Sommer erhofft wird, einen Großteil des Jahres fehlte und nur dreimal an den Start kam, blickt Nicolas Bridault auf eine äußerst erfolgreiche Saison 2025 zurück: 33 Siege, ebenso viele Podestplätze und 992.780 Euro Gewinnsumme - ein neuer Rekord. "Ich habe schlichtweg einen qualitativ besseren Bestand, mit mehr Pferden für die Pariser Bahnen als für die Provinz", erklärt er. "Das macht den Unterschied." Der Renntag am Sonntag könnte den Startschuss für eine positive Dynamik im Jahr 2026 geben.

Sonntag 04 Januar 14:50 Uhr
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Luba Sonn

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Mathieu Mottier: "London hat das richtig geliebt"

Im vergangenen Winter krönte sich London noch zur Gruppe.I-Siegerin im Sulky. Am Samstag hat die Stute aus dem Stall von Mathieu Mottier offenbar eine neues und passendes Aufgabengebiet gefunden, nachdem es im Attele immer seltener gut lief. Sie gewann beim ersten Start unter dem Sattel den Prix Leon Tacquet. Und das in einer Manier, die Lust auf mehr macht. Eine Frage drängte sich dann natürlich sofort auf: Wird London im Prix de Cornulier starten? Das wurde vom Trainer aber sofort verneint. Die 5jährige soll im Prix des Centaures starten.

Foto: SCOOPDYGA

 

Zehn Monate lagen zwischen dem Triumph von London im Prix de Selection (GR I) und dem Erfolg am Samstag. Dazwischen gab es nichts zu feiern. Allerdings könnte es nach dem aktuellen Erfolg schon bald wieder "klingeln". Nach einem guten Start an zweiter Position übernahm London eine Runde vor dem Ziel das Kommando, führte das Feld immer sicher an und legte aus dem Schlussbogen spielerisch zu. Am Ende stand ein leichter Sieg, der in 13,0/2.700 Meter zu Stande kam. "Dabei ist sie im Training gar nicht so oft geritten worden", sagte Mathieu Mottier im Siegerinterview mit einem Lächeln auf den Lippen. "Der Gedanke, sie unter dem Sattel zu bringen, ging mir zwar schon eine Weile durch den Kopf, aber ich habe bewusst gewartet, was sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat. Da sie zuletzt im Sulky weniger leistungsstark war, lag es nahe, es in diesem Rennen zu versuchen. Heute war sie perfekt: Sie hat das richtig geliebt!"

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Ihre Mutter Tilda brachte mit Joyeuse bereits eine Stute, die sich im Monte mit zwei Ehrenplätzen auf höchstem Niveau ausgezeichnet hat. "Wir sind nicht sehr schnell gestartet" ergänzte Mottier. "Dann sind wir die Runde auf der großen Bahn von vorne angegangen und haben den Rhythmus vor allem am Anstieg richtig angezogen. Ich habe mich ganz auf meine Stute konzentriert und darauf geachtet, dass sie gut im Gleichgewicht bleibt. Wir waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr."

Auf die Frage nach dem 'Cornulier' erklärte der Ausbilder seine Entscheidung, nicht in das größte Trabreiten zu gehen. "Wir gehen bewusst einen anderen Weg. Sie folgt dem Programm für die besten 5jährigen und wird weiterhin vorne beschlagen laufen. Eine Konfiguration, die ihr sehr liegt. Die Karte des Barfußlaufens hebe ich mir für ihr großes Ziel zum Ende des Meetings auf - dem Prix des Centaures (28. Feb)."

Die Sechsjährigen im Zeitplan

Der vierfache Etrier d’Or (Monte-Champion) wird dennoch im mit Spannung erwarteten Höhepunkt dieser Disziplin am 18. Januar ein starkes Eisen im Feuer haben. Aus seinem eigenen Stall wird er mit Je M’Envole am Start sein. Je M’Envole wird dabei unter anderem auf die beiden Platzierten hinter London treffen. Adrien Lamy, Reiter von Kapaula de l’Epine, zeigte sich mit Rang Zwei zufrieden: "Nach der Enttäuschung im Prix Bilibili hat sie uns vollauf beruhigt. Das Gefühl war sehr gut." Ähnlich klang es auch bei Trainer Jeremy Van Eeckhaute: "Ich wollte, dass sie etwas Gutes zeigt, um Richtung 'Cornulier' zu gehen, und bin mit ihrer Leistung sehr zufrieden. Ursprünglich wollte ich sie beschlagen lassen, habe sie aber aus Sorge um den Zustand der Bahn schließlich barfuß laufen lassen. Meine Stute kam gut ab und hatte keinen anstrengenden Rennverlauf. Wenn man sie etwas weiter hinten reitet, kann man im Cornulier auf einen Platz unter den ersten Fünf hoffen. Das wäre großartig. Adrien wird sie reiten."

Die frischgebackene Siegerin des Prix Bilibili, Keengame, konnte keinen vierten Sieg in Folge feiern, doch Anthony Barrier zeigte sich mit dem Auftritt der Schwester von Cleangame keineswegs unzufrieden: "Mein Ziel heute war es, ihr beizubringen, gemeinsam mit den anderen einzudrehen, denn sie ist nicht schnell genug, um im Cornulier das Risiko eines Starts ganz außen einzugehen. In dieser Hinsicht hat mich ihr Verhalten überzeugt. Das Rennen war recht früh entschieden, da zu Beginn kein hohes Tempo gegangen wurde. Ich hoffte, Kapaula de l’Epine am Ende noch abzufangen - das hat nicht geklappt. Aber meine Stute war für dieses Rennen auch nicht auf den Punkt vorbereitet. Da sie empfindliche Hufe hat, kam ihr zudem die an der Oberfläche wieder gefrierende Bahn nicht entgegen. Wir liegen voll im Zeitplan für den großen Tag. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie bis dahin nicht krank wird, denn derzeit geht ein Virus in ganz Frankreich um."

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Theo Duvaldestin: "Nuevo Cash hätte noch deutlicher gewinnen können"

Nach zwei zweiten Plätzen hinter Nob Hill bei seinen letzten Auftritten, feierte Nuevo Cash am Samstag im Prix Maurice de Gheest seinen ersten Sieg auf halbkklassischem Niveau. Der zuvor ungeschlagene Nob Hill, der als großer Favorit angetreten ist, machte auf dem Weg in die Senke einen Fehler, der zum Aus führte.

Foto: SCOOPDYGA

In der noch fragilen Hierarchie der 3jährigen, machte Nuevo Cash einen großen Schritt, auch wenn er vom Fehler des Gemeinten profitierte. Ein guter Zeitpunkt, denn in sechs Wochen steht das Criterium des Jeunes auf dem Programm. Fahrer Theo Duvaldestin hatte kürzlich noch bedauert zweimal auf so einen 'unschlagbaren' Gegner wie Nob Hill getroffen zu sein, denn mit den Leistungen seines Partners war er bis dahin vollauf zufrieden. Und am Samstag gab es die Belohnung für die Konstanz, die der Ready Cash-Sohn bis dahin zeigte. 

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"Heute hat der Favorit einen Fehler gemacht. Es gab somit eine Lücke, und mein Pferd hat gut gewonnen. Er hatte sicher einen guten Rennverlauf, aber er hat wirklich gut gewonnen", betonte Theo Duvaldestin. "Am Ende war er noch voll da. Ich habe den Beginn des Rennens ruhig gestaltet, danach ist er sehr gut gegangen. Die Bahn war etwas schwer, aber in der Mitte des Anstiegs wusste ich, dass wir gewinnen würden. Ich hätte sogar noch deutlicher gewinnen können. Er läuft mit Aluminiumbeschlägen, das hat ihm auf diesem Boden sehr geholfen. Er hat einen sehr guten Motor." Das macht Hoffnung für den 15. Februar: Bereits 2021 gewann In The Money, ebenfalls aus dem Stall Duvaldestin, den Prix Maurice de Gheest, bevor er im darauffolgenden Monat den ersten Gruppe I-Sieg für 3jährige holte.

Benjamin Rochard: "Das ist eine sehr gute Leistung"

Nelson Emge belegte den zweiten Platz, und ein zufriedener Benjamin Rochard äußerte sich zur Leistung des Hohneck-Sohnes: "Wir sehen wieder den guten Nelson Emge wie zu Beginn, denn er hatte in zwei oder drei Rennen doch enttäuscht. Er war krank und daher entschuldigt. Heute war er sehr überzeugend. Ich hatte mein Pferd die ganze Zeit gut in der Hand und bin ein recht zügiges Tempo gegangen. Er ist dabei nicht eingebrochen. Das ist eine sehr gute Leistung."

Never Forget sorgte als Dritter zu einer Quote von 35:1 für eine kleine Überraschung bei den Wettern. Nicht jedoch bei seinem Fahrer Esteban De Jesus: "Schon beim letzten Mal waren wir Dritte im Prix Emmanuel Margouty, nachdem wir im letzten Bogen etwas eingesperrt waren, kamen stark auf und in die Nähe des Pferdes von Thierry Duvaldestin. Never Forget ist in Topform."

Zum Abschluss fehlt noch eine Erklärung von Mathieu Mottier zum Fehler von Nob Hill: "Er war vermutlich nicht optimal eingestellt. Er war ungewohnt brav."

Sonntag 04 Januar 22:33 Uhr
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Luba Sonn

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Besorgte Aktive - Offener Brief des SEDJ

Am Freitag hat das Syndikat der Trainer, Fahrer und Jockeys im französischen Trabrennsport (SEDJ) einen offenen Brief an die Verantwortlichen der Rennbranche geschickt.

Foto: SCOOPDYGA

 

Es ist eine ganze Woche des Protests. Zwei Tage nach den Akteuren des Hindernissports, melden nun auch die Traberprofis ihre Besorgnis an. Am Freitag richtete das Syndikat der Trainer, Fahrer und Jockeys (SEDJ) einen offenen Brief an die Führung der Rennsportbranche. Darin werfen sie der SETF einen "Mangel an mittel- und langfristiger Vision" vor. Zudem kritisieren sie die Einführung einer Anmeldegebühr von 50 Euro ab dem zweiten Qualifikationsversuch eines Trabers, was insbesondere kleine Trainer belasten wird. Außerdem erinnern sie an die für sie große Bedeutung des Hippodroms von Enghien und warnen vor den Gefahren eines "Nur-Vincennes"-Modells. Am Ende des offenen Briefes heißt es: "Es liegt an Ihnen, das Scheitern der aktuellen Ausrichtungen objektiv anzuerkennen und alle notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen, um endlich die Voraussetzungen für ein effizientes und nachhaltiges Funktionieren der PMU zu schaffen - jeder in seinem Verantwortungsbereich."

Offener Brief an die Verantwortlichen der Pferderennbranche

Dieser Brief stammt von einem Kollektiv aus Trabertrainern, die als gewählte Mitglieder im Komitee der SETF oder im Vorstand des SEDJ tätig sind. Er bringt eine gemeinsame Haltung zum Ausdruck, die auf geteilten Beobachtungen und tiefen Sorgen um die Zukunft unserer Branche beruht.

Die jüngsten budgetären Entscheidungen der SETF erzwingen eine neue Sparrunde. Wenn diese darauf abzielen, die Funktionsweise unserer Institution zu optimieren, sind wir bereit, Anstrengungen und Opfer zu akzeptieren. Wenn diese Maßnahmen jedoch eine mittel- und langfristige Perspektive vermissen lassen und die Zukunft direkt gefährden, können wir nicht schweigen. Wir erheben heute unsere Stimme. Und werden dies auch weiterhin tun, sollte der schrittweise Abbau unserer Institution fortgesetzt werden.

Die Einführung einer Anmeldegebühr von 50 Euro ab dem zweiten Qualifikationsversuch eines Trabers ist in dieser Hinsicht besonders bezeichnend. Sie benachteiligt direkt schwierigere Pferde, häufig aus weniger renommierten Abstammungen, ebenso wie kleine Trainer, deren Strukturen nur über begrenzte Mittel verfügen: Trainingsbahnen mit bescheidenen Abmessungen, kein spezialisiertes Personal, sowie erhebliche materielle und personelle Einschränkungen. Diese Aktiven stellen ihre Pferde oft nicht aus Bequemlichkeit mehrfach vor, sondern weil sie das zukünftige Rennpferd geduldig formen und vorbereiten - unter Berücksichtigung seines Tempos und seiner Entwicklung.

Diese Ausbildungsarbeit ist unverzichtbar für das Heranwachsen älterer Pferde, für schöne sportliche Geschichten und für die Starter von morgen. Sie finanziell zu bestrafen bedeutet, die schwächsten Strukturen zu gefährden, die zweiten Chancen für junge Pferde zu verringern, die von ihren ersten Trainern nicht behalten wurden, die Zahl der Starter zu senken und letztlich die Umsätze zu schmälern. Auch die Erhöhung der Startgelder wirkt sich in diesem Sinne ungünstig aus.

Vor allem aber stellt die Infragestellung der Zukunft des Hippodroms von Enghien für uns das deutlichste Beispiel einer rein buchhalterischen Entscheidung dar, die von der Realität der Karrieren unserer Pferde abgekoppelt ist. Ein reines 'Vincennes-Modell' würde zwar kurzfristig einige Einsparungen bei den Unterhaltskosten und einen marginalen Anstieg des PMU-Umsatzes ermöglichen. Auf dem Papier mag dies legitim erscheinen. In der Realität wäre es aber ein schwerer Fehler.

Vincennes ist eine zu anspruchsvolle Bahn, um alleiniger Austragungsort der Pariser Rennen zu werden. Eine solche Ausrichtung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Zahl der Starter, insbesondere im Sommer, und würde zu Einnahmeverlusten aus Wetten führen, die weit über die erhofften Einsparungen hinausgingen. Wie bereits im Hindernissport würde der Verlust von Enghien bedeuten, eine ganze Kategorie Pariser Pferde zu opfern. Pferde, die durch selektive Bahnen weniger begünstigt und stärker auf Geschwindigkeit ausgelegt sind. Auch hier wäre die Rechnung für die Branche eindeutig negativ.

Wir bitten Sie, unsere Botschaft nicht misszuverstehen, indem Sie sie auf eine sterile Polemik reduzieren. Es handelt sich vielmehr um einen verantwortungsvollen Appell, der auf praktischer Erfahrung beruht. Alles, was unser Produkt verschlechtert, sei es sein Image, die Reglementierung oder strukturelle Entscheidungen, wird nicht akzeptiert. Kurzfristige Einsparungen würden mittel- und langfristig einen sehr hohen Preis haben.

Da es undenkbar ist, unsere Betriebe durch eine Senkung der Dotationen zu schwächen, müssen Sie entsprechend handeln. Verwaltungsräte der PMU, Präsidenten unserer Muttergesellschaften, Vertreter des Staates, Präsident und Generaldirektor der PMU: Es liegt an Ihnen, das Scheitern der aktuellen Ausrichtungen objektiv anzuerkennen und alle Konsequenzen daraus zu ziehen, um endlich die Voraussetzungen für ein effizientes und nachhaltiges Funktionieren der PMU zu schaffen. Jeder in seinem Verantwortungsbereich.

