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Frankreich-News
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Freitag 08 Mai 17:43 Uhr
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Luba Sonn

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Delphine Besse im Profilager

Zwei Starter, zwei Siege! Am vergangenen Sonntag feierte Delphine Besse auf der Rennbahn von Rambouillet eine Erfolgsquote von 100%. Nacheinander gewann sie mit Muse de l'Avre und Kaporal Kadesh. Beide Pferde laufen in den Farben von Tanguy de La Bourdonnaye und werden von Francois Lagadeuc trainiert, bei dem sie arbeitet, seit dieser den Großteil des Bestands des Besitzers übernommen hat.

Foto: APRH

 

Dieser Doppelerfolg ist umso schöner, weil er der Siegerin des Prix Yvonnick Bodin 2017 im Sattel von Arlington Dream nun endlich den 50. Sieg ihrer Karriere einbrachte. Damit schaffte sie den Sprung in das Profilager.

"Mit all den Unterbrechungen und Richtungswechseln in meinem Leben jagt man dem 50. Sieg nicht mehr wirklich hinterher. Aber ich muss zugeben, dass damit ein Kapitel zu Ende geht", erklärt Besse, die ursprünglich Lehrerin werden wollte, bevor sie begann, mit den Pferden zu arbeiten. "Als ich damals bei Philippe Allaire aufgehört habe, war ich noch nicht bereit, den Rennsport aufzugeben. Dagegen hatte ich nach Corona den Wettkampf innerlich eigentlich schon abgeschrieben."

Nach einigen Veränderungen und der Suche nach einem neuen Arbeitgeber erwies sich die Begegnung mit Francois Lagadeuc als entscheidend dafür, dass sie mit über 40 Jahren wieder ins Peloton zurückkehrte. "Francois ist sehr ruhig und überlegt, wir haben in vielen Dingen dieselbe Sichtweise", erzählt sie. "Im vergangenen Sommer hatten wir Schwierigkeiten, Nachwuchsreiter für Trabreiten zu finden, deshalb habe ich erneut eine Lizenz beantragt."

Auch wenn sie am Sonntag ihre Freude nicht überschwänglich zeigte, "das liegt einfach nicht in meinem Charakter", sagt sie fast entschuldigend, war Delphine Besse glücklich: "Als ich zu den Rennen aufgebrochen bin, hatte ich das Gefühl, dass der 50. Sieg schon mit im Transporter saß, denn ich hatte zwei Top-Chancen. Das war das Geschenk vom Chef!"

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Neue "Miss President" ?

Als seine Miss des Besaces im vergangenen Herbst im Saint-Leger des Trotteurs (GR I) überraschend Zweite wurde, und das zu einer Quote von 135:1, schwebte Eric Martin bereits auf Wolke Sieben. Immerhin wechselte seine Stute zuvor in einem Verkaufsrennen den Besitzer. Schon ein kleiner Platz auf diesem Niveau hätte ihn glücklich gemacht. Doch es kam ganz anders.

Foto: APRH

 

Nach einer weiteren Gruppe I-Platzierung im Prix des Centaures (Vierte) sowie mehreren guten Ergebnissen auf halbklassischem Niveau während des Wintermeetings, gewann die Stute nun erstmals selbst auf dieser Ebene - im Prix Rene Palyart, der zur 'Etrier 3/4/5'-Serie gehört. Dieser Erfolg öffnet ihr die Türen zum Prix du President de la Republique (21. Juni). Für Eric Martin geht der Traum mit seiner "Miss" also weiter.

Eric Martin ist Züchter der Vertreterin des Ecurie de Windcut. Er besitzt nur wenige Mutterstuten auf etwa sechs Hektar Land. Sein Betrieb liegt in Saint-Martin-des-Besaces zwischen Caen und Villedieu-les-Poeles. Er stammt aus einer Bauernfamilie und hatte schon früh Berührungspunkte mit dem Trabrennsport: "Meine Eltern waren Nachbarn von Louis Sauve, einem großen Profi der 1960er- und 1970er-Jahre. Zwar hatten meine Eltern selbst keine Rennpferde, aber der Bezug war trotzdem da. Ich liebte es schon als Kind, auf die Rennbahnen zu gehen und den Trabern zuzusehen. Das war für mich ein echtes Vergnügen. Beruflich arbeite ich eigentlich mit Selle-Francais-Pferden (Rasse, die hauptsächlich zum Springen eingesetzt wird) und beschäftige mich mit Embryotransfers, aber die Traber sind meine wahre Leidenschaft."

Damals, als Miss des Besaces im Saint-Leger von Caen ihren Durchbruch schaffte, erzählte Eric Martin in der Rubrik 'Histoire de Champions' von 'Province Courses L’Hebdo', wie er selbst zur Zucht gekommen war: "Das verdanke ich meinem leider inzwischen verstorbenen Freund Christian Lariviere. Durch ihn habe ich den Schritt gewagt. Gemeinsam kauften wir auf der Auktion in Cabourg eine Zuchtstute. Sie war tragend von Halimede, und aus dieser Verbindung entstand Deesse Des Besaces, eine Stute, die sechs Rennen gewann und fast 80.000 Euro verdiente. Das war ein guter Anfang."

Später kaufte Eric Martin Caldeira Turgot, die Mutter von Miss des Besaces, nach deren Rennkarriere vom Trainer Valentin Coligny. Anschließend wandte er sich an Joel Hallais und erhielt zwei Decksprünge von Memphis du Rib mit Kaufoption. Daraus entstanden Miss des Besaces und ihr Vollbruder Nemphis Desbesaces.

Joel Hallais qualifizierte Miss des Besaces in Le Mans im Juli ihres zweiten Lebensjahres und ließ sie im September in Laval debütieren. Danach wurde sie an Thierry Lejeune verkauft und kam in das Training von Bruno Marie. Unter dessen Regie gewann sie zwei Trabreiten in Vincennes und holte Platzierungen auf Gruppe II-Niveau.

Danach verlief ihre Karriere wechselhaft, bis sie im vergangenen September vor den Sulky in einem Verkaufsrennen antrat. Dort wurde sie von den Eheleuten Karsenty (Ecurie de Windcut) entdeckt und für 20.001 Euro gekauft, obwohl sie im Reclamer selbst unplatziert blieb. Nur elf Tage später erreichte sie unter Trainer Romain Larue und Reiter Alan Gendrot, der seitdem fast immer ihr Partner war, den zweiten Platz im Saint-Leger des Trotteurs. Der Beginn einer wunderbaren Geschichte.

Vielleicht wird ihre jüngere Schwester Pin Up des Besaces, von Justin Bold, diese Geschichte fortsetzen. Sie ist für die Auktionen in Caen im kommenden Herbst vorgesehen. Außerdem brachte ihre Mutter gerade einen Hengst von Go On Boy zur Welt. In diesem Frühjahr soll Caldeira Turgot von Boccador De Simm gedeckt werden.

Teamarbeit

In seiner Freude als Züchter würdigt Eric Martin all jene, die Miss des Besaces geprägt und gefördert haben. Ebenso wie jene, die ihm bei der Betreuung seiner Pferde helfen. Denn neben seiner beruflichen Tätigkeit war er bis März dieses Jahres auch Bürgermeister seiner Gemeinde. "Sebastien Mathelier, seine Söhne Victor und Jules, Marc Lebrun, Denis Gaudette und all die anderen, die ich jetzt vergesse, aber sich angesprochen fühlen dürfen. Ich verbinde sie alle mit diesem Erfolg und danke ihnen herzlich."

Eine Familie harter, mutiger und zuverlässiger Pferde

Miss des Besaces besitzt kein modernes "Modepedigree". Namen wie Ready Cash, Viking’s Way, Coktail Jet, Love You oder Goetmals Wood fehlen. Ihr Stammbaum ist vielmehr ein klassischer 'Outcross' ohne Inzucht in den ersten fünf Generationen. Wenn die Zeit kommt, sie in die Zucht zu schicken, wird die Auswahl an Hengsten groß sein. Man geht jedoch davon aus, dass sie zunächst zu Gelati Cut gehen wird, der ebenfalls dem Ecurie de Windcut gehört und mit diesem Ziel gekauft wurde.

Auch wenn ihr Pedigree nicht als modern gilt, gilt es doch als solide und zuverlässig. Ihre Mutter Caldeira Turgot gewann zwei Rennen und verdiente über 100.000 Euro. Sie hatte exakt 100 Starts zwischen ihrem zweiten und siebten Lebensjahr und gewann unter anderem in Caen, während sie mehrfach in Vincennes und Enghien platziert war. Die Familie zeichnet sich durch harte, mutige und langlebige Pferde aus, die oft mehr als hundert Rennen bestreiten. Genau diese Qualität erkennt man auch in Miss des Besaces wieder.

"Memphis du Rib x Florestan - eine Erfolgsformel"

Memphis du Rib, der Vater von Miss des Besaces, war dreifacher Gruppe I-Sieger  - unter anderem im Criterium der 3jährigen, im Criterium der 4jährigen und im Prix de l’Etoile. Sein Meisterwerk als Deckhengst ist der Crack Aubrion Du Gers mit 46 Siegen und 2,5 Millionen Euro Gewinnsumme. Interessanterweise stammt Aubrion Du Gers ebenso wie Miss des Besaces aus einer Tochter von Baccarat du Pont (Florestan-Linie). Allgemein haben sich Töchter und Enkelinnen von Florestan außergewöhnlich gut mit Memphis du Rib ergänzt. Seine vier erfolgreichsten Nachkommen entstammen genau dieser Kombination. Zweifelsohne eine Erfolgsformel.

Der beständige Erfolg von Romain Larue

Romain Larue gehört zu jenen Trainern, die es immer wieder schaffen, mit einem vergleichsweise kleinen Bestand Spitzenpferde hervorzubringen. Seit rund fünfzehn Jahren selbstständig, hat er zahlreiche Gruppe-Pferde hervorgebracht.

Miss des Besaces, Siegerin auf halbklassischem Niveau und mehrfach klassisch platziert, reiht sich nun in diese Liste ein. Vor ihr gab es bereits Pferde wie Ariane Du Goutier, Siegerin des Prix Herve Ceran-Maillard (GR II), oder Bardane Du Houlbet, Gewinnerin des Prix Ephrem Houel (GR II).

Der Beste von allen war aber Gelati Cut, dreifacher Gruppe II-Sieger, mehrfach auf Gruppe I-Niveau platziert und sogar Vierter im Elitloppet. Auch Loulou De Mye machte auf höchstem Niveau auf sich aufmerksam, insbesondere mit einem starken dritten Platz im Prix Albert Viel. Heute betreut Romain Larue rund 35 Pferde in Saint-Martin-de-Bienfaite.

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Danny Brouwer: "Gregor mag die Piste in Borely sehr"

Das Quartier von Danny Brouwer befindet sich aktuell in hervorragender Form. Nachdem er erst kürzlich in Vincennes mit Kira Bo Face erfolgreich war, holte er gestern in Marseille gleich zwei Siege. Im Hauptrennen des Tages holte er im Sulky des 10jährigen Gregor schon den Doppelschlag, nachdem er ein Rennen zuvor mit Niagara River als Erster die Ziellinie überquerte.

Foto: Agence Couleur Casaques

 

Der erst 28jährige Trainer sprach nach dem zweiten Treffer, der deutlich weniger erwartet wurde, mit dem ParisTurf: "Er ist ein alter Herr mit kleinen Problemen. Anders als in Cagnes-sur-Mer im vergangenen Winter, wo er sich nicht wohlgefühlt hat, mag die Piste in Borely sehr. Wir haben uns Zeit genommen, dieses Rennen gezielt vorzubereiten, zumal er in einer Woche noch einmal dasselbe Rennen bestreiten wird. Ich hatte unterwegs den idealen Rennverlauf, und er konnte stark beschleunigen, um das Pferd von Theo (Briand) noch zu schlagen.

Was Niagara River betrifft: Sie ist eine fantastische Stute. Wegen ihrer Gangart fällt ihr die große Bahn in Vincennes etwas schwerer. Auf flachen Bahnen ist sie dagegen perfekt. Auch sie wird nächste Woche wieder laufen. Diesmal auf der Grasbahn in Avignon. Bis dahin bleiben wir in Cagnes stationiert", erklärte der Trainer, der gemeinsam mit seinem Bruder Micha Brouwer arbeitet und immer stärker auf sich aufmerksam macht.

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Samstag in Caen - Matthieu Abrivard über Golden Gio: "Unser Ziel ist der Sieg"

Der Italiener Golden Gio, der im vergangenen Monat in Turin voll überzeugen konnte, greift am Samstag in Caen im Prix Guillaume le Conquerant (GR III) an. Dabei trifft er aber auf einige der besten französischen 4jährigen.

Foto: SCOOPDYGA

 

Das Rennen wurde 2022 ins Leben gerufen. Die erste Austragung gewann damals ein gewisser Idao de Tillard. Auch in diesem Jahr verspricht das Rennen wieder spektakulär zu werden. Der Italiener Golden Gio scheint durchaus in der Lage zu sein, besser abzuschneiden als ein anderer Schützling von Antonio Somma: Frank Gio unterlag 2025 nach einem spannenden Duell knapp gegen Lovino Bello.

Golden Gio genießt bei Sebastien Guarato hohes Ansehen, wurde jedoch zunächst im Prix Ourasi (GR I) und anschließend am 21. März in Mailand disqualifiziert. Der Sohn von Face Time Bourbon rehabilitierte sich jedoch eindrucksvoll am 06. April in Turin, als er die 'Trofeo Aste Anact Open' souverän gewann und dabei den Sieger des italienischen Derbys, Gabrioz, klar hinter sich ließ. Zurück auf französischem Boden wird der Vertreter von Mitbesitzer Giuseppe Franco am Samstag erstmals im Wettbewerb auf einem  Rechtskurs antreten. "Er kann manchmal Fehler machen, aber er besitzt enorme Fähigkeiten. Unser Ziel ist der Sieg", erklärt Matthieu Abrivard, der ihn mit Vorfreude wieder fahren wird.

Nach ihren Fehlern im Prix de Tonnac-Villeneuve (GR II) am 18. April in Enghien werden Magic Night und Magic Man versuchen, sich zu rehabilitieren. Magic Man wird erneut von Eric Raffin gefahren, wie schon bei seinem vierten Platz im Prix de Selection (GR I). Auch Maestro Vrie, der an diesem Tag nach zwischenzeitlicher Führung Sechster wurde, will Wiedergutmachung leisten. "Er hatte keinen guten Rennverlauf. Beim nächsten Mal werden wir anders vorgehen", erklärte sein Trainer Louis Baudron im Anschluss. Baudron wird hier selbst im Sulky sitzen. Ebenso wird sein Großvater Jean-Pierre Dubois, der seit Ende September in Frankreich nicht mehr gefahren ist, wieder antreten, um seinen Schützling Mac Kinley zu steuern.

Franck Blandin: "Keinen Grund Angst zu haben"

Zusätzliche Spannung bringt die Teilnahme von Mentor de Play. Der Schützling von Franck Blandin gewann am vergangenen Samstag in Vincennes den Prix du Vaucluse (GR III) in 11,4 über 2.700 Meter und ist somit 2026 bei fünf Starts noch ungeschlagen. Nun will er den nächsten Schritt machen. "Er war am Montag frisch und gut gelaunt", berichtet der Trainer aus der Normandie.

"Auch am Donnerstagmorgen hat er hervorragend gearbeitet. Die Aufgabe wird schwerer, aber ich habe keine andere Wahl, als ihn gegen die besten 4jährigen antreten zu lassen. Mein Pferd ist in ausgezeichneter Form. Ich gehe kein Risiko ein und lasse ihn diesmal hinten beschlagen. Ich gehe mit großer Neugier in dieses Rennen, aber angesichts seiner Zeiten habe ich keinen Grund, Angst zu haben."

Samstag 09 Mai 07:04 Uhr
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Luba Sonn

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Cyril Sevestre (Besitzer Idao de Tillard): "Dieser Tag war für uns ein riesiger Glücksmoment"

Cyril Sevestre freut sich, seinen Champion Idao de Tillard wieder in Bestform zu erleben, und wird am Samstag in Caen vor Ort sein, um dessen Auftritt im Prix des Ducs de Normandie (GR II) zu verfolgen. Im Vorfeld sprach er mit dem ParisTurf über das kommende Rennen, aber auch über den Elitloppet.

Foto: SCOOPDYGA

 

Der 56jährige Maurer und Fliesenleger aus der Nähe von Marne-la-Vallee reist ohne besonderen Druck nach Caen, obwohl es sich um eines der prestigeträchtigsten Provinzrennen handelt. "Nach allem, was Idao de Tillard zu Beginn des Winters passiert ist, betrachte ich alles, was wir jetzt noch mit ihm erleben dürfen, als Bonus. Idao de Tillard hätte beinahe nie wieder Rennen gelaufen und sogar sein Leben verlieren können. Ihn heute wieder auf der Bahn zu sehen, ist deshalb einfach nur Glück", erklärt er.

"Der Prix des Ducs de Normandie ist ein großartiges Rennen, das dem Sieger viel Prestige verleiht. Aber Idao de Tillard hat zuletzt mit dem Sieg im Prix de l’Atlantique bereits das Wichtigste geschafft. Er hat uns gezeigt, dass er wieder auf seinem alten Niveau ist. Und genau das zählt am meisten. Dieser Tag war für uns ein riesiger Glücksmoment."

Natürlich hoffe er auf einen Sieg am Samstag, doch das Rennen sei kein eigentliches Hauptziel. "Für mich zählt vor allem, dass er sich weiterhin gut von allem erholt, unabhängig davon, ob er gewinnt oder nicht. Außerdem darf man nicht vergessen, dass dieses Rennen vor der Reise nach Solvalla zum Elitloppet stattfindet. Deshalb gibt es keine übertriebene Euphorie. Trotzdem denke ich, dass das Teilnehmerfeld außergewöhnlich stark sein wird. Das ist großartig für das Publikum."

Obwohl er bereits auf das letzte Mai-Wochenende in Solvalla blickt, wo sein Champion sich mit den besten Sprintern über die Meile messen soll, bleibt Cyril Sevestre vorsichtig. "Bis zur Reise nach Schweden sind es noch einige Wochen. Hoffentlich kommt nichts dazwischen, das die Vorbereitung auf dieses Rennen stören könnte, das nach dem Prix d’Amerique wohl die zweitgrößte Prüfung im Rennkalender ist. Aber ich wiederhole es: Alles, was wir derzeit mit Idao de Tillard erleben, ist für uns inzwischen ein Geschenk."

Eine Deckhengstkarriere beginnt

Die laufende Woche wurde außerdem durch die erfolgreichen Qualifikationen der ersten Nachkommen von Idao de Tillard auf der Rennbahn von Caen geprägt. Erneut ein besonderer Moment für Cyril Sevestre. "Die jetzige Phase ist ein sehr wichtiger erster Abschnitt in der Karriere des Pferdes als Deckhengst. Die ersten Rückmeldungen waren ermutigend, und die Qualifikationen haben bestätigt, dass seine Nachkommen Talent zeigen. Abgesehen vom finanziellen Aspekt wünscht man sich natürlich, dass sich ein Pferd auch als Deckhengst auszeichnet, nachdem es bereits als Rennpferd brilliert hat."

Wenn alles gut läuft, möchte Sevestre dieses Jahr drei 2jährige von Idao de Tillard zur Qualifikation vorstellen. Die Pferde stehen derzeit bei Bastien Clairet im Training, mit dem er gemeinsam mit Franck Gougeon und Vincent Renault verbunden ist. "Ich habe nicht vor, meine Tätigkeit als Besitzer und Züchter auszubauen. Aber wenn man ein Pferd wie Idao de Tillard erlebt hat, möchte man diese Geschichte natürlich bis zum Ende leben. Momentan habe ich acht bis neun Pferde im Training. Das ist mein Maximum, wenn ich mir die Freude an der Sache bewahren möchte."

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Matthieu Abrivard: "Mozart Sautonne ist meine beste Chance der Woche"

Die letzten Tage verliefen für Matthieu Abrivard, dem Kolumnist beim ParisTurf, sehr positiv. Am letzten Wochenende holte er einen Doppelsieg in Vincennes und am Folgetag den zweiten Platz im 'Lotteria' mit Frank Gio. Und schon zum Wochenstart gab es in Vichy neben einem Erfolg vier weitere Podestplätze. Für die kommenden Tage hat Abrivard aber schon die nächsten Ambitionen. Sowohl mit Golden Gio am Samstag in Caen, als auch mit Mozart Sautonne am Dienstag in Vincennes.

Foto: SCOOPDYGA

 

Die kommenden Starter:

"Im Prix des Ducs de Normandie werde ich nicht am Start sein. Es wird ein großartiges Teilnehmerfeld erwartet. Dafür treffe ich mit Golden Gio (606) auf die Spitzenpferde seines Jahrgangs. Er gewann das Consolation-Rennen in Turin sogar schneller als die Teilnehmer des Finales. Man darf ihn nicht aufhalten und muss ihn einfach laufen lassen. Er macht zwar gelegentlich Fehler, besitzt aber enormes Potenzial. Wenn Sebastien Guarato ihn auf einem Rechtskurs einsetzt, dann weil er überzeugt ist, dass das funktionieren wird. Unser Ziel ist der Sieg.

Hector de Bassiere (814) lief bei seinem Comeback in Ecommoy direkt gegen den aktuellen Spitzenreiter der Trophee Vert-Serie, Just de l’Oison. Diesmal trifft er auf eine günstige Aufgabe. Er sollte stark finishen und vorne mitmischen.

