News Frankreich Trab, 28.02.2026
(hen) Am Samstag bot der Prix Henri Desmontils der Elite der älteren Monte-Traber eine der letzten Gelegenheiten, dass Wintermeeting in Vincennes mit einem Höhepunkt abzuschließen.
Die unterlegenen Teilnehmer der prestigeträchtigen Monte-Prüfungen des Winters für ältere Traber (Prix de Cornulier und Prix de l'Ile-de-France), erhielten an diesem Samstag die Chance auf eine Wiedergutmachung im Prix Henri Desmontils. Der Held dieses begehrten Gruppe I-Rennens hieß Je M’Envole, der sich nach einem starken Endspurt gegen die hartnäckige Ideale du Chene durchsetzte. Er gewann damit das zweite Gruppe I-Rennen seiner Karriere.
Obwohl er im Schlussbogen noch im Hintertreffen lag, setzte der Sohn von Joyau d’Amour kurz darauf mit einem starken Sprint zum Angriff an, um sich nach hartem Kampf gegen Ideale du Chene durchzusetzen. Für Mathieu Mottier hätte das Szenario kaum besser sein können. Nur wenige Stunden bevor er die Trophäe für seinen vierten Etrier d’Or (Sattel-Championat) entgegennehmen sollte. "Dieses Pferd liegt mir sehr am Herzen“, erklärte er im Anschluss. "Ich bin glücklich, mit ihm wieder auf höchstem Niveau zu gewinnen." Zwar war Je M’Envole im Prix de l’Ile-de-France Dritter geworden, doch "sein einziger Ausrutscher im Meeting war ausgerechnet im Cornulier" (Disqualifikation). "Heute ist das eine schöne Entschädigung für ihn."
Zum Rennverlauf sagte Mottier: "Wir lagen unterwegs weit zurück, weil er sich etwas kühl zeigte. Ich war nicht allzu besorgt, denn vorne wurden sie müde, und er konnte entscheidend zurückkommen." Je M’Envole absolvierte den letzten Kilometer in 11,1 und erzielte mit 11,9 die zweitschnellste je gemessene Zeit dieses Klassikers. Er blieb nur eine Zehntelsekunde über dem Rekord von Hirondelle du Rib, die im vergangenen Jahr triumphierte. Nach der Anstrengung folgt die Belohnung: In den kommenden Wochen wird der Sieger seine Rolle als Deckhengst übernehmen.
Mathieu Mottier krönte damit einen ohnehin sehr erfolgreichen Winter. Er gewann dieses Rennen zum zweiten Mal (nach Evangelina Blue 2020) und siegte später am Renntag auch noch im Prix des Centaures mit Kobayashi. Wenige Wochen nach seinem Triumph mit Maestro Vrie im Prix Ourasi kommt der 34jährige damit auf insgesamt drei Gruppe I-Siege in diesem Winter.
Ideale du Chene - die "Eiserne Dame"
Erst nach energischer Gegenwehr musste sich Ideale du Chene, die wieder von Paul Ploquin geritten wurde, der Stärke von Je M’Envole beugen. Nach ihrem sechsten Platz im Prix de l’Ile-de-France zeigte sie sich wieder deutlich verbessert. "Sie hat heute voll überzeugt", freute sich ihr Trainer Julien Le Mer. "Damals war ich enttäuscht. Vielleicht hatte sie sich vom Cornulier noch nicht ausreichend erholt. Außerdem ritt Pierre-Yves Verva sie zum ersten Mal. Das ist nie ganz einfach. Als wir in die Zielgerade einbogen, glaubte ich an den Sieg, auch beflügelt vom Erfolg von Isofou du Chene eine halbe Stunde zuvor im Prix du Plateau de Gravelle", sagte er lachend.
Es wurde gemunkelt, dass dieses Wintermeeting das letzte für die 8jährige "Eiserne Dame" sein könnte. "Dieses Rennen war ein Test für ihre weitere Karriere. Wir besprechen das gerade mit ihrer Besitzerin Madame Guedj. Nach der heutigen Leistung möchte man eigentlich weitermachen. Wissen Sie, wir gehen behutsam mit ihr um. Sie startet nur im Winter. Wir werden sehen."
L’Ecrin d’Or, der letzte Sieger des Prix du President de la Republique, stellte sich erstmals der Herausforderung gegen die Älteren. Der 5jährige Nachwuchstraber schlug sich achtbar und komplettierte das Podium. "Wie man gesehen hat, ist es gegen ältere Pferde härter", analysierte Alexandre Abrivard. "Und ich glaube, wir haben nicht den L’Ecrin d’Or vom Dezember gesehen" (Anm.: Sieger im Prix Jag de Bellouet).
Unter den Geschlagenen musste auch der Favorit Jeroboam d’Erable weiter auf einen Gruppe I-Sieg im Winter warten. Der Champion aus dem Hause Thomain musste, wie schon im Prix de Cornulier, außen neben der führenden Hirondelle du Rib marschieren und zollte der Anstrengung schon deutlich vor dem Einlauf Tribut.