Sie können auf unsere Fähigkeit zählen, uns erneut solidarisch zu mobilisieren, sowohl um zur Korrektur des Kurses der PMU beizutragen, als auch um uns entschieden gegen Entscheidungen zu stellen, deren Preis wir einmal mehr mittelfristig zahlen müssten.

Der Vorstand des SEDJ

O. Bizoux / G. Curens / R. Mourice /  B. Muel /  S. Hardy / L.-M. David / P. Vercruysse /

J.-P. H. Mary / S. Provoost / Th. Lamare / M. Busset / Aurelien David

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PRIX D'AMERIQUE 2026 - Francesco Zet am Start

In seinem Podcast 'ZetPodden' hat Daniel Reden es jetzt offiziell bestätigt: Francesco Zet wird am 25. Januar im Prix d’Amerique an den Start gehen. Somit hat der schwedische Erfolgstrainer zwei Pferde am Ablauf. Epic Kronos, der sich als Sieger des Prix Tenor de Baune qualifizierte, und Francesco Zet, der über die Gewinnsumme teilnehmen darf.

Foto: Adam Ström

 

Zudem äußerte sich Daniel Reden im Podcast zur aktuellen Form von Francesco Zet: "Er ist in hervorragender Verfassung und wir zielen klar auf den Prix d’Amerique ab. Er ist deutlich ruhiger geworden, und ich sehe keine Probleme mehr beim Bänderstart. Er wird am Prix d’Amerique teilnehmen und auch zwei Wochen später auch am Prix de France. In diesem Rennen ist ihm ein Startplatz in der ersten Reihe hinter dem Auto sicher."

Dank seiner Gewinnsumme ist der Sohn von Father Patrick, der in Skandinavien elf Gruppe I-Rennen gewonnen hat, startberechtigt. Im vergangenen Sommer feierte er vier Siege in Folge, darunter im Sundsvall Open Trot, bevor er zu Beginn des Winters zweimal geschlagen wurde. Kürzlich meldete er sich mit einem Sieg im Gert Lindbergs Lopp über 2.140 Meter auf der Bahn von Solvalla eindrucksvoll zurück.

Francesco Zet ist bereits in Vincennes angetreten. Im Finale des UET Elite Circuit 2024 belegte er den neunten Platz.

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Bruno Marie: "Die Besitzer wollen Rendite - und zwar schnell"

Zum dritten Mal in Folge hat Bruno Marie für das Wintermeeting in Cagnes-sur-Mer seine Zelte an der Cote d’Azur aufgeschlagen. Der leidenschaftliche Trainer und anerkannte Ausbilder zieht seine Bilanz des vergangenen Jahres und schildert zugleich seine Sicht auf die aktuelle Lage.

Foto: Agence Couleur Casaques

 

Der Trainer aus der Normandie, der seit Beginn seiner Karriere als Trainer mehr als 1.900 Rennen gewonnen hat, schätzt die Arbeitsbedingungen auf der Rennbahn von Cagnes-sur-Mer sehr. Anlass genug, um für den ParisTurf auf sein Jahr 2025 zurückzublicken, dass mit 54 Siegen und einer Gewinnsumme von 1.009.510 abgeschlossen wurde. "Das Jahr 2025 ist ganz normal verlaufen. Wir haben zwar etwas weniger Gewinnsumme geholt, aber entscheidend ist das betriebswirtschaftliche Ergebnis. Ich brauche heute weniger Umsatz als früher. Ich habe insgesamt weniger Geld eingenommen, aber persönlich deutlich mehr, denn wichtig sind die Gewinne bei den Pferden, an denen ich beteiligt bin. Ich habe das Glück, weniger Kredite und geringere Lohnausgaben zu haben. Außerdem kann ich auf treue Kunden zählen: Der Stall Danover, der Stall DL und die Familie 'Ecroville' vertrauen mir seit über zwanzig Jahren. Ich ernte heute die Früchte der vergangenen Jahre. Mir geht es nicht schlecht. Der Ruhestand steht vor der Tür. Gestüt, Haus, Land - alles ist abbezahlt."

Der im Departement Eure ansässige Trainer räumt ein, dass sich die Zeiten geändert haben: "Die aktuelle wirtschaftliche Lage erlaubt es nicht mehr, so zu arbeiten wie früher. Ich hatte immer Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit nicht gezählt haben. Leute wie Francois Lecanu, Emmanuel Allard oder Romain Le Creps. Sonntags haben sie mich nicht gefragt, wann sie auf der Bahn sein müssen. Sie wussten, dass es um 6 Uhr losgeht, und niemand hat sich beschwert. Heute muss man mit der Zeit gehen. Man muss den Mitarbeitern Ruhezeiten und ein vernünftiges Gehalt bieten, sonst bleiben sie nicht. Früher waren wir eigentlich nicht normal", sagt er lachend. "Wir haben einen Beruf aus Leidenschaft ausgeübt. Aber man muss realistisch bleiben. Leidenschaft allein reicht heute nicht mehr."

Sorge um den Nachwuchs

Als anerkannter Ausbilder vieler heutigen Profis, blickt Bruno Marie mit wenig Optimismus auf die kommenden Monate und Jahre. Vor allem für die junge Generation: "Ich bedauere die jungen Leute, die sich jetzt selbstständig machen wollen. Für sie wird es schwierig. Unsere Kundschaft hat sich verändert. Es gibt immer weniger Besitzer, die ein Pferd aus reiner Freude kaufen. Sie wollen Rendite - und zwar schnell."

Auch die Inflation beschäftigt Marie: "Ich mache mir Sorgen um diejenigen, die vor Kurzem noch Kredite aufgenommen haben, falls die Preisgelder sinken sollten. Denn heute wird alles teurer: das Futter, die Löhne die Mitarbeiter, sonst bleiben sie nicht, die Ausrüstung, die Transporter. Aber die Preisgelder ziehen nicht mit. Man steht morgens nicht auf, um Geld zu verlieren. Sonst muss man etwas anderes machen. Mein Sohn (Anm.: Benjamin Marie, Galopper-Jockey und Amateurfahrer im Trabrennsport) ist ebenfalls in diesem Beruf. Auch wenn er 'nur' Jockey ist, betrifft die Senkung der Preisgelder alle. Ich hoffe, dass der Staat im Notfall einspringt, denn über viele Jahre hinweg hat der Staat durch diese Branche viel Geld verdient."

Der 50jährige ist aber weiterhin überzeugt: "Der Rennsport begeistert noch immer. Man muss nur sehen, wie viele Zuschauer in der Provinz zu den Rennen kommen. In Paris hingegen herrscht Leere. Dort retten nur die großen Rennen das Gesamtbild. Es muss Lösungen geben." Seiner Meinung nach ist es vor allem wichtig, den Wettmarkt neu zu beleben: "Warum sich nicht an den USA orientieren? Dort hat man es geschafft, den Markt wieder anzukurbeln. Man muss die jungen Leute gewinnen und neue Wettformen erfinden."

Die Hoffnungen des Stalls für den Winter

Seit Beginn des Wintermeetings konnte der Stall bereits vier Sieger stellen. "Das ist eine Jahreszeit, auf die man gezielt hinarbeitet. Wir versuchen, unsere Pferde vor dem Winter nicht mit zu vielen Gewinnen zu belasten. Lutin de Boisney hatte im letzten Winter ein gutes Meeting, ohne dabei zu gewinnen. Ich habe ihn für Cagnes aufgespart. Bei seinem letzten Sieg lief er noch mit schweren Eisen. Er hat noch ein Rennen in den Beinen (Anm.: Zweiter 02. Januar). Latino Beji hat gerade gewonnen und ich denke, dass er ein sehr gutes Meeting haben wird. Wenn er in dieser Form bleibt, kann er noch ein oder zwei Rennen gewinnen (Anm.: Sieger am 02. Januar).

Mit Klasse de Bruzeau lief es zuletzt nicht gut, dabei habe ich viel von ihr erwartet. Sie hat ein gutes Programm zu Jahresbeginn, man sollte ihr weiterhin vertrauen. High Fire Dairpet hat mich zuletzt enttäuscht. Die Untersuchungen waren unauffällig, und ich habe nicht den Eindruck, dass er am Ende ist. Er muss mir aber wieder Sicherheit geben. Impartial ist ein schwieriges Pferd, besitzt aber Qualität. Wenn er sein wahres Leistungsvermögen zeigt, kann er gewinnen. Jayzi du Bourg sollte Platzierungen erreichen. Jolie Smart ist bei den Amateuren und Lehrlingen interessant und dürfte noch punkten. Für später habe ich einige vielversprechende qualifizierte Hengste und Stuten. Sie werden allerdings nicht vor dem Frühjahr an den Start gehen."

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Alessandro Gocciadoro: Nach dem Ziel wollte Guglielmo Jet noch weitergehen"

Mit einem Start-Ziel-Erfolg holte sich Guglielmo Jet am Sonntag den Prix Charles Tiercelin. Der Schützling von Alessandro Gocciadoro richtet nun den Blick auf den Prix Ourasi (GR I) am 24. Januar. Zudem nahm er auch Revanche an Mack de Blary, der, wie Thierry Duvaldestin vor dem Rennen erzählte, nicht voll auf das Rennen eingestellt war, aber dennoch als klarer Favorit in die Prüfung gegangen ist.

Foto: SCOOPDYGA

 

Im Sulky von Guglielmo Jet saß Trainer Alessandro Gocciadoro persönlich, während er Eric Raffin die zweite Farbe Gabrioz anvertraute. Guglielmo Jet war sofort an der Spitze zu sehen und teilte das Tempo gut ein, während der Stallgefährte durch die Todesspur marschierte und Mack de Blary lange im hinteren Teil des Feldes lag. Die Zwischenzeiten lagen mit 19,3 an der 1.500-Meter-Marke und 18,3 einen Kilometer vor dem Ziel, deutlich unter dieser Klasse. Auf dem letzten Kilometer rückte Mack de Blary an die zweite Position, was für deutlich mehr Tempo sorgte. Allerdings war das erwartete Duell schnell beendet, weil Guglielmo Jet in den Einlauf hinein leicht zulegen konnte. Ständig in seinem Windschatten, verlor Madrid Haufor zwar den Kontakt zum späteren Sieger sicherte sich aber den Ehrenplatz. Dagegen wurde Mack de Blary für den kleinsten Podestplatz sogar von Mille Etoiles knapp abgefangen.

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Der Sieger, der erstmals barfuß vorgestellt wurde, revanchierte sich damit am Franzosen, der ihn noch am 07. Dezember im Prix Ready Cash bezwungen hatte. "Wir sind im Grunde nur den letzten Kilometer richtig gefahren", analysierte sein Trainer. Tatsächlich absolvierte der Sieger diesen Abschnitt in starken 09,8. "Das Pferd war überhaupt nicht müde. Nach dem Ziel wollte er noch weitergehen." In seiner italienischen Heimat ist der Maharajah-Sohn bereits Gruppe I-Sieger. Einen weiteren Triumph auf höchstem Niveau will er nun am 24. Januar in Vincennes holen.

Allerdings dürfte Mack de Blary an diesem Tag ein deutlich härterer Gegner sein, wie Theo Duvaldestin im Anschluss erklärte: "Heute war er rundum beschlagen. Im kommenden Klassiker wird er barfuß laufen." Das wird für ihn eine Premiere in dieser Konfiguration sein. "Hier wurde er von Pferden geschlagen, die alle barfuß gelaufen sind. Taktisch hatten wir das schlechtere Rennen", analysiert er weiter. "Als ich auf gleicher Höhe mit Guglielmo Jet kam, wusste ich, dass ich nicht gewinnen würde. Trotzdem wird er darauf aufbauen, denn nach seinem letzten Start haben wir ihm eine Pause gegönnt."

Beim Ausbilder der Zweitplatzierten herrschte hingegen Zufriedenheit. "Ihre Leistung war hervorragend", erklärte Trainer Christian Bigeon zu Madrid Haufor. "Aber eigentlich ist sie gar nicht richtig zum Zug gekommen. In der Mitte der Zielgeraden hat sich keine Lücke geöffnet. Mit freier Bahn hätte Damien (Bonne) die Klappen heruntergezogen, und die Stute hätte stark beschleunigt. Sie hätte ganz sicher um den Sieg gekämpft. Ursprünglich hatten wir entschieden, nicht im Prix Ourasi zu starten. Aber nach dieser Leistung werden wir das noch einmal überdenken."

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Francois Lagadeuc: "Nocive du Choquel hat bis ins Ziel stark durchgezogen"

Drei Wochen nach ihrem Sieg im Prix Une de Mai (GR II), holte sich Novice du Choquel den nächsten halbklassischen Sieg im Prix Gelinotte. Einen Tag nach dem männlichen Pendant, dem Prix Maurice de Gheest, krönte sich die Face Time Bourbon-Tochter zur frühen Leaderin bei den Stuten des 2023er-Jahrgangs.

Foto: SCOOPDYGA

 

Knapp sechs Wochen vor dem Criterium des Jeunes setzte Novice du Choquel damit ein starkes Statement. "Ich bin ruhig ins Rennen gegangen und habe mich erst einmal positioniert. Dann bin ich nach außen gekommen, und sie hat wie eine Große gewonnen, denn wie beim letzten Mal hat sie alles alleine gemacht", bestätigte Catchdriver Francois Lagadeuc, mit dem die Stute bei zwei Starts ungeschlagen ist. "Sie ist den letzten Bogen in dritter Spur gegangen und hat bis ins Ziel stark durchgezogen", ergänzte Lagadeuc.

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Diese lobenden Worte hat auch Trainer Nicolas Bridault unterstrichen: "Das ist eine ganz besondere Stute. Sie war sehr kämpferisch, obwohl sie den letzten Bogen außen gehen musste. Sie hat keinen Moment nachgelassen. Es ist eine echte Traberstute, die mit Härte ausgestattet ist. In drei Wochen steht noch ein weiterer Halbklassiker an (Prix Roquepine/24. Januar), bevor, wenn alles gut läuft, das Criterium des Jeunes folgt."

Mit 13,4 blieb die Siegerin nicht weit vom Rennrkord von Kalamity d’Heripre aus dem Jahr 2023 (13,0) entfernt. Den zweiten Platz belegte Nayara. "Das war sehr gut, die Stute hat eine starke Leistung gezeigt", sagte Fahrer Eric Raffin. Rang drei ging an Noela Josselyn, eine Nichte von Belina Josselyn, die von Face Time Bourbon abstammt.

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Pierre Levesque: "Islamorada ist acht Jahre alt, also werden wir den Cornulier wagen"

Familienerfolg im Prix du Calvados. Züchter, Besitzer und Trainer Pierre Levesque. Und im Sattel von Islamorada Camille Levesque. Und neben dem Siegerscheck von 54.000 Euro, gab es als Belohnung auch noch ein Ticket für den Prix de Cornulier (18. Jan).