Am Sonntag fahre ich nach La Rochelle. Maya du Pommeau sprang in Laval an und ließ danach einige Möglichkeiten ungenutzt. Der Autostart wird ihr sehr gefallen. Im Training zeigt sie sich hervorragend und sollte sich vollständig rehabilitieren.

Lord de Brion muss zwar eine Zulage geben, besitzt aber die nötige Klasse. Auch wenn er noch nicht bei 100 Prozent ist, sollte er mit starkem Endspurt um die Plätze kämpfen.

Im Grand Prix Dynavena werde ich erneut Vallatonian fahren, mit dem ich bereits mehrere Rennen gewonnen habe. Er startet günstig im ersten Band und besitzt eine erstklassige Chance.

In Alencon soll Nelea Mip (107) versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Sie ist sympathisch, besitzt aber nicht viel Spielraum. Narcos de Brion (701) ist meine beste Chance dort. Er qualifizierte sich im vergangenen Jahr sehr ordentlich und hat zuletzt gut gearbeitet. Ich rechne mit einem sehr gelungenen Debüt.

Am Montag geht es nach Vichy. Miroitante de Padd ist ausgezeichnet auf dem Rechtskurs. Sie gewann zuletzt überzeugend und trifft diesmal nur auf Stuten. Sie sollte erneut stark auftreten.

Für Love de Cerize habe ich mir das Feld noch genau angesehen. Das aktuelle Rennprogramm passt ihm nicht besonders. Wir starten zwar aus der zweiten Reihe, doch das Feld ist klein. Er ist gut in Form, daher habe ich mich doch noch für einen Start entscheiden.

Louisa d’Atout überzeugte mich am Freitagmorgen im Training nicht wirklich. Ursprünglich war sie der Hauptgrund für die Reise. Ich habe entscheiden, dass sie nicht startet.

Am selben Tag kann Kemilla de Brion in Argentan erneut ein gutes Ergebnis erzielen. Sie gewinnt zwar selten, sammelt aber regelmäßig Preisgelder. New Look Senoville wurde zuletzt zweimal nur von starken Gegnern geschlagen. Danach soll er unter dem Sattel laufen. Hier überlege ich noch zwischen Argentan und Vichy. Er ist in guter Form und könnte endlich seinen Tag erwischen.

Am Dienstag werde ich meine Pferde nicht in Angers einsetzen, sondern lieber mit Mozart Sautonne in Vincennes bleiben. Seit seinem schönen Sieg in Marseille-Borely war er nicht mehr am Start. Ich habe bewusst auf dieses Rennen hinter dem Auto gewartet. Er wird erneut barfuß antreten, ist frisch und bereit, seine Leistung zu bestätigen. Ich setze große Hoffnungen auf ihn. Er ist meine beste Chance der Woche."

Rückblick auf die vergangene Woche

Mittwoch, 06. Mai in Vincennes: "Enjoy (disqualifiziert) sprang kurz nach dem Start an. Danach lief er jedoch sehr gut. Für Lyon hatte ich ihn bewusst zurückgenommen, doch dort blieb er stehen. Entscheidend ist, dass er gut startet. Dann läuft alles bestens. Vielleicht hatte ich in Agen etwas Glück. Jedenfalls zerbrechen wir uns bei ihm den Kopf. Das Potenzial ist definitiv vorhanden.

Mit Jazz d’Ourville (5.) hatte ich gehofft, vor der Tribüne ein Führpferd zu bekommen. Doch dazu kam es nicht. Da vorne nur wenige Pferde waren, musste ich Verantwortung übernehmen.

Montag verlief der Tag in Vichy sehr erfolgreich mit drei zweiten Plätzen und einem Sieg. Besonders freute mich der Erfolg für Franck Peltier. Immer wenn er mir Jirardiere Merite (1.) anvertraut, zeigt sie sich von ihrer besten Seite.

King Track (3.) wollte ich ursprünglich gar nicht erneut starten lassen. Er machte am Anfang zwei kleine Fehler, kämpfte sich danach aber tapfer zurück, obwohl er ohne Windschatten laufen musste. Er entwickelt sich immer besser. Sein weiteres Programm werde ich mir genau ansehen. Icare Williams (2.) lief in der Quinte." (siehe Einschätzung weiter unten)

Sonntag, 03. Mai in Ecommoy: "Nymphe de Brion (7.) debütierte eher durchschnittlich. Sie muss man nochmals beobachten. In Royan ging Must de Banville (2.) etwas zu früh nach vorne und wurde später überlaufen. Er brauchte dieses Rennen. Kemilla de Brion (3.) beendete das Rennen ordentlich und bestätigte ihre Form erneut."

Samstag, 02. Mai in Vincennes: "L’As Desbois (2.) lief ein starkes Rennen. Wir wollten nicht das Tempo für die anderen machen, sondern ihn möglichst gut ins Ziel bringen. Im letzten Bogen konnte ich die Beschleunigung zunächst nicht mitgehen, doch danach zog er noch gut an. Er ist noch nicht bei voller Leistungsstärke, da William Bigeon ihn nicht komplett scharf gemacht hat.

Siegreich war ich mit Liberte de l’Aunay (1.), die von Vincent Raimbault bestens vorbereitet wurde, sowie mit Mystery Queen (1.), einer sympathischen Stute, die ihren zweiten Sieg in Folge feierte."

Freitag, 01. Mai in Durtal: "Neutron de Brion (disqualifiziert) war schlecht ausbalanciert und machte dadurch den Fehler. Man sollte ihn nicht abschreiben. Miroitante de Padd (1.) ist hervorragend auf dem Rechtslurs und fand endlich ihre passende Aufgabe. Sie dürfte ihre Form bestätigen. Bei ihrer Rückkehr unter dem Sattel wurde Matalaya (2.) lediglich von einem guten Gegner geschlagen. Sie zeigte ein ordentliches Rennen.

In La Rochelle war Nathalina d’Argent (3.) keine Ausnahmeerscheinung. Nach einer Behinderung zum Eingang der Zielgeraden tat sie sich schwer, wieder anzuziehen. Zu Lypstic Atout (disqualifiziert) gibt es wenig zu sagen. Kloe du Rouezo (3.) konnte etwas beruhigen. Wenn ihre Nachwuchsfahrerin sie richtig einsetzt, können beide in dieser Klasse das ganze Jahr über konkurrenzfähig sein."

Die beste Leistung der letzten Tage

"Icare Williams gewann zwar am Montag in Vichy nicht die Quinte, doch seine Leistung war ausgezeichnet. Die Bahn war zum Saisonbeginn tief und schwierig. Deshalb wollte ich nicht früh die Spitze übernehmen und riskieren, auf der Zielgeraden 'stecken' zu bleiben. Gegenüber musste ich das Tempo kurz herausnehmen, danach zog er wieder stark an. Er gefiel mir ausgesprochen gut. Künftig wird er wieder gezielt unter dem Sattel eingesetzt."

Kobayashi - mein Favorit für den 'Ducs'

"Am Samstag wartet im Prix des Ducs de Normandie ein außergewöhnlich starkes Feld. Inexess Bleu läuft mit Eisen und bereitet wie Jabalpur den Elitloppet vor. Jabalpur tritt dabei vorne beschlagen an. Ino du Lupin läuft hingegen barfuß. Idao de Tillard gewann zuletzt überzeugend den Prix de l’Atlantique. In drei Wochen steht der Elitloppet an. Das Rennen verspricht großartig zu werden.

Die 2.450 Meter in Caen sind speziell. Man sollte möglichst sofort eine gute Position haben. Mein Favorit ist Kobayashi, ein Pferd, das ich schon immer sehr geschätzt habe. Seit mehreren Wochen bestätigt er die hohen Erwartungen seines Umfelds und präsentiert sich in Topform. Überraschungen sind in diesem Rennen dennoch möglich."

Frank Gio glänzt in neuer Rolle

"Am Sonntag in Neapel zeigte Frank Gio in beiden Rennen eine bemerkenswerte Leistung. Es war sein erster Einsatz mit Vorläufen. Mit der Startnummer 5 im ersten Lauf musste er früh viel investieren. Auf der Zielgeraden kämpfte er sich nochmals heran, wurde aber von Free Time Jepson geschlagen, der von Andrea Guzzinati perfekt eingeteilt wurde. Glückwunsch an ihn. Danach sagte ich zu Sebastien Guarato: 'Gerade hat uns der spätere Finalsieger geschlagen.' Frank Gio war schon immer ein Spitzenpferd.

Im Finale musste ich im letzten Bogen nach außen gehen. Er zeigte einen sehr starken Antritt, ehe er am Ende doch noch überlaufen wurde. Auch im zweiten Rennen des Tages war er hervorragend. Wir hatten keinen weiteren Heat, aber nach gutem Aufwärmen fühlte er sich beim Aufcanten locker und beweglich an. Die kleinen Klappen helfen ihm auf solchen Strecken enorm.

Seine Leistung überrascht mich überhaupt nicht. Schon im Prix de l’Atlantique zeigte er eine Spitzenleistung, obwohl er vorne viel Kraft verbraucht hatte. Im letzten Bogen taten mir die Arme weh. Seine Vorstellung war beeindruckend, weil er erst auf halber Zielgeraden geschlagen war und trotzdem nicht einbrach. Nun richtet sich der Blick auf den Prix Rene Balliere im Juni in Vincennes."

Samstag 09 Mai 17:51 Uhr
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Luba Sonn

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Gaetan Gilard: "Das Trabreiten gefällt mir, aber ich bevorzuge das Fahren"

Mit drei Siegen in der laufenden Saison sorgt Gaetan Gilard aktuell für positive Schlagzeilen. Mittlerweile steht der Nachwuchsfahrer, der auch erfolgreich im Sattel agiert, bei 41 Siegen. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollte er mit seinem 50. Sieg ins Profilager wechseln können. Grund genug für LeTrot ein Portrait über ihn zu zeichnen.

Foto: SCOOPDYGA

 

Doppelte Freude

Innerhalb von 24 Stunden, am 22. und 23. April, wurde GAETAN GILARD zu einem der derzeit wohl auffälligsten jungen Fahrer Frankreichs. Dem 22jährigen gelang nämlich eine Doppel mit Hold Up Des Ventes für seinen Vater Martial in Chateaubriant, sowie mit Hold The Line aus dem Training von Enzo Lelievre in Laval. "Das ist eine Premiere für mich und ich genieße es", sagt der junge Mann über diese zwei zeitnahen Erfolge.

Es fällt ihm schwer, über sich selbst zu sprechen, aber der Reporter bleibt hartnäckig: "Was sind Deine Qualitäten?" Gaetan Gilard antwortet: "Im Rennen bleibe ich immer eher kühl. Ich 'zünde' nie zu früh und bin von Natur aus eher ruhig."

Aus eigenem Entschluss

"Wir wissen, dass es ein schwieriger Beruf ist, und gemeinsam mit seiner Mutter Jennifer haben wir ihn niemals dazu gedrängt, in den Rennsport zu gehen. Natürlich haben wir aber gespürt, dass ihm das irgendwie in den Genen liegt", stellt sein Vater Martial Gilard fest.

Gaetan entschied sich also aus eigenem Entschluss für den Rennsport. Allerdings nicht sofort. Dazu erklärt er: "Zunächst absolvierte ich eine Ausbildung in der Landwirtschaft - Rinderzucht und Getreideanbau. Aber ein Praktikum bei Anthony Dollion ließ mich erkennen, dass ich den Rennsport bevorzuge."

Ausgebildet wurde er an der 'Maison Familiale' in Vimoutiers, die er mit einem Abschluss als Nachwuchsfahrer verließ. Seine Lehrjahre in den Ställen verbrachte er bei Anthony Dollion und seinem Vater. Anschließend arbeitete er ein Jahr bei Patrick Terry, bevor er in den Südwesten Frankreichs zu Jerome Chavatte und Yannick Henry wechselte.

Der Ruf der Normandie

2026 begann ein neuer Abschnitt. Gaetan Gilard konnte dem Ruf seiner Heimat Normandie nicht widerstehen und kehrt in den Familienstall im Departement Orne zurück. "Er hatte den Wunsch, in die Region zurückzukehren, und von meiner Seite wollte ich ihm zu Hause mehr Raum geben. Mit einem Bestand, der einige Montepferde umfasst. Im Grunde passte das also gut zusammen. Nach und nach wird er mich ersetzen", erklärt Martial, der 58 Jahre alt ist.

Dazu ergänzt Gaetan: "Ich brauchte eine Veränderung, und da mein Vater mit seinen rund fünfzehn Pferden etwas allein war, wollte ich ihm helfen." Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist gut. Jeder bringt "seine eigene Handschrift" in die Vorbereitung ein, wie Martial es beschreibt. "Ich finde, dass er sich gut schlägt. Er hat eine gute Haltung auf dem Pferd.  Im Sulky ist er vielleicht sogar noch besser. Natürlich ist er jung und muss noch Erfahrung sammeln."

Hold The Line

Nach seinem Erfolg mit Hold The Line, könnte Gaetan also künftig bald selbst, frei übersetzt, "auf Linie bleiben". Also seinen eigenen Weg gehen. Das Steuern als Catchdriver oder 'Catchjockey' motiviert ihn. Seine derzeitige Situation innerhalb des überschaubaren Familienbestands erlaubt es ihm, seine Lust auf Rennen auszuleben. "Aber ich mag auch das Training und werde mich später selbstständig machen", fügt er hinzu.

Ein Vorbild in seinen Augen?

"Seit meiner Kindheit mochte und verfolgte ich immer Matthieu Abrivard. Sowohl als Fahrer, als auch als Trainer ist er inspirierend."

Die Tugend der Vielseitigkeit

Mit 41 Siegen auf seinem Konto, 27 unter dem Sattel und 14 im Sulky, ist der junge Mann vielseitig. "Das Trabreiten gefällt mir und dort habe ich mehr Erfolg, aber ich bevorzuge das Fahren. Dort gibt es einen stärkeren taktischen Aspekt."

Mit seiner vergleichsweise großen Statur von 1,75 Metern achtet Gaetan Gilard außerdem auf seine Fitness als Jockey und steigt im Training ein- bis zweimal pro Woche in den Sattel.

Und die nahe Zukunft?

"Mein Ziel für dieses Jahr ist es Profi zu werden", gesteht er.

Und danach?

"Ich denke, dass ich mir einen Agenten nehmen werde, sobald ich Profi bin. Wir wissen, dass das ein schwieriger Übergang ist. Dass ich sowohl Jockey als auch Fahrer bin, sehe ich aber als Vorteil, denn wir wissen, dass es im Trabreiten mehr Nachfrage gibt."

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Trainer Remy Despres: "Eigentlich wusste ich immer, dass ich diesen Beruf ausüben würde"

Schon 2025 konnte Trainer Remy Despres mit seinem Jobalasko Bleu früh eine Quinte im Meeting in Vichy gewinnen. Und auch das diesjährige Treffen an den Ufern des Allier begann für Despres siegreich. Erneut war es Jobalasko Bleu, der diesmal sogar das Auftaktrennen des Meetings gewinnen konnte. Auf heimischem Boden startete der Ausbilder damit auf die bestmögliche Weise in ein Meeting, das ihm besonders am Herzen liegt.

Foto: SCOOPDYGA

 

Mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten vertreten die rosa-schwarzen Farben die Familie Despres in den Starterfeldern. Ein Erbe, das insbesondere REMY DESPRES mit Erfolg fortführt. Der Mann in den Vierzigern tritt in die Fußstapfen seines Großvaters, seines Onkels Guy und natürlich seines Vaters Joel, der 2023 verstarb. "Ich bin mit dem Rennsport aufgewachsen", erinnert sich der Profi aus dem Departement Allier, der von seinem Vater schon in sehr jungen Jahren in den Sattel gesetzt wurde.

"Mein Vater hat mich natürlich schon als Kind an den Rennsport herangeführt. Eigentlich wusste ich immer, dass ich diesen Beruf ausüben würde."

Seit seinem 23. Lebensjahr als Trainer tätig, wartete Remy Despres, der in diesem Jahr bereits drei Siege mit nur rund zehn Startpferden erzielt hat, wie jedes Jahr mit großer Vorfreude auf das Meeting in Vichy. Zu den aktiven Startern kommen noch einmal zehn 2jährige dazu.

"Ich bin hier geboren, deshalb liegt mir dieses Meeting natürlich besonders am Herzen. Die Lage der Rennbahn ermöglicht es Profis aus ganz Frankreich zusammenzukommen, was diesen Ort sehr angenehm macht. Jedes Jahr trifft man Kollegen wieder, denen man sonst nur hier begegnet. Die Bahn ist hervorragend und immer bestens gepflegt", schwärmt Remy, der zugleich einräumt, dass diese sportliche Dynamik auch einen gesunden Konkurrenzkampf in Vichy mit sich bringt.

"Es wird zwar schwierig, mit den großen auswärtigen Ställen mitzuhalten, aber ich versuche trotzdem immer, ein oder zwei Pferde zu behalten, die hier konkurrenzfähig sein können", erklärt Remy Despres.

Unterstützt wird er morgens von Samantha Cortial sowie von Hugo Chaucesse, der derzeit eine Ausbildung an der Berufsschule von Mornand-en-Forez absolviert. Außerdem kann Remy auf einen kleinen Kreis von Besitzern zählen, deren Treue über die Jahre hinweg unerschütterlich geblieben ist. "Besitzer wie Jacques Rattina oder Jean-Luc de Marin de Montmarin, der Züchter der 'Jilme'-Pferde, stehen der Familie seit vielen Jahren treu zur Seite und haben mir weiterhin ihr Vertrauen geschenkt. Mit ihnen erlebt man nie unangenehme Überraschungen", erkennt Remy dankbar an.

Männer der jungen Pferde

Die Männer der Familie Despres gelten seit jeher als Spezialisten darin, junge Pferde auszubilden, und sie waren mit ihren Nachwuchspferden stets erfolgreich. Remy Despres bleibt dieser Familienphilosophie selbstverständlich treu, auch wenn sich in seinen Boxen einige ältere, weiterhin fitte Recken befinden: "Mein Großvater und später mein Vater galten als echte 'Fohlen-Männer'. Ich selbst mag es ebenfalls, junge Pferde früh an den Start zu bringen. Meiner Meinung nach ist das die beste Möglichkeit, ein gutes Pferd aufzubauen. Heute kennt jeder seinen Beruf, und der Wettbewerb wird immer härter. Wir haben keine andere Wahl mehr, als unsere Pferde selbst zu formen. Natürlich muss man beim Ankauf gezielt vorgehen. Hier ebenso wie in Caen. Danach muss man auswählen, um so gut wie möglich eine gewisse Qualität im Bestand zu erhalten", fasst der Profi aus Saint-Didier-la-Foret zusammen.

Muse de Vandel für Vichy geschont

Der Sieger des Eröffnungsrennens des Meetings, Jobalasko Bleu, der im Gegensatz zum Auftakterfolg am kommenden Montag im Sulky antreten wird, könnte direkt nachlegen. "Jobalasko ist ein großartiges Pferd, aber ich habe Schwierigkeiten, ihn körperlich in guter Verfassung zu halten. Zumal er mental nicht ganz einfach ist. Aber im Moment scheint er gut drauf zu sein, also werden wir das ausnutzen, solange es so bleibt. Er hat die Möglichkeit, im Endkampf dabei zu sein, auch wenn das Feld stark besetzt ist", sagt sein Mentor.

Für den Trainer wird der Renntag arbeitsreich, denn er wird außerdem Muse de Vandel vorstellen: "Die Stute ist dieses Jahr nicht oft gelaufen, hat sich aber gut präsentiert. Ich habe sie mit Blick auf das Meeting geschont, und am Montag wird sie erstmals barfuß antreten. Die Startnummer ist nicht ideal, aber ich hoffe, sie unter den ersten Vier zu sehen", erklärt Remy, der neben Nemo des Brouets auch auf Napoli Saint Jean setzt, der erstmals auf einem Rechtskurs antreten wird. "Was Nemo des Brouets betrifft: Er ist zuverlässig und sollte sich in kleineren Rennen für die jungen Pferde ordentlich behaupten", schließt Remy Despres das Interview ab.

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Raphael Vilault: "Ich habe das Glück, dass Charley mir vertraut"

Es ist ungewöhnlich, dass ein Lehrling jedes zweite Rennen gewinnt. Aber genau das gelang Raphael Vilault mit seinen gerade einmal 16 Jahren im Vormonat: Er bestritt 16 Rennen und gewann davon 8. Für LeTrot Grund genug ein Portrait über den jungen Mann zu zeichnen.

Foto: APRH

 

Unter den Top 25 des Monats

Les Andelys, Bihorel-les-Rouen, Meral, Reims, Caen, Amiens und Graignes. Dabei handelt es sich nicht um die Stationen eines Reiseführers, sondern um die Namen der Rennbahnen, auf denen RAPHAEL VILAULT im April gewann - insgesamt achtmal. Damit schaffte er es unter die Top 25 der Fahrer, mit einer starken Siegquote von 50%!

Seit Beginn des vergangenen Winters ist er Lehrling bei Charley Mottier, nachdem er zuvor in Grosbois tätig war, und zählt zu den großen Entdeckungen der letzten Wochen. "Ich bin im vergangenen Jahr nicht besonders viel gefahren, und ich wollte einen guten Jahresbeginn hinlegen", erklärt er. "Ich habe das Glück, dass Charley mir vertraut und mich auch für andere Trainer fahren lässt, wenn sich die Gelegenheit ergibt."

