News Frankreich Trab, 09.05.2026
(hen) Das größte Rennen in der Normandie, der Prix des Ducs de Normandie, war in diesem Jahr außergewöhnlich stark besetzt. Das war auch am Zuschauerzuspruch zu erkennen - die Rennbahn in Caen war sehr gut besucht. Und letztlich bekamen die Zuschauer auch alles geboten, was dieses Rennen im Vorfeld versprochen hat.
Zum Rennverlauf: Igrec de Celland setzte sich sofort an die Spitze, wurde jedoch noch vor dem ersten Bogen von Koctel du Dain abgelöst, der anschließend fast das gesamte Rennen bestimmte. Im Rücken von Igrec de Celland fand Jabalpur eine passende Partie, während außen weitere Gemeinte aufrückten. Zunächst war es Hooker Berry, der kurz darauf von Inexess Bleu in der Todesspur abgelöst wurde. Ein genialer Schachzug von Alexandre Abrivard, der genau erahnte, dass er hinter dem wenig später aufrückenden Ino du Lupin ein Traumrennen finden würde.
Und genau so kam es auch. Ino du Lupin führte ab der Halbzeit des Rennens die zweite Spur an. Der Favorit Idao de Tillard lag zu diesem Zeitpunkt noch im Mittelfeld im Rücken von Hooker Berry. Schon ab Mitte der Überseite versuchten sich in dritter Spur Hokkaido Jiel und Kobayashi in Position zu bringen, was bei durchweg zügiger Fahrt aber bis ins Ziel nicht mehr gelang.
An der Spitze änderte sich bin in den Einlauf nichts. Und der tapfer kämpfende Koctel du Dain machte sich zur Hälfte der Zielgeraden sogar noch einmal frei, während Inexess Bleu zwar frühzeitig den Windschatten von Ino du Lupin verlassen hat, aber erst spät richtig ins Rollen kam. Gute 80 Meter vor dem Ziel war dieses Trio dann nahezu gleichauf, aber Inexess Bleu hatte inzwischen den größten Schwung und kam in 10,7/2.450 Meter nach Hause.
Ino du Lupin war ebenso wie der lange Führende unglaublich kämpferisch unterwegs und schnappte sich gerade noch den Ehrenplatz vor Koctel du Dain. Hinter der Allaire-Farbe wurde Igrec de Celland im Einlauf weit nach außen beordert, konnte aber für das Podium nicht mehr rechtzeitig beschleunigen. Es reichte aber, um einen Idao de Tillard auf Rang Fünf zu verweisen. Der zweifache Amerique-Sieger kam wiederholt in Caen nicht wirklich ins Rollen, was aber in Anbetracht der kommenden Reise zum Elitloppet von Clement Duvaldestin wohl nie wirklich forciert wurde.
"Normalerweise ist er ein Pferd, das selbst nach vorne geht. Diesmal wollte David (Thomain) unbedingt die Spitze übernehmen. Alexandre (Abrivard) blieb daneben ruhig sitzen und nahm etwas zurück. Danach bekam er den perfekten Rennverlauf im Rücken von Ino du Lupin", erklärte der siegreiche Trainer Laurent-Claude Abrivard. "Im Einlauf hat er dann einen gewaltigen Endspurt gezeigt. Momentan ist er den anderen überlegen. Wir werden nicht viel verändern. Das Pferd ist absolut bereit. Jetzt müssen wir hoffen, dass er sich an die 1.600 Meter in Solvalla anpasst. In drei Wochen werden wir es sehen."
Sein Fahrer Alexandre Abrivard ergänzte: "Ich glaube, ich sitze momentan hinter einem der besten Pferde der Welt. Umso besser, dass er in unseren Händen ist. Er ist ganz einfach außergewöhnlich."
Umso beeindruckender war die Leistung, weil der achtjährige Wallach beschlagen antrat.
Die Stimmen der Platzierten:
Antoine Wiels (Ino du Lupin/Zweiter): "Er war großartig! Das Rennen wurde im Sprint entschieden, und das ist eigentlich nicht seine Spezialität. Deshalb ist diese Leistung wirklich sehr stark."
Diesen Eindruck bestätigte auch der Trainer Jean-Paul Marmion: "Ino du Lupin hat einmal mehr alles gegeben, was er konnte."
David Thomain (Koctel du Dain/Dritter): "Das war gut. Er hatte neulich in Enghien trotz seines Fehlers bereits ein gutes Comeback gezeigt, und heute bestätigt er, dass er wieder in Form kommt. Er wurde praktisch schon abgeschrieben. Und jetzt ist wieder auferstanden."
Christophe Jariel (Trainer/Igrec de Celland/Vierter): "Meine Analyse, die auch sein Fahrer Benjamin (Rochard) teilt, ist, dass er hätte gewinnen können. Wenn Benjamin früher eine Lücke bekommen hätte, sagte er mir, dann hätte es keinen Zweifel am Sieger gegeben. Aber ich bin trotzdem sehr glücklich über diesen vierten Platz. Mein Pferd musste kein hartes Rennen gehen, und sein Fahrer musste ihm nicht einmal die Scheuklappen herunterziehen. Für mich ist das hervorragend. Eines Tages wird sich das auszahlen, und dann werden wir ein solch großes Rennen gewinnen."
Clement Duvaldestin (Idao de Tillard/Fünfter): "Das Rennen verlief ungefähr wie geplant, auch wenn er unterwegs vielleicht ein oder zwei Positionen zu weit hinten lag. Er bestätigt, dass wir mit ihm derzeit etwa bei 80% stehen. Wir wissen, wie extrem schwierig es in Caen ist, von hinten wegzukommen, und das erhöht den Wert seiner heutigen Leistung zusätzlich. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Pferd. Die Eindrücke waren sehr gut."