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Bemerkenswert dabei war, dass der heutige Start der allererste auf Gruppe-Niveau für Islamorada war. Mit weniger als 300.000 Euro Gewinnsumme verfügte die Tochter von Royal Dream bisher aber auch über günstige, geschlossene Engagements. Spätestens nach dem Sieg am 20. November gegen Eros Zola, konnte man diesen Schritt mit der 8jährigen aber auch wagen, die gerade in den letzten Wochen eine große Entwicklung durchgemacht hat.

Nach Fantaisie (2022, 2023), Gold Voice (2024) und Gazelle de Val (2025) setzte Islamorada die Serie der erfolgreichen Stuten im Prix du Calvados fort. "Sie hatte vor ihrem letzten Start ein kleines Problem, ist aber dennoch gut gelaufen, und morgens gefiel sie mir noch besser. Ohne Jeroboam d’Erable und ohne Wallache als Gegner, mussten wir es versuchen. Auch ihre Zeiten ließen gewisse Ambitionen zu. An ihrer Härte habe ich nie gezweifelt. Die hat sie von ihrer Mutter Ramona, einer Tochter von Jag de Bellouet, geerbt", sagte Pierre Levesque nach dem Erfolg.

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Nach Quarry Bay, Bohemian Rhapsody und Granvillaise Bleue hat Camille Levesque wieder eine außergewöhnliche Stute gefunden, mit der sie ganz oben mitmischen kann: "Im letzten Bogen ist Idola sehr stark losgegangen. Ich weiß nicht, ob sie das bis ins Ziel hätte durchziehen können, aber ich glaube, meine Stute wäre zumindest wieder herangekommen. Auf dem Weg in die Senke war ich kurz besorgt, weil ich außen lag, doch danach lief es besser: Ich konnte mich einordnen und nach und nach weiter nach vorne kommen. Am Ende gewinnt sie ganz leicht. Schon in der vergangenen Saison dachte ich, dass sie meine nächste Quarry Bay sein könnte (Anm.: Zweite im Cornulier 2013). Sie steigert sich ständig, ist aber weniger leicht zu handeln, als ihre ältere Vorgängerin - vor allem am Start. Außerdem mag sie keine kleinen Rempeleien im Feld."

Trotz dieser Einschränkungen wird Islamorada ihre Qualifikation für das Gruppe I-Rennen am 18. Januar wahrnehmen. "Der Cornulier kommt für meine Stute leider etwas früh", räumt Pierre Levesque ein. "Aufgrund ihrer Größe und kleinerer Probleme läuft sie lieber im Abstand von drei bis vier Wochen. Aber sie ist acht Jahre alt, also werden wir es wagen." Camille Levesque ergänzte noch: "Man darf dabei aber nicht vergessen, dass dort noch andere sehr starke Gegner auf uns warten."

Auf der Piste wurde die bei ihrem Satteldebüt spät ins Rennen gebrachte East Asia Zweite, aber nach einer Gangart-Überprüfung nachträglich disqualifiziert. Davon profitierte Jean Balthazar, der somit Zweiter wurde und rechtzeitig seine beste Leistung seit Beginn des Meetings zeigte. "Was mir besonders gefallen hat, war sein starker Endspurt", lobte Guillaume Martin. "Trotz der vielen harten Kämpfe, die er schon seit jungen Jahren bestritten hat, besitzt er immer noch diesen unbedingten Siegeswillen. Eigentlich wollten wir vorne dabei sein, aber er war keineswegs schlechter, als er in einem verdeckten Rennen geführt wurde. Ziel ist es, im Cornulier unter die ersten Fünf zu kommen. Man kann ihn noch etwas verbessern, wenn man etwas an der Ausrüstung verändert."

Nach ihrem Misserfolg am 10. Dezember rehabilitierte sich Halfa eindrucksvoll und belegte, wie schon 2024, den dritten Platz in diesem Gruppe II-Rennen. Idola hinterließ nach ihrem Fehler ausgangs des letzten Bogens, als sie deutlich in Führung lag, zwangsläufig großes Bedauern bei Mathieu Mottier: "Ich kann nicht behaupten, dass wir sicher gewonnen hätten, aber meine Stute setzte sich klar ab, als sie aus dem Takt kam..."

Heuristique schlug sich ebenfalls achtbar, trotz eines Zwischenfalls: "Der Schweifriemen ist in der Mitte des Weges zur Senke gerissen. Genau in dem Moment, als ich sie etwas zurücknehmen wollte", bedauerte Jockey Jean-Yann Ricart. Das machte die Stute von Jean-Philippe Raffegeau nervös, wie der Trainer selbst erklärte: "Ich hatte sie im Training ebenfalls etwas schärfer gemacht. Trotzdem ist sie nicht eingebrochen und sollte genügend Gewinnsumme haben, um im Cornulier zu starten. Sie ist bereit. Jetzt müssen wir nur noch einen neuen Schweifriemen kaufen", sagte er lachend.

Montag 05 Januar 08:01 Uhr
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Luba Sonn

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Montag in Vincennes - Guillaume Gillot: "Ich hoffe, dass Just For Back seine wahre Klasse zeigt"

Am Montag wird in Vincennes an sechster Stelle der Rennkarte der Prix Christelle Zimmer ausgetragen, der an die im Jahr 2015 in Chartres nach einem tragischen Rennunfall verstorbene Auszubildende erinnert. Einer der Anwärter auf den Sieg ist Just For Back (612), dessen Trainer Guillaume Gillot vom ParisTurf zu den Aussichten des Wallachs befragt wurde.

Foto: SCOOPDYGA

 

Beim ersten gemeinsamen Start mit Agathe Poulain (23 Siege) wird der 7jährige versuchen, endlich den Bann in den eigentlich sehr passenden Lehrlings-Monte zu brechen. Am 27. Dezember war der Sohn von Quinoa du Gers noch im "Cornulier der Lehrlinge", dem Prix Yvonnick Bodin, am Ablauf, wurde aber disqualifiziert. "Letzte Woche ist es schiefgelaufen. Just For Back ist aber gut aus dem Rennen gekommen und scheint sich gut erholt zu haben. Er findet hier ein schönes, geschlossenes Engagement. Bisher ist es in den Lehrlingsrennen nicht gut gelaufen. Ich hoffe einfach auf ein fehlerfreies Rennen und darauf, dass er seine wahre Klasse zeigt", sagt der Trainer.

Gut eine Woche nach seinem Sieg im Prix Yvonnick Bodin (GR III) im Sattel von Impala de Val, und nach einem weiteren Erfolg mit Gunner, ist Jean Ferron der "Lehrling in Form". Auch Ferron geht durch den Ritt auf Ficimer (611) gut gerüstet in das Course B, welches mit 70.000 Euro dotiert ist. 

Natürlich ist auch der Monte-Champion der Lehrlinge aus dem Vorjahr mit am Start. Mehdi Lelievre, könnte sich mit dem nicht einfachen, aber talentierten Je Reve du Bois (609) in Szene setzen, der seine Klasse in dieser Disziplin bereits gezeigt hat. Auch Jupiter de Play (607), Hannah (610) und Jane Aimee (604) haben einen Platz auf dem Podium im Visier.

ZUR WETTABGABE BEI TROTTO  Start: 16.50h

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Montag in Cagnes - Quentin Chauve-Laffay: "Wir sind mit Lover Mauzun zuversichtlich"

Zum Abschluss des Renntages am Montag in Cagnes-sur-Mer steht mit dem Prix des Cotes-d’Armor eine interessante Prüfung für 4-5jährige auf dem Programm. In diesem Course B gehört Lover Mauzun zu den Sieganwärtern, dessen Fahrer Quentin Chauve-Laffay vom ParisTurf befragt wurde.

Seit dem zweiten Platz Ende November im Finale der LeTrot Open war Lover Mauzun (808) nicht mehr am Ablauf. Quentin Chauve-Laffay schätzt die Chancen ein: "Mein Vater und ich haben dieses Engagement gezielt ins Auge gefasst, und auf dem Papier hat das Pferd eine sehr gute Siegchance. Allerdings ist er erst vor etwa acht Tagen in Hyeres angekommen, und seine beiden letzten Arbeiten haben mich nicht vollständig überzeugt, auch wenn die letzte etwas besser war. Das stimmt uns etwas vorsichtig, aber wir bleiben dennoch zuversichtlich."

Unter den acht Startern sticht auch sofort Lever du Joamax (805) ins Auge, der am 27. Dezember besonders überzeugte und sich bereits auf Bahn und Distanz in 13,9 durchsetzte. Der von Nicolas Ensch trainierte Wallach tritt beschlagen an, was aber derselben Ausstattung entspricht, mit der er den letzten Erfolg holte.

Lever du Joamax - Foto: JM Tempier

 

Hinter den beiden voraussichtlichen Favoriten, die leicht über dem übrigen Feld zu stehen scheinen, gilt es Ledzep (802), Le Meteque (804) und Laps Gede (803) zu beachten, die im REFERENZRENNEN die Plätze Drei, Vier und Fünf belegten. Allerdings mit deutlichem Abstand zu Lever du Joamax.

ZUR WETTABGABE BEI TROTTO Start: 15.57h

Dienstag 06 Januar 04:42 Uhr
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Luba Sonn

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William Bigeon: "Werden versuchen, uns mit King Opera ein Ticket zu sichern"

Sechs Tage vor dem Prix de Belgique (Q6), dem letzten Qualifikationsrennen für den Prix d’Amerique, bestätigte William Bigeon die Teilnahme von King Opera, der als eines seiner Aushängeschilder gilt.

Foto: SCOOPDYGA

 

In der Nennungsliste für den Belgique steht mit Kana de Beylev zwar auch noch ein weiteres Spitzenpferd aus dem Stall Bigeon, aber die Stute wird einen anderen Weg einschlagen, wie Bigeon verraten hat: "Kana wird nicht am letzten 'B' teilnehmen und im Winter auch nicht mehr an den Start kommen."

Für King Opera sollte der Startplatz aber sicher sein. "King Opera hingegen dürfte dabei sein. Er liegt aktuell auf Rang 18 der Nennungsliste und sollte daher starten können. Im 'Tenor de Baune' hat er einen Fehler gemacht. Die Bahn war sehr schwer, und zudem stellte sich heraus, dass er einen Abszess im Huf hatte. Das wurde behandelt und  inzwischen ist alles wieder in Ordnung. Er hat seitdem regelmäßig gearbeitet. Wir werden verdeckt laufen und versuchen, mindesten den vierten Platz zu erreichen. Danach hat er kein besonders günstiges Programm mehr, umso mehr wäre das jetzt eine gute Gelegenheit."

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Neuigkeiten aus Grosbois - Liza Josselyn mit Nicolas Bazire

Mit dem Sieg im Criterium Continental hatte Liza Josselyn, nach ihrem etwas enttäuschendem zweiten Rang am 06. Dezember, wieder einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. In Grosbois wird sie derzeit von Nicolas Bazire auf das nächste Engagement vorbereitet. Am Samstag tritt sie im Prix de Croix an, einem Halbklassiker für Stuten und Hengste. Im Sulky wird auch erstmals ihr Trainer Nicolas Bazire sitzen.

Foto: Constance George

 

Seit fast zwei Wochen herrscht auf dem Gelände von Grosbois eine eisige Kälte. Am Sonntagmorgen zeigte das Thermometer bis zu –8 Grad. Dennoch kam der Trainingsbetrieb der Pferde nie zum Erliegen. Die auf dem international renommierten Trainingszentrum ansässigen Aktiven können ihre Schützlinge ganz normal vorbereiten. Dank des bemerkenswerten Einsatzes der Arbeiter der Anlage, die keine Stunden zählen, befinden sich die drei Bahnen, ebenso wie die verschiedenen Geraden im Wald, in einem perfektem Zustand.

Während Jean-Michel Bazire am Montagmorgen für medizinische Untersuchungen in Paris war, feilte Nicolas Bazire an der Vorbereitung der Championesse Liza Josselyn. "Ihre Pflegerin Mai (Snoger) hat den ersten schnellen Heat gefahren", erklärte Nicolas. "Danach habe ich sie mit in den Wald genommen und vier Geraden absolviert: zwei auf den sogenannten 'Royales' und zwei entlang der Mauer von Boissy. Sie hatte viel Zug und hat gut beschleunigt. Die Zwischenzeiten waren sehr ansprechend. Für einen Start im Prix de Croix stehen alle Ampeln auf Grün. Am Donnerstagmorgen wird sie noch eine leichte Arbeit absolvieren, mit zwei Antritten aus dem Windschatten. Am Samstag werde ich selbst im Sulky sitzen, sie wird aber nicht barfuß laufen. Das heben wir uns für das nächste Gruppe I-Rennen auf (Anm.: Prix Bold Eagle/24. Jan)."

Am Samstag (10. Jan) wird der Stall Bazire auch im Prix du Forez vertreten sein. "Hubble du Vivier ist seit seinem Sieg am 14. Dezember im Prix Jean Dumouch in sehr guter Verfassung geblieben. Seine letzte harte Arbeit hatte er am Sonntag. Jingle du Pont könnte ebenfalls starten, auch wenn seine Hufe hinten etwas kurz sind.  Ursprünglich wollte ich auf dieses günstige Engagement für 7 bis 11jährige ohne ausländische Konkurrenz warten, aber er war körperlich so gut drauf, dass er noch einmal im Prix de Lille gelaufen ist."

Die zweite Nachricht aus dem Trainingszentrum in Grosbois betrifft Jango Vici, der im Prix de Bourgogne zwar nur Siebter war, aber dabei auf einigen Notizzetteln gelandet ist. Aus der zweiten Reihe hatte er einen schweren Stand, lag immer an verletzter Position, flog im Einlauf nahe an die besser Platzierten, ohne jemals wirklich freie Bahn gehabt zu haben.

Der Hengst aus dem Stall von Antonio Ripoll Rigo peilt die Qualifikation für den Amerique an. Seine letzte Chance: der Prix de Belgique. Durch einige Streichungen sollte seine Gewinnsumme für einen Startplatz am kommenden Sonntag ausreichen. "Auch wenn ich ein wenig bereut habe, dass er nicht besser als auf Rang Sieben ins Ziel kam, war ich mit meinem Pferd im Prix de Bourgogne sehr zufrieden" erklärt sein Trainer. "Er war im Einlauf schneller als einige sehr gute Pferde. An diesem Montagmorgen hat er vier Intervalle auf den 'königlichen' Geraden absolviert - die letzte etwas zügiger in Begleitung von Missandei. Alles war bestens. Wenn der Rennverlauf am Sonntag günstiger ist, denke ich, dass Jango die Möglichkeit hat, sich mit einem Platz unter den ersten Vier zu qualifizieren. Er wird vorne wieder beschlagen sein und hinten barfuß mit Harz laufen. Nach Rücksprache mit den Besitzern habe ich Francois Lagadeuc engagiert, der Benjamin Rochard ersetzt, der wiederum für Izoard Vedaquais verpflichtet ist."