Durch Corona zum Rennsport

Dank Corona gewann der Rennsport das, was der Fußball mit Raphael Vilault verlor. "Bis dahin interessierte ich mich viel mehr für Fußball", erzählt der junge Mann, der im Juni seinen 17. Geburtstag feiern wird. "Und dann konnten wir wegen des Lockdowns nicht mehr rausgehen. Also war ich zu Hause und begann damit, ein Pony zu fahren."

Sein Vater Jean-Pierre hatte nämlich das kleine Gestüt übernommen, das bereits sein eigener Vater gegründet hatte und dessen rund fünfzig Boxen er heute an verschiedene Trainer vermietet. Als Jugendlicher verbrachte Raphael die Wochenenden dann im Stall von Tony Le Beller, dessen Betrieb kaum zehn Kilometer entfernt liegt. Dort fasste er den Entschluss, beruflich in den Pferdesport zu gehen und trat anschließend der AFASEC-Schule von Graignes bei.

Vater als erster Unterstützer

"Ich telefoniere nach jedem meiner Rennen mit meinem Vater." Als einziges Kind aus zweiter Ehe steht Raphael seinem Vater sehr nahe. "Er war lange im Reitsport tätig, bevor er vor einigen Jahren den Familienhof übernommen hat. Er züchtet selbst und besitzt eigene Pferde. Er kennt den Rennsport gut", sagt der Sohn anerkennend. "Außerdem hat er mich in meiner Entscheidung unterstützt, diesen Beruf zu ergreifen."

Vater und Sohn teilen sowohl die schönen als auch die schwierigen Momente. "Ich weiß, dass ich in schwierigeren Zeiten auf seine Unterstützung zählen kann."

Mehr Sulky als Sattel

Bereits bei seinem dritten Rennen gewann Raphael Vilault im vergangenen Sommer in Avranches. Im Sulky von Jasmine des Etangs für seinen ersten Lehrmeister Stephane Meunier, den er als "geduldig und immer hilfsbereit" beschreibt.

Die Mehrheit seiner inzwischen 16 Siege errang er im Sulky. "Ich kann nicht wirklich erklären warum, aber ich fühle mich im Sulky wohler."

Seinen aktuellen Erfolg verdankt er auch Charley Mottier. "Ich hatte mir gesagt, dass ich während meiner Ausbildungsjahre in zwei verschiedenen Ställen arbeiten sollte", erklärt er. "Bei Charley gibt es viele gute Pferde. Er ist sehr stark darin, seine Pferde optimal vorzubereiten. Außerdem herrscht eine sehr gute Atmosphäre."

Da sich die Siege wiederholen, beginnt er inzwischen auch auf die Ranglisten der Nachwuchschallenges zu schauen: In der Sulky-Challenge liegt er derzeit auf Platz Drei, im kombinierten Classement sogar auf Platz Eins.

Vincennes? Schon erledigt!

Im vergangenen November belegte Raphael Vilault mit Gold Mencourt den zweiten Platz im Prix Medusa, dem wichtigsten Attele des Jahres für Lehrlinge in Vincennes. Einen Sieg im "Temple du Trot" hat er offiziell allerdings noch nicht errungen.

Ganz stimmt das jedoch nicht. Bei der 2025er-Ausgabe der "Journee des Champions" im Juni gewann er das Finale des 'Schülerrennens'. Ebenfalls im Sulky von Gold Mencourt, der seinem Vater gehört. "Vincennes ist eine ganz andere Welt. Wenn du in die Umkleidekabinen kommst, bist du nur von großen Fahrern umgeben. Und dann  die riesige Bahn...", beschreibt er träumerisch.

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PRIX DES DUCS DE NORMANDIE - Alexandre Abrivard: "Inexess Bleu ist ganz einfach außergewöhnlich"

Das größte Rennen in der Normandie, der Prix des Ducs de Normandie, war in diesem Jahr außergewöhnlich stark besetzt. Das war auch am Zuschauerzuspruch zu erkennen - die Rennbahn in Caen war sehr gut besucht. Und letztlich bekamen die Zuschauer auch alles geboten, was dieses Rennen im Vorfeld versprochen hat.

Foto: SCOOPDYGA

 

Zum Rennverlauf: Igrec de Celland setzte sich sofort an die Spitze, wurde jedoch noch vor dem ersten Bogen von Koctel du Dain abgelöst, der anschließend fast das gesamte Rennen bestimmte. Im Rücken von Igrec de Celland fand Jabalpur eine passende Partie, während außen weitere Gemeinte aufrückten. Zunächst war es Hooker Berry, der kurz darauf von Inexess Bleu in der Todesspur abgelöst wurde. Ein genialer Schachzug von Alexandre Abrivard, der genau erahnte, dass er hinter dem wenig später aufrückenden Ino du Lupin ein Traumrennen finden würde.

Und genau so kam es auch. Ino du Lupin führte ab der Halbzeit des Rennens die zweite Spur an. Der Favorit Idao de Tillard lag zu diesem Zeitpunkt noch im Mittelfeld im Rücken von Hooker Berry. Schon ab Mitte der Überseite versuchten sich in dritter Spur Hokkaido Jiel und Kobayashi in Position zu bringen, was bei durchweg zügiger Fahrt aber bis ins Ziel nicht mehr gelang.

An der Spitze änderte sich bin in den Einlauf nichts. Und der tapfer kämpfende Koctel du Dain machte sich zur Hälfte der Zielgeraden sogar noch einmal frei, während Inexess Bleu zwar frühzeitig den Windschatten von Ino du Lupin verlassen hat, aber erst spät richtig ins Rollen kam. Gute 80 Meter vor dem Ziel war dieses Trio dann nahezu gleichauf, aber Inexess Bleu hatte inzwischen den größten Schwung und kam in 10,7/2.450 Meter nach Hause.

Ino du Lupin war ebenso wie der lange Führende unglaublich kämpferisch unterwegs und schnappte sich gerade noch den Ehrenplatz vor Koctel du Dain. Hinter der Allaire-Farbe wurde Igrec de Celland im Einlauf weit nach außen beordert, konnte aber für das Podium nicht mehr rechtzeitig beschleunigen. Es reichte aber, um einen Idao de Tillard auf Rang Fünf zu verweisen. Der zweifache Amerique-Sieger kam wiederholt in Caen nicht wirklich ins Rollen, was aber in Anbetracht der kommenden Reise zum Elitloppet von Clement Duvaldestin wohl nie wirklich forciert wurde.

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"Normalerweise ist er ein Pferd, das selbst nach vorne geht. Diesmal wollte David (Thomain) unbedingt die Spitze übernehmen. Alexandre (Abrivard) blieb daneben ruhig sitzen und nahm etwas zurück. Danach bekam er den perfekten Rennverlauf im Rücken von Ino du Lupin", erklärte der siegreiche Trainer Laurent-Claude Abrivard. "Im Einlauf hat er dann einen gewaltigen Endspurt gezeigt. Momentan ist er den anderen überlegen. Wir werden nicht viel verändern. Das Pferd ist absolut bereit. Jetzt müssen wir hoffen, dass er sich an die 1.600 Meter in Solvalla anpasst. In drei Wochen werden wir es sehen."

Sein Fahrer Alexandre Abrivard ergänzte: "Ich glaube, ich sitze momentan hinter einem der besten Pferde der Welt. Umso besser, dass er in unseren Händen ist. Er ist ganz einfach außergewöhnlich."

Umso beeindruckender war die Leistung, weil der achtjährige Wallach beschlagen antrat.

 

Die Stimmen der Platzierten:

Antoine Wiels (Ino du Lupin/Zweiter): "Er war großartig! Das Rennen wurde im Sprint entschieden, und das ist eigentlich nicht seine Spezialität. Deshalb ist diese Leistung wirklich sehr stark."

Diesen Eindruck bestätigte auch der Trainer Jean-Paul Marmion: "Ino du Lupin hat einmal mehr alles gegeben, was er konnte."

David Thomain (Koctel du Dain/Dritter): "Das war gut. Er hatte neulich in Enghien trotz seines Fehlers bereits ein gutes Comeback gezeigt, und heute bestätigt er, dass er wieder in Form kommt. Er wurde praktisch schon abgeschrieben. Und jetzt ist wieder auferstanden."

Christophe Jariel (Trainer/Igrec de Celland/Vierter): "Meine Analyse, die auch sein Fahrer Benjamin (Rochard) teilt, ist, dass er hätte gewinnen können. Wenn Benjamin früher eine Lücke bekommen hätte, sagte er mir, dann hätte es keinen Zweifel am Sieger gegeben. Aber ich bin trotzdem sehr glücklich über diesen vierten Platz. Mein Pferd musste kein hartes Rennen gehen, und sein Fahrer musste ihm nicht einmal die Scheuklappen herunterziehen. Für mich ist das hervorragend. Eines Tages wird sich das auszahlen, und dann werden wir ein solch großes Rennen gewinnen."

Clement Duvaldestin (Idao de Tillard/Fünfter): "Das Rennen verlief ungefähr wie geplant, auch wenn er unterwegs vielleicht ein oder zwei Positionen zu weit hinten lag. Er bestätigt, dass wir mit ihm derzeit etwa bei 80% stehen. Wir wissen, wie extrem schwierig es in Caen ist, von hinten wegzukommen, und das erhöht den Wert seiner heutigen Leistung zusätzlich. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Pferd. Die Eindrücke waren sehr gut."

Samstag 09 Mai 20:43 Uhr
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Labido

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Vielleicht sollte Duvaldestin vorher erklären,daß sie keinerlei Absichten in dem rennen haben und nicht dieses Bla Bla von 80 % etc..Er sah aus wie ein Deckhengst und nicht wie ein Rennpferd.

Samstag 09 Mai 20:59 Uhr
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Luba Sonn

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Labido schreibt:

Vielleicht sollte Duvaldestin vorher erklären,daß sie keinerlei Absichten in dem rennen haben und nicht dieses Bla Bla von 80 % etc..Er sah aus wie ein Deckhengst und nicht wie ein Rennpferd.

Und das in einer Quinte. Unglaublich was da an Geld versenkt wird.

Mich hat es zwar nichts gekostet, aber gefällt mir ebenso wenig. Den Emoji statt "grün" mit "gelb" anzugeben, wäre schon eine Möglichkeit dem einen oder anderen Wetter ein paar Euro zu sparen. Dafür sind ja die Emojis da. Selbst Schweden will sich wohl demnächst davon inspirieren lassen und will ein ähnliches System einführen.

Unabhängig davon, muss man natürlich sagen, dass der Stall Duvaldestin meist eine überragende Arbeit leistet. Aber die Wetter ein wenig ernst zu nehmen, gehört halt auch dazu. Das machen Trainer wie Matthieu Abrivard viiiiel besser.

Samstag 09 Mai 21:12 Uhr
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Lanti

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Die Idee mit den Emojis ist wirklich super aber nur dann, wenn sie von den Akteuren auch ernst genommen wird! Oftmals kommt es einer Verarsche näher und zeigt wie sie ticken! Sie pissen auf die Wetter, diese arroganten Wichser!!

Samstag 09 Mai 23:06 Uhr
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Dip

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Meiner Meinung nach werden die Emojis nach wie vor maßlos überbewertet. Die Aussagekraft ist unverändert sehr begrenzt, was sich auch nach dem Karriereende von Bahia Quesnot nicht großartig verändert hat. Die gewann vor einigen Jahren bekanntlich den Prix de Cornulier, wobei Trainer Junior Guelpa sie mit einem roten Emoji ausgestattet hatte, was er generell bei all seinen Startern machte, egal wie die Chancen tatsächlich waren. Guelpa hatte einfach keinen Bock darauf und konnte meines Wissens auch trotz mehrmaliger Aufforderung dies doch bitte zu unterlassen, nicht sanktioniert werden. 

Duvaldestin gehört normalerweise zu den Trainern, die das, ähnlich wie Bazire,  tatsächlich ernst nehmen. Das ist jedenfalls mein Eindruck. Vielleicht brauchen wir mal wieder einen zweiten Guelpa, damit dieser Quatsch endlich aufhört.

Zu Idao de Tillard sei noch hinzugefügt, dass Clément Duvaldestin bereits am Donnerstag bei Equidia während einer Veranstaltung in einem Live-Interview klar und deutlich sagte, dass Idao derzeit bei 80 bis 85% stehe und dieses Rennen in Caen auch nicht auf dem ursprünglichen Fahrplan stand, der Hengst jedoch in Anbetracht des bevorstehenden Elitloppets im Rennrhytmus bleiben sollte und man deshalb diese Aufgabe wahrnahm.

Sonntag 10 Mai 07:42 Uhr
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Lanti

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Hatte auch keinen Bock auf ihn! Denke wenn die Emojis mit Verstand eingesetzt würden, wären sie durchaus eine Hilfe. Man müsste die Einordnung nur klar definieren! Z.B

Grün: Wir fahren auf Sieg

Gelb: Er kann durchaus platziert sein

Rot: Aufbau-Start ohne Ambitionen

Es müssten dann auch Taten folgen.

Alles graue Theorie, würde ja eine gewisse Empathie für die Wetter voraussetzen!

Die diversen TROnungen waren ja da schon immer am Ding vorbei! Man kann nicht mit jedem Pferd, in jedem Rennen immer auf Sieg fahren! Dieser Anspruch stammt aus einer Zeit, als zwei Rancher ihre Ponys H2H laufen ließen, um zu sehen wer den Größeren hat! Der  Rennsport lügt sich da seit Jahrzehnten selber an! 

Sonntag 10 Mai 10:18 Uhr
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Dip

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Alles richtig was Du sagst, Lanti!
Bei Guelpa war es damals so, dass eines seiner Pferde nach einem grünen smiley schlecht lief und er danach derbe und wüst beschimpft wurde. Daraufhin hat er seine eigene Lösung für sich gefunden. 

Romuald Mourice hat mal vor längerer Zeit regelmäßig auf Facebook die Chancen seiner tags darauf laufenden Starter veröffentlicht. Auch er hat dann irgendwann damit aufgehört, weil er sich die ganzen Beleidigungen und Drohungen nicht mehr geben wollte.

Ich kann beide Seiten verstehen.

 

Sonntag 10 Mai 10:26 Uhr
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Lanti

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Das stimmt natürlich auch, gibt ja auch auf der anderen "Seite" genügend Idioten!

Sonntag 10 Mai 11:28 Uhr
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Luba Sonn

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Prix Pierre Gamare - Romain Marty: "Auch für mich eine Überraschung"

Der Prix Pierre Gamare (GR II), der am Samstag in Caen ausgetragen wurde und zur Serie 'Etrier 3 ans' gehört, war von zahlreichen Disqualifikationen geprägt. Wie schon so häufig bei großen Trabreiten in Caen, gab es einen Erfolg eines Außenseiters. Allerdings wurde der erfolgreiche Nautilio Bello sogar zu einer Quote von 107:1 gehandelt. Für seinen Jockey Romain Marty war es der erste halbklassische Sieg seiner Karriere.

Foto: SCOOPDYGA

 

Von den dreizehn Teilnehmern, schafften es in der 2026er-Ausgabe nur fünf trabend ins Ziel. Unter den Disqualifizierten befanden sich auch Nitro Dairpet, Nymphe d’Elle und Nononino, die allesamt zu Beginn der Zielgeraden ausfielen. Nymphe d’Elle "warf den Kopf hoch, als sie die Führung übernehmen wollte", berichtete Benjamin Rochard im Anschluss.

Nina Javo und die Favoritin Nova Jenilou belegten lediglich die theoretischen Plätze Drei und Vier, da sie bereits zu Beginn des Rennens einen Fehler begangen hatten.

Auch der Sieger NAUTILIO BELLO entging nur knapp einer Disqualifikation, nachdem er am Start mit annähernd fünfzehn Galoppsprüngen stark gefährdet schien. Der Schützling von Jean-Michel Baudouin beendete das Rennen aber anschließend mit dem stärksten Endspurt in der Mitte der Bahn und erzielte bei seinem zwölften Lebensstart ausgerechnet auf dem zweithöchsten Niveau den ersten Sieg.

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"Auch für mich ist das eine Überraschung, obwohl das Pferd im Training sehr gut gearbeitet hat", gestand sein Jockey Romain Marty. "Er trat zum ersten Mal unter dem Sattel rundum leicht beschlagenen an. Die flache Bahn war ebenfalls ein Vorteil für ihn. Beim Start war er etwas zu angespannt, doch nachdem er sich wieder ruhig herangearbeitet hatte, zeigte er im Finish eine großartige Beschleunigung."

Herzlich von seinen Eltern beglückwünscht, genoss der 25jährige Jockey aus Sartilly im Departement Manche seinen ersten Erfolg auf diesem Niveau. Bisher war der größte Sieg für Marty der Gruppe III-Treffer mit Kid Bellay (ebenfalls für Trainer Baudouin) im Prix de Dozule 2024. "Das ist großartig. Hoffentlich kommt jetzt bald auch ein Gruppe I-Sieg", fügte er lächelnd hinzu.

Auch wenn der Sohn von Falcao de Laurma, der im gemeinsamen Besitz von Alain Tendil, der Familie Baudouin, Jean-Yann Ricart, Francois Avon und Loic Saraud Besitzer steht, im Prix d’Essai (GR I) am 21. Juni, für den er sich damit qualifiziert hat, sein Bestes geben wird, dürfte dies eine ganz andere Herausforderung darstellen.

Der Zweitplatzierte New Success wird im Prix d'Essai möglicherweise gar nicht erst antreten. "Das werden wir zu gegebener Zeit sehen", erklärte Sebastien Guarato über das Pferd, das in die Farben des Formel-1-Kommentators Julien Febreau läuft. "Ich denke, dass er Schwierigkeiten mit dem Anstieg in Vincennes hat. Die flache Bahn hier hat ihm gut gelegen. Mitte der Zielgeraden glaubten wir noch an den Erfolg, aber der Sieger war am Ende schneller."

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Prix Guillaume Le Conquerant - Eric Raffin: "Magic Man wie ein Spitzenpferd"

In den letzten Monaten, wozu auch drei Starts im Wintermeeting gehörten, konnte Magic Man einfach nicht die Klasse zeigen, die er zu Beginn seiner Karriere angedeutet hat. Am Samstag konnte der 4jährige sein Umfeld mit dem Erfolg im Prix Guillaume Le Conquerant (GR III) allerdings wieder "entschädigen".

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Während der Favorit Golden Gio lange das Tempo bestimmte, profitierte Eric Raffin im Sulky von MAGIC MAN von Magic Night's Rücken. Als die von Philippe Allaire trainierte Stute kurz nach Betreten der Zielgeraden einen Fehler machte, war Magic Man längst aus deren Windschatten zum Angriff beordert worden. Der Schützling von Etienne Dubois setzte zu einem langen Endspurt an, der es ihm ermöglichte, Golden Gio zu stellen und gleichzeitig einen sehr starken Mentor de Play auf Distanz zu halten.

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Für Magic Man war es der erste Start auf einem Rechtskurs, aber bereits der zweite Erfolg in einem Gruppe III-Rennen nachdem er vor gut elf Monaten in Vincennes den Prix de Gien gewann.

Am Mikrofon von Equidia erklärte Eric Raffin: "Er hatte zuletzt einfach Pech gehabt, aber er hat uns gezeigt, dass er in Form ist. Heute profitierten wir vom idealen Rennverlauf. Er kann sich wie ein Spitzenpferd richtig langmachen."

Trainer Etienne Dubois setzt damit seinen erfolgreichen Frühling fort und feierte hier bereits seinen 15. Sieg seit dem 01. März, bei einer bemerkenswerten Siegquote von 22% in diesem Zeitraum.

Trotz der Niederlage auf den letzten Metern war der Trainer von Golden Gio, Sebastien Guarato, mit seinem Schützling zufrieden: "Natürlich ist es enttäuschend, so knapp geschlagen zu werden, aber er musste an der Spitze viel Tempo gehen und wurde unterwegs beschäftigt. Außerdem läuft er noch ohne Hilfsmittel."

Dagegen zeigte sich Franck Blandin als Trainer und Fahrer seines Cracks Mentor de Play etwas verwundert: "Seltsamerweise war er genau dort am wenigsten gut, wo ich dachte, dass er am stärksten sein wird - in den Bögen. Danach hat er aber nicht nachgelassen, und das sind schließlich die Besten. Insgesamt war er gut. Ich hätte die Bögen besser nehmen müssen, aber so ist es eben. Linksherum ist er stärker, was umso wichtiger ist."

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Prix Henri Balliere - Alan Gendrot: "Miss des Besaces hat einen besonderen Platz in meinem Herzen"

Zwei Wochen nachdem Miss de Besaces am Grünen Tisch den im Prix Rene Palyart zugesprochen bekam, bestätigte die von Romain-Christian Larue trainierte Stute ihre aktuelle Topform. Die 4jährige holte am Samstag in Caen auch den Prix Henri Balliere (GR II).

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Trotz ihres nachträglich aktuellen Erfolgs, galt MISS DES BESACES mit einer Quote von 9:1 nur als leichte Außenseiterin. Doch die Vertreterin des Ecurie de Windcut zeigte endgültig, dass sie zur Monte-Elite des 2022er-Jahrgangs gehört.

Nachdem sie lange in der zweiten Hälfte des Feldes gelegen hatte, arbeitete sich die Tochter von Memphis du Rib während des Rennens Schritt für Schritt nach vorne und kam innenliegend an die dritte Position. Eingangs der Zielgeraden wurde sie von  ihrem Stammjockey Alan Gendrot nach außen genommen, übernahm schließlich mit einem starken Schlussspurt die Kontrolle und gewann überzeugend.

