Am Mittwoch gewann Lord Delo als Favorit die Quinte des Tages in Vincennes. Bis zu seinem Erfolg lag der 5jährige aber lange im Hintergrund des Feldes. Ein kurzer Sprint auf den letzten 350 Metern reichte aber aus, um den leichten Sieg sicherzustellen. Für seinen Fahrer Jean-Michel Bazire war es der erste Sieg im "Temple du Trot" seit seinem Unfall zu Beginn des Jahres.
Kurz bevor ein heftiger Regenschauer über die Rennbahn von Vincennes hereinbrach, fegte der "Wirbelsturm" LORD DELO im Gruppe III-Rennen über 2.700 Meter auf der großen Bahn. Der Face Time Bourbon-Sohn machte mit seinen Gegnern kurzen Prozess. Weil Lord Delo dafür bekannt ist am Start gelegentlich kleine Eskapaden einzulegen, ließ Jean-Michel Bazire ihn sehr vorsichtig eintreten und lag bis zu Beginn des Schlussbogens weit hinter der ständig führenden Key of Love. Auf der Zielgeraden zog der Sohn von Face Time Bourbon jedoch mühelos an allen vorbei und absolvierte die letzten 500 Meter in einem Schnitt von beeindruckenden 07,3. Dabei machte Bazire nicht einmal die Hand auf.
"Ich bin bewusst vorsichtig gestartet", erklärte 'JMB'. "Die Zwischenzeiten waren sehr gut, und ich hatte unterwegs ein ideales Rennen. Ich hatte Glück, als Louis Baudron (Fahrer von Key Lady) sich bergauf wieder in die zweite Spur einordnete, obwohl ich merkte, dass Lunella Leman unseren Zug nicht wirklich weiter nach vorne brachte. Ihr Fahrer hat fair reagiert und Platz gemacht. Dadurch wurde das Rennen wieder beschleunigt. Im letzten Bogen lag ich noch ziemlich weit zurück, aber mein Pferd hatte bis dahin praktisch nichts tun müssen. Er besitzt enorme Klasse."
Bazire nutzte die Gelegenheit auch, um auf die Geschichte des Pferdes zurückzublicken, das mit einer Siegzeit von 11,6 einen neuen Rennrekord aufstellte: "Das Pferd wurde über Charlotte Le Metayer, einer Vermittlerin aus dem Hindernissport, gekauft. Wir haben ihn uns angesehen und anschließend Partner gefunden, darunter Arnaud Chaille-Chaille, Yannick Desmet und eben diese Vermittlerin. Anfangs lief überhaupt nichts. Ich ließ ihn kastrieren, weil er zu viel Temperament hatte. Man muss die Arbeit von Jean-Luc Lerebourg hervorheben. Ohne ihn hätte Lord Delo nicht dieselbe Karriere gemacht. Wir haben gute Pferde im Stall, aber unter den Wallachen ist er eindeutig derjenige, der herausragt."
133 Tage später
Für Jean-Michel Bazire hatte dieser Erfolg eine ganz besondere Bedeutung. Neben dem Sieg im Kreis von Freunden beendete der Fahrer auch eine lange Durststrecke: Seit dem 31. Dezember 2025 hatte er in Vincennes kein Rennen mehr gewonnen. Zwei Tage nach dem letzten Sieg hatte er sich bei einem Unfall im Trainingszentrum von Grosbois verletzt. "Es wurde wirklich Zeit für einen Sieg in Vincennes!", sagte er lächelnd. "Das freut mich sehr."
Key of Love, die erstmals mit Zugwatte ausgestattet war, belegte den zweiten Platz. "Sie lief ihr eigenes Rennen. Sie wurde einfach vom besten Pferd geschlagen", kommentierte Fahrer Anthony Barrier.