Dagegen sind die Jiel-Pferde dem Wintereinbruch im Großraum Paris entgangen und absolvieren ihren Trainingsalltag in der Normandie, auch wenn ihr Trainer Jean-Luc Dersoir einen Stall in Grosbois betreibt. Der ParisTurf erreichte Dersoir telefonisch gegen 14.30 Uhr, als er sich in der Nähe von Evreux mühsam auf verschneiten Straßen wieder in Richtung Pariser Region bewegte. "Ich bin heute sehr früh losgefahren und hatte keine Probleme. Außerdem hatten wir günstige Bedingungen, um die Pferde am Strand von Deauville zu trainieren. Lombok Jiel hat nach seinem vierten Platz im Criterium Continental etwas Druck abgebaut. Am Samstag wird er im Prix de Croix starten, vorne beschlagen und hinten barfuß. Seine heutige Arbeit hat mir gefallen, ebenso die von Hokkaido Jiel. Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, Hokkaido lieber im Prix de Belgique laufen zu lassen, anstatt ihn davor noch hart arbeiten zu müssen. Mit der Qualifikation in der Tasche kann er im Feld mitlaufen und im Wettkampfrhythmus bleiben. Er wird nicht komplett barfuß laufen - vielleicht nur vorne. Bevor er 2024 im Prix d’Amerique Zweiter hinter Idao de Tillard wurde, hatte er ebenfalls an allen vier B-Rennen teilgenommen."

Mittwoch 07 Januar 05:02 Uhr
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Luba Sonn

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Adrien Guarato: "Frank Gio wird am Amerique teilnehmen"

Nachdem Frank Gio im Criterium Continental (GR I) am 21. Dezember mit einer großen Speedleistung einen zweiten Platz holte, wird er am Sonntag im Prix de Belgique (Q6) an den Start gehen, bevor er Kurs auf den Prix d’Amerique nimmt. Adrien Guarato, der Sohn von Trainer Sebastien Guarato, bestätigte dem ParisTurf die großen Ambitionen, die man mit diesem Sohn von Face Time Bourbon verfolgt.

Foto: SCOOPDYGA

 

Das Quartier hatte die Wahl am Samstag im Prix de Croix (GR II) an den Start zu gehen, der den Fünfjährigen vorbehalten ist, und dem Prix de Belgique am Sonntag. Sein Umfeld entschied sich schließlich für das letzte Qualifikationsrennen zum Prix d’Amerique - und das mit hohen Erwartungen. "Frank Gio wird dabei sein", bestätigt Adrien Guarato. "Wäre er im Criterium Continental nur einen Platz weiter vorne gewesen, hätte er gewonnen. Er kam wirklich sehr stark ins Ziel. Matthieu (Abrivard) wird ihn ähnlich fahren: zunächst versteckt, um dann auf der Zielgeraden anzugreifen. Es ist ein abgeklärtes Pferd. Er ist bereits in Schweden und Italien gelaufen, hat schon viele Rennen bestritten, und es wird für ihn kein Problem sein, sich mit erfahreneren Pferden zu messen. Ich traue ihm absolut zu, ein solches Rennen zu gewinnen. Wir haben große Ambitionen mit ihm. Er wird auf jeden Fall am Prix d’Amerique teilnehmen, sofern nichts dazwischenkommt. Wir haben nachgerechnet: Mit der Aufwertung der Gewinnsumme ist er qualifiziert."

Die 5jährigen bekommen auf ihre reale Gewinnsumme 20% ausgerechnet, was im Falle von Frank Gio (857.370 Euro) zu einem 'Kontostand' von 1.028.844 Euro führt.

Adrien Guarato bestätigte außerdem die Teilnahme von Krack Time Atout am Sonntag. "Krack Time arbeitet sehr gut, genau wie sein Stallgefährte. Er ist in guter Form und war im 'Tenor de Baune' deutlich besser als in den beiden vorherigen B-Rennen. Er hatte am Start 20 Meter verloren, diesen Rückstand aber wieder aufgeholt. Das hat uns beruhigt. Morgens arbeitet er sehr gut. Er wird wie zuletzt barfuß laufen, und natürlich peilen wir einen Platz für das große Rennen an."

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Prix de Belgique - Zahlen, Daten, Rekorde

Am Sonntag findet mit dem Prix de Belgique (Q6) die letzte Qualifikationsprüfung für den Prix d’Amerique statt. Das Rennen ist für viele Teilnehmer von großer Bedeutung, wenn auch teils in unterschiedlicher Weise. Zwei Wochen vor dem großen Saisonhöhepunkt gibt es für einige Teilnehmer die letzte Möglichkeit Feinabstimmungen vorzunehmen. Andere sehen ihre letzte Chance sich überhaupt erst für den Amerique zu qualifizieren.

Quelle: SETF

 

Der Kampf um die Qualifikationstickets spielte in der letzten Ausgabe des Prix de Belgique seine Rolle im Showdown vor dem Amerique voll aus. Die beiden Erstplatzierten, Iroise de la Noe und Ideal Ligneries hätten über die Gewinnsumme keine Chance gehabt, sich ihren Startplatz im Amerique zu sichern. 

Das 'schwierige' Sprungbrett Richtung Amerique

Aufgrund seiner zeitlichen Nähe zum Amerique, gilt der Prix de Belgique jedoch nicht als besonders effizientes Sprungbrett zum großen Ziel am letzten Januarsonntag. Im Gegenteil: Seit Einführung des Rennens im Jahr 1975, damals noch unter dem Namen Prix du Bearn, haben lediglich sechs Traber im selben Winter das Doppel "Belgique-Amerique" geschafft. Zum Vergleich: Zwölf verschiedenen Champions gelang seit den 1960er-Jahren das Doppel "Bourgogne-Amerique". Die Rennen Prix de Bretagne und Prix du Bourbonnais, stellten im selben Meeting jeweils neun beziehungsweise acht Sieger des Hauptrennens. Unter diesem Blickwinkel steht der Prix de Belgique also deutlich hinten an.

Sechser-Klub mit Legende Ourasi

Welche sechs Traber schafften dieses seltene Kunststück? Der bislang letzte war Bold Eagle im Jahr 2016. Davor gelang es der Schwedin Queen L 1993. Zwei Jahre zuvor hatte auch der Ausnahmehengst Tenor de Baune das Doppel im Rahmen seiner langen Siegesserie erreicht. Eine Sonderstellung nimmt aber Ourasi ein: Er gewann beide Rennen im selben Jahr gleich dreimal, nämlich 1986, 1987 und 1988. Damit ist er die unangefochtene Legende des Prix de Belgique, den er insgesamt sogar viermal gewann, einschließlich der Ausgabe von 1989. Bereits 1984 gelang Lurabo ebenfalls das Doppel "Belgique-Amerique", fast zehn Jahre nach Bellino II, dem ersten Traber, der dieses Kunststück im Winter 1975/76 unter den Farben von Maurice Macheret vollbrachte.

Rekord an Siegen:

Ourasi (4 Siege): 1986, 1987, 1988, 1989

Queen L (2 Siege): 1993, 1994

Yarrah Boko (2 Siege): 2013, 2014

Bird Parker (2 Siege): 2018, 2019

Das internationalste der B-Rennen

Im Vergleich mit den anderen Qualifikationsrennen der 'Amerique Races' ist der Prix de Belgique das internationalste. Seit dem Jahr 2000 gewannen fünf ausländische Traber das Rennen (vier verschiedene Pferde, da Yarrah Boko doppelt erfolgreich war). Der Prix du Bourbonnais (Q2) und der Prix de Bourgogne (Q5) verzeichnen seit 2000 jeweils drei bzw. zwei ausländische Sieger. Der Prix de Bretagne (Q1) kommt auf keinen. Allerdings ist er erst seit 2004 offiziell international ausgeschrieben.

Ausländische Sieger des Prix de Belgique seit 2000:

Naglo (2004), Giuseppe Bi (2009), Maharajah (2011), Yarrah Boko (2013 und 2014)

Der Belgique fast immer langsamer als der Amerique

Der Prix de Belgique wird ebenfalls über den langen Weg gelaufen. Dennoch ist die Siegerzeit fast immer langsamer, als 14 Tage später im Hauptrennen. Das entspricht der sportlichen Logik, da im Prix d’Amerique stets kompromissloser gefahren wird und es immer mindestens einen Teilnehmer gibt, der das Rennen von vorne gestalten möchte.

Die letzte Ausnahme datiert aus dem Jahr 2003, als Gebrazac im 'Belgique' mit 13,6 schneller war, als zwei Wochen später Abano As (15,1). Damals wurde der Prix d’Amerique allerdings bei sintflutartigem Regen auf einer extrem schwerer Bahn gelaufen. Zuvor war es Ourasi im Jahr 1988, der im Prix de Belgique schneller war als im Prix d’Amerique (15,6 gegenüber 15,7), obwohl er im Belgique eine Zulage von 25 Meter gegen sich hatte. Sein Trainer und Fahrer Jean-Rene Gougeon kommentierte damals: "Den Belgique zu gewinnen ist schwieriger als den Amerique."

1985 waren Minou du Donjon und Mon Tourbillon, die den Prix de Belgique gewannen, schneller als Lutin d’Isigny im Prix d’Amerique (17,4 gegenüber 17,8). Auch hier mussten die beiden Sieger im vorbereitenden Rennen 25 Meter vorgeben.

Keine Zulage mehr seit 2017

Die Zulage wurde 2017 abgeschafft, im Jahr des Sieges von Briac Dark. Die letzten beiden Starter, die noch 25 Meter Vorgabe leisten mussten, waren Up And Quick und Mosaique Face im Jahr 2016, als Bold Eagle im Alter von fünf Jahren gewann. Die letzte Siegerin, die trotz 25 Metern Vorgabe erfolgreich war, war die Stute Draga im Jahr 2000.

Nicht in der Siegerliste

Obwohl Jag de Bellouet in jeder vergleichbaren Qualifikationsprüfung der B-Rennen einen Sieg in seiner Erfolgsliste stehen hat (Bretagne, Bourbonnais, Bourgogne), taucht sein Name nicht in der Siegerliste des Prix de Belgique auf. Allerdings trat der von Christophe Gallier trainierte Ausnahmehengst dort nur zweimal an - und dies noch vor dem Höhepunkt seiner Karriere. Er startete im Alter von fünf Jahren (2002, unplatziert) und mit sechs Jahren (2003, 7. Platz). In den folgenden Jahren 2004 bis 2006 schrieb er Geschichte mit drei Siegen im Prix de Cornulier, der sich damals ebenfalls zu einem Sprungbrett in Richtung Prix d’Amerique entwickelte. Er gewann den Amerique 2005, sowie erneut 2006, ehe er später wegen eines positiven Dopingtests disqualifiziert wurde.

Eine ähnlich überraschende Lücke im 'Palmares' betrifft auch Ready Cash. Der Star gewann den Bretagne (2011), den Bourbonnais (2011 und 2012), sowie den Bourgogne (2011 und 2012), scheiterte jedoch im Prix de Belgique. Er nahm dort tatsächlich aber auch nur einmal teil. 2012 musste Ready Cash dabei 25 Meter vorgeben und belegte am Ende den dritten Platz.

Nur acht Stuten in der Siegerliste

Auch wenn mit Iroise de la Noe zuletzt eine Stute siegte, ist die weibliche Vertretung insgesamt deutlich schwächer, als die der Hengste. Insgesamt stehen nur acht Stuten im 'Palmares':

Katinka (1983), Queila Gede (1990), Queen L (1993, 1994), Fan Idole (2001), Nouba du Saptel (2008), Belina Josselyn (2020) und Iroise de la Noe (2025).

Von diesen Stuten tauchen auch drei,  Queila Gede, Queen L und Belina Josselyn, in der Siegerliste des Prix d’Amerique auf. Doch nur einer Stute gelang es, beide Rennen im selben Jahr zu gewinnen: Queen L im Jahr 1993.

Rennrekord nach Geschlecht:

Hengste: Davidson du Pont, 12,0 (2021)

Stuten: Belina Josselyn, 12,6 (2020)

Beide Sieger wurden von Jean-Michel Bazire trainiert und gefahren.

Zucht: Bird Parker - ein Sonderfall

Nur ein Sieger des Prix de Belgique wurde später Vater eines erneuten Siegers dieses Rennens. Dabei handelt es sich um Bird Parker (v. Ready Cash), Sieger 2018 und 2019. Sein Sohn Izoard Vedaquais gewann den Prix de Belgique im Jahr 2024.

Die dominierenden Männer des Belgique

Ein Name ragt sowohl bei den Trainern als auch bei den Fahrern heraus: Jean-Rene Gougeon. Der als "Papst von Vincennes" bekannte Profi verdankt diese Spitzenstellung vor allem dem Ausnahmechampion Ourasi, vierfacher Sieger des Rennens. Unter den noch aktiven Akteuren setzen insbesondere Jean-Michel Bazire (dreifach siegreich als Fahrer, vierfach als Trainer), sowie Pierre Vercruysse (drei Siege als Fahrer) Maßstäbe.

Siege als Fahrer:

Jean-Rene Gougeon (6): Bellino II (1975), Katinka (1983), Ourasi (1986, 1987, 1988, 1989)

Pierre Vercruysse (3): Echo (1998), Yarrah Boko (2013, 2014)

Jean-Michel Bazire (3): Belina Josselyn (2020), Davidson du Pont (2021), Feydeau Seven (2022)

Michel-Marcel Gougeon (2): Fakir du Vivier (1978), Lurabo (1984)

Stig H. Johansson (2): Queen L (1993, 1994)

Örjan Kihlström (2): Naglo (2004), Maharajah (2011)

Jean-Philippe Monclin (2): Bird Parker (2018, 2019)

Siege als Trainer:

Jean-Rene Gougeon (5): Katinka (1983), Ourasi (1986, 1987, 1988, 1989)

Jean-Michel Bazire (4): Kazire de Guez (2005), Belina Josselyn (2020), Davidson du Pont (2021), Feydeau Seven (2022)

Philippe Allaire (3): Bird Parker (2018, 2019), Izoard Védaquais (2024)

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Cyril Gazengel : "Eine sehr schöne Chance für mich, mit rund sechzig Pferden"

Seit mehreren Monaten ist Cyril Gazengel im Dienste des Ecurie Champie in Beaumont-de-Lomagne tätig. Nach dem Ruhestand von Pascal Manceau ist er nun der neue Trainer der blau-weiß gepunkteten Farben. An diesem Donnerstag stellt er in Bordeaux seine ersten Starter als Trainer des Ecurie Champie vor.