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"Es ist fantastisch, was sie heute gezeigt hat. Wir haben sie für nur 20.000 Euro aus einem Verkaufsrennen gekauft, und inzwischen hat sie fast 250.000 Euro eingelaufen. Ihr Mitbesitzer war schon damals von ihrer Eignung für die Trabreiten und ihrer interessanten Abstammung überzeugt. Alan Gendrot hat erneut ein großartiges Rennen geritten. Ich bin begeistert", schwärmte Trainer Larue.

Die Geschichte geht weiter!

Zum Erfolg der Stute kommt auch ihre hervorragende Zeit von 12,0 hinzu. Damit verfehlte sie nur knapp den seit 2023 von Jean Balthazar gehaltenen Rennrekord (11,9). Ihr Züchter Eric-Pierre Martin konnte seine Emotionen auf dem Siegerpodest nicht verbergen. "Das ist außergewöhnlich für einen kleinen Züchter wie mich. Wir sind mit mehreren Personen für diesen besonderen Tag angereist. Sie ist wirklich bemerkenswert. Ganz klein, aber sie gibt immer alles auf der Bahn. Man muss auch wissen, dass ich damals bereit war, sie zurückzukaufen, als sie in dem Verkaufsrennen lief, um sie auf die Weide zu stellen", erinnerte sich der Züchter sichtlich bewegt.

Auch Alan Gendrot zeigte sich nach seinem zweiten Sieg auf Gruppe II-Niveau hochzufrieden: "Diese Stute hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Sie macht einfach alles, was man von ihr verlangt."

Manitas de Truchon, die geduldig innen an dritter Stelle geritten wurde, zeigte ebenfalls eine starke Leistung und sorgte dafür, dass das Rennen mit einem Doppelerfolg der Stuten endete. Milord Javronnais komplettierte in neuen Farben mit Camille Levesque im Sattel das Podium.

Für die Favoritenwetter war das Rennen hingegen früh beendet. Mhum Flyng zeigte sich offensichtlich vom Patzer der ebenfalls angewetteten Munhoa Vedaquaise irritiert und fiel früh aus.

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Qualifikation in Caen - Nicolas Bridault: "Oasis du Choquel ist schnell und kann nur traben"

147 Traber des Jahrgangs 2024 wurden bereits diese Woche in Caen an den ersten beiden Qualifikationstagen für 2jährige vorgestellt. 125 von ihnen, darunter fünf ausländische Pferde, erhielten ihre Zulassung für den Rennbetrieb, was einer außergewöhnlichen Erfolgsquote von 85% entspricht. Thierry Duvaldestin qualifizierte 20 seiner Schützlinge, von denen die Hälfte von Idao de Tillard abstammt. Für Philippe Allaire dagegen erhielten sogar alle 19 vorstellte Pferde die Rennreife.

Origine Castelle - Foto: J.C. Briens

 

Die aus dem ersten Jahrgang des zweifachen Amerique-Siegers Idao de Tillard stammenden 2jährigen wurden mit Spannung erwartet. Schon am ersten Tag sorgte OSWALD PORT für Schlagzeilen, als er sich auf der regennassen Piste in starken 15,6 qualifizierte. Er ist der fünfte Nachkomme der Gruppe III-Siegerin Deesse Port.

"Das ist ein gutes Pferd, das sich schon wie ein alter Hase benimmt", erklärte Trainer Thierry Duvaldestin.

Siehe auch folgenden BERICHT

Hinweis: Die Videos der einzelnen Qualifikationen sind im Formenspiegel der Pferde zu sehen, der mit einem Klick auf den Namen zu erreichen ist.

 

Am ersten Tag machte auch ORIGINE CASTELLE , das erste Produkt der halbklassischen Siegerin Icone de Castelle, in 17,6 einen starken Eindruck. Sie zog auf der Zielgeraden an und absolvierte den zweiten Kilometer in einem 15er-Schnitt. Von der Leistung der Stute, die als Jährling für 87.000 Euro bei Arqana versteigert wurde, zeigte sich auch Clement Duvaldestin, der sie bereits im Yankee-Sulky aufgeboten hat, begeistert: "Das ist eine echte 2jährige. Sie macht alles ganz leicht, ohne dass ich etwas verlangen musste."

Unter den Nachkommen von Idao de Tillard fiel außerdem ORFEE ROSA ,9 aus einer Ready Cash-Tochter, in 17,5 positiv auf. Ebenso konnte Onyx Dark (17,8), Halbbruder von Briac und Axelle Dark, gefallen.

Am Donnerstag qualifizierte Thierry Duvaldestin, diesmal unter blauem Himmel, zehn weitere Pferde seines Stalls. Darunter waren fünf Nachkommen des Gestüthengstes In The Money. Besonders auffallend war dabei jedoch OVANILLA (17,7), eine Tochter von Falcao de Laurma, die Grace Ducal als zweite Mutter hat. Nach einem großen Fehler im ersten Bogen, kämpfte sie sich eindrucksvoll zurück und bezwang noch Lemmy (17,8), einen Halbbruder von Callmethebreeze und Ginostrabliggi. Vater von Lemmy ist Just A Gigolo, dessen erster Jahrgang bereits acht Qualifikanten in Caen hervorgebracht hat.

"Sie ist sehr hart im Nehmen und besitzt auch viel Geschwindigkeit", erklärte Thierry Duvaldestin über Ovanilla. "Später wird sie wohl im Trabreiten eingesetzt."

Wie jedes Jahr war auch der Stall von Philippe Allaire stark vertreten: Neunzehn vorgestellte Pferde, neunzehn erfolgreiche Qualifikationen. Am Dienstag gewann OLYMPIC JOY (17,2), eine Tochter von Dollar Macker, ihr Lot mit einer kraftvollen Aktion und großer Autorität. "Sie hat sich gut präsentiert, auch wenn sie am Ende etwas zurückkam, weil sie noch etwas grün ist", sagte Fahrer Michel Lemarchand.

Am Donnerstag erzielten ORION MADRIK (16,8) von Just A Gigolo und ONE WAY (16,9), Sohn von Helgafell, starke Zeiten, konnten sich aber nicht gegen OLYMPE DE L’AVRE (16,6), einer Tochter von Face Time Bourbon aus dem Besitz von Tanguy de la Bourdonnaye, durchsetzen. "Das ist unsere beste Stute", erklärte Trainer Pierre Sorais, der zwei Tage zuvor bereits das erste Lot mit Octobre Final (18,6) gewonnen hat. "Olympe de l’Avre wirkt nicht einmal besonders frühreif. Aber ich würde mich nicht wundern, sie eines Tages in Vincennes groß auftrumpfen zu sehen."

An diesen zwei Tagen für die ersten Qualifikationsläufe des 2024er-Jahrgangs gab es noch zahlreiche weitere positiv auffallende Youngster. So gewann OASIS DU CHOQUEL ihr Lot, nachdem sie zunächst mit viel Reserven mitgelaufen war, am Dienstag den Endspurt ihres Laufs mit Stil. "Das ist das Beste, was ich aus diesem Jahrgang im Stall habe", sagte Nicolas Bridault über die Halbschwester des hoch eingeschätzten Nino du Choquel. "Sie kann nur traben und ist schnell."

Der Trainer von Nocive du Choquel qualifizierte insgesamt neun Pferde, ebenso wie David Armellini, der von OFFSET (19,0), Bruder von Lou Pantail und Mindfreak, begeistert war: "Ich mag ihn sehr. Er ist komplizierter als seine Brüder, besitzt aber genauso viel Klasse."

Mit sechs erfolgreichen Qualifikationen aus sieben Startern zeigte sich auch die Trainergemeknschaft Emeline Desmigneux und Robin Lamy am Dienstag zufrieden. Insbesondere mit OLYMPE D’OUILLY (19,0) und OLGA STAR (17,4), die Robin Lamy besonders schätzt.

Nach Fehlern zu Beginn zeigten ODYSSEE DE FAEL (19,9), eine Halbschwester von Grace de Fael von Charly du Noyer, sowie ONDINE FRANCE (19,3), Vollschwester von Holero Love, auf der Zielgeraden noch interessante Ansätze.

Zu den weiteren Namen, die man sich merken sollte, zählen die von Sebastien Guarato trainierte OCEANE D’AMOUR (17,7), OURAGAN PIYA (16,5), OWL’S HEAD (18,2), OASIS SUPERSONIC (19,3/Teil der am Donnerstag sechs qualifizierten Hunter Valley-Traber). Außerdem gefielen OKAVANGO (17,3) und OMEGA DE BANVILLE (18,0).

Schon am Mittwoch gibt es in Caen die nächste Qualifikations-Sitzung für 2jährige, die auf LeTrot live übertragen wird.

Montag 11 Mai 04:52 Uhr
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Luba Sonn

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Dienstag in Vincennes - Viele Optionen im 'Monte-Semi'

Am Dienstagabend wird in Vincennes der Prix Jean Gauvreau (GR II) ausgetragen. Das Trabreiten für 5jährige bietet den ersten Dreien einen sicheren Startplatz im Prix de Normandie. In Abwesenheit einiger der besten Pferde des Jahrgangs, wie zum Beispiel Lionheart, scheint das 10köpfige Teilnehmerfeld sehr offen zu sein.

Liberte du Goutier - Foto: SCOOPDYGA

 

Etwas mehr als einen Monat vor ihrem großen Ziel, dem Prix de Normandie am 21. Juni, geht es für 5jährigen Satteltraber am Dienstag über die 2.175 Meter der großen Bahn. Unter den zehn Startern zählt die nach einer Pause zurückkehrende Liberte du Goutier trotz der vorsichtigen Einschätzung ihres Trainers Thierry Duvaldestin zu den aussichtsreichen Kandidaten: "Sie war Ende des vergangenen Jahres müde und bekam daher eine Pause. Sie hat zwar ausreichend gearbeitet, ist aber noch nicht vollkommen auf den Punkt vorbereitet. Zunächst hätte ich gesagt, dass sie eher für kleinere Platzierungen infrage kommt, aber das Feld ist nicht allzu stark besetzt, sodass sie durchaus aufs Podium laufen kann."

Nach einem überzeugenden Comeback scheint Lisbonne Dry laut ihrem Reiter Paul Ploquin bereit für eine starke Leistung: "Nach dem Winter konnte sie gut abschalten. Ihr Comeback im Sulky war ermutigend. Gemessen an ihrem zweiten Platz im Prix des Centaures hinter Kobayashi besitzt sie eine gute Chance, auch wenn sie nur vorne mit Beschlag läuft."

Auch die beiden Vertreterinnen von Alexis Grimault sollten keinesfalls unterschätzt werden, wie er gegenüber dem ParisTurf erklärte: "Lakana de Felliere absolvierte zuletzt nach einem Aufenthalt am Meer ein echtes Comebackrennen. Sie zeigte einen guten Endspurt und wird diesmal barfuß antreten. Sie sollte unter die ersten Drei kommen. Bei Lyzia des Agets habe ich auf das letzten Gruppe II-Rennen verzichtet, weil es etwas zu früh nach ihrem vorherigen Rennen kam. Ich habe das Gefühl, dass sie jetzt bereit ist, eine starke Leistung zu zeigen."

Lara du Lerre, die am 10. April über die 2.700 Meter siegreich war, konnte diesen Erfolg zuletzt nicht bestätigen, wie Trainer Emmanuel Allard erläutert: "Sie begann etwas träge und machte einen Fehler, als sie versuchte, die Führung zu übernehmen. Sie ist nicht immer einfach, aber wenn sie willig ist, kann sie einen Platz erreichen."

Mit großem Interesse wird auch der erste Auftritt von Lay Up unter dem Sattel verfolgt, zumal Trainer Julien Raffestin optimistisch klingt: "Vor seinem letzten Rennen hat er unter dem Sattel einen sehr ansprechenden Heat absolviert. Ich freue mich schon auf Dienstag."

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Cedric Megissier: "Kano ist ein komplettes Pferd, das alles kann"

Der Grand Prix Dynavena am Sonntag in Chatelaillon vereinte ein stark besetztes Feld erfahrener Pferde. Dennoch sah der Favorit Vallatonian bereits wie der sichere Sieger aus, als er kurz vor dem Ziel galoppierte und dadurch das bereits gewonnen geglaubte Rennen verlor. So fiel der Sieg an Kano, der die Prüfung in einer starken Zeit von 12,1 gewann.

Foto: Karine Belluteau

 

Nach gutem Start hat Kano in der Hand seines Trainers und Besitzers Cedric Megissier schnell die Führung übernommen. In seinem Rücken hat es sich aber der Favorit Vallatonian bequem gemacht, der so ein ideales Rennen im Windschatten des Spitzenreiters erhielt. An dritter Stelle lag Fighter Simoni, während außen Jerenal d’Hameline aufgeschlossen hat und die zweite Spur anführte.

Auf Zielhöhe wurde Jolydole mit Eric Raffin aus dem Feld früh zum Angriff beordert und rückte mit vollem Einsatz an Jerenal d’Hameline vorbei. Dabei wurde es aber sehr eng, wie Antoine Wiels im Sulky der Marmion-Farbe bestätigte: "Er hat mir die Beine 'abgeschnitten'. Ich konnte einen Fehler nur knapp vermeiden."

Derweil hielt Kano das Tempo an der Spitze hoch, aber auf der Zielgeraden wurde schnell deutlich, dass es für ihn schwierig werden würde, den Angriff des geschonten Vallatonian abzuwehren. Zur Mitte des Einlaufs hatte der Norweger einen kleinen Vorteil, den er bis kurz vor dem Ziel auf zwei Längen ausbaute, als er plötzlich aus dem Takt geriet und gallopierte. Dadurch fiel der Sieg Kano in den Schoß, der aber sicher nicht unverdient war.

"So sind Rennen eben, und wir wären ohnehin von einem sehr guten Pferd geschlagen worden. Aber Kano hat trotzdem ein großartiges Rennen gezeigt", sagte Cedric Megissier. "Als Eric Raffin mit Jolydole angriff, hat mein Pferde erst sofort an- und dann richtig durchgezogen. Das ist ein komplettes Pferd, das alles kann."

Obwohl Kano bereits ein Gruppe II-Rennen unter dem Sattel gewonnen hat, soll er vorerst nicht mehr in dieser Disziplin antreten, da er kleine Rückenbeschwerden hat.

Der auf dieser Bahn schon einmal siegreiche Jerenal d’Hameline erbte mit deutlichem Abstand den zweiten Platz vor Jolydole, der nach seinem kräftezehrenden Vorstoß am Ende müde wurde, aber den dritten Rang knapp gegen Xerava C.D. verteidigte.

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Dienstag 12 Mai 05:27 Uhr
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Luba Sonn

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Mittwoch in Vincennes - Nicolas Bazire: "Lord Delo sollte in die Entscheidung eingreifen"

Die Quinte am Mittwoch in Vincennes, der Prix du Perreux (GR III), bringt 16 fünf- und sechsjährige Pferde auf der klassischen Distanz von 2.700 Meter an den Start. Lord Delo aus dem Stall Bazire scheint zu den besonders chancenreichen Pferden zu gehören. Insgesamt scheinen die 5jährigen, gegenüber den ein Jahr älteren Kontrahenten, in diesem hochwertig besetzten Grupperennen im Vorteil zu sein.

Foto: SCOOPDYGA

 

LORD DELO , der vor zwei Monaten in Laval nach einem frühen Fehler, der zu einem aufwendigen Verlauf führte, nur von Rikita Jp geschlagen wurde, besitzt erneut eine hervorragende Chance. Für seine Rückkehr wird der Face Time Bourbon-Sohn von Jean-Michel Bazire gesteuert. "Man muss auf den ersten Metern immer aufmerksam bleiben", erklärt sein Trainer Nicolas Bazire. "Aber er sollte aktiv in die Entscheidung eingreifen."

Auch Lunella Leman trifft auf ein sehr günstiges Engagement. Ihr Trainer hatte Anfang des Monats bewusst auf den Prix Albert Demarcq (GR II) verzichtet, um dieses Rennen gezielt vorzubereiten. Die Tochter von Boccador de Simm besitzt ohne Zweifel die Mittel, um erneut auf sich aufmerksam zu machen.

Als möglicher Spielverderber könnte Lover Man eine wichtige Rolle spielen. Der Hengst aus dem Stall von Mathieu Mottier kommt mit einem überzeugenden Sieg aus Cholet an den Start und lief auf Bahn und Distanz bereits vor fast einem Jahr starke 11,7. Barfuß antretend, sollte man ihn ernst nehmen.

Weitere Teilnehmer, die zum Favoritenschreck werden könnten, sind Key of Love (A. Barrier), die seit dem Wintermeeting in hervorragender Verfassung geblieben ist, Omerta Boko, die mit Ambitionen in die Saison zurückkehrt, sowie Lobbing de Blary, der zuletzt auf der langen Distanz in Vincennes einen starken Eindruck hinterließ. Auch Every Time Winner und Ludivine sollten nicht außer Acht gelassen werden.

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Ziel Solvalla - Wo steht die Tricolore?

Der Prix des Ducs de Normandie am letzten Samstag entwickelte sich im französischen Lager zu einer echten Generalprobe für das große Elitloppet-Wochenende am 30. und 31. Mai. Der Großteil der französischen Vertreter, die in Schweden an den Start gehen werden, war in Caen am Ablauf. Sechs Teilnehmer des Gruppe II-Rennens werden Ende des Monats auf der legendären Rennbahn von Solvalla antreten. Was denken ihre Teams über deren Leistungen in diesem Rennen, das als Sprungbrett für Solvalla diente? Dieser Frage ging 24h au Trot auf den Grund und befragte mit ein paar Tagen Abstand zum letzten Start die betreffenden Quartiere.

Das Finish im 'Ducs' - Foto: APRH

 

Die sechs Teilnehmer, die aus dem 'Ducs' auch in Solvalla antreten werden, bilden noch nicht unbedingt die ganze "Reisegruppe" nach Schweden. In den kommenden Tagen könnten sich weitere Pferde anmelden, beziehungsweise eingeladen werden. Sicher ist nur, dass sich die sechs Starter des letzten Samstags in Caen, auf zwei verschiedene Klassiker verteilen werden.

Dazu gehören drei Teilnehmer für den Harper Hanovers Lopp (GR I), der am Samstag, dem 30. Mai, stattfindet: Inmarosa, die Titelverteidigerin des Rennens, Igrec de Celland und Kobayashi.

Das zweite Trio umfasst die Elitloppet-Teilnehmer, der am Sonntag, dem 31. Mai, über die Bühne geht: Inexess Bleu, Idao de Tillard und Jabalpur.

Wie weit sind sie in ihrer Vorbereitung vor den internationalen Duellen in Schweden? Nach den verschiedenen Gesprächen herrscht insgesamt eher Zufriedenheit.

 

Die Elitloppet-Teilnehmer

Nur Go On Boy, der Titelverteidiger des Elitloppet, fehlte an diesem Samstag in Caen unter den bisher vier eingeladenen französischen Pferden. Die drei anderen Teilnehmer zeigten im Prix des Ducs de Normandie ihren aktuellen Leistungsstand.

Inexess Bleu - Eine dreifache Herausforderung

Der beeindruckende Sieger des 'Ducs', obwohl er beschlagen am Start war, übertraf die Erwartungen seines Umfelds. Nun stellen sich vor dem Elitloppet gleich drei offene Fragen: seine Eignung für die kleine Bahn, für die Meilendistanz und für das Format mit Vorlauf und Finale.

Sein Trainer Laurent Abrivard erklärt dazu: "Er ist ein echtes Pferd für große Bahnen. Vielleicht liegen wir in drei Wochen im Elitloppet in Solvalla falsch mit unserer Teilnahme, weil er kein 1.600-Meter-Pferd ist. Aber wir werden es versuchen. Es ist das einzige Gruppe I-Rennen, das er noch laufen kann. Das beschäftigt mich sehr. Bis dahin werden wir nichts grundlegend verändern. Das Pferd hat seine eigene Art. Man muss hoffen, dass ihn der Autostart in Solvalla motiviert. Er darf nicht fünfzehn oder zwanzig Meter hinter den Führenden geraten. Wenn er in Schlagdistanz bleibt, wird er beim Angriff großen 'Schaden' anrichten."

Für seinen Fahrer Alexandre Abrivard gilt: "Es wird laufen, wie es läuft. Wir werden alles tun, um bestens vorbereitet nach Solvalla zu fahren."

Geplant ist, Inexess Bleu in Solvalla im Vorlauf mit derselben Ausrüstung wie in Caen vorzustellen. Beschlagen mit vier Aluminium-Eisen zu je 100 Gramm. Und ihn im Finale, wenn er sich qualifiziert, barfuß antreten zu lassen.

Idao de Tillard - Gute Eindrücke

Mit den schnellsten letzten 500 Metern am Samstag (06,8) hat Idao de Tillard als Fünfter sein volles Potenzial noch nicht wieder erreicht. Das ist logisch und normal nach seiner Winterpause, die mit einer schweren Operation verbunden war.

Sein Fahrer Clement Duvaldestin zeigte sich dennoch zufrieden: "Er ist ungefähr so gelaufen, wie wir es geplant hatten, auch wenn er unterwegs vielleicht ein oder zwei Positionen zu weit hinten lag. Er bestätigt, dass wir mit ihm derzeit erst bei etwa 80% sind. Wir wissen, wie extrem schwierig es in Caen ist, von hinten wegzukommen, und das erhöht den Wert seiner heutigen Leistung zusätzlich. Ich bin mit meinem Pferd zufrieden. Die Eindrücke waren sehr gut."

