News Frankreich Trab, 09.05.2026
(hen) Schon 2025 konnte Trainer Remy Despres mit seinem Jobalasko Bleu früh eine Quinte im Meeting in Vichy gewinnen. Und auch das diesjährige Treffen an den Ufern des Allier begann für Despres siegreich. Erneut war es Jobalasko Bleu, der diesmal sogar das Auftaktrennen des Meetings gewinnen konnte. Auf heimischem Boden startete der Ausbilder damit auf die bestmögliche Weise in ein Meeting, das ihm besonders am Herzen liegt. (Foto:@scoopdyga)
Mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten vertreten die rosa-schwarzen Farben die Familie Despres in den Starterfeldern. Ein Erbe, das insbesondere REMY DESPRES mit Erfolg fortführt. Der Mann in den Vierzigern tritt in die Fußstapfen seines Großvaters, seines Onkels Guy und natürlich seines Vaters Joel, der 2023 verstarb. "Ich bin mit dem Rennsport aufgewachsen", erinnert sich der Profi aus dem Departement Allier, der von seinem Vater schon in sehr jungen Jahren in den Sattel gesetzt wurde.
"Mein Vater hat mich natürlich schon als Kind an den Rennsport herangeführt. Eigentlich wusste ich immer, dass ich diesen Beruf ausüben würde."
Seit seinem 23. Lebensjahr als Trainer tätig, wartete Remy Despres, der in diesem Jahr bereits drei Siege mit nur rund zehn Startpferden erzielt hat, wie jedes Jahr mit großer Vorfreude auf das Meeting in Vichy. Zu den aktiven Startern kommen noch einmal zehn 2jährige dazu.
"Ich bin hier geboren, deshalb liegt mir dieses Meeting natürlich besonders am Herzen. Die Lage der Rennbahn ermöglicht es Profis aus ganz Frankreich zusammenzukommen, was diesen Ort sehr angenehm macht. Jedes Jahr trifft man Kollegen wieder, denen man sonst nur hier begegnet. Die Bahn ist hervorragend und immer bestens gepflegt", schwärmt Remy, der zugleich einräumt, dass diese sportliche Dynamik auch einen gesunden Konkurrenzkampf in Vichy mit sich bringt.
"Es wird zwar schwierig, mit den großen auswärtigen Ställen mitzuhalten, aber ich versuche trotzdem immer, ein oder zwei Pferde zu behalten, die hier konkurrenzfähig sein können", erklärt Remy Despres.
Unterstützt wird er morgens von Samantha Cortial sowie von Hugo Chaucesse, der derzeit eine Ausbildung an der Berufsschule von Mornand-en-Forez absolviert. Außerdem kann Remy auf einen kleinen Kreis von Besitzern zählen, deren Treue über die Jahre hinweg unerschütterlich geblieben ist. "Besitzer wie Jacques Rattina oder Jean-Luc de Marin de Montmarin, der Züchter der 'Jilme'-Pferde, stehen der Familie seit vielen Jahren treu zur Seite und haben mir weiterhin ihr Vertrauen geschenkt. Mit ihnen erlebt man nie unangenehme Überraschungen", erkennt Remy dankbar an.
Männer der jungen Pferde
Die Männer der Familie Despres gelten seit jeher als Spezialisten darin, junge Pferde auszubilden, und sie waren mit ihren Nachwuchspferden stets erfolgreich. Remy Despres bleibt dieser Familienphilosophie selbstverständlich treu, auch wenn sich in seinen Boxen einige ältere, weiterhin fitte Recken befinden: "Mein Großvater und später mein Vater galten als echte 'Fohlen-Männer'. Ich selbst mag es ebenfalls, junge Pferde früh an den Start zu bringen. Meiner Meinung nach ist das die beste Möglichkeit, ein gutes Pferd aufzubauen. Heute kennt jeder seinen Beruf, und der Wettbewerb wird immer härter. Wir haben keine andere Wahl mehr, als unsere Pferde selbst zu formen. Natürlich muss man beim Ankauf gezielt vorgehen. Hier ebenso wie in Caen. Danach muss man auswählen, um so gut wie möglich eine gewisse Qualität im Bestand zu erhalten", fasst der Profi aus Saint-Didier-la-Foret zusammen.
Muse de Vandel für Vichy geschont
Der Sieger des Eröffnungsrennens des Meetings, Jobalasko Bleu, der im Gegensatz zum Auftakterfolg am kommenden Montag im Sulky antreten wird, könnte direkt nachlegen. "Jobalasko ist ein großartiges Pferd, aber ich habe Schwierigkeiten, ihn körperlich in guter Verfassung zu halten. Zumal er mental nicht ganz einfach ist. Aber im Moment scheint er gut drauf zu sein, also werden wir das ausnutzen, solange es so bleibt. Er hat die Möglichkeit, im Endkampf dabei zu sein, auch wenn das Feld stark besetzt ist", sagt sein Mentor.
Für den Trainer wird der Renntag arbeitsreich, denn er wird außerdem Muse de Vandel vorstellen: "Die Stute ist dieses Jahr nicht oft gelaufen, hat sich aber gut präsentiert. Ich habe sie mit Blick auf das Meeting geschont, und am Montag wird sie erstmals barfuß antreten. Die Startnummer ist nicht ideal, aber ich hoffe, sie unter den ersten Vier zu sehen", erklärt Remy, der neben Nemo des Brouets auch auf Napoli Saint Jean setzt, der erstmals auf einem Rechtskurs antreten wird. "Was Nemo des Brouets betrifft: Er ist zuverlässig und sollte sich in kleineren Rennen für die jungen Pferde ordentlich behaupten", schließt Remy Despres das Interview ab.