Foto: SCOOPDYGA

 

Gegenüber dem ParisTurf erzählt Cyril Gazengel, wie es zur Zusammenarbeit kam: "Anne Champie, die Tochter von Gilbert, die den Stall inzwischen leitet, hatte mir schon vor einiger Zeit vorgeschlagen, die Nachfolge von Pascal Manceau anzutreten, sobald dieser in den Ruhestand geht. Und ich habe natürlich zugesagt. Es ist eine sehr schöne Chance für mich, mit einem großen Stall von rund sechzig Pferden, darunter siebzehn Zweijährige."

Der 35jährige Gazengel bringt nun seine ersten Starter für den neuen Arbeitgeber an den Ablauf: "Le Titien kehrt unter dem Sattel zurück. Er hatte vor seinem ersten Start im Trabreiten im vergangenen Sommer gut gearbeitet, ist aber damals nicht gut gelaufen. Er war beschlagen, es war sehr heiß und er hatte sich von seinem Rennen eine Woche zuvor nicht richtig erholt. Zuletzt ist er in Bordeaux im Sulky gut gelaufen, mit einer ordentlichen Zeit, und er hat sich gut auf dieses Rennen vorbereitet. Er muss im Trab bleiben, aber ich denke, dass er unter dem Sattel inzwischen mehr Potenzial hat, als im Sulky.

Madison Danica hat gerade in Grenade sicher gewonnen. Nach seinem Debüt in Toulouse hatten wir ihm etwas Ruhe gegönnt, und er hat danach überzeugend gewonnen. Wir haben keine gute Startnummer hinter dem Auto erwischt, aber so wie er sich im Training zeigt, passt das.

Für Juno Ellis wird es schwierig, er hat nicht viel Spielraum. Er bekommt Ende des Monats ein besseres Engagement in einem Amateurfahren.

Le Beau Foxglen hat gerade ein gutes Comeback-Rennen gezeigt und sich davon gut erholt. Es sieht nicht schlecht aus."

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Prix de Belgique - J’Aime le Foot und Hooker Berry im Rennmodus

Am Sonntag werden zwei Pferde aus dem Stall von Antoine Lherete im Rennmodus im Prix de Belgique an den Start gehen. J’Aime le Foot und Hooker Berry dürften im 'Q6' in Vincennes ohne Eisen antreten.

J'Aime Le Foot - Foto: SCOOPDYGA

 

Bevor der Schneefall über große Teile von Frankreich einsetzte, konnten J’Aime le Foot und Hooker Berry am Montagmorgen, weniger als eine Woche vor dem 'Belgique', im Haras de Sassy unter guten Bedingungen trainieren. J'aime le Foot, der sich dank seines vierten Platzes im Prix de Bretagne am 16. November für den Prix d’Amerique qualifiziert hat, wird am Sonntag mit Ambitionen an den Start gehen, wie der Trainer dem ParisTurf erklärte: "Er wird ohne Eisen laufen, was seit seinem Sieg im Prix de Londres (GR II/Monte) in Enghien im vergangenen Sommer nicht mehr der Fall war. Das kommt ihm sehr entgegen. Wir werden versuchen, unsere Chance voll auszuspielen, denn ganz ehrlich: Zwei Wochen später im Prix d’Amerique hätte er deutlich weniger Möglichkeiten."

Hooker Berry zeigte seinerseits am 28. Dezember im Prix de Bourgogne bei seinem ersten Start unter neuer Regie ein ermutigendes Comeback. "Er kam mit den anderen ins Ziel - das ist positiv", bestätigte der Sohn von Jean-Yves Lherete. "Er war beschlagen und hatte noch kein großes Arbeitsprogramm hinter sich. Das Pferd scheint wieder richtig in Schwung zu kommen. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn am Sonntag komplett ohne Eisen laufen lasse oder ihm vorne kleine Platten drauf lassen werde. Er ist noch nicht bei 100 Prozent, dürfte aber mit einem verdeckten Rennverlauf konkurrenzfähig sein."

Wie zuletzt dürfte der Amerique-Sieger 2023 an diesem Wochenende erneut von Damien Bonne gesteuert werden.

Mittwoch 07 Januar 20:04 Uhr
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Luba Sonn

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Donnerstag in Cagnes - Holt Free Time Jepson den 'Cote d'Azur'?

Am Donnerstag steht in Cagnes-sur-Mer mit dem Prix de la Cote d'Azur eines der wichtigsten Rennen des Wintermeetings an der Riviera auf dem Programm. Wenn Trainer Alessandro Gocciadoro seine Pferde auf Reisen schickt, dann gelten sie eigentlich immer als chancenreich. Das muss man auch von Free Time Jepson behaupten.

Quelle: LeTrot

 

Der Italiener krönte sich in Aby im letzten Mai mit dem Erfolg im König Gustaf Pokal zum Gruppe I-Sieger. Aktuell bringt der Face Time Bourbon-Sohn eine Disqualifikation mit. Allerdings war der Fehler in der Startphase aus der zweiten Reihe im Criterium Continental bei sehr schlechten Bahnverhältnissen zu entschuldigen. In Frankreich hat der nun 5jährige mit seinen beiden Erfolgen aus dem Winter 2024/25 immer noch eine positive Bilanz. 

Während es für Free Time Jepson das Debüt in Cagnes-sur-Mer sein wird, war der Stall Gocciadoro in Cagnes-sur-Mer schon seit Jahren mehr als erfolgreich. Vivid Wise As holte allein drei "Vitesse" (Gr I/2020/21/23) und ganze vier Mal den Grand Prix du Departement des Alpes Maritimes (GR II). Dazu sorgte Vernissage Griff für einen vierten Erfolg im Grand Criterium de Vitesse.

Nach drei Startern im Prix de la Cote d’Azur, konnte der Stall Gocciadoro noch keinen Erfolg feiern. Das kann sich am Donnerstag mit Free Time Jepson, der wohl als Favorit in die Aufgabe gehen dürfte, ändern. Der lange Weg sollte für ihn kein Problem darstellen, schließlich kam die beiden Siege des Hengstes im letzten Winter in Vincennes über 2.850 Meter auf der großen Bahn zu Stande.

Entscheidung im ersten Band?

Für die 2.900er-Marke hat sich kein Pferd eingeschrieben, sodass die zehn Pferde, die 2.925 Meter zurücklegen müssen, das erste Band bilden.

Neben Free Time Jepson könnte auch Kaptain du Liamone an der Spitze zu sehen sein, "muss das aber nicht zwingend", wie Trainer Frederic Prat betont. Er wird erneut von Eric Raffin gesteuert, der auch Colbert Wf hätte fahren können, dem die flache Bahn sicherlich entgegenkommt. Erik Bondo setzte stattdessen auf das junge Talent Theo Briand, der dieses Rennen zum zweiten Mal bestreitet. Mit zehn Siegen seit Beginn des Meetings, nur zwei weniger als Romain Derieux, will der Sohn von Yannick-Alain Briand ein Ausrufezeichen setzen. Ähnliches gilt für Christophe Martens, der an der Riviera bereits 791 Siege erzielt hat und mit Gericault, der laut Vincent Martens "wieder in Bestform" ist, auf einen fünften Erfolg in diesem Gruppe III-Rennen hoffen darf. Auch Imperator d’Ela startet mit großen Ambitionen aus dem ersten Band.

Und die Starter aus dem zweiten Band?

Bei den Zulagepferden scheint Harley Gema, die sich auf flachen Bahnen besonders wohlfühlt und am Sonntag sogar einen Startplatz im Prix de Belgique gehabt hätte, wenn ihr Umfeld es gewollt hätte, die besten Chancen zu besitzen. Der Tapetenwechsel könnte Ksar, der barfuß antritt und in engem Startabstand präsentiert wird, sehr guttun. Floreal, der 2024 in dieser Partie triumphierte, dürfte es hingegen schwer haben, seinen Erfolg zu wiederholen. Die "lokalen" Traber Harry le Beau, Give Me, Gala de Crennes und Gibus stehen vor einer anspruchsvollen Aufgabe.

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Prix de Belgique - Thomas Levesque: "Wäre schade gewesen, den 'Sulky d'Or' in der Kabine zu lassen"

Bis ein paar Tage vor dem Nennungsschluss, konnte sich Trainer Thomas Levesque gar nicht sicher sein, ob er im Prix de Belgique (Q6) einen Startplatz für Iroise de la Noe bekommt. Schon zwei Tage vor der endgültigen Starterangabe, stand die Fuchsstute an Position Vierzehn und war somit schon am Dienstag sicher unter Order. Nach den Streichungen am Mittwoch blieben in der gesamten Nennungsliste sogar nur noch 14 Pferde stehen, womit selbst die Quinte des Tages nicht gesichert im letzten B-Rennen ausgetragen wird. Jazzman Debailleul, der am Samstag im Prix du Forez mit seinem Trainer Erno Szirmay im Sulky genannt ist, dürfte noch aus der Starterliste gestrichen werden, sofern der Normanne seine Planung nicht noch einmal ändert.

Für die lang ersehnte Qualifikation von Iroise de la Noe werden jetzt alle Register gezogen - Levesque engagierte Eric Raffin für die Siegerein des Prix de Belgique 2025. Auf Nachfrage des ParisTurf', erklärte der Trainer seine Fahrerwahl für den kommenden Sonntag: "Eric war frei - den mehrfachen 'Sulky-d’Or' in der Kabine zu lassen, wäre schade gewesen. Deshalb vertraue ich ihm meine Stute an, zumal ich in diesem Wintermeeting selbst nur sehr wenig gefahren bin."

Foto: SCOOPDYGA

 

Auch wenn sie nur Neunte wurde, war der Auftritt im Prix de Bourgogne (Q5) bei ihrem Debüt auf den 2.100 Metern mehr als ermutigend. Dementsprechend muss man auch mit der Siegerin des Vorjahres rechnen, auch wenn die Titelverteidigung momentan nicht sehr wahrscheinlich ist. "Das Ziel ist die Qualifikation", ergänzt Levesque. "Wenn uns das gelingt, wird Eric Raffin auch künftig ihr Fahrer sein. Die Stute hat sich im Bourgogne gesteigert. Zuvor war sie ein wenig krank. Es scheint mir machbar. Ich nehme ihr nur vorne die Eisen ab, um ihre Hufe im Hinblick auf einen möglichen Amerique zu schonen."

Ebenso wird Immortal Doc, der als Zweiter hinter Epic Kronos im "Tenor de Baune überzeugte, mit Björn Goop wieder einen Topfahrer an die Seite gestellt bekommen. Der Schwede hat im Laufe des Meetings mehrfach überzeugt und kämpft ebenfalls um die Qualifikation für den 25. Januar. Außerdem sind auch schon Krack Time Atout, Kanto Avis (mit Theo Briand) und Working Class Hero, der im Dezember etwas Fieber hatte, als Starter bestätigt.

Bereits als Dritter über den Bourbonnais hat sich Izoard Vedaquais qualifiziert, der nach einer "Pause" im Bourgogne auch wieder antreten wird. Von den 5jährigen wird Frank Gio unter Order sein, der erstmals gegen ältere Pferde antritt. Auch Koctel du Dain, der vorne beschlagen und hinten barfuß angekündigt ist, wird seine Chance auf ein direktes Ticket wahrnehmen, auch wenn er es über die Gewinnsumme in den Amerique schaffen würde.

Donnerstag 08 Januar 08:41 Uhr
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Luba Sonn

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Leblanc-Pferde unter dem Hammer

Am Mittwoch veröffentlichte die Auktionsagentur Arqana eine Mitteilung, aus der hervorgeht, dass im Vorfeld der von Arqana am 21. Januar in Deauville organisierten Auktion 76 Lots des Trainers Franck Leblanc im Auktionsring präsentiert werden. Auktionsbeginn ist für 10h vorgesehen. Der renommierte Trainer, der am 12. Oktober vergangenen Jahres verstorben ist, hatte in Frankreich 30 Gruppe I-Rennen gewonnen. Seinen größten Erfolg feierte er 2015 mit Up and Quick, als dieser den Prix d’Amerique gewann.

Von 76 angebotenen Trabern, sind 53 Pferde aus dem Trainingsbetrieb, darunter sechzehn 2jährige, drei Jährlinge, sowie 20 Mutterstuten. Unter den Zuchtstuten finden sich bekannte Namen aus dem Rennbetrieb, wie etwa Elladora de Forgan, die tragend vom hauseigenen Hengst Ibiki de Houelle angeboten wird. Die Tochter von Gazouillis hatte 2018 sowohl den Prix du President de la Republique (GR I), als auch den Prix des Elites (GR I) gewonnen. Ebenfalls ein Fohlen von Ibiki de Houelle erwartend, wird Diva du Mouchel, zweifache semi-klassische Siegerin, im Auktionsring erscheinen. Auch Goforme de Houelle, Platzierte im Prix des Centaures 2020 (GR I), gehört zum Angebot.

Elladora de Forgan - Foto: SCOOPDYGA

 

Bei den noch aktiven Rennpferden sind unter anderem Jalisco Fligny, Sieger auf Gruppe III-Niveau und Platzierter auf Gruppe II-Ebene, sowie der in Paris erfolgreiche Jigsaw d’Amour vertreten.

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Yves Dreux: "Lavalloise Girl hat eine große Zukunft"

Nach einem enttäuschenden Wintermeeting 2024/25 meldet sich der Stall von Yves Dreux in diesem Winter deutlich erfolgreicher zurück. Diese positive Entwicklung reiht sich nahtlos in sein insgesamt gutes Jahr 2025 ein. Insbesondere auch im Hinblick auf seine Zuchtaktivitäten.

Foto: SCOOPDYGA

 

In gewisser Weise nimmt das Quartier von Yves Dreux Revanche für den vergangenen Winter. Mit bereits neun Siegen im laufenden Wintermeeting hat der Stall aus der Mayenne die krankheitsbedingten Rückschläge des Vorjahres hinter sich gelassen. Damals war die Situation zur gleichen Jahreszeit schwierig. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Trainer mit den aktuellen Leistungen: "Der Monat November war sehr gut. Auch der Dezember ist gut verlaufen. Das tut gut, denn wir hatten im vergangenen Jahr einen schwarzen Winter, in dem die Pferde krank waren und vom 15. November bis zum 15. Februar nicht laufen konnten. Das geht einem wirklich ans Herz."

Seit Jahrzehnten sind seine Pferde während der Wintermonate in Grosbois untergebracht. Bislang sind sie von den Pferdegrippen verschont geblieben, die derzeit viele Ställe auf dem Pariser Trainingsgelände betreffen. Die positive Entwicklung dürfte sich in den kommenden Wochen fortsetzen. "Mein bestes Pferd dieses Winters, Lavalloise Girl, wird aktuell nur wenig laufen, aber im Februar wieder an den Start kommen. Sie ist sehr gut und ich glaube, sie hat eine große Zukunft. Louisiane Girl sollte bald ihren Tag finden, sie war zweimal Zweite. Jalna Girl dürfte ein gutes Rennen zeigen, und Jaflosa Girl sollte man am Tag des Prix de Cornulier im Auge behalten (Prix d’Espalion/18. Jan)."