Jabalpur - Drei entscheidende Wochen

Jabalpur, der am Samstag den elften Platz belegte, war für ein Vorbereitungsrennen angekündigt worden. Arnaud Chavatte zog unmittelbar nach dem Rennen Bilanz: "Seine heutige Leistung ist nicht leicht zu analysieren. Ein Pferd auf diesem Niveau zu beurteilen, das nicht auf seinem bevorzugten Linkskurs läuft, in einem Rennen mit einer Kilometerzeit von 10,7, ist sehr kompliziert. Er ist auf Rechtskursen sehr schlecht und hat in beiden Bögen Zeit verloren.

Auf diesem Niveau ist das schwierig. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass er auf der Zielgeraden mehr Boden gutmacht, als er es getan hat. Heute (Samstag) lief er nicht barfuß und das Rennen war kein eigentliches Ziel. Uns bleiben noch drei Wochen, um seine Form weiter zu steigern. Ich denke, wir liegen im Zeitplan. In drei Wochen muss er besser sein. Ich bin nicht alarmiert, aber auch noch nicht völlig beruhigt. Eigentlich wollte ich in diesem Rennen gar nicht unbedingt starten. Jetzt müssen wir das Pferd in den kommenden drei Wochen auf sein bestmögliches Niveau bringen."

 

Harper Hanovers Lopp

Der Harper Hanovers ist inzwischen beinahe eine Domäne der französischen Traber geworden. Drei der letzten vier Ausgaben wurden von französischen Pferden gewonnen. Das Gruppe I-Rennen wird über 3.140 Meter aus dem Band gestartet. Drei französische Kandidaten sind angekündigt, darunter die Titelverteidigerin Inmarosa.

Inmarosa - Perfekte Form

Inmarosa fiel am Samstag durch ihren starken Endspurt auf. Mit 07,5 für die letzten 500 Meter, trabte sie die zweitschnellste Zeit im Feld für die letzte Halbe. Die Achtplatzierte überzeugte insbesondere ihren Fahrer Leo Abrivard, der erklärte: "Sie war perfekt. Sie hatte während des gesamten Rennens viel Energie und ist sehr stark ins Ziel gekommen. Das ist sehr positiv. Im April in Italien (7. im Gran Premio Costa Azzurra) hatten wir uns etwas Sorgen gemacht. Jetzt stehen wir genau dort, wo wir drei Wochen vor ihrem großen Ziel in Schweden sein wollten. Vielleicht wird es schwieriger als im vergangenen Jahr, aber sie wird ihren Titel mit Ambitionen verteidigen."

Igrec de Celland - Die Fahrerfrage

Er gehörte am Samstag zu den positiven Überraschungen. Nachdem er im Schlussabschnitt nur schwer eine freie Passage gefunden hatte, beendete Igrec de Celland das Rennen stark auf dem vierten Platz.

Sein Trainer Christophe Jariel erklärte dazu: "Die Form des Pferdes ist sicher und perfekt. Seine beste Jahreszeit ist das Frühjahr. Während der Decksaison ist er nicht derselbe. Seine letzten Leistungen in Italien (4. im Gran Premio Costa Azzurra) und im Ducs de Normandie waren hervorragend. Von der Kondition her ist er auf seinem besten Niveau. Jetzt gibt es nichts Neues mehr zu erfinden. Man wird sicherlich auch etwas Rennglück brauchen.

Er wird 40 Meter Zulage haben, und alles muss gut laufen, damit er ein passendes Rennen bekommt. Ich habe keine Erfahrung mit Schweden, und vielleicht werden wir noch am Start arbeiten, aber ich glaube nicht, dass ihn der schwedische Bänderstart stören wird, bei dem die Pferde mehrere Kreise im Band drehen müssen. Nun müssen wir noch den Fahrer finden. Es ist noch nichts entschieden. Ich hätte gerne Benjamin Rochard genommen, der das Pferd gut kennt, aber es ist nicht sicher, dass er verfügbar sein wird, da seine Frau schwanger ist und das Kind genau zu dieser Zeit kommen könnte. Ehrlich gesagt habe ich im Moment noch keine konkrete Lösung."

Kobayashi - Debüt im Ausland

Kobayashi (9.) hielt sich lange Zeit in der zweiten Hälfte des Feldes zurück, beendete das Rennen jedoch stark. Er erzielte dabei die viertbesten Zeiten, sowohl auf den letzten 1.000 Metern, als auch auf den letzten 500 Metern - in 08,9 beziehungsweise 08,0.

Die Form des Vertreters des Ecurie Hunter Valley, trainiert von Mathieu Mottier, bleibt weiterhin ausgezeichnet. Drei Wochen vor seiner dritten Teilnahme an einem Gruppe I-Rennen im Sulky, nach seinen Auftritten im Prix Ready Cash und im Prix Ourasi, wird der Sieger eines Klassikers unter dem Sattel (Prix des Centaures) auch im Harper Hanovers mit großen Ambitionen antreten.

 

Die Schlussphase im 'Ducs' (1.000/500 Meter) auf einen Blick:

Inexess Bleu (1.) - 08,9 / 07,7

Igrec de Celland (4.) - 09,2 / 08,7

Idao de Tillard (5.) - 08,8 / 06,8

Inmarosa (8.) 08,8 / 07,5

Kobayashi (9.) - 08,9 / 08,0

Jabalpur (10.) - 09,6 / 09,2

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Mittwoch in Vincennes - Benoit Robin: "Ich setze große Hoffnungen in Lunella Leman"

Am Mittwoch wird Benoit Robin wieder selbst hinter seiner Lunella Leman sitzen, wenn das Gespann im Prix du Perreux (GR III), dem Hauptereignis der Veranstaltung, antreten wird. Der 41jährige Trainer stellte sich vor diesem Rennen den Fragen des ParisTurf. Dabei sprach er über seine Ambitionen mit der Tochter von Boccador de Simm, sowie seinen Saisonstart.

Foto: SCOOPDYGA

 

Nachdem LUNELLA LEMAN am 11. April mit dem Prix Henri Levesque bereits ein Gruppe II-Rennen gewinnen konnte, ist die 5jährige keine Unbekannte mehr im Jahrgang. Mit dem starken Sieg im Rücken, der in 11,0/2.700 Meter auch einen neuen Rennrekord seit der Distanzverlängerung bedeutete, besitzt sie erneut eine hervorragende Chance.

"Sie war zuletzt enorm stark", betont ihr Trainer. "Lunella war zuvor zweieinhalb Monate nicht gelaufen, aber sie liebt es, frisch an den Start zu kommen, und der Abstand zwischen den Rennen passt ihr sehr gut. Seit zwei Wochen ist sie wieder in Grosbois, um auf dieses Rennen vorbereitet zu werden. Und die Stute ist wirklich in bester Verfassung. Sie steigert sich weiter. Wenn genügend Tempo im Rennen ist und sie den passenden Verlauf bekommt, wäre ich enttäuscht, wenn sie nicht auf dem Podium landet. Sie ist bereit, eine starke Leistung zu zeigen. Ich habe sie immer sehr gemocht, und obwohl ihr früher etwas Durchzugskraft fehlte, hat sie Ende letzten Jahres deutlich an Geschwindigkeit gewonnen. Anfang des Jahres hat sie bereits etwas Besonderes gezeigt, als sie Lord du Gers schlug. Und inzwischen ist sie wirklich komplett geworden."

Das Criterium im Visier

Der in Louvigne (Departement Mayenne) ansässige Trainer, der mit seinem Champion Hussard du Landret bereits große Erfolge auf höchstem Niveau feiern konnte, setzt nun auf das neue Aushängeschild seines Stalls. "Wenn ihr nichts passiert, habe ich große Hoffnungen mit dieser Stute. Wir haben uns Zeit mit ihr gelassen, und sie hat nie enttäuscht. Sie ist erst fünf Jahre alt, das lässt auf eine schöne Zukunft hoffen. Das Criterium der 5jährigen, das in vier Monaten stattfindet, habe ich im Hinterkopf. Die Konkurrenz wird stark sein und der Jahrgang ist hervorragend, aber wenn alles gut läuft, wird sie teilnehmen und wir werden versuchen, eine gute Rolle zu spielen. Das ist das Ziel. In diesem Alter bin ich mir nicht sicher, ob Hussard schon so gute Zwischenzeiten gelaufen ist, auch wenn er mit vier Jahren Zweiter im Criterium Continental war. Er hat am Ende 1,2 Millionen Euro gewonnen, davon ist sie noch weit entfernt, aber wir kennen ihre Grenzen noch nicht. Es ist schwierig, die beiden zu vergleichen, aber ich spüre, dass sie etwas Besonderes hat."

Über Hussard du Landret sagt Robin weiter: "Er widmet sich jetzt seiner neuen Aufgabe als Deckhengst. Seit diesem Jahr läuft er keine Rennen mehr, deshalb ist es etwas ruhiger. Wie bei vielen Hengsten der zweiten Reihe."

Starke Chancen in den kommenden Tagen

Benoit Robin, dessen Stall rund vierzig Pferde umfasst, einschließlich Nachwuchspferde, zählt etwa zwanzig Startpferde. In den kommenden Tagen verfügt das Quartier über weitere interessante Kandidaten. "Krome brauchte beim letzten Mal ein echtes Rennen, aber ich denke, dass er sich am Donnerstag in Nantes gut präsentieren kann. Kakou Aldo hat zuletzt in Cholet überzeugend gewonnen und kann das wiederholen, wenn er keinen Fehler macht. Nikita Erca, die Hussard diesen Winter seinen ersten Sieg als Deckhengst bescherte, wird bald in Lyon ihr Comeback geben (21. Mai). Das ist eine Stute, die wir sehr schätzen. Am 19. in Vincennes hat Nemrod Burois ein passendes Rennen an der Gewinnsummengrenze. Ich habe ihn den ganzen Winter vorsichtig aufgebaut und er hat sich mit jedem Rennen gesteigert. Das ist ein gutes Pferd.

Nova Tim ist ebenfalls sehr talentiert, auch wenn sie noch keinen Sieg errungen hat. Sie trifft immer auf starke Konkurrenz. Sie wird am 26. Mai erneut in einem Gruppe II-Rennen (Prix Ozo) antreten, weil ich keine andere Wahl habe. Der Jahrgang der 3jährigen ist ziemlich stark, und auch der Jahrgang der 2jährigen sieht vielversprechend aus. Der Bruder von Nova Tim, Orion de Timm, ist interessant. Vier oder fünf junge Pferde entwickeln sich sehr gut, darunter Olympe Baraka und Oui Go, zwei Nachkommen von Hussard."

Zudem lobt Benoit Robin sein Team: "Vincent Reze kümmert sich im Winter um alle jungen Pferde. Er leistet großartige Arbeit, ebenso wie seine Tochter Lylou, die gerade zum Team gestoßen ist, und Francois Mabile, der das ganze Jahr in Grosbois bleibt. Eigentlich fehlt mir noch ein zusätzlicher Mitarbeiter, um optimal aufgestellt zu sein. Außerdem kommt Jacky Neveux zwei- bis dreimal pro Woche unterstützend vorbei. Meine Partnerin Celine hilft mir ebenfalls, und meine Kinder unterstützen mich voll und ganz!"

"Yankee-Sulky hat mir sehr geholfen"

Mit mehr als 450 Siegen als Fahrer konzentriert sich der Mann, den man "den Großen" nennt, heute hauptsächlich auf seine eigenen Pferde, auch wenn er immer noch bereit ist, "gerne einem Kollegen auszuhelfen".

"Ich habe das Fahren immer geliebt, aber seit dem Auftreten der Fahreragenten ist die Zeit, in der ich viele fremde Pferde gefahren habe, mehr oder weniger vorbei. Früher ließ ich meine Pferde häufiger von anderen fahren, aber wenn ich sie selbst fahre, weiß ich besser, wo sie stehen. Lange Zeit hatte ich wegen meiner Körpergröße Rückenprobleme, aber im Moment geht es mir gut. Vor allem seit der Einführung des Yankee-Sulkys fühle ich mich überraschenderweise wohler. Anfangs hatte ich etwas Angst davor, aber die gestrecktere Sitzposition hat mir letztlich sehr geholfen."

Ein Team, das in jeder Hinsicht funktioniert

"Der erste Teil des Jahres läuft gut. Wir haben keine fünfzig Pferde am Start, aber alle, die laufen, liefern ab. Das ist ordentlich, und insgesamt liege ich im Rahmen meiner üblichen Ergebnisse. Einige 3jährige müssen noch debütieren. Ich arbeite weiterhin mit Herrn Daniel zusammen, dem Züchter von Hussard du Landret. Wir haben noch dessen Bruder Joyeux du Landret, der eine gute Saison haben sollte, und außerdem noch drei P-Pferde. Man sieht Herrn Daniel und seinen Sohn momentan etwas seltener, weil sie gesundheitliche Probleme haben, aber unsere Beziehung bleibt selbstverständlich unverändert. Unter den anderen Züchtern arbeite ich insbesondere mit Arnaud Deniau und dem Ecurie Minier zusammen. Insgesamt sind die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, sehr loyal. Somit läuft alles läuft."

Dienstag 12 Mai 22:51 Uhr
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Luba Sonn

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Jean-Michel Bazire: "Neo de Guez mit großem Verbesserungspotenzial"

Am Dienstag stand bei der Rennveranstaltung in Angers die gewinnärmste Klasse im Fokus. Grund dafür war ein Debütant. Neo de Guez trat gleich als Favorit an, was nicht nur an der guten Quali gelegen hat, die bereits im letzten Oktober absolviert wurde. Der 3jährige Hengst hat ebenso prominente Eltern. Vater ist der zweifache Amerique-Sieger Face Time Bourbon und Mutter Quoumba de Guez (1,1 Mio). Damit ist Neo de Guez ein Halbbruder der Cornulier-Siegerin Joumba de Guez.

Foto: Jean-Charles Briens

 

Der erste Start von NEO DE GUEZ wurde also mit Spannung erwartet. Und der 3jährige wurde letztlich seiner klaren Favoritenrolle (1,3:1) gerecht. Dabei wurde er aufmerksam von seinem Besitzer und Züchter Rene Guezille beobachtet, der sah, wie sein Schützling nach 700 Metern erstmals das kleine Feld anführte. Nach einer Rochade übernahm Neo de Guez zur Hälfte des Rennens erneut das Kommando. Eine kleine Beschleunigung aus dem letzten Bogen heraus reichte, um den dahinter liegenden Nirvana Griff in 17,5/2.425 Meter sicher abzuschütteln. 

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"Er hatte sich schon bei der Qualifikation sehr gut präsentiert", erinnerte sein Fahrer Jean-Michel Bazire, der eigens für diesen Start nach Angers gereist war, bevor er weiter nach Vincennes fuhr. "Zu Hause trainiert er alleine, weil er etwas temperamentvoll ist. Es ist ein Pferd mit großem Verbesserungspotenzial."

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Jango Vici in Vorbereitung auf GNT-Etappe

Vor gut einem Jahr siegte Jango Vici auf der Etappe des Grand National du Trot in Le Croise-Laroche. Am Dienstag absolvierte der Hengst in Vincennes eine Trainingseinheit, um am 20. Mai seinen Titel auf diesem Teilstück des GNT verteidigen zu können.

Foto: SCOOPDYGA

 

Acht Tage vor der Etappe in Le Croise-Laroche hat Jango Vici seine letzte harte Arbeit erhalten. Der 7jährige aus dem Stall von Antonio Ripoll Rigo hinterließ bei seinem Trainer einen guten Eindruck: "Er hatte Anfang des Monats auf der Grasbahn in Bernay im Rahmen der Trophee Vert sein Comeback gegeben. Dieser Start hat ihm gutgetan, aber er brauchte noch eine intensive Arbeitseinheit, um wieder richtig fit zu werden."

Nach einem ersten Heat mit seinem Trainer ging der Sohn von Dragon des Racques erneut auf die Bahn - diesmal mit Matthieu Abrivard im Sulky. "Da Benjamin Rochard nicht verfügbar war, musste ich den Fahrer wechseln. Mein Pferd lief mit schweren Eisen, hat aber hervorragend gearbeitet. Ich habe das Gefühl, dass er wieder ein sehr gutes Niveau erreicht", ergänzte Ripoll Rigo.

Der mallorquinische Trainer ließ außerdem Missandei trainieren, deren Rückkehr für den 22. Mai in Vincennes vorgesehen ist, bevor Anfang Juni ein wichtiges Ziel ansteht.

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50. Sieg für Estelle Croisic - "Unbezahlbar von Mathieu Mottier's Ratschlägen zu profitieren"

Am Dienstag gewann Estelle Croisic gegen 18 Uhr in Vincennes den Prix Emile Neveux mit dem großen Favoriten Krack Clea. Dieser Erfolg war zugleich der 50. Sieg der jungen Dame, der mit Schritt in das Profilager gleichzusetzen ist.

Foto: SCOOPDYGA

 

Insgesamt benötigte ESTELLE CROISIC etwas weniger als fünf Jahre, um die fünfzig Siege zu erreichen, die sie dazu verpflichten, ihren Status im Nachwuchsbereich aufzugeben. Ihren ersten Erfolg feierte die heute 21jährige im August 2021 mit Euphrate Desbois für ihren ersten Ausbildungsbetrieb im Stall von Stephane Meunier.

Der knappe Sieg am Dienstag mit dem Topfavoriten Krack Clea kam allerdings nicht ohne einige Schreckmomente zu Beginn des Rennens zu Stande. "Nach mehreren Fehlstarts wurde er nervös und machte gleich zu Beginn zwei Fehler. Danach konnte ich mich schrittweise nach vorne arbeiten. Auch wenn Jubla Viking und Clea Roger bereits davongezogen waren, wusste ich, dass noch nichts entschieden war und dass er alles geben würde, sobald ich ihm die Klappen herunterziehe. Genau das hat er getan und sich den Sieg noch auf der Ziellinie geschnappt. In Vincennes in einem solchen Rennen Profi zu werden, ist natürlich ein ganz besonderer Moment."

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Mit Blick auf ihren bisherigen Weg zeigte sich Estelle dankbar: "Nach meiner Ausbildung bei Stephane Meunier ging ich zu Damien Lecroq, anschließend verbrachte ich den Winter 2024/25 bei Jean-Michel Bazire, wo ich das Glück hatte, mich um Joumba de Guez zu kümmern. Seit dem Frühjahr 2025 arbeite ich für Mathieu Mottier. Im Stall sind alle sehr nett. Ich reite jeden Morgen, und von den Ratschlägen des vierfachen Sattel-Champions profitieren zu können, ist unbezahlbar. Natürlich möchte ich allen danken, die mir diesen Weg ermöglicht haben. Und wie man so schön sagt: Hoffentlich geht es so weiter!"

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Prix Jean Gauvreau - Mottier: Liberte du Goutier war perfekt vorbereitet"

Am Dienstag traten in Vincennes zehn Teilnehmer im Prix Jean Gauvreau gegeneinander an. In dem Gruppe II-Monte für die 5jährigen über 2.175 Meter fehlten einge große Namen, wodurch der Wettmarkt ebenfalls sehr offen war. Letztlich war es Liberte du Goutier, die als Mitfavoritin ihre Gegner aber klar dominierte.

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Am 21. Juni treffen sich die besten 5jährigen Satteltraber im Prix de Normandie (GR I) zum nächsten Höhepunkt. LIBERTE DU GOUTIER qualifizierte sich mit dem Erfolg nicht nur, sondern setzte auch ein Ausrufezeichen für den kommenden Klassiker.

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Obwohl die Prodigious-Tochter eine Auszeit von knapp fünf Monaten zu überbrücken hatte, gewann sie mit Mathieu Mottier souverän: "Sie verfügt über sehr viel Geschwindigkeit, deshalb habe ich nicht gezögert, sie schnell an die zweite Position zu bringen. Ich habe sie vielleicht etwas spät nach außen genommen, aber als ich sie zum Ausgang des letzten Bogens beschleunigen ließ, streckte sie sich hervorragend und gewann klar. Morgens zeigt sie sich offenbar nicht besonders eindrucksvoll, weshalb ihr Umfeld sich über ihre Form nicht ganz sicher war. Sie war aber sehr gut vorbereitet, einfach perfekt. Auf dieser Bahn fühlt sie sich einfach besonders wohl. Sie kommt genau zur richtigen Zeit wieder in Form. Vielleicht ist sie über 2.175 Meter noch besser, aber wie alle guten Stuten wird sie sich anpassen können. Im Prix de Normandie dürfte sie äußerst gefährlich werden."

Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, ob Mottier auch im Gruppe I-Rennen auf dem Rücken der Stute sitzen wird, die von Thierry Duvaldestin vorbereitet wird. Womöglich reitet er ein Pferd aus seinem eigenen Quartier.

Bereits im vergangenen September hatte Liberte du Goutier im Prix des Elites den zweiten Platz belegen können. Damals noch in 10,2. Diesmal gewann sie in 10,9 , allerdings ohne an ihre Grenzen gehen zu müssen.

Lakana de Felliere, die der Siegerin seit der Spitze des Anstiegs gefolgt war, konnte deren Tempoverschärfung zu Beginn der Zielgeraden nicht mitgehen, holte sich jedoch den zweiten Rang. Damit gelang ihr seit Ende des Winters bereits die dritte starke Leistung auf halb-klassischem Niveau.

Der erstmals in dieser Disziplin antretende Lay Up zeigte ebenfalls eine gute Schlussphase und wurde, wenn auch mit etwas Abstand, Dritter. "Er hat bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen", bestätigte sein Reiter Eric Raffin. "Ich habe darauf geachtet, ihm ein ideales Rennen zu geben, und er hat anschließend gut beschleunigt. Das ist sehr ermutigend für die Zukunft."

