News Frankreich Trab, 22.04.2026
(hen) Am Mittwoch konnte Aymeric Thomas sein "Heimspiel" in Chateaubriant erfolgreich beenden. Er steuerte seine Joyce Delto (Foto:@Jean-Charles Briens) zum hart umkämpften Erfolg auf der vierten Etappe des Grand National du Trot. Mit dem Gruppe III-Sieg holte die Stute den bedeutendsten Erfolg ihrer Karriere. Für Thomas war es schon der dritte GNT-Triumph in seiner Laufbahn.
Zudem festigte Joyce Delto die Dominanz des J-Jahrgangs, der alle der bisherigen vier Etappen gewonnen hat.
Zum Rennverlauf: Schnell hatten sich die Favoriten gute Positionen sichern können, aber das Tempo bestimmte zunächst Iseult Flower. Anthony Muidebled hatte die Stute sogar mit bis zu fünf Längen an die Spitze beordert. Dahinter lag Happy Face, der wiederum Hermes Ludois in seinem Rücken hatte. Die Außenspur führte früh Jentil Dieschoot an, der zum Ende der ersten Gegenseite in die Lücke hinter der Führenden wechseln konnte. Damit musste Mitfavorit Jizou d'Etang durch die Todesspur, den Aymeric Thomas mit Joyce Delto gerne als perfekten Windschatten nutzte. Im Rücken des favorisierten Gespanns lag der aus dem zweiten Band am besten eingetretene Ialto d'Hertals.
Ab der zweiten Gegenseite wurde es auf einen Ruck deutlich schneller. Jentil Dieschoot wechselte aus dem Rücken von Iseult Flower und nur einen Moment später griffen Jizou d'Etang und Joyce Delto praktisch gleichzeitig an, sodass es für einen Moment an der Spitze in vier Spuren zur Sache ging. Iseult Flower hatte schnell genug und auch Jentil Dieschoot konnte nicht mehr den Druck von außen kontern.
Somit kämpfte sich Joyce Delto an der Seite von Jizou d’Etang durch den letzten Bogen. Diesem Duo folgte Jentil Dieschoot, während Ialto d'Hertals durch den letzten Bogen ein wenig Schwierigkeiten hatte. Hinter dem Duvaldestin-Schützling rückte Jingle du Pont weiter auf. Danach kämpften Horchestro und Horatius d'Ela um Anschluss an die Spitzengruppe.
Im Einlauf lieferten sich Jizou d’Etang und Joyce Delto einen harten Kampf, während Jentil Dieschoot nicht mehr näher heranrücken konnte. Ialto d'Hertals dagegen brauchte diesmal länger, um seinen bekannten Speed auszupacken, der aber letztlich nicht so stark zündete, wie es sonst der Fall ist. Gute 100 Meter vor dem Ziel hatte Joyce Delto endlich einen knappen Vorteil, wobei Jizou d’Etang einen kurzen Moment später mit einem Fehler reagierte, was den zweiten Platz kostete. Diesen sicherte sich spät Ialto d'Hertals, der damit den fünften Ehrenplatz in Folge holte. Jentil Dieschoot holte Rang Drei und behält damit die Gesamtführung im Classement. Jingle du Pont und Horatius d'Ela komplettieren als Vierter und Fünfter die Quinte.
Stimme des Siegers
Schon vor dem Rennen sprach Siegfahrer Aymeric Thomas vom wichtigen Heimspiel. Joyce Delto kennt die Piste auch von gelegentlichen Trainingseinheiten, schließlich liegt die Rennbahn nur rund 40 Kilometer vom heimatlichen Stall entfernt. Nebenher glückte der 7jährigen auch noch der erste barfüßige Auftritt auf Sand, was dem Trainer besonders wichtig war, weil er somit eine Priorität für künftige Stationen im GNT-Zirkus hat.
Die Zufriedenheit darüber, das gesteckte Ziel erreicht zu haben, spiegelte sich sofort in den Worten nach dem Rennen wider: "Wenn man ein Rennen vorbereitet und es zu seinem Ziel macht, ist es großartig, wenn es dann so aufgeht. Vor allem ist ein Sieg im Grand National du Trot für einen kleinen Stall wie unseren besonders wichtig. Seit Jahresbeginn und ihrem Comeback hatte ich diese Etappe auf einem Rechtskurs, auf dem sie besonders stark ist, im Blick. Also mussten wir genügend Gewinnsumme sammeln, um heute überhaupt starten zu können."
Vom Züchter und Besitzer, über den Trainer und Fahrer, erfüllt Aymeric Thomas alle Rollen selbst, was den Druck natürlich nicht kleiner werden lässt: "Ehrlich gesagt lief es sogar noch besser als in meinem Plan vorgesehen. Ich bin immer ein bisschen 'heiß' (lacht) und hatte vor, die letzten achthundert Meter anzugehen. Vielleicht sogar die letzten Tausend, je nachdem, wie sich das Rennen entwickelt.
Vorne wurde von Anfang an ein hohes Tempo angeschlagen. Ich lag im Rücken von Jizou d’Etang, der mein Hauptgegner war. Auf der Gegengeraden, bei starkem Wind, bin ich außen in die vierte Spur gegangen. Sie haben kräftig gegengehalten, und das hat Kraft gekostet. Bei mir, wie bei ihnen. Im letzten Bogen, als ich neben Jizou d’Etang kam, habe ich gesehen, dass er kleine Fehler machte, und dachte, ich hätte ihn im Griff. Als ich meiner Stute die Ohrenkappe zog, legte sie klar zu, und ich glaubte, das Rennen sei entschieden. Doch auf halber Zielgeraden ließ sie etwas nach. Ich denke, sie hat ein wenig nachgelassen, als sie vorne war. Da wurde ich unsicher, und mir kam die Zeit ziemlich lang vor. Aber sie hat alles gegeben."
Dritter 'GNT' für Aymeric Thomas
Nach Para du Perreux in Marseille-Borely im Jahr 2010 und Quickly Paris, ebenfalls in der Hafenstadt, aber zwei Jahre später in Marseille-Vivaux, gewann Aymeric Thomas nun seine dritte Etappe des Grand National du Trot. "Das sind großartige Rennen, die man gewinnen möchte. Vor allem mit einer Stute, die man selbst gezüchtet hat", betont er. "Ich liebe sie. Meine Angehörigen wissen das genau. Ich schätze sie wahrscheinlich besser ein, als sie wirklich ist. Aber für mich ist sie meine Championesse. Sie ist stärker als Quickly Paris. Hätte sie während ihrer Karriere nicht diese Probleme gehabt, hätte sie ein noch höheres Niveau erreicht. Aber die Geschichte lässt sich nicht neu schreiben. Es wäre nicht das erste Pferd, das mit zunehmendem Alter zur Ruhe kommt. Wenn ihre Probleme sie eine Zeit lang in Ruhe lassen, hat sie noch eine schöne Zukunft vor sich."
Umso bemerkenswerter ist dieser Sieg, da sie erstmals in ihrer Karriere auf Sand barfuß angetreten ist. "Das Barfußlaufen hat ihren Gang verändert, auch wenn sie beim Start etwas leicht wirkte. Sie hat ihre Schritte viel häufiger wiederholt als sonst. Ich denke, wäre sie beschlagen geblieben, hätte sie nicht gewonnen."
Der weitere Saisonverlauf von Joyce Delto, "der ausschließlich auf Rechtskursen stattfinden wird", könnte erneut über diese Rennserie führen, "auch wenn sie über 25 Meter Handicap weniger günstig engagiert sein wird", ergänzt ihr Trainer.