Erfolg auf allen Ebenen

Neben dem gelungenen Start ins Wintermeeting kann Yves Dreux auch auf zahlreiche Erfolge in seiner Zucht zurückblicken. Mit 55 Siegen und 935.715 Euro Gewinnsumme im Jahr 2025 hat er sein erfolgreichstes Zuchtjahr seit seinen Anfängen 1978 mit seinem ersten Fohlen Maxim Boy erlebt. Jedes Jahr bildet er rund zwanzig Jährlinge aus. "Das reicht vollkommen aus, zumal ich nicht jünger werde", sagt er schmunzelnd.

Seine Pferde, bekannt unter dem Namenszusatz 'Boy' oder 'Girl', hätten ursprünglich auch anders heißen können: "Mein Hof heißt 'Petit Bocage', und ich hätte gerne den Namen Bocage verwendet, aber der war schon vergeben. Also haben wir anfangs einfach 'Boy' oder 'Girl' genommen. Da es funktioniert hat, haben wir es so gelassen." Pferde wie Balou Boy, Little Boy oder Akarad Boy haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Doch der Erfolg der Zucht reicht weit über die Weiden hinaus - bis in den eigenen Trainingsstall: "Die Zucht ermöglicht mir Unabhängigkeit, und das ist sehr wichtig. Da ich ausschließlich meine eigenen Pferde trainiere, muss ich mich nicht gegenüber Besitzern rechtfertigen. Egal ob ich eine gute oder eine schlechte Entscheidung treffe."

Es war also ein reiches Jahr auf beruflicher Ebene, aber nicht nur das: Es markierte auch das Debüt seines Enkels Arthur Raffin im Amateurlager, was Dreux als "einen persönlichen Stolz" umschreibt.

Schritt zurück

Mit 2.536 Siegen auf seinem Konto hat der 68jährige Profi in jüngster Zeit den Sulky in Vincennes anderen Fahrern beiseitegestellt. "Diesen Winter habe ich komplett abgegeben. Eric (Raffin), mein Schwiegersohn, macht das besser als ich", sagt er lachend. "Im Frühjahr werde ich wieder in der Provinz fahren, aber in Paris gar nicht oder nur sehr wenig. Wenn man anfängt, ein wenig den Anschluss zu verlieren, fehlen einem bestimmte Bezugspunkte, vor allem an den Startstellen. Um heute in Vincennes zu fahren, muss man zu hundert Prozent da sein. Die Rennen werden mit Kleinigkeiten entschieden."

Einschätzung zu den Höhepunkten des Winters

Der Prix de Cornulier und der Prix d’Amerique rücken näher. Die Sieganwärter kristallisieren sich zunehmend heraus. Auch Yves Dreux hat seine Favoriten. Seine Einschätzung teilt er den Lesern des ParisTurf' mit: "Nach seinen Leistungen denke ich, dass Jeroboam d’Erable der Favorit im Cornulier sein wird. Das ist auch meine Wahl. Im Prix d’Amerique ist es anders, dort sticht keiner wirklich heraus. Eine Stute, die immer ihre Leistung bringt, ist Inmarosa. Dazu kommen Jushua Tree, Josh Power und Go On Boy, der für mich der sicherste Kandidat in diesem Rennen ist."

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PMU - Umsätze geraten ins Stocken

Die große Kälte, die zu Beginn dieses Januars herrscht, wirkt sich wenig überraschend auf die Umsätze der PMU  aus, die zudem am Mittwoch im Laufe des Tages von einer technischen Störung betroffen war.

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"Eine Welle großer Kälte, wie wir sie gerade erlebt haben, schmälert, ebenso wie eine Hitzewelle, die Umsätze der PMU um etwa 10% pro Tag", erklärt einer der Kontakte des ParisTurf aus der Institution. Die Rahmenbedingungen sind zu Beginn des Jahres für die Aktivitäten der PMU wenig günstig, ebenso wie für viele andere französische Unternehmen. Zwar ist es den Veranstaltern gelungen, die wichtigsten Einnahmen zu sichern, indem keine Quinte abgesagt wurde, doch die Umsätze leiden dennoch spürbar darunter. So kam es am Dienstag zu einem deutlichen Rückgang von 25%, insbesondere infolge der Verschiebung der Rennveranstaltung in Pornichet auf den folgenden Tag.

Als wäre die Kälte nicht schon genug, war die PMU am Mittwoch zusätzlich von einer technischen Störung betroffen. "Ein Vorfall bei einem unserer Dienstleister führte am Mittwoch zwischen 11:30 und 14:30 Uhr zum Ausfall eines Teils der Verkaufsstellenausstattung", heißt es seitens der PMU. "Die Abgabe von Wetten blieb jedoch während des Vorfalls in der Mehrzahl der Verkaufsstellen möglich. Die Ursache wurde identifiziert und das Problem behoben. Der PMU entschuldigt sich bei ihren Kunden und Partnern für diesen Vorfall."

Die für die kommenden Tage angekündigte mildere Witterung dürfte der Aktivität in den Verkaufsstellen jedenfalls nicht schaden.

Donnerstag 08 Januar 23:13 Uhr
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Luba Sonn

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Cyrille Buhigne: "Wir arbeiten in Ruhe und mit Gelassenheit"

Cyrille Buhigne, der im letzten Jahr unter anderem als Trainer von Lilas Castelle positiv aufgefallen ist, hat einen Teil seines Stalls an die Cote d’Azur verlegt, um am Wintermeeting in Cagnes-sur-Mer teilzunehmen. Nach einem starken Jahr 2025 sprach der Trainer aus dem Departement Mayenne mit dem ParisTurf über seine Ziele für 2026, sowie über das geplante Programm der Aushängeschilder seines Stalles.
 
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Etwas mehr als tausend Kilometer trennen die Mayenne von der Rennbahn an der Cote d’Azur. Diese Reise hat der 49jährige Trainer Cyrille Buhigne auf sich genommen. Nach einem Rekordjahr 2025 für seinen Stall mit 23 Siegen und Einnahmen von 500.971 Euro zieht der in Meslay-du-Maine beheimatete Trainer eine Bilanz der vergangene Saison: "Das Jahr 2025 war gut, wir haben unseren Rekord bei Siegen und Gewinnen gebrochen. Es hätte noch besser sein können, wenn wir mit Lilas Castelle im UET Finale in Solvalla Zweiter geworden wären. Das bleibt das große Bedauern des Jahres (Anm.: Fehler im Einlauf). Das ist immer noch schwer zu verdauen."
 
Anschließend erklärt er seine Entscheidung, einen Teil seines Bestands an die Riviera zu verlegen: "Letztes Jahr war ich schon einmal hier, aber ich hatte keine Pferde dauerhaft vor Ort gelassen. Golden Visais und Kaporal Visais standen bei David Cinier, andere bei David Alexandre. Dieses Jahr habe ich mit meinen Pferden gute Startmöglichkeiten, also war es eine gute Gelegenheit. Zu Beginn habe ich sechs Pferde mitgebracht, zwei weitere kommen Anfang nächster Woche."
 
Wie so oft im Rennsport lief jedoch nicht alles nach Plan: "Es lief zunächst schlecht, denn bei der Ankunft haben sie sich mit der Grippe angesteckt. Die Planung hat sich dadurch verzögert, aber inzwischen scheint wieder alles in Ordnung zu sein."
 
Der Trainer von Fighter Smart, dem überraschenden Sieger des Prix Albert Viel 2018 (GR I), blickt bereits auf 2026: "Für das kommende Jahr hoffe ich, es genauso gut zu machen wie im letzten. Das wäre schon sehr gut. Wir müssen einfach so weiterarbeiten wie bisher. Ich habe viel Freude an der Arbeit, das Glück, gute Pferde und treue Besitzer zu haben. Wir arbeiten in Ruhe und mit Gelassenheit."
 
Ausland für Lilas Castelle, GNT für Jag Stryck
 
Über das Aushängeschild seines Stalls, Lilas Castelle, sagt der frühere Pfleger von Insert Gede: "Sie hat bewiesen, dass sie auf dem Niveau der Besten ist. Sie wird diesen Winter geschont. Wir behalten sie für den Jahresanfang. Ziel ist es, mit ihr eine Kampagne im Ausland vorzubereiten. Letztes Jahr wäre sie ohne ihren Fehler im Einlauf im UET-Finale in Solvalla Zweite hinter Dream Mine geworden. Das ist eine echte Referenz."
 
Zum anderen Leistungsträger des Stalls, Jag Stryck, erklärt er: "Er hatte zum Jahresende kein gutes Programm. Deshalb wollte ich ihn am Sonntag nicht im Prix de Lille starten lassen, zumal ausländische Pferde am Start waren. Ende Februar hat er ein sehr schönes Rennen. In dieser Saison wollen wir mit ihm den Grand National du Trot anpeilen."
 
Die Pferde des Stalls, die man im Auge behalten sollte: "Katia Dhelpa kommt gerade von einem guten Comeback. Sie war im Sommer im 'Coupe' nach einer harten Entscheidung disqualifiziert worden, obwohl sie den zweiten Platz belegt hatte. Für das Rennen an diesem Donnerstag bin ich zuversichtlich (Erg.: 1./dis.). Mostra de Chanlecy - auf sie hatten wir zu Beginn des Meetings große Hoffnungen gesetzt, bevor sie erkrankte. Sie ist eine echte Stute für Cagnes, auf die ich in den kommenden Wochen setze. Joss Capello verfügt über sehr viel Qualität. Er entscheidet selbst. Wenn er will, kann er sehr Gutes leisten. Moon In The Sky hat am 16. Januar ein gutes Rennen vor sich, ihm sollte man Vertrauen schenken. Milord de Buy und Moonlight Danica waren krank. Es sind zwei talentierte 4jährige, die ihren Tag finden sollten. Bei den jungen Pferden werde ich vielleicht zwei 'N' erstmals an den Start bringen. Es sind gute Hengste."
 
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Benjamin Rochard: "Harley Gema war außergewöhnlich"
 
Ihren atemberaubenden Endspurt hat Harley Gema schon des öfteren ausgepackt. Aber dennoch war das Finish der Stute aus dem Stall von Marc Sassier am Donnerstag in Cagnes-sur-Mer, mit dem sie sich den Prix de la Cite d’Azur (GR III) sicherte, sehr beeindruckend.
 
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Im Vorfeld wat mit Spannung das Debüt von Free Time Jepson erwartet worden. Der Vertreter von Alessandro Gocciadoro enttäuschte nicht, musste sich jedoch einer überragenden Harley Gema geschlagen geben. Der 5jährige übernahm gute 1.200 Meter vor dem Ziel das Kommando und führte das Feld auch souverän in den Einlauf. Dabei wurde er schnell vom favorisierten Kaptain du Liamone bedrängt, dessen Attacke er aber bis zum Ziel knapp standgehalten hat. Ebenso wie den spät die Entscheidung eingreifenden Imperator d’Ela, der sich als Dritter zwischen Free Time Jepson und Kaptain du Liamone platzierte. Aber keiner aus diesem Trio hatte eine Antwort auf den langgezogenen Speed von Harley Gema.
 
Zu Beginn des Einlaufs hatte die Bold Eagle-Tochter noch gut ein Dutzend Längen Rückstand auf den Führenden, ehe sie den Turbo zündete. "Sie war außergewöhnlich!", schwärmte ihr Fahrer Benjamin Rochard nach dem Rennen. "Wir lagen sehr weit zurück, und sie hat sich am Ende wirklich voll reingehängt. Das hat mir enormen Spaß gemacht."
 
 
Ähnlich begeistert äußerte sich Trainer Marc Sassier über seine Stute: "Sie war sehr gut, vor allem weil das Tempo nicht besonders hoch war und sie eine Runde vor dem Ziel etwas stark pullte. Sie musste die Arbeit praktisch allein erledigen, und im letzten Bogen dachte ich noch, wir würden als Vierte oder Fünfte ins Ziel kommen - mit einem ordentlichen Rennen. Aber sie war erneut außergewöhnlich. Sie ist neun Jahre alt, gibt aber immer noch alles und wirkt dabei sehr frisch. Auf flachen Bahnen gehört sie zum Besten, was es gibt."
 
Auslandskampagne im Frühjahr
 
Auf die Frage nach einer möglichen Auslandskampagne im Frühjahr antwortete der Trainer aus der Mayenne klar mit 'Ja': "Im vergangenen Jahr fand ich es, obwohl sie bereits acht Jahre alt war, noch zu früh. Jetzt ist der richtige Moment gekommen. Es gab bereits einige Anfragen, und wenn man dieses Jahr wieder auf uns zukommt, werden wir wohl positiv reagieren. Die Stute verdient es, auf höchstem Niveau zu laufen."
 
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Jean-Pierre Barjon: "Wir tragen die Seele des französischen Trabers in uns"
 
An diesem Donnerstag hat die  Dachorganisation des französischen Trabrennsports (SETF) die Neujahrsgrüße ihres Präsidenten Jean-Pierre Barjon veröffentlicht.
 
Foto: Bruno Vandevelde
 
 
Jean-Pierre Barjon:
"Liebe Präsidenten, sowie ehrenamtlich Engagierte unserer Rennvereine, liebe Aktive unserer Branche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Liebhaber unseres Sports. Liebe Wetter, liebe Freunde - in diesen ersten Tagen des Januars übermittle ich Ihnen meine besten Wünsche für das neue Jahr.
 
In meiner Funktion als Präsident ist es meine Pflicht, auf die Ereignisse des Jahres 2025 zurückzublicken und insbesondere die Sichtweise unseres Verwaltungsrats auf die Zukunft unseres Verbandes mit Ihnen zu teilen. Vor fast genau einem Jahr habe ich offen über die Herausforderungen gesprochen, vor denen wir standen und die wir bewältigen mussten. Wir stellten damals die besorgniserregende Entwicklung der Wettumsätze fest und wiesen auf das Risiko hin, dass die PMU nicht in der Lage sein könnte, die erwarteten Einnahmen zu erzielen und den angekündigten Haushalt einzuhalten. Leider hatten wir mit dieser Analyse recht, wie die Zahlen des Jahres 2025 gezeigt haben.
 
Bereits im April wurde auf Antrag unserer Ministerin für öffentliche Haushalte, Frau Amelie de Montchalin, ein Bericht der Finanzaufsichtsbehörde in Auftrag gegeben. Diagnose und Empfehlungen waren eindeutig: Es wurde die Notwendigkeit festgestellt, einen ambitionierten Transformationsplan einzuleiten, der unter dem Namen "Pacte PMU 2030" bekannt ist. Im September schloss sich uns Herr Eric Woerth an, der vom Premierminister beauftragt wurde, an der Ausarbeitung und Umsetzung dieses Plans mitzuwirken. Heute begrüßen wir in der PMU einen neuen Generaldirektor, Herrn Cyrille Giraudat. Wir schenken ihm unser volles Vertrauen, eine neue, ehrgeizige und offensive PMU zu entwerfen, zu gestalten und aufzubauen - im Dienst unserer beiden Rennsportsparten.
 