Die führenden Pferde dieser Generation, L’Ecrin d’Or und Lionheart, verzichteten auf den Prix Jean Gauvreau. Die nächste Vorbereitungsprüfung für den Prix de Normandie findet am 29. Mai über 2.700 Meter statt.

Mittwoch 13 Mai 21:24 Uhr
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Luba Sonn

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PMU erholt sich langsam

Seit dem 1. Januar 2026 wurden bei der PMU etwas mehr als 3,1 Milliarden Euro auf Pferderennen gesetzt. Damit beträgt der Rückgang gegenüber 2025 nur noch 40 Millionen Euro beziehungsweise 1,2%.

Quelle: PMU

 

Das kam durchaus überraschend. Nach einem äußerst schwierigen Winter, in dem die PMU zeitweise bis zu 100 Millionen Euro weniger Umsatz als im Vorjahr verzeichnete, erlebt der traditionsreiche Wettanbieter nun still und leise ein starkes Frühjahr. Der Rückstand gegenüber 2025 wird nach und nach aufgeholt, sodass das Minus zwischen dem 01. Januar und dem 10. Mai nur noch 40 Millionen Euro beträgt. Während Januar und Februar noch deutlich negativ ausfielen, endeten März und April wieder im Plus.

Offenbar beginnen sowohl die verstärkte öffentliche Präsenz der PMU, etwa durch die neue Werbekampagne rund um das Thema Umzug, als auch der Start der App PMU PLAY Wirkung zu zeigen. So generierte PMU PLAY am vergangenen Sonntag mehr als vier Millionen Euro Umsatz nur auf Pferderennen, was schon lange nicht mehr erreicht worden war.

Für die Rennsportbranche ist das ein ermutigendes Signal, auch wenn die kommende Fußball-Weltmeisterschaft wie üblich wahrscheinlich wieder zu einem Rückgang der Einsätze im Pferdesport führen dürfte.

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Ein halbes Jahrhundert Kampf gegen Doping

Die Verantwortlichen der Anti-Doping-Bekämpfung haben anlässlich des 50jährigen Bestehens dieses unermüdlichen Kampfes gegen Betrug Bilanz gezogen und ihre zukünftigen Maßnahmen vorgestellt.

Quelle: FNCH

 

Wenn Vertreter der Federation Nationale des Courses Hippiques (FNCH) über die Arbeit des Pferderennsport-Labors in Verrieres-le-Buisson sprechen, geschieht dies meist als Reaktion auf Zweifel an der Zuverlässigkeit der Kontrollen. Zuletzt war dies im Januar 2023 nach einer investigativen Fernsehdokumentation der Journalistin Julie Pichot der Fall. Damals stellte sich Generalsekretär Pierre Preaud den kritischen Fragen von Tristan Waleckx.

Diesmal hingegen kamen die Verantwortlichen selbst zu Wort, um im Rahmen einer Kampagne zum 50jährigen Bestehen der Anti-Doping-Kontrollen im französischen Rennsport eine umfassende Bilanz zu ziehen. Dieser Kampf verursacht erhebliche Kosten, allein 2025 rund 10,7 Millionen Euro, und dient sowohl dem Schutz der Pferdegesundheit als auch der Integrität des Rennsports.

"Konkret basiert dieses System auf drei Säulen: sehr häufigen Kontrollen, modernste wissenschaftliche Forschung und große Transparenz", heißt es dazu. Jährlich werden fast 30.000 Proben entnommen, bei einer der niedrigsten Verstoßquoten weltweit.

2025 wurden insgesamt 29.452 Proben analysiert. Mehr als doppelt so viele wie im gesamten menschlichen Spitzensport aller Disziplinen zusammen, die von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD kontrolliert wurden. Dabei wurden 197 Nachweise verbotener Substanzen festgestellt, was 0,67% aller Proben entspricht. Davon galten 88 Fälle nicht als positive Verstöße, da es sich um gemeldete und erlaubte Trainingsmedikationen oder Notfallbehandlungen auf der Rennbahn handelte. 109 Fälle wurden hingegen als tatsächliche Verstöße gegen die Rennordnung gewertet, also lediglich 0,37% aller Proben.

Die nachgewiesenen Substanzen werden in zwei Kategorien eingeteilt. Die zweite Kategorie umfasst Stoffe, die im Körper eines Wettkampfpferdes absolut verboten sind. Die erste Kategorie betrifft therapeutische Mittel, die außerhalb des Wettkampfs unter tierärztlicher Aufsicht erlaubt sind.

Trainern, die versucht sind, Infiltrationen oder ähnliche Behandlungen übermäßig einzusetzen, wird deutlich entgegnet: "Behandlungen müssen transparent, medizinisch gerechtfertigt sein und dürfen keinesfalls dazu dienen, ein nicht wettkampftaugliches Pferd weiter im Training zu halten."

Enormer Kontrolldruck

"Jeder Trainer muss jederzeit damit rechnen, dass ein Kontrolltierarzt vor der Tür steht", erklärte FNCH-Generalsekretär Pierre Preaud bereits vor drei Jahren in einem Interview.

2025 wurden 96% aller Rennen kontrolliert. Systematisch die ersten fünf Pferde in der Quinte, sowie ein bis zwei Pferde in allen übrigen Rennen. Zusätzlich finden zahlreiche Kontrollen außerhalb des Rennbetriebs statt: etwa flächendeckende Tests aller Starter 48 Stunden vor bestimmten Rennen oder gezielte Maßnahmen vor und nach Wettbewerben. Diese erfolgen teilweise auf Grundlage konkreter Hinweise und in enger Zusammenarbeit mit der Glücksspielaufsicht.

Zusätzliche Garantie

Die äußerst niedrige Zahl positiver Fälle sorgt regelmäßig für Diskussionen. Beobachter und Akteure fragen sich oft, ob der enorme finanzielle Aufwand angesichts der geringen Zahl an Verstößen gerechtfertigt ist.

Obwohl das französische Labor gemeinsam mit den Einrichtungen in Großbritannien, Japan und Hongkong zu den vier weltweit führenden Zentren gehört, wird seine Unabhängigkeit immer wieder infrage gestellt. Insbesondere weil dessen Finanzierung durch die Rennsportgesellschaften erfolgt, die zugleich die Rennen organisieren.

Um diesen Vorwürfen entgegenzutreten, bemühen sich die Verantwortlichen seit Jahren um zusätzliche Maßnahmen der Transparenz. Neben der Offenlegung der Identität positiver Proben unter Aufsicht eines Gerichtsvollziehers wurde nun eine weitere Zertifizierung eingeführt: das sogenannte EQADE-Label ('Evaluation Qualite Antidopage Equin'), vergeben von der unabhängigen französischen Prüfgesellschaft APAVE.

Dieses Gütesiegel soll "Qualität, Integrität, Wahrung der Anonymität und Unparteilichkeit in allen Phasen des Prozesses garantieren". Die Zertifizierung basiert auf mehr als 300 Prüfkriterien. Bereits beim ersten Audit wurden 95% der überprüften Kriterien als konform bewertet. Sämtliche Kriterien sollen innerhalb von drei Jahren kontrolliert werden.

Die Verantwortlichen betonen, dass dieses Verfahren "eine zusätzliche Garantie für Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit gegenüber Fachleuten, Behörden und der Öffentlichkeit" darstellen soll.

Permanente Weiterentwicklung

Der Kampf gegen Doping ist ein ständiger Wettlauf mit neuen Methoden des Betrugs. Deshalb arbeitet das französische Labor derzeit an einer eigenen Lösung auf Basis künstlicher Intelligenz, um Datenanalysen zu automatisieren und den rund sechzig Wissenschaftlern mehr Zeit für komplexere Fragestellungen zu verschaffen. Die Einführung ist für 2027 oder 2028 geplant.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem genetischen Doping, das mittlerweile als Bedrohung für den gesamten Spitzensport angesehen wird. Dabei soll das Erbgut eines Athleten durch DNA- oder mRNA-Injektionen verändert werden, um die Leistungsfähigkeit künstlich zu steigern.

Auch die Entdeckung unbekannter Substanzen spielt eine zentrale Rolle. Das Labor hat seine Analysemethoden deutlich weiterentwickelt und sucht gezielt nach ungewöhnlichen Signalen, die auf verdächtige Verbindungen hinweisen könnten. Neben modernsten Technologien setzen die Wissenschaftler stark auf internationale Zusammenarbeit, um neue verbotene Substanzen schneller identifizieren zu können.

Zahlen

75.000 Euro: So hoch ist inzwischen die Geldstrafe für nachgewiesene Betrüger. Zusätzlich drohen seit dem Gesetz von 2019 Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

45: So viele von der FNCH zugelassene Tierärzte wirken aktiv an den Anti-Doping-Kontrollen im französischen Rennsport mit.

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Prix du Perreux - Jean-Michel Bazire: "Lord Delo besitzt enorme Klasse"

Am Mittwoch gewann Lord Delo als Favorit die Quinte des Tages in Vincennes. Bis zu seinem Erfolg lag der 5jährige aber lange im Hintergrund des Feldes. Ein kurzer Sprint auf den letzten 350 Metern reichte aber aus, um den leichten Sieg sicherzustellen. Für seinen Fahrer Jean-Michel Bazire war es der erste Sieg im "Temple du Trot" seit seinem Unfall zu Beginn des Jahres.

Foto: SCOOPDYGA

 

Kurz bevor ein heftiger Regenschauer über die Rennbahn von Vincennes hereinbrach, fegte der "Wirbelsturm" LORD DELO im Gruppe III-Rennen über 2.700 Meter auf der großen Bahn. Der Face Time Bourbon-Sohn machte mit seinen Gegnern kurzen Prozess. Weil Lord Delo dafür bekannt ist am Start gelegentlich kleine Eskapaden einzulegen, ließ Jean-Michel Bazire ihn sehr vorsichtig eintreten und lag bis zu Beginn des Schlussbogens weit hinter der ständig führenden Key of Love. Auf der Zielgeraden zog der Sohn von Face Time Bourbon jedoch mühelos an allen vorbei und absolvierte die letzten 500 Meter in einem Schnitt von beeindruckenden 07,3. Dabei machte Bazire nicht einmal die Hand auf.

ZUM VIDEO

"Ich bin bewusst vorsichtig gestartet", erklärte 'JMB'. "Die Zwischenzeiten waren sehr gut, und ich hatte unterwegs ein ideales Rennen. Ich hatte Glück, als Louis Baudron (Fahrer von Key Lady) sich bergauf wieder in die zweite Spur einordnete, obwohl ich merkte, dass Lunella Leman unseren Zug nicht wirklich weiter nach vorne brachte. Ihr Fahrer hat fair reagiert und Platz gemacht. Dadurch wurde das Rennen wieder beschleunigt. Im letzten Bogen lag ich noch ziemlich weit zurück, aber mein Pferd hatte bis dahin praktisch nichts tun müssen. Er besitzt enorme Klasse."

Bazire nutzte die Gelegenheit auch, um auf die Geschichte des Pferdes zurückzublicken, das mit einer Siegzeit von 11,6 einen neuen Rennrekord aufstellte: "Das Pferd wurde über Charlotte Le Metayer, einer Vermittlerin aus dem Hindernissport, gekauft. Wir haben ihn uns angesehen und anschließend Partner gefunden, darunter Arnaud Chaille-Chaille, Yannick Desmet und eben diese Vermittlerin. Anfangs lief überhaupt nichts. Ich ließ ihn kastrieren, weil er zu viel Temperament hatte. Man muss die Arbeit von Jean-Luc Lerebourg hervorheben. Ohne ihn hätte Lord Delo nicht dieselbe Karriere gemacht. Wir haben gute Pferde im Stall, aber unter den Wallachen ist er eindeutig derjenige, der herausragt."

133 Tage später

Für Jean-Michel Bazire hatte dieser Erfolg eine ganz besondere Bedeutung. Neben dem Sieg im Kreis von Freunden beendete der Fahrer auch eine lange Durststrecke: Seit dem 31. Dezember 2025 hatte er in Vincennes kein Rennen mehr gewonnen. Zwei Tage nach dem letzten Sieg hatte er sich bei einem Unfall im Trainingszentrum von Grosbois verletzt. "Es wurde wirklich Zeit für einen Sieg in Vincennes!", sagte er lächelnd. "Das freut mich sehr."

Key of Love, die erstmals mit Zugwatte ausgestattet war, belegte den zweiten Platz. "Sie lief ihr eigenes Rennen. Sie wurde einfach vom besten Pferd geschlagen", kommentierte Fahrer Anthony Barrier.

Samstag 16 Mai 03:18 Uhr
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Luba Sonn

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'Kermesse Festival' kommt nach Vincennes - Valerie Francois (SETF): "Veranstaltungen helfen uns, neue Besucher anzusprechen"

Das Anziehen neuer Zuschauer gehört heute zu den wichtigsten Zielen der Pferderennbranche. Die bisherigen Bemühungen zeigen Wirkung. Besonders im Trabrennsport war dies im vergangenen Winter auf der Rennbahn in Vincennes zu beobachten: Die Besucherzahlen stiegen, und das Rennspektakel zog neue Zielgruppen an.

Quelle: SETF

 

Die von den Veranstaltern gewählte Strategie sich neuem Publikum zu öffnen, die über den reinen Rennsport hinausgeht, funktioniert mit hybriden  Eventformaten. Einige diese Events werden bei drei Abendveranstaltungen in Vincennes in neuer Form umgesetzt. Dies geschieht in Zusammenarbeit unter dem Label der Marke "La Kermesse Festival".

Brücken zwischen Rennsport und Unterhaltung

Die strategische Ausrichtung der Societe d’Encouragement à l’Elevage du Trotteur Francais (SETF) ist klar und hat sich bereits bewährt: Es sollen Brücken zwischen der Welt der Pferderennen und kulturellen sowie festlichen Erlebniswelten geschaffen werden. Durch Partnerschaften mit bekannten Marken möchte man ein breites Publikum ansprechen und neue Besucher mit einem einzigartigen Angebot gewinnen.

Schon die Kooperation im Winter mit der Veranstaltungsreihe "La Folie Douce" entsprach genau diesem Ansatz und trug zu den positiven Besucherzahlen des Pariser Wintermeetings bei. Ziel ist es, die Rennbahn zu einem attraktiven Ausflugsort für unterschiedliche Zielgruppen zu machen - junge Menschen, Familien und eingefleischte Rennsportfans gleichermaßen.

Neue Unterhaltungstrends nutzen

Im Mittelpunkt steht dabei die Veränderung des Images der Rennbahn. Sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch beim realen Besuch. Die Attraktivität soll gesteigert werden, indem man sich an modernen Unterhaltungstrends orientiert.

Dank der Zusammenarbeit mit der Marke "La Kermesse Festival" wird die Rennbahn Vincennes an den Freitagen 5., 12. und 19. Juni zum Treffpunkt für Fans der Musik der 1990er- und 2000er-Jahre.

Was ist das 'Kermesse Festival'?

Das 2022 gegründete "Kermesse Festival" hat sich schnell zu einem der beliebtesten Musikereignisse Frankreichs entwickelt. Jeden Sommer versammelt es tausende Besucher rund um ein einfaches Konzept: die größten Hits der 1990er- und 2000er-Jahre in einer festlichen und generationenübergreifenden Atmosphäre wieder aufleben zu lassen.

Jordan Galtier, Präsident des Festivals, freut sich über die Zusammenarbeit mit der SETF: "La Kermesse basiert auf einem einfachen Konzept: Veranstaltungen anzubieten, die viele Menschen zusammenbringen - mit einem starken Programm und einem echten Erlebnis vor Ort. Diese ersten Ausgaben in Paris im Rahmen der Abendveranstaltungen in Vincennes passen perfekt zu dieser Dynamik und dürfte auf großes Interesse beim Publikum der Region Paris stoßen."

Premiere im Norden Frankreichs

Während das Festival im Süden Frankreichs bereits sehr bekannt ist, hat es bisher weder in der Region Paris noch generell im Norden des Landes Veranstaltungen organisiert.

Valerie Francois, Marketing- und Kommunikationsdirektorin der SETF, erklärt: "Das ist eine Premiere, und wir verstehen diese Veranstaltung klar als gemeinsame Zusammenarbeit. Man kann sagen, dass das 'Kermesse Festival' für drei Abendveranstaltungen mit jeweils unterschiedlichem Thema in Vincennes zu Gast sein wird."

Innovation mit Kontinuität

Mit dem "Kermesse Festival" geht die SETF neue Wege, bleibt aber zugleich ihrer bisherigen Linie treu. Die Pariser Abendveranstaltungen dieser Jahreszeit standen bislang unter einem tropischen Motto. Eine der drei neuen Themenabende wird diese 'tropische' Atmosphäre beibehalten und in das neue Festival-Konzept integrieren.

Zwischen Afterwork und Sommerparty

Die Veranstaltungen finden komplett unter freiem Himmel direkt an der Rennbahn statt. Dieses Format positioniert die Abendveranstaltungen als leicht zugängliches Erlebnis zwischen Musikevent, Sportveranstaltung und sommerlichem Afterwork.

Geplant sind unter anderem:

- ein Street-Food-Bereich mit Bars und Foodtrucks

- die "Happy 2000 Hours" zu Beginn des Abends

- durchgehende Unterhaltung und Animationen

- Entspannungsbereiche mit Liegestühlen und Chill-out-Zonen

Drei Themenabende

Freitag, 05. Juni - Dance-Abend

Boney M und Helmut Fritz eröffnen die Veranstaltungsreihe. Die legendäre Disco-Gruppe Boney M prägte mit Hits wie Rasputin und Daddy Cool eine ganze Ära. Helmut Fritz ergänzt das Programm mit seinem schrägen Popstil und seinem bekannten Song 'Ca m’enerve'.

Freitag, 12. Juni - Tropischer Abend

Colonel Reyel und Slai sorgen für karibisches Flair. Colonel Reyel wurde mit dem Titel 'Celui' bekannt und verbindet Dancehall mit urbanem Pop. Slai zählt zu den großen Namen des Zouk-Love und ist unter anderem für 'Flamme' und 'Ce soir ou jamais' bekannt.

Freitag, 19. Juni - Rap & R'n'B-Abend

Tragedie und Tribal King schließen die Veranstaltungsreihe ab. Tragedie war eine der prägenden französischen R&B-Gruppen der 2000er-Jahre mit Songs wie 'Hey Oh' und 'Sexy pour moi'. Tribal King landete 2006 mit 'Facon Sex' einen großen Sommerhit. Der Abschlussabend verspricht Nostalgie, Groove und gemeinschaftliche Festivalstimmung.

Zwei Wege, Vincennes neu zu entdecken

Mit dieser neuen Zusammenarbeit verfolgt Vincennes weiterhin das Ziel, den Rennsport zu einem umfassenden Erlebnis für verschiedenste Zielgruppen zu machen. Dazu erklärt Valerie Francois: "Mit dem 'Kermesse Festival' arbeiten wir partnerschaftlich und verfolgen eine klassische Win-win-Strategie, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Dasselbe Prinzip galt bereits für unsere Winterkooperation mit 'La Folie Douce', durch die wir neue Besucher nach Vincennes bringen konnten.

Darüber hinaus entwickeln wir neue Einnahmequellen durch die Ausrichtung kultureller und festlicher Veranstaltungen außerhalb der Renntage, etwa die 'Drone Art Show' am 28. und 30. Mai sowie Festivals wie Yardland, Brunch Electronik oder Peacock. Diese Veranstaltungen helfen uns, neue Besucher anzusprechen und die Rennbahn das ganze Jahr über optimal zu nutzen.“

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Entzerrung des Rennkalenders - Patrick David: "Am Ende profitieren alle davon"

Der Regionale Rennsportverband im Westen Frankreichs hat in diesem Jahr eine Initiative gestartet, um die Zahl der PMH-Renntage an Sonn- und Feiertagen während der Hochsaison zwischen Mai und September zu reduzieren. Ziel ist es, der Häufung von Veranstaltungen an denselben Tagen entgegenzuwirken, an denen das französische Rennangebot überladen ist. Die Folgen sind für alle kontraproduktiv: für die Trainer, die Pferde und Personal nicht gleichzeitig auf mehrere Orte aufteilen können, was ebenso für die Fahrer gilt. Gleichzeitig ist das Publikum gezwungen, sich zwischen konkurrierenden Veranstaltungen zu entscheiden.

Foto: SCOOPDYGA

 

Die Verlagerung einiger Veranstaltungen auf "schwächere" Tage scheint viele Vorteile zu bieten. Gerade in einer Zeit, in der die Branche versucht, Publikum, Nachwuchs, Starterzahlen und Wettumsätze wieder anzukurbeln.

Wie wurde diese regionale Maßnahme umgesetzt und welche ersten Erkenntnisse gibt es? Dazu führte 24h au Trot ein Interview mit Patrick David, dem Präsidenten des Regionalverbands der Rennvereine des Westens. Er ist auch einer der Initiatoren dieses Vorhabens.

24h au Trot: "Wie entstand diese Idee und wie wurde sie umgesetzt?"

Patrick David: "Im Westen sind wir in einer ähnlichen Situation wie andere Verbände. Die Aktiven sagen uns, dass zu viele Rennen auf Sonn- und Feiertage konzentriert sind, was Probleme bei Mobilität und Personal verursacht. Ihr Wunsch ist, einige dieser Veranstaltungen auf andere Wochentage zu verlegen, um die Arbeit zu erleichtern. Wir haben das Thema im Vorstand des Westverbands intensiv geprüft. Uns war klar: Würde man die Entscheidung allein den Rennvereinen überlassen, käme kaum etwas dabei heraus, weil jeder gute Gründe hat, seinen Kalender nicht zu verändern. Deshalb hat der Verwaltungsrat beschlossen, dass Rennvereine mit fünf PMH-Veranstaltungen an Sonn- oder Feiertagen zwischen dem 1. Mai und dem 30. September eine dieser Veranstaltungen auf einen anderen Tag verlegen müssen."