In diesem schwierigen Umfeld konnte die SETF im Jahr 2025 dennoch ein finanzielles Ergebnis erzielen, dass über unserem Referenzhaushalt lag. Diese Leistung ist einer strengen Haushaltsführung, sowie dem Engagement unserer Teams und der Mitglieder des Verwaltungsrats zu verdanken, denen ich ausdrücklich meinen Dank aussprechen möchte. Die Dotationen und Förderungen wurden 2025 aufrechterhalten. Zur Erinnerung: Im Jahr 2019 hatte die SETF 254 Millionen Euro an Geldern ausgeschüttet. 2025 belief sich dieser Betrag auf 293 Millionen Euro, was einem Anstieg von mehr als 15 Prozent innerhalb von sechs Jahren entspricht. Seit 2021 konnten über 90 Millionen Euro zusätzlich an unsere Branche zurückgeführt werden. Im gleichen Zeitraum stiegen die Eigenmittel des Verbandes um 50 Millionen Euro. Die gesamte geschaffene Wertschöpfung beläuft sich somit auf 140 Millionen Euro.
 
Unser Verwaltungsrat ist von einer tiefen Überzeugung getragen: Der Trabrennsport hat eine Zukunft, die es verdient, mit Klarheit, Ehrgeiz und Respekt gegenüber all jenen gestaltet zu werden, die ihn leben und tragen. Unsere Branche ist nicht nur ein Wirtschaftszweig, sie ist ein Ökosystem, eine Kultur. Sie belebt ganze Landesteile, sichert Tausende von Arbeitsplätzen und bewahrt ein anspruchsvolles Know-how, dass von Generation zu Generation weitergegeben wird. Sie vereint Frauen und Männer mit Leidenschaft, die im Rhythmus der Pferde, des Trainings und des Wettbewerbs leben. Sie tragen, wir tragen, jeden Tag die Seele des französischen Trabers in uns.
 
An die Zukunft zu glauben heißt jedoch nicht, die Augen zu verschließen. Unser wirtschaftliches und finanzielles Umfeld hat sich verändert. Ja, es reicht nicht mehr aus, um die Stabilität unseres Modells zu gewährleisten. Angesichts dessen setzen wir auf Handeln statt Abwarten. Wir gehen den Weg einer kontrollierten, gemeinsamen, verantwortungsvollen und notwendigen Transformation. Diese beruht auf zwei für uns nicht verhandelbaren Grundprinzipien. Erstens: mit weniger mehr erreichen, mit mehr Beweglichkeit besser arbeiten und dabei unsere Effizienz bewahren. Zweitens: alles daransetzen, die Dotationen zu erhalten, den lebenswichtigen Treibstoff unserer Branche. Für uns sind diese Dotationen kein bloßer Haushaltsposten, sondern zugleich Motor, Sauerstoff und Energiequelle, kurz gesagt die wichtigste Ressource aller Aktiven. Sie zu schwächen würde die gesamte hippologische und landwirtschaftliche Branche beeinträchtigen, was unserer Aufgabe und vor allem unserem Anspruch widerspricht. Dieses Ziel ist klar, eindeutig und bewusst gesetzt.
 
Wie gesagt, eine Transformation ist notwendig. Sie kann nur gelingen, wenn sie als gemeinsame Anstrengung verstanden wird. Niemand kann Zuschauer bleiben. Wir müssen bei uns selbst beginnen und diese Bewegung innerhalb der Institution weitertragen. Dieser notwendige Prozess beginnt heute mit der Ausarbeitung eines dreijährigen Aktionsplans, der in der gesamten Organisation umgesetzt werden soll. Es handelt sich nicht um einen brutalen Einschnitt, sondern um einen verantwortungsvollen Ansatz, der auf Nachhaltigkeit und den Erhalt unserer Strukturen ausgerichtet ist. Die kollektive Anstrengung muss gerecht, verhältnismäßig und von allen getragen sein. Transformation bedeutet nicht, sich auf reine Sparpolitik zu versteifen. Es geht darum, das Handeln neu auszurichten, Prioritäten zu überdenken und die Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Mehrwert schaffen.
 
Die Zukunft zu gestalten heißt auch, über die Rennbahn Paris-Vincennes zu sprechen. Wir haben die Verlängerung ihrer Konzession um 30 Jahre zu finanziell akzeptablen Bedingungen erreicht. Damit stehen wir ab heute in der Verantwortung, eine neue Rennbahn zu entwerfen - moderner und besser auf unsere zukünftigen Bedürfnisse zugeschnitten. Wir müssen an Lösungen arbeiten, um die Finanzierung dieses ehrgeizigen Projekts sicherzustellen. Abschließend lässt sich festhalten: Der Verwaltungsrat, der Ausschuss und die Mitarbeiter unseres Unternehmens sind geschlossen mobilisiert, um unseren Weg zum Nutzen aller weiterzugehen.
 
Meine lieben Freunde, in wenigen Tagen erleben wir eine neue Ausgabe des Prix de Cornulier, gefolgt vom Start einer Neuerung, dem Prix d’Amerique Festival, am 23., 24. und 25. Januar, mit vielen Überraschungen. Ich weiß, dass einige davon bereits durchgesickert sind und Ihnen sehr gefallen. Ich übermittle Ihnen erneut meine besten Wünsche für das Jahr 2026, die Sie mit Ihren Angehörigen teilen mögen, und freue mich darauf, Sie bald wieder auf unseren Rennbahnen zu treffen."
 
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Amerique-Aus für Fame And Glory
 
Am Donnerstag gab Timo Nurmos, als Trainer von Fame And Glory, gegenüber der schwedischen Fachzeitschrift 'Travronden' bekannt, dass sein Schützling nicht im Prix d'Amerique 2026 an den Start gehen wird.
 
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Zweifel hatten ohnehin schon bestanden, ob der schwedischen Crack am kommenden Prix d’Amerique teilnehmen könne. Zwar hatte Fame And Glory zu Beginn des Winters den Prix Doynel de Saint-Quentin (GR II) überzeugend gewonnen, doch am 21. Dezember war er im "Tenor de Baune",  wo er als Mitfavorit gehandelt wurde, zum Nichtstarter erklärt. Schon zuvor musste der nun 6jährige eine 14monatigen Rennpause verdauen.
 
Am Donnerstag beendete Timo Nurmos die Spekulationen. "Das Pferd war krank. Es hatte Fieber und hustete. Er hatte wirklich viel Ruhe. Er hat zwar wieder mit dem Training begonnen, arbeitet aber noch nicht auf Geschwindigkeit", erklärte er. "Fame And Glory wird nicht im Prix d’Amerique starten, selbst wenn er sich über seine Gewinnsumme qualifizieren würde."
 
Die schwedischen Anhänger können dennoch auf starke Vertreter ihrer Landesfarben zählen. Der Stall Zet bringt Epic Kronos und Francesco Zet an den Start. Zudem wird Borups Victory als Dritter des "Bretagne" sehr ernst genommen werden. Einen schwedischen Sieger hat es seit Readly Express im Jahr 2018 nicht mehr gegeben. Die Chancen stehen aber so gut wie lange nicht mehr.
 
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PRIX D'AMERIQUE - Jean-Michel Bazire: "Nicolas wird Jushua Tree fahren"
 
Jean-Michel Bazire, der in der vergangenen Woche bei einem Trainingssturz in Grosbois schwer gestürzt ist, hat weiterhin enorme gesundheitliche Einschränkungen zu meistern. Exklusiv für den ParisTurf gab der zwanzigfache Fahrerchampion ein Update zu seinem Gesundheitszustand und hat zudem verraten, dass sein Sohn Nicolas ihn im Sulky des Favoriten Jushua Tree im Amerique ersetzen wird.
 
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Für Jean-Michel Bazire änderte sich in der vergangenen Woche alles - genauer gesagt am Freitagmorgen, dem 02. Januar. "Ich saß in Grosbois hinter Jingle du Pont im Sulky, als Jablonski, der rechts neben mir mit Rene Mascle arbeitete, einen Aneurysma-Riss erlitt", schildert er rückblickend den Unfall. "Er brach zur Seite. Rene und ich konnten den Sturz nicht mehr verhindern. Ich war längere Zeit bewusstlos, da ich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe."
 
Zur Erinnerung: Jean-Michel Bazire hatte am 15. Juli 2012 in Enghien bereits einen Schlaganfall erlitten, ausgelöst durch eine arteriovenöse Fehlbildung im Gehirn, während er Quoumba de Guez fuhr.
 
"Ich habe noch immer einige Spuren einer Hirnblutung. Auch wenn meine Sprache langsam zurückkommt, ist sie noch nicht perfekt, und ich suche nach  Worten. Ich habe Kopfschmerzen, bin sehr müde und schlafe viel. Meine linke Hand funktioniert kaum. Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich ihr eine Eins geben. Das Ganze ist also eindeutig neurologischer Natur. Das Blut in meinem Kopf bestätigt das. Jetzt heißt es abwarten, so viel wie möglich ruhen und sich Zeit lassen. Ob das beunruhigend ist? Wissen Sie, in meinem Alter (54 Jahre) gibt es nicht mehr viel, was mich wirklich beunruhigt. Im schlimmsten Fall, wenn ich nicht alle Empfindungen zurückbekomme, höre ich eben mit dem Fahren auf. Meine Karriere ist ohnehin gemacht."
 
Auch Rene Mascle, der ebenfalls schwer gestürzt ist, erholt sich nach und nach. "Er ist am Freitag gestürzt, stand aber bereits am Montagmorgen wieder im Stall, um zu arbeiten."
 
Seit dem vergangenen Freitag reißen die Fragen nicht ab, ob Jean-Michel Bazire in diesem Winter in Vincennes noch einmal auf die Rennbahn zurückkehren wird und vor allem, ob er Jushua Tree steuern kann, den wahrscheinlichen Favoriten des Prix d’Amerique 2026.
 
"Zum jetzigen Zeitpunkt ist es absolut ausgeschlossen, dass ich im Prix d’Amerique an den Start gehe. Mit einer Hand, die heute nahezu nicht funktioniert, ist das schlicht unmöglich. Ich kann Ihnen nicht sagen, wann ich meine linke Hand wieder normal benutzen kann. Auch die Ärzte, die mich im Krankenhaus Kremlin-Bicetre betreuen und mit meinem Fall vertraut sind, wissen es nicht", erklärt er.
 
"Das Leben besteht aus Herausforderungen. Hier ist eine neue - für Nicolas und für mich."
 
"Ich bin zwar in Grosbois geblieben, um an der Seite meines Sohnes Nicolas zu sein und ihm zuzuhören, aber ich gehe nicht einmal an die Bahn, um unsere Pferde beim Arbeiten zu sehen. Ich beschränke mich darauf, sie im Hof zu beobachten, und schlafe sehr viel. Natürlich verändert dieser Sturz die zweite Hälfte unseres Wintermeetings komplett - für mich, aber auch für mein gesamtes Team. Nicolas spricht nicht darüber, aber für ihn bedeutet das zwangsläufig Druck und Stress, gerade mit Liza Josselyn und Jushua Tree, um die ich mich normalerweise kümmere. Er wird Liza Josselyn am Samstag im Prix de Croix fahren und anschließend auch Jushua Tree im Prix d’Amerique steuern. Das Pferd sieht sehr gut aus und ihm geht es laut Nicolas und seiner Pflegerin sehr gut. Es stehen noch acht Trainingseinheiten bis zum großen Tag an. Das Leben besteht aus Herausforderungen. Dies ist eine neue - für ihn und für mich."
Freitag 09 Januar 22:22 Uhr
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Lou

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Stéphane Meunier, Präsident der SEDJ (Syndicat des Entraîneurs, Drivers et Jockeys de Trot)

 

 

 

 

 

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Samstag 10 Januar 01:45 Uhr
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Luba Sonn

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Samstag in Vincennes - Make Your Day vor sechstem Streich
 
Seine Bilanz ist nahezu makellos: sieben Starts, sechs Siege und ein zweiter Platz. Make Your Day, der im vergangenen Winter in Cagnes-sur-Mer kurzzeitig die Farben von Emmanuel Petit getragen hat, kommt mit fünf Siegen in Serie an den Ablauf und tritt nun erstmals in einem Gruppe III-Rennen an.
 
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Der Face Time Bourbon-Sohn, der wieder von Franck Nivard gefahren wird, peilt am Samstag im Prix Bellino II seinen sechsten Sieg in Folge an. Für dieses erste größere Ziel startet er auch zum ersten Mal barfuß. Der nun 4jährige ist das dritte Produkt der Stute Daytona Jet (Gewinnsumme 305.210 Euro), die im halbklassischen Bereich unter dem Sattel platziert war und mit Looping Day bereits einen Gruppe II-Sieger hervorgebracht hat.
 
Make Your Day versucht sich in die Siegerliste eines Rennens einzutragen, dass bereits von mehreren späteren Gruppe I-Siegern geprägt wurde. Darunter Jean Balthazar (Sieger 2023 vor Josh Power), Hussard du Landret (2021) oder Delia du Pommereux (2017).
 
Neben Make Your Day schickt Sebastien Guarato außerdem Ginger Gio ins Rennen, der auf kürzerer Distanz bei seinem Frankreich-Debüt auf diesem Niveau überzeugte, sowie Must Atout und Maestro River.
 
Make a Dream - Bestätigung wird erwartet
 
Als ernsthaftester Gegner der Hunter Valley-Farbe gilt Make a Dream. Der Sohn von Royal Dream belegte bei seinem ersten Start im Wintermeeting im Prix de Chateau-Chinon (GR III), der in starker Manier von Golden Gio gewonnen wurde, einen überzeugenden dritten Platz und zeigte dabei, dass er wieder in sehr guter Form ist. Er wird erstmals von Mathieu Mottier gefahren.
 
Unter den ausländischen Teilnehmern sind Paranoh Newport, der bei seinem Frankreich-Debüt von Eric Raffin gesteuert wird, sowie Muzan Kibutsuji, der zuletzt schon positiv aufgefallen ist. Also ebenso Kandidaten, die man beachten sollte.
 
 
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Etienne Roue-Lecuyer (Gestüt 'du Vivier'): "Selbst mit weniger Budget, muss man zu den guten Hengsten gehen"
 
Im Vorjahr landete das Haras du Vivier nach Siegen bei den Züchtern im Ranking auf Platz Zwei. Das Traditions-Gestüt gehört mit 61 Jahren zu den ältesten noch aktiven Trabergestüten in Frankreich und wird auch in der laufenden Saison von sich reden machen. Für den ParisTurf eine gute Gelegenheit hinter die Kulissen zu blicken und dem Geheimnis der außergewöhnlichen Beständigkeit auf den Grund zu gehen.
 