24h: "Wie viele Vereine betrifft das im Westverband?"

PD: "Sieben Rennvereine fallen unter diese Regelung: Blain, La Roche-sur-Yon, Landivisiau, Maure-de-Bretagne, Niort, Nort-sur-Erdre und Saint-Jean-de-Monts. Hinzu kommt Rostrenen, das zwar nicht verpflichtet war, weil dort weniger als fünf Veranstaltungen an Sonn- und Feiertagen zwischen Mai und September stattfinden, sich aber freiwillig beteiligt hat. Statt wie üblich am Pfingstsonntag und Pfingstmontag zu veranstalten, hat Rostrenen seine Rennen auf Samstag und Sonntag gelegt. Das ist wichtig, denn am Pfingstmontag gibt es traditionell sehr viele Veranstaltungen in den Verbänden West und Anjou-Maine."

24h: "Welche ersten Rückmeldungen gibt es?"

PD: "Ein aktuelles Beispiel ist Maure-de-Bretagne. Dort wurde die Veranstaltung vom Sonntag, dem 10. Mai, auf Samstag, den 09. Mai vorverlegt. Der Sonntag blieb national mit zwölf Veranstaltungen sehr voll, während es am Samstag nur fünf gab. Das Ergebnis war ein großer Erfolg. Das ist wichtig, weil jeder Vereinspräsident glaubt, ein Risiko einzugehen, wenn er eine Veranstaltung auf einen neuen Termin verlegt. Unsere Empfehlungen als Verband lauten: die Kommunikation in sozialen Netzwerken verstärken und bei Samstagsveranstaltungen ein Kinderfest anbieten. Maure-de-Bretagne hat das hervorragend umgesetzt. Ich war selbst dort und habe erlebt, wie begeistert das Organisationskomitee über die Wahl des Samstags war. Für einen ersten Versuch war das wirklich ein Erfolg."

24h: "Welche Argumente sprechen für diese Maßnahme?"

PD: "Eine bessere Verteilung der Veranstaltungen über lange Feiertagswochenenden im Mai und Juni ermöglicht mehr Starter, weil die Profis an verschiedenen Tagen mehr Möglichkeiten haben. Auch für das Publikum ergeben sich mehr Chancen, Rennen zu besuchen. Am Ende profitieren alle davon: die Aktiven, die Besitzer, das Publikum und die Rennbahnen, die zum Beispiel höhere Wettumsätze erzielen können.

Wir denken oft in festgefahrenen Mustern und glauben, alles müsse so bleiben wie früher. Aber das heutige Publikum kennt diese Vergangenheit oft gar nicht mehr und ist offen für Neues, wenn es darin einen Vorteil sieht. Das kann auch ein Hebel sein, um neue Zielgruppen zu gewinnen. Gleichzeitig hilft es den Berufsakteuren in einer Phase, in der sie sich nicht auf mehrere Veranstaltungen am selben Tag verteilen können. Wenn diese Initiative auch andere Verbände dazu inspiriert, die 'heiligen Feiertage' etwas zu entzerren, umso besser."

24h: "Könnte der Samstag dadurch für manche Rennbahnen zu einem neuen 'Eroberungstag' werden?"

PD: "Absolut! Natürlich bedeutet das zusätzliche Arbeit für die Rennvereine. Samstags haben die Menschen oft andere Verpflichtungen - Einkaufen, Sportaktivitäten der Kinder etc. Aber gleichzeitig haben viele auch mehr Zeit. Wir schlagen den Vereinen vor, im Sommer samstagabends festliche Veranstaltungen auf der Rennbahn anzubieten. Etwas, das sonntags kaum möglich ist. Der Samstag eröffnet neue Möglichkeiten für Veranstaltungen und Feiern.

Manche Rennvereine entscheiden sich auch dafür, ihre Veranstaltung auf einen Montag zu verlegen, etwa weil viele Händler und Ehrenamtliche montags frei haben. Jeder bleibt frei in seiner Entscheidung. Entscheidend ist das Interesse der gesamten Branche."

Zwei Stimmen aus der Praxis

Jean-Jacques Barre - Präsident des Rennvereins von Maure-de-Bretagne:

"Diese Verlegung auf Samstag wurde uns vom Regionalverband vorgegeben. Ich gebe offen zu, dass ich zunächst verärgert war, weil ein Trabrenntag, der oft der besucherstärkste des Jahres war, vom Sonntag auf Samstag vorverlegt wurde. Ehrlich gesagt glaubte ich nicht daran. Aber unsere Kommunikationsmitarbeiterin hat zusammen mit einer Kollegin enorme Arbeit in den sozialen Netzwerken geleistet. An solcher Kommunikation kommt man heute nicht mehr vorbei. Wir hatten rund 2.200 Besucher auf der Rennbahn, darunter 518 Minderjährige. Heute sind es oft die Kinder, die ihre Eltern dorthin mitnehmen, wo sie hinwollen. Das zeigt, dass man keine festen Gewissheiten haben sollte. Man muss offen für Neues sein.

An solchen Tagen mit großem Publikum kommen viele Neulinge. Deshalb braucht man viele Wettschalter für kleine Einsätze von zwei Euro. Trotzdem haben wir rund 35.000 Euro PMH-Wettumsatz erzielt. Fast genauso viel wie im Vorjahr am Sonntag. Die Idee verdient es, weiter verfolgt zu werden, aber man muss sich wirklich anstrengen. Wir haben eine Pferdeshow, viele Kinderstände und Führungen über die Rennbahn angeboten. Aber die Mühe lohnt sich, wenn das Ergebnis stimmt. Die Aktiven haben mitgezogen. Wir mussten keine Rennen doppelt ausschreiben und die Starterfelder waren voll. Dadurch bekommen die Profis einen zusätzlichen Renntag. Die Bilanz ist sehr positiv. Das Rennsportprodukt hat eine gute Zukunft, aber das Wettgeschäft leidet etwas."

Christophe Babuchon - Präsident des Rennvereins von Niort:

"Der Verwaltungsrat des Westverbands hat entschieden, dass Vereine mit mindestens fünf PMH-Veranstaltungen zwischen Mai und September einmal an einem Samstag veranstalten müssen. Früher hatten wir schon einmal samstags veranstaltet, nachdem ein Renntag am Saisonende verschoben worden war. Diese Erfahrung war damals nicht besonders erfolgreich. In diesem Jahr werden wir am Samstag, dem 20. Juni, am Vorabend der 'Fete de la Musique', Galopprennen veranstalten. Wir wollen versuchen, aus dieser Neuerung eine Stärke zu machen. Wenn es funktioniert, könnten wir daraus in den kommenden Jahren sogar einen festen Termin machen.

Grundsätzlich denke ich, dass Rennvereine vor allem dafür da sind, Rennen für die Aktiven zu organisieren. Wenn der Verein selbst davon profitiert, umso besser. Aber in erster Linie sind wir für die Aktiven da. Selbst wenn man befürchtet, dass weniger Publikum geringere Einnahmen bedeutet, gehören wir zu einer Branche, die wir am Leben erhalten müssen. Die Profis haben Priorität. Man darf nicht stur sein. Man kann sich nicht darüber beklagen, dass es der Branche schlecht geht, und gleichzeitig gegen jede Veränderung sein. Die Veranstaltung soll gegen 19:30 Uhr enden, danach folgt ein Konzert. Wir setzen also auf ein verlängertes Programm mit Aperitif und Musik. Ich bin grundsätzlich optimistisch, aber am Ende muss man Bilanz ziehen. Wenn man rund um die Veranstaltung ein echtes Event schafft, kann man viele Menschen anziehen."

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LeTrot Open - Nicolas Mortagne: "Maitre d’Houlbec ist ein Kämpfer"

Am Freitag fanden in Marseille-Borely für die 3-,4- und 5jährigen Läufe zu den 'LeTrot Open des Regions' statt. Nach dem Sieg von Nalisma bei den 3jährigen, bestätigte Maitre d’Houlbec seine große Vorliebe für die Bahn von Marseille-Borely und gewann souverän von der Spitze aus. Bei den 5jährigen zeigte sich Le Cashmaker als der Stärkste und setzte sich dank eines hervorragenden Schlussangriffs gegen seine Rivalen durch.

Maitre d’Houlbec - Foto: Agence Couleur Casaques

 

Mortagne: "Er liebt die Bahn von Borely"

MAITRE D’HOULBEC konnte sich bei den 4jährigen in Szene setzten und bestätigte damit das große Vertrauen seines Umfelds. Trotz seiner Zulage aus dem zweiten Band rückte der Partner von Nicolas Mortagne schnell auf und übernahm die Führung. Im Schlussbogen machte der As Dore- Sohn dann endgültig seine Ausdauer und seine besondere Eignung für die Bahn in Marseille deutlich. Der Sieger des regionalen Finales der 3jährigen im vergangenen Jahr beschleunigte eingangs der Zielgeraden entscheidend und sicherte sich in 15,1 den dritten Sieg seiner Karriere. Begünstigt wurde dies auch durch einen Fehler von Mara Best, die gerade zum Angriff ansetzte.

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Nicolas Mortagne erklärte nach dem Rennen zufrieden: "Er ist nicht derselbe, wenn er vorne gehen kann. Das ist seine Lieblingsposition. Außerdem liebt er die Bahn von Borely. Ich denke, David (Bekaert) hätte mir ordentlich Druck gemacht. Mein Pferd ist ein Kämpfer. Wenn ich ihm die Klappen herunterziehe, braucht er aber immer etwas Zeit, um wieder anzuziehen. Er ist sehr unkompliziert geworden. Er macht alles von allein. Für die Zukunft denke ich daran, ihn unter dem Sattel einzusetzen."

Mistral Lomig zeigte ebenfalls eine starke Leistung und sicherte sich mit gutem Endspurt den zweiten Platz. Mac Kinley belegte mit etwas Abstand Rang drei.

 

Le Cashmaker mit dem stärksten Endspurt

Eine halbe Stunde später waren die 5jährigen in einem besonders stark besetzten Feld an der Reihe. LE CASHMAKER stand schließlich ganz oben auf dem Podium. In dem flott gelaufenen Rennen, setzte sich kurz bor Beginn der Schlussrunde Lord Julry an die Spitze, wurde aber sofort von Lord de Loiron abgelöst. Der spätere Sieger hielt sich zunächst im Hintertreffen auf. Bis zum Beginn der Zielgeraden ideal geschont, zeigte der Ready Cash-Sohn dann den schnellsten Schlussangriff und setzte sich auf den letzten fünfzig Metern sicher durch. Damit tritt er die Nachfolge von Kingsland de Simm als Sieger dieses Rennens an.

ZUM VIDEO

Eigentlich sollte Gabriele Gelormini das Pferd steuern, doch da er die Rennbahn früher verlassen musste, um seinen Einsatz im ersten Rennen in Vincennes wahrzunehmen, sprang David Bekaert kurzfristig ein und meisterte die Aufgabe glänzend: "Es war ordentlich Tempo im Rennen, das kam uns entgegen. Man darf nicht zu früh angreifen, sonst wird es komplizierter. Als ich ihn losschickte, hatte ich noch viel in der Hand. Er hat sehr stark beschleunigt. Das war top!"

Der erfolgreiche Fahrer aus dem Südosten feierte damit seinen zweiten Tagessieg nach dem früheren Erfolg von King Fromentro.

 

"Eine interessante Stute"

Schon im zweiten Rennen der Veranstaltung in Marseille-Borely waren die 3jährigen in den 'LeTrot Open des Regions' gefragt. Nach mehreren vielversprechenden Auftritten gewann NALISMA erstmals in ihrer noch jungen Karriere. Im Sulky saß Jean-Pierre Dubois.

Mit drei Startern trat der Ecurie des Mouettes (Jean-Pierre Dubois) in diesem Jahrgangsrennen äußerst offensiv an. Zu Beginn der Partie lag Nalisma noch relativ weit hinter der Spitze. Auf der letzten Überseite wurde die Tochter von Fabulous Wood aber vom "Chef" entscheidend eingesetzt und näherte sich vor allem im Schlussbogen mit großen Schritten der Spitze. Schon zur Mitte des Einlaufs hatte sie einen Vorteil und beherrschte das Feld auf den finalen 200 Metern. Letztlich kam sie in 16,9/3.000 Merter überlegen nach Hause.

ZUM VIDEO

Auch mit 85 Jahren kann Jean-Pierre Dubois also noch im Sulky glänzen. Nach dem Rennen lobte er die 3jährige: "Ich hielt sie schon bei ihrem Debüt für siegfähig. Ich wollte heute selbst hinter ihr sitzen, denn um die Pferde richtig beurteilen zu können, ist das besser. Sie ist eine interessante Stute."

Auch der zweite Vertreter der siegreichen Farben, New Haven Wood, zeigte eine starke Leistung. Nachdem er sich im vorletzten Bogen verbessert hatte, belegte er den zweiten Platz. Nirvana d’Hermes blieb diesmal fehlerfrei, stellte sein Umfeld als Dritter zufrieden.

Samstag 16 Mai 18:58 Uhr
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Luba Sonn

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Lord Delo beim 'Journee des Champions' - Nicolas Bazire: "Er besitzt enorme Substanz"

Erst am Mittwoch konnte Lord Delo mit seinem überlegenen Sieg im Prix du Perreux seine Klasse unter Beweis stellen. Nun steht für den Face Time Bourbon das nächste Zielrennen fest. Er wird am 21. Juni, dem 'Journee des Champions', nach Vincennes zurückkehren.

Foto: SCOOPDYGA

 

In seiner wöchentlichen YouTube-Sendung 'Les infos de Nico' sprach Nicolas Bazire über das weitere Programm des Pferdes von Yannick Desmet, das vergangenen Mittwoch in der Quinte des Tages beeindruckte: "Lord Delo wird im Prix Jean-Yves Lecuyer (GR III) teilnehmen. Dazwischen hat er kein weiteres Rennen. Wir hatten überlegt, ihn im Grand National du Trot in Laval am 03. Juni starten zu lassen, aber mit seinen Gewinnsumme von 244.910 Euro steht er mit rund 40.000 Euro unter dem ersten Band. Zu wenig, um im ersten Band verbleiben zu können. Er ist ein hervorragendes Pferd, und wenn er am Start weniger Zeit verliert, kann er sich nur weiter verbessern."

Da er ein Wallach ist und somit von den prestigeträchtigsten Rennen ausgeschlossen bleibt, stellt sich die Frage, ob der talentierte 5jährige mit bislang nur 20 Starts künftig auch international eingesetzt werden könnte. "Er muss beim Start erst noch ruhiger werden", ergänzt Nicolas Bazire. "Ich habe diesen Winter mit ihm bereits über 2.100 Meter/Autostart gewonnen, allerdings hatte ich damals eine äußere Startnummer. Dadurch konnte ich ihn außen isolieren, und danach war er sehr angenehm zu fahren. Das Pferd ist nicht nur auf kurzen Distanzen stark, sondern besitzt auch enorme Substanz. Ein Auslandseinsatz ist nicht ausgeschlossen, steht aber aktuell nicht auf dem Programm, weil er noch wenig Gewinnsumme hat und in Frankreich weiterhin gute Startmöglichkeiten besitzt."

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Großes Interview vor dem Grand Steeple-Chase de Paris - Robert Collet: "Der Stillstand bringt uns um"

Mit 78 Jahren und nach mehr als 50 Jahren Karriere, blickt einer der großen französischen Trainer ohne Schönrederei auf die Entwicklung des Rennsports zurück. Zwischen ungebrochener Leidenschaft am frühen Morgen und Wut auf die Institutionen findet er deutliche Worte.

Foto: SCOOPDYGA

 

"Wenn sich Menschen über etwas in einem Artikel ärgern, dann fehlt es ihnen oft an Intelligenz und Urteilsvermögen. Sonst würde man den Dialog suchen, um Dinge voranzubringen."

Schon zu Beginn des großen Interviews mit dem ParisTurf, macht Robert Collet klar: Er wird kein Blatt vor den Mund nehmen.

 

ParisTurf: "Warum haben Sie sich nach einer erfolgreichen Karriere von den Flachrennen zurückgezogen?"

Robert Collet: "Das ist eine Frage des Realismus. Wenn ich meine Tochter nicht hätte, hätte ich das Flachtraining wahrscheinlich ganz aufgegeben. In meinem Alter macht es keinen Sinn mehr, Pferde mit einer Marke von 22 zu trainieren. Meine langjährigen Besitzer, die eine Generation älter waren als ich, sind verschwunden. Um heute noch auf höchstem Niveau mitzuhalten, braucht man entweder sehr große Besitzer oder muss alles selbst finanzieren. Und das wird untragbar. Der Hindernissport ist dagegen noch zugänglicher für jemanden, der weiterhin Spitzenleistungen anstrebt."

PT: "An diesem Sonntag starten Sie mit Edamura im Prix Alain du Breil. Ist die Form noch da?"

RC: "Absolut! Er hat vergangenen Dienstag gut gearbeitet. Nach seinem Sieg im 'Pepinvast', als er von vorne ging, haben wir bewusst die Taktik geändert, um ihn für diesen Sonntag optimal vorzubereiten. Wir werden ihn in seinem Rhythmus reiten. Ein Platz auf dem Podium ist absolut möglich."

PT: "Sie haben eine eigene Zuchtstruktur aufgebaut - auch für Ihre Tochter. Ermutigen Sie sie, Ihre Nachfolge anzutreten?"

RC: "Bei der aktuellen Lage dränge ich sie nicht dazu. Aber wenn sie wirklich dafür brennt, wird sie es tun. Das ist ein Beruf, der Willenskraft verlangt. Als ich mich vor 53 Jahren selbstständig machte, hatte ich nichts, aber ich habe nie gezweifelt. Das ist eine Haltung, die heute vielen fehlt. Ich sehe zu viele Trainer, die vom Höhenflug sofort in die Krise stürzen, sobald es einmal schlechter läuft. Man braucht Beständigkeit.

Was mich traurig macht, ist der Verlust der Solidarität. Als ich anfing, haben mir Leute wie Francois Boutin oder Gilles Delloye geholfen. Diese Unterstützung hat mir ermöglicht, eine schwierige Phase zu überstehen, bis ich Besitzer fand. Später habe ich selbst jungen Trainern geholfen. Heute streitet man lieber über Regeldetails, statt sich gegenseitig zu unterstützen."

PT: "Sie spielen damit auf die Regelung der Starterzahlen in den Quinte-Rennen an...?"

RC: "Ich habe meine ganze Karriere lang auf Wunsch von France Galop Rennen 'aufgefüllt', wenn Teilnehmer fehlten, damit das Spektakel stattfinden und die Wettumsätze gerettet werden konnten. Heute wird alles blockiert. Man schafft Regeln, die alles komplizierter machen. Dass der Prix du President de la Republique nicht einmal voll besetzt war, ist ein Eingeständnis des Scheiterns. Die Verantwortlichen bei France Galop haben keine Vision. Man müsste das gesamte Rennprogramm neu aufsetzen und sich an die Realität des Marktes anpassen.

Vielleicht sollte man bei schlecht besetzten Quinte-Rennen diejenigen stärker belohnen, die bereit sind, dennoch zu starten und die Veranstaltung zu retten. Vielleicht sollte man auch die Leistungsgrenzen überdenken oder wieder Rennen mit 18 oder 20 Startern zulassen, wenn das möglich ist. Man muss sich anpassen. So wie jetzt kann es jedenfalls nicht weitergehen."

PT: "Sie wirken sehr besorgt um die Zukunft des Rennsports."

RC: "Der Stillstand bringt uns um. Man redet ständig vom Tierschutz, aber gerade die Verantwortlichen verschlechtern ihn, wenn sie etwa bei der Pflege der Rennbahnen sparen, um ein paar Cent zu sparen, ohne langfristige Vision. Das ist untragbar, denn das Wohl der Pferde steht für mich an erster Stelle. Auch die AFASEC ist gescheitert. Vielleicht funktioniert sie im Gartenbau gut, aber was das Personal im Rennsport betrifft, ist das Niveau insgesamt stark gesunken. Man verwaltet die Krise, indem man Äste abschneidet, statt neue Bäume zu pflanzen."

PT: "Ist das eine Vertrauenskrise gegenüber der Institution?"

RC: "Absolut. Es herrscht eine inakzeptable Intransparenz. Diese Intransparenz ist das Zeichen einer Institution im Niedergang, die versucht, den Aktiven den Absturz zu verbergen. Wohin verschwindet das Geld? Warum haben wir keinen Zugang zu den Berichten der staatlichen Prüfer? Die Verantwortlichen der PMU sind manchmal nichts weiter als Marionetten, die aus politischen Gründen ernannt wurden und nicht wegen ihrer Fachkompetenz.

2018 hieß es in einem Bericht des Rechnungshofes: 'Die Rennsportinstitution: eine Organisation, die reformiert werden muss, eine Tätigkeit, die reguliert werden muss.' Warum wurde dieser Bericht, der die Katastrophe angekündigt hat, in die wir nun geraten sind, nicht umgesetzt? Es wäre übrigens immer noch möglich, einen ernsthaften Bericht beim Rechnungshof anzufordern, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass diejenigen, die uns in dieses Chaos geführt haben, auch diejenigen sein sollen, die uns wieder herausführen. 