Foto: NE
 
Seit nunmehr 61 Jahren züchtet das Haras du Vivier Traber und bleibt dabei konkurrenzfähig. Gegründet wurde der Betrieb vom Normannen Jean-Yves Lecuyer. Das Anwesen umfasst 420 Hektar und ist auf zwei Standorte verteilt: das Trainingszentrum in Houesville (Gemeinde Carentan-les-Marais), sowie der Zuchtanlage in Beuzeville-au-Plain, die beide im selben Departement (Manche) liegen.
 
Nach dem Tod des Gründers am 16. September 2024 ging die Leitung des Gestüts an seinen Sohn Etienne Roue-Lecuyer über. Dieser arbeitet heute gemeinsam mit seinen Söhnen Thomas und Thibault und hatte bereits seit rund 13 Jahren schrittweise die Verantwortung übernommen. Die Staffelübergabe erwies sich als voller Erfolg: Mit 102 Siegen im Jahr 2025 verzeichnete "Vivier" die zweiterfolgreichste Saison seiner Geschichte - nur zwei Siege weniger als im Rekordjahr 2019. Zudem belegte das Gestüt Rang Zwei unter allen französischen Züchtern nach Siegen.
 
Etienne Roue-Lecuyer zeigte sich zufrieden und ehrgeizig: "Ich hätte nicht mit so einem Jahr gerechnet. Wir hatten einen sehr starken Frühling, dann passierte drei Monate lang nicht viel, was mit den Problemen von Marius Coignard zusammenfiel, dem Trainer vieler Vivier-Pferde. Die letzten Monate liefen dann aber sehr gut. Wir haben eine starke M- und N-Generation, und ich denke, wir können dieses Jahr unseren Rekord brechen. Das ist jedenfalls das Ziel."
 
Der Start ins neue Jahr ist bereits gelungen: Meteore du Vivier und Moon du Vivier sorgten am vergangenen Montag in Cagnes-sur-Mer für zwei weitere Siege. Und vielleicht folgt schon bald ein besonders prestigeträchtiger Erfolg in einem Gruppe III-Rennen. Hubble du Vivier startet am Samstag mit Chancen im Prix du Forez. 
 
Der 9jährige Wallach hatte schon als Fohlen Eindruck hinterlassen: "Er ist das einzige Pferd aus unserem H-Jahrgang, dass 3jährig kein Rennen gewonnen hat. Dass er einmal über 538.000 Euro verdienen würde, hätte ich nicht gedacht, aber ich wusste, dass er ein gutes Pferd ist."
 
Heute ist Hubble du Vivier eine Ausnahme im Bestand, denn nur wenige Vivier-Pferde treten regelmäßig in hochklassigen Rennen in Paris an. Von den 102 Siegen im vergangenen Jahr wurden lediglich sechs in Vincennes errungen. Eine Situation, die die Familie Lecuyer ändern möchte: "Unser Ziel ist es, wieder Gruppe-Pferde zu haben. Früher hatten wir immer welche. Letztlich will jeder Züchter nach oben - qualitativ wie sportlich."
 
Immer konkurrenzfähig
 
Für Etienne Roue-Lecuyer liegt der Schlüssel zur langfristigen Leistungsfähigkeit im ständigen Investieren: "Man muss immer ein gutes genetisches Niveau halten. Selbst in Jahren mit weniger Budget muss man zu den guten Hengsten gehen. Sonst schleppt man das jahrelang mit sich herum. Viele große Gestüte lassen irgendwann nach, und das spürt man in den folgenden Generationen. Das Wichtigste ist, keine Lücken bei den Abstammungen zu haben."
 
Diese Philosophie führte auch zu einer Selektion im Stutenbestand. Ziel waren ursprünglich maximal 30 Zuchtstuten. Ein Ziel, dass fast erreicht war, inzwischen aber wieder nach oben korrigiert wurde. Für 2026 sind rund 40 Zuchtstuten eingeplant.
 
Der Wunsch, am Puls der Zeit zu bleiben, zeigt sich auch in der am meisten erwarteten Geburt des Jahres: "Natürlich das Fohlen von Tactical Landing. Das wird definitiv Geld wert sein. Es ist eine Wette. Ich habe ihm Electra du Vivier zugeführt. In ihrem Stammbaum fehlen Ready Cash und Coktail Jet. Wenn es ein Hengst wird und gut ist, wird er in ganz Frankreich gefragt sein. Wenn man nicht träumt, braucht man gar nicht zu züchten."
 
Die Geburt wird im Mai erwartet. Ob das vierte Produkt der Tochter von Password verkauft wird, ist noch offen. Grundsätzlich verkauft das Haras du Vivier fast alle Pferde - mit Ausnahme gut gezogener Stuten.
 
Die Bedeutung der Mutter
 
Gute Pferde zu züchten ist keine einfache Wissenschaft. Selbst jahrelange Erfahrung garantiert keinen Erfolg, denn die Genetik spielt nicht immer mit. Für den Gestütsleiter ist jedoch eines entscheidend: die Rolle der Mutter, insbesondere für Entwicklung und Charakter des Fohlens. "Wenn das Fohlen von Geburt an sieht, wie seine Mutter sich bewegt und läuft, folgt es ihr und entwickelt automatisch körperliche Fähigkeiten. Ich hatte einmal große Ponys gekauft, nachdem einige Stuten nach dem Abfohlen eingegangen waren. Das Ergebnis: Keines dieser Fohlen hat je eine Rennbahn gesehen. Die Ponys bewegten sich tagsüber kaum. Und ihre Fohlen ebenso wenig."
 
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Abbruch der Veranstaltung in Vincennes
 
Von den insgesamt acht geplanten Rennen der Veranstaltung in Vincennes, konnten an diesem Freitag nur die ersten beiden Prüfungen durchgeführt werden. Obwohl die Veranstaltung aufgrund der Wettervorhersagen (Tauwetter und starke Niederschläge) bereits seit Dienstag um zwei Stunden nach hinten verlegt worden war, reichte dies nicht aus. Ebenso wenig wie eine zusätzliche Verschiebung des ersten Rennens um eine halbe Stunde.
 
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"Nach dem zweiten Rennen äußerten die Fahrer große Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Pferde aufgrund des Zustands der Bahn. Zudem gab es Rückmeldungen aus den Heats der Trabreiter, die auch ein Risiko für die Jockeys befürchten ließen. Daraufhin wurde entschieden, die sechs verbleibenden Rennen nicht mehr auszutragen", erklärte Benoit Fabrega, Renndirektor der SETF.
 
Er führte weiter aus: "Das Tauwetter ist das Schwierigste, was es auf der Bahn von Vincennes zu handhaben gibt. An den beiden rennfreien Tagen zuvor wurde die Bahn zunächst von Schnee bedeckt, bevor Regen einsetzte und ab gestern Abend (Donnerstag) eine starke Tauphase begann. Unsere Teams waren bereits ab 5 Uhr morgens vor Ort und fanden eine Bahn vor, die auf fünf bis sechs Zentimeter Tiefe aufgetaut war. Diese zähe Masse musste sowohl auf der großen, als auch auf der kleinen Bahn vollständig abgetragen und anschließend neu aufgeschüttet werden. Dennoch blieben problematische Bereiche. Insbesondere im letzten Bogen, in der Zielgeraden und im Bereich der Senke, die nicht vollständig aufgetaut waren. Selbst nach den intensiven Arbeiten traten dort aufgrund des fortschreitenden Tauwetters erneut Schwierigkeiten auf."
 
Die abgesagten Rennen sollen zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen bereits bestehender Veranstaltungen in Vincennes nachgeholt werden. Ein entsprechender Terminplan wird noch veröffentlicht.
 
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Jean-Michel Bazire: "Liza Josselyn ist trotz starker Gegner konkurrenzfähig"
 
Wie jede Woche analysiert Jean-Michel Bazire, als Konsultant für den ParisTurf, die vergangene sowie die bevorstehende Woche seines eigenen Stalls und jenes seines Sohnes Nicolas. Nach einem schweren Sturz im Training am Freitagmorgen, dem 02. Januar in Grosbois, kann er derzeit nicht selbst fahren, verfolgt aber weiterhin sehr aufmerksam den reibungslosen Ablauf im Stall.
 
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Der Ausblick:
 
Samstag, 10. Januar
 
"Melina Supreme (301) tritt mit einem roten Emoji an, da sie noch nicht bereit ist. Hubble du Vivier (412) hat sich auf diesem Niveau bestätigt. Er ist im Prix du Forez vielleicht kein Siegkandidat, sollte aber unter die ersten vier kommen. Aufbauend auf seiner Leistung vom vergangenen Samstag ist Jingle du Pont (406) ebenfalls ein ernsthafter Kandidat für den Sieg. Ich habe zwischen den beiden keine klare Präferenz. Hymne du Gers (410) nutzt dieses Rennen als Vorbereitung auf den nächsten Start am 21. Januar in Cagnes-sur-Mer im Prix Une de Mai.
Liza Josselyn (707) startet wie geplant im Prix de Croix. Die Stute kommt von einem glänzenden Sieg im Criterium Continental, hat danach kurz etwas Luft geholt und anschließend wieder gut gearbeitet. Die Gegner sind stark, dennoch ist sie konkurrenzfähig, auch wenn sie nur hinten ohne Eisen läuft. Nicolas wird sie erstmals im Rennen steuern, aber sie ist im Wettkampf keine besonders schwierige Stute."
 
Sonntag, 11. Januar
 
"Le Maestro trifft auf eine passende Aufgabe. Lorenzo Berry erlebt ein sehr schwieriges Meeting. Vielleicht kann er sich noch eine kleine Platzierung sichern. Jamaica Brown läuft in ihrer Kategorie. Normalerweise ist sie auf diesem Niveau konkurrenzfähig. Alles ist eine Frage der Disziplin. Wie immer kann Mouskie de Guez ein gutes Preisgeld mitnehmen. Miss Black Berry ist gut untergekommen. Ihre beiden Monte-Starts waren katastrophal. Wir werden sehen, wie es diesmal läuft. Mythique Josselyn hat zuletzt gut gewonnen, steigt nun aber in der Klasse auf. Zudem ist der Autostart nicht unbedingt zu seinem Vorteil. Eher ein Kandidat für eine kleinere Platzierung."
 
Montag, 12. Januar
 
"Johnny du Pont tritt in Nantes an. Aufgrund seiner Qualität und seiner letzten Leistungen darf man ihn logischerweise für eine gute Platzierung in Betracht ziehen."
 
Dienstag, 13. Januar
 
"Legende Seven dürfte in einem Stutenrennen bis 40.000 Euro Gewinnsumme antreten - warum also nicht? Kracus de Guez ist gut engagiert, enttäuscht aber häufig. Besser nur für eine Platzierung einplanen."
 
Der Rückblick
 
Donnerstag, 01. Januar
 
"Mille Sabords Divo (1.) wartete bis zum 01. Januar, um erstmals komplett barfuß zu laufen, und gewann überzeugend. Ein interessantes Pferd mit Charakter und viel Potenzial. Lapis Lazuli (10.) lief schwach. Fellow Wise As (disq. nach Überprüfung) wurde wegen seiner Gangart disqualifiziert. Von innen wirkte er jedoch keineswegs schlecht. Sehr schade, denn es ist ein tolles Pferd und seine Leistung war gut.
Im selben Rennen machte Lord du Gers (disq.) einen unnötigen Fehler, obwohl er gut positioniert war und konkurrenzfähig aussah. Lissandro (disq.) ist derzeit völlig außer Form."
 
Samstag, 03. Januar
 
"Mouskie de Guez (4.) absolviert ein solides Meeting und lief erneut gut.
Kempel de Guez (2.) zeigt ebenfalls einen starken Winter und bleibt weiter zu beachten. Iermes de Guez (8.) muss in der Klasse einen Schritt zurück und seine Ambitionen herunterschrauben."
 
Sonntag, 04. Januar
 
"Jingle du Pont (2.) zeigte im Prix de Lille hinter Cobra Killer Gar eine starke Leistung, obwohl er aus der zweiten Reihe hinter dem Auto startete. Man kennt ihn - er gibt immer alles. Noela Josselyn (3.) ist eine gute Stute und zeigte im Prix Gelinotte eine sehr ansprechende Leistung. Mille Etoiles (3.) überzeugte mit starkem Endspurt im Prix Charles Tiercelin und bestätigte ihren Platz unter den Besten ihres Jahrgangs. Schwierig bleibt es für Melba du Gers (8.), die knapp unter dem Topniveau ihrer Generation liegt. Gilles Grif (3.) lief gut. Schade nur, dass er sich am Gebiss etwas aufrieb. Sonst wäre Platz Zwei möglich gewesen."
 
Montag, 05. Januar
 
"Jamaica Brown (disq.) war gezielt auf dieses Rennen vorbereitet, bleibt aber eine sehr launische Stute. Mamounia Seven (4.) absolviert ein solides, unauffälliges Meeting."
 
Dienstag, 06. Januar
 
"Matisse du Pont (1.) ist ein sehr angenehmes Pferd. Er wurde gut geritten und bestätigte seine Monte-Qualitäten mit einem sicheren Sieg. Love Me Again (disq.) machte früh einen Fehler. Schade, denn das Rennen passte gut für sie. Die höhere Klasse schafft sie derzeit nicht, daher werden wir etwas abwarten."
 
Beobachtung der Woche von JMB
 
Auch wenn Jean-Michel Bazire das Training inzwischen an seinen Sohn Nicolas abgegeben hat, ist sein Wettkampfinstinkt ungebrochen. Als aufmerksamer Beobachter liefert er seine Entdeckung der Woche: "Melia Barbes hat vergangenen Montag sehr überzeugend gewonnen. Nach diesem Sieg sollte sie problemlos eine Klasse höher bestehen können und dürfte bereits bei ihrem nächsten Start wieder glänzen."
Samstag 10 Januar 02:14 Uhr
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Luba Sonn

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Die Interviews mit den Züchtern lese ich immer sehr gerne. Da erzählt eigentlich jeder Züchter von seiner eigenen Philosophie. Zum Beispiel was die Auswahl der Hengste angeht. Oder manchmal liegt auch ein größerer Fokus auf den Mutterlinien.

Aber was Roue-Lecuyer zu der Aufzucht erzählt, gefälllt mir besonders gut. Hier noch einmal rauskopiert.

"Wenn das Fohlen von Geburt an sieht, wie seine Mutter sich bewegt und läuft, folgt es ihr und entwickelt automatisch körperliche Fähigkeiten. Ich hatte einmal große Ponys gekauft, nachdem einige Stuten nach dem Abfohlen eingegangen waren. Das Ergebnis: Keines dieser Fohlen hat je eine Rennbahn gesehen. Die Ponys bewegten sich tagsüber kaum. Und ihre Fohlen ebenso wenig."

Würde mich interessieren was ein Züchter wie Tsunami Diamant Tsunami Diamant  oder andere hier anwesende Züchter dazu sagen. Habt Ihr ähnliche Beobachtungen gemacht, dass, wenn die Mutter sich mehr bewegt, auch das Fohlen eine bessere Zukunft hat?

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