Und auch Ihnen, den Journalisten, mache ich Vorwürfe. Warum gibt es keine ernsthafte Untersuchung über die Führung unserer Institution? Das ist doch völlig absurd. Zum Beispiel: Rennvereinen, die in Startboxen investiert haben, deren Nutzung bei PMH-Renntagen zu verbieten. Ist das eine sinnvolle Entscheidung? Nein. Den Verantwortlichen fehlt oft jeglicher gesunder Menschenverstand, und sie sind nicht in der Lage, schlechte Entscheidungen rechtzeitig wieder rückgängig zu machen."

PT: "Die Disziplinarstrafen werden heute häufiger von der Glücksspielkommision ausgesprochen. Ist das ein Problem?"

RC: "Früher sagte Jean Romanet: 'Die Kommission machen wir selbst.' Damals gab es eine eigene Struktur außerhalb der Glücksspielkommision. Heute finde ich es inakzeptabel, dass jemand wegen eines Verkehrsdelikts oder kleiner Vergehen, die nichts mit unserem Beruf zu tun haben, nicht mehr arbeiten darf. Unsere Branche hat in den letzten 53 Jahren enorm verloren. Man hört uns nicht mehr zu. Es gibt eine schwere Vertrauenskrise. Ohne Harmonie zwischen Organisatoren und Fachleuten kann dieser Sport nicht überleben."

PT: "Was macht Robert Collet trotz allem noch glücklich?"

RC: "Meine Pferde am Morgen zu sehen! Um fünf Uhr bin ich auf den Beinen. Der Dienstag, der Galopptag, bleibt der schönste Moment der Woche. Dann weiß man, ob man für das Wochenende richtig liegt. Dieser Beruf hat mir alles gegeben: außergewöhnliche Begegnungen in Politik, Finanzwelt und Kunst. Es ist ein wunderbares Leben gewesen. Mein einziger Wunsch ist, dass die junge Generation endlich etwas bewegt und ihren Beruf mit derselben Begeisterung ausüben kann wie ich."

Zum Schluss bedankt sich Collet dennoch beim gesamten Personal von France Galop: "Sie hatten mir gegenüber immer ein offenes Ohr und viel Wohlwollen, obwohl ich weiß, dass ich nicht immer einfach bin. Das hat mich sehr berührt."

Mut zum Risiko

Robert Collet gewann 1987 mit Le Glorieux den Japan Cup, nachdem er bereits den 'Washington DC' (GR I) gewonnen hatte. Außerdem war er der erste Franzose, der einen Breeder's Cup gewann - mit Last Tycoon.

Er scheute sich nie davor, seine Pferde international einzusetzen. Seinen ersten Gruppe I-Sieg holte er in Doncaster mit Son of Love, den er zuvor in einem Verkaufsrennen erworben hatte. "Ich gewann das St. Leger, weil ich zuvor mit ihm im Derby von Epsom gestartet war", erinnert er sich. "Er war sehr temperamentvoll und im Derby völlig verloren. Ich entdeckte damals England, lernte daraus und kehrte später erfolgreich zurück. Aus Niederlagen lernt man enorm viel.

Auch der Japan Cup war ein großartiges Abenteuer. Ich freue mich sehr, dass Francis-Henri Graffard dort mit Calandagan gewonnen hat. Ich dachte eigentlich, das wäre schon früher passiert. Heute ist es allerdings deutlich schwerer als damals, denn die Japaner besitzen inzwischen fantastische Pferde. Man braucht heute ein absolutes Spitzenpferd, um dort zu gewinnen."

Robert Collet und die Medien

Robert Collet hat sich nie geweigert, Wettern Auskunft über die Chancen seiner Pferde zu geben. Seit einigen Jahren arbeitet er jedoch kaum mehr mit der Presse zusammen. "Ich habe mit den Quinte-Interviews aufgehört, weil meine Aussagen falsch wiedergegeben wurden", erklärt er. "Ich habe kein Problem damit, klare Informationen zu geben, aber meine Worte dürfen nicht verfälscht werden."

Auch Equidia kritisiert er deutlich: "Nach einigen Interviews, in denen ich offen meine Meinung gesagt habe, hält man mir dort kein Mikrofon mehr unter die Nase. Menschen, die nicht mit dem System übereinstimmen, werden praktisch von Interviews ausgeschlossen. Diese Zensur finde ich beschämend. Mich persönlich stört das nicht, aber für die Zuschauer ist es schade, denn ich habe weiterhin regelmäßig Starter in Quinte-Rennen."

Fehlstarts

"Fehlstarts werden oft von den Jockeys verursacht", sagt Robert Collet. "Dann muss man die verantwortlichen Reiter eben mit 15 Tagen Sperre bestrafen. Sie werden sehen - dann gibt es keine Fehlstarts mehr. Manche Jockeys machen das absichtlich. Wenn sie schlecht positioniert sind, drehen sie den Kopf des Pferdes, damit ein Fehlstart entsteht. Solche Jockeys müssen bestraft werden."

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GNT in Le Croise-Laroche - Fragezeichen hinter Jango Vici

An diesem Samstag gab es die letzten Streichungen für die fünfte Etappe des Grand National du Trot, die am Mittwoch in Le Croise-Laroche stattfindet. Schon jetzt steht fest, dass es kein drittes Band geben wird.

Foto: SCOOPDYGA

 

Für den Titelverteidiger dieser Etappe, Jango Vici, steht am Mittwoch eines der Zielrennen an. Von seinem Quartier wurde, inklusive einer Trainingseinheit in Vincennes, alles vorbereitet. Allerdings muss Trainer Antoine Ripoll Rigo noch mächtig zittern, ob sein Schützling überhaupt an den Start kommen darf. Grund ist das neue Reglement für Quinte-Prüfungen, welches Pferde benachteiligt, die in den letzten drei Monaten nicht mindestens einen siebten Rang im Sulky geholt haben. Diese neue Regel wurde erst am 01. März eingeführt und sorgte bereits für Diskussionen und sogar heftige Kontroversen.

Im Fall von Jango Vici, der bereits mit Matthieu Abrivard als Starter angegeben ist, liegt der letzte fünfte Platz knapp vier Monate zurück. Auf der aktuellen Starterliste ist Hengst der drittreichste im Rennen, dennoch gehört er zu den Kandidaten, die als erstes gestrichen werden können, wenn sein Band mit acht Startern voll belegt ist.

Diese Regel wurde ursprünglich eingeführt, um Pferde auszuschließen, die nicht unbedingt mit vollen Ambitionen laufen, was zu mehr Umsatz führen soll. In der Praxis führt sie jedoch manchmal dazu, dass selbst aussichtsreiche Kandidaten aufgrund ihrer letzten Form ausgeschlossen werden. Viele Fachleute kritisieren diese Regel scharf. Sie müsste wahrscheinlich überarbeitet oder korrigiert werden. Doch wie so oft ist des einen Pech des anderen Glück: Durch den möglichen Ausschluss von Jango Vici könnte Karambar erstmals in die Rennserie nachrücken. Alexandre Abrivard bestätigte bereits, dass er in diesem Fall selbst im Sulky sitzen wird.

Im zweiten Band fällt außerdem der äußerst konstante Ialto d’Hertals (Clement Duvaldestin) auf, aktuell Zweiter der Gesamtwertung und ein Pferd, das seinen Sieg nach fünf Ehrenplätzen längst verdient hätte. Ebenfalls bereits genannt wurden Indus Val (Pierre-Yves Verva), Kanto Avis (Benjamin Rochard), Hedic Gema (Alan Gendrot), Invictus Madiba (Franck Nivard) und Ibiscus Man (Romain Christian Larue).

Der wiedererstarkte Indigo de Fontaine wird laut Alexandre Abrivard nur starten, falls noch ein Platz frei wird. Auch Hurricane Carter steht weiterhin auf der Meldeliste.

Im ersten Band wurden bislang lediglich Lupin d’Olmen (Christophe Martens), der Gesamtführende Jentil Dieschoot (Alexis Collette), Hall Black Mess (Thomas Chalon) und Indien de Fontaine (Eric Raffin) genannt.

Mit zahlreichen starken Pferden in beiden Bändern verspricht die Veranstaltung am Mittwoch, schon vor der endgültigen Starterangabe am Montag, ein hochklassiges Spektakel.

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Alexandre Abrivard: "Maitre Jacques hat enorm viel Energie"

Während der Rennveranstaltung am Freitag in Vincennes, konnten die Zuschauer auch Maitre Jacques bei einer Trainingseinheit beobachten. Der Sieger des Prix de Selection konnte seinem Fahrer Alexandre Abrivard gefallen.

Foto: SCOOPDYGA

 

Seit seinem eindrucksvollen Sieg am 28. Februar im Gruppe I-Rennen, war Maitre Jacques nicht mehr auf der Rennbahn zu sehen. Nun trainierte der Schützling von Laurent Abrivard während der Veranstaltung in Vincennes. Sein Comeback im Rennen ist für Samstag, den 06. Juni, im Prix Jules Thibault (GR II) vorgesehen.

"Dem Pferd geht es sehr gut. Er hat enorm viel Energie. Ich bin zweimal mit ihm rausgefahren und habe jeweils anderthalb Runden absolviert, ohne ihn zu forcieren. Im März hatte er keine intensiven Arbeiten absolviert, ansonsten trainiert er morgens sehr gut.

Er wird in drei Wochen wieder an den Start gehen, aber momentan machen wir noch nicht zu viel mit ihm. Wahrscheinlich wird er für dieses Rennen noch nicht vollständig vorbereitet sein, denn das eigentliche Ziele liegt im September. Vermutlich wird er danach noch ein Rennen im Juli und eines im August bestreiten. Die Saison ist lang, deshalb bringt es nichts, sofort in Bestform zu sein. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er bei seinem Comeback noch nicht komplett im Rennmodus laufen wird."

Sonntag 17 Mai 19:50 Uhr
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Keep Going zum Elitloppet - Mottier: "Ich habe auf diese Einladung gehofft"

Nach Go On Boy, Inexess Bleu, Idao de Tillard und Jabalpur vervollständigt Keep Going das französische Quintett im Elitloppet. Der Champion von Mathieu Mottier wird am 31. Mai im Highlight des schwedischen Rennkalenders an den Start gehen.

Foto: SCOOPDYGA

 

Die Organisatoren gaben die Einladung am frühen Samstagabend bekannt. Der Sportdirektor von Solvalla, Ola Lerna, erklärte dazu: "Seine größten Erfolge hat er über kurze Distanzen erzielt. Ich denke, dass er auf der Bahn von Solvalla seine enorme Schnelligkeit zeigen kann."

Mathieu Mottier sagte in der offiziellen Mitteilung: "Ich habe auf diese Einladung gehofft und freue mich sehr, sie erhalten zu haben. Ich denke, dass die Meile perfekt zu Keep Going passt. Gleichzeitig weiß ich natürlich, wie stark die Konkurrenz ist. Das verspricht ein fantastischer Elitloppet zu werden!"

Der Sohn von Follow You kommt mit einem dritten Platz aus dem Prix de l’Atlantique (GR I) in Enghien im Gepäck nach Schweden. KEEP GOING ist damit der dreizehnte eingeladene Teilnehmer des Rennens, das insgesamt sechzehn Starter umfasst. Eine letzte Wildcard wird noch von den Organisatoren vergeben. Die übrigen Plätze gehen an die beiden Erstplatzierten der Gesamtwertung der sogenannten 'E-Races'.

Aktuell führen Don Fanucci Zet, der am 31. Mai von Paul Ploquin gefahren wird, sowie Francesco Zet die Wertung an. Allerdings erklärte dessen Trainer Daniel Reden bereits, dass Francesco Zet nicht teilnehmen wird: "Frasse" (Spitzname) wird nicht am Elitloppet teilnehmen. Ich möchte keinerlei Risiko eingehen", schrieb er am Samstag in den sozialen Medien.

Die letzte Qualifikationsetappe der Rennserie findet am 23. Mai in Gävle im Rahmen des Prins Daniels Lopp statt.

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Erfolgsserie von Severine Raimond - "Nazca sollte nun Richtung Vincennes gehen"

Die Form des Quartiers von Severine Raimond steht weiterhin. Allein in diesem Monat konnte Raimond bereits neun Sieger stellen. Am Samstag gelang der in Caen ein weiterer Doppelerfolg. Dank Nazca und anschließend Music de Bertrange konnte sie ihre starke Frühjahrsform 2026 fortsetzen.

Foto: D.F.

 

NAZCA , die bereits bei ihrem Debüt am 26. April in Le Touquet gewonnen hatte, bestätigte ihren guten ersten Eindruck eindrucksvoll und holte sich in Caen ihren zweiten Start-Ziel-Sieg in Folge. "Das ist eine Stute, die immer viel Können gezeigt hat. Ich mag sie sehr",  erklärte SEVERINE RAIMOND nach dem Rennen. "Sie besitzt mehr Klasse als ihre Mutter Bionika und sollte nun Richtung Vincennes gehen, auch wenn sie rechtsherum besser läuft."

Die Tochter von Galius bescherte ihrem Besitzer Jean-Paul Lemelletier bereits den 51. Sieg in dessen Farben. Fahrer Paul Ploquin ergänzte: "Das ist eine Stute mit enormer Leichtigkeit. Sie wirkte etwas weniger stürmisch als bei ihrem Debüt. Ich habe die Hände relativ spät geöffnet."

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Kurz darauf bestätigte auch MUSIC DE BERTRANGE den starken Eindruck ihres jüngsten Auftritts in Graignes, obwohl sie sich am Ende nur knapp gegen den starken Schlussangriff von Mamamia des Arris behaupten konnte. "Es ist eine Stute, der etwas Geschwindigkeit fehlt und die nur ein Tempo kennt. Deshalb habe ich das Rennen früh selbst gestaltet. Im Ziel war sie etwas müde, aber das ist normal. Sie wird mit Sicherheit einmal eine gute ältere Rennstute werden. Ich denke außerdem, dass sie sich auch für Trabreiten eignen wird", erklärte ihr Fahrer Yoann Lebourgeois.

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Seit Beginn der Saison kommt Severine Raimond, die Trainerin des unvergessenen Galius, nun auf 14 Siege aus 43 Starts.

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Andrea Roussel im Profilager - "Der erste Sieg bleibt unvergesslich"

Dank seines Sieges am Samstag mit Lagon d'Orient im Prix Sire d'Ham, hat Andrea Roussel nun seinen 50. Erfolg erreicht und steigt damit offiziell in das Profilager auf.

Foto: Fabrice Biniek

 

Vier Jahre nach seinem ersten Sieg mit Docteur de Muze in Le Croise-Laroche am 25. April 2022 feierte der Sohn von Francois Roussel am Samstag auf der Rennbahn von Amiens diesen wichtigen runden Erfolg. Der Sieg mit Lagon d'Orient war für den erst 20jährigen besonders emotional, wie sich im Gespräch mit dem Bahnsprecher zeigte: "Ich habe an meine Mutter gedacht, die mir von oben zuschaut. Ich hoffe, dass alle stolz sind."

Der Monat Mai verläuft für ANDREA ROUSSEL ohnehin äußerst erfolgreich: Bereits vier Siege konnte er verbuchen, darunter ein Doppelerfolg in Landivisiau vor genau einer Woche. "Im Moment läuft wirklich alles hervorragend. Hoffentlich hält diese Form an. Wenn man sich in einer solchen Phase befindet, möchte man sie nicht verlassen."

Sechs seiner Siege errang er bereits in Vincennes. Einige Erfolge bedeuten ihm jedoch besonders viel: "Natürlich bleibt der erste Sieg unvergesslich. Jeder Sieg ist schön, besonders aber die drei Erfolge in Alencon, weil das eine Familienrennbahn ist."

Sein Großvater Alain Roussel war 25 Jahre lang Präsident der Rennbahn.

Dienstag 19 Mai 16:27 Uhr
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Luba Sonn

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Harley Gema im 'Harper Hanovers'

Das 'Harper Hanovers', das am Elitloppet-Wochenende in Solvalla ausgetragen, dürfte der nächste Einsatz für Harley Gema werden. Das Gruppe I-Rennen hat mit Inmarosa eine französische Titelverteidigerin, die ebenfalls unter Order sein wird.

Foto: SCOOPDYGA

 

HARLEY GEMA war erst kürzlich in Schweden am Start. Bei ihrem ersten Auslandseinsatz schaffte es die 9jährige im Paralympiatravet in Aby aber nicht über den siebten Rang hinaus. Obwohl diese Erfahrung vom 09. Mai noch "in den Knochen" steckt, möchte Trainer Marc Sassier den erneuten Weg nach Schweden antreten, wie er dem ParisTurf erklärte: "Harley Gema soll im 'Harper Hanovers' starten. Sie hat sich gut von ihrem Rennen erholt, in dem sie früh außen gehen musste und anschließend ans Ende des Feldes zurückfiel. Danach war ein Comeback praktisch unmöglich. Ich möchte es in Skandinavien noch einmal versuchen. Danach stehen möglicherweise auch Norwegen und Oslo auf dem Programm."

Harley Gema könnte in dem Klassiker, der über 3.140 Meter führt und am Vortag des Elitloppet stattfindet, erneut von Björn Goop gesteuert werden.

Außerdem verriet Sassier noch, dass er am Elitloppet-Wochenende mindestens weitere Starterin in Solvalla aufbieten wird: "HAIDA SAUTONNE , die in Aby unter dem Sattel gewonnen hat, wird in der Monte-Eliten antreten."

Ebenfalls im Gespräch für einen möglichen Start ist auch Louve de Reve d'Or. Die Bold Eagle-Tochter wurde zuletzt in Aby Dritte hinter der schwedischen Spitzenstute La Yuca aus dem Stall von Daniel Reden. Sie könnte im Elite-Rennen der Stuten antreten.

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Krack Time Atout im 'Sweden Cup'

Je näher das letzte Maiwochenende rückt, kommt mit dem Elitloppet auch das wichtigste Rennen des schwedischen Rennkalenders näher. Und ebenso immer deutlicher zeichnen sich die Teilnehmerfelder der sportlichen Höhepunkte ab. Am Montag wurde bekannt, dass KRACK TIME ATOUT nach Solvalla reisen wird. Der Face Time Bourbon-Sohn ist für den 'Sweden Cup' vorgesehen.

Foto: APRH

 

Das Gruppe II-Rennen, welches als "kleiner Elitloppet" gilt, wird über die Meile mit drei Vorläufen und einem Finale ausgetragen. Am 30. Mai wird der dreifache Gruppe I-Sieger somit sein erstes Rennen außerhalb Frankreichs bestreiten. "Sebastien Guarato hat bei der Planung des Pferdes freie Hand. Ursprünglich war nicht vorgesehen, dass Krack Time Atout an diesem Rennen teilnimmt", erklärte Lea Barbe, die Tochter des Besitzers, gegenüber 24h au Trot. "Doch nach der Absage von Kobayashi für den 'Harper Hanovers' wurde ein Platz im Flugzeug frei. Sebastien findet, dass das Pferd im Training sehr gut arbeitet. Dieser Wechsel der Umgebung und der Bahn könnte ihm zugutekommen."

Dieses Rennen könnte zudem die Gelegenheit bieten, das erfolgreiche Gespann des Champions aus dem Stall Barbe und Paul Philippe Ploquin wieder zusammenzuführen. Ploquin wird am gesamten Wochenende in Schweden sein, um unter anderem Don Fanucci Zet im Elitloppet zu steuern.

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Lokalrunde nach Millionentreffer

Erstmals seit Ende 2024, holte ein Wetter bei der PMU wieder einen siebenstelligen Gewinn ab. Im Gegensatz zu den letzten Großtreffern, handelte es sich diesmal nicht um eine 'spOt'-Wette, sondern tatsächlich um einen selbst erstellten Tipp im Wert von lediglich 2 Euro.

PMU-Bar 'Ar Gregram' - Foto: PMU

 

Der große Gewinn kam am Sonntag im Grand Steeple-Chase de Paris in Verbindung mit der Quinte zu Stande. Der Wetter, der sich inzwischen bei der PMU gemeldet hat, hat seinen Tipp in der PMU-Bar "Ar Gregram" in Grand-Champ im Departement Morbihan abgegeben. Die Überweisung, die die PMU nun veranlassen wird, beträgt ganz genau 1.107.342 Euro.

"Es ist das erste Mal, dass ich einen so großen Gewinner in meiner Bar habe", berichtet die Besitzerin der Lokalität Noemie Le Moigne. "Der Wetter ist ein treuer und sehr sympathischer Kunde. Er kam am Sonntag nach dem Rennen vorbei und dachte, er hätte einen guten Gewinn erzielt - aber keinesfalls in dieser Höhe! Als ich ihm sagte, dass er Millionär ist, war er erst einmal sprachlos. Er war überglücklich und gab für alle anwesenden Gäste eine Runde aus. Es war ein sehr festlicher Moment."

Seit dem 01. Januar gab es in der Quinte und der 'e-Quinte' auf PMU PLAY bereits 73 Wetter, die jeweils mehr als 100.000 Euro gewonnen haben. Verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025 waren es nur 55.

Zum aktuellen Gewinn äußerte sich auch Cyrille Giraudat, Generaldirektor der PMU: "Ich gratuliere diesem großen Gewinner, der bei der Analyse des Rennens viel Gespür bewiesen hat! Dieser Gewinn von mehr als einer Million Euro zeigt unseren Wettern das Potenzial von Pferdewetten - man kann sehr hohe Gewinne erzielen. Zur Erinnerung: Mit der Quinte gewinnen jedes Jahr fast 200 Wetter beträchtliche Summen von über 100.000 Euro! Und die ersten Monate des Jahres 2026 brachten bereits mehr Großgewinner hervor als im vergangenen Jahr."

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