News Frankreich Trab, 09.05.2026
(hen) Die letzten Tage verliefen für Matthieu Abrivard, dem Kolumnist beim ParisTurf, sehr positiv. Am letzten Wochenende holte er einen Doppelsieg in Vincennes und am Folgetag den zweiten Platz im 'Lotteria' mit Frank Gio. Und schon zum Wochenstart gab es in Vichy neben einem Erfolg vier weitere Podestplätze. Für die kommenden Tage hat Abrivard aber schon die nächsten Ambitionen. Sowohl mit Golden Gio am Samstag in Caen, als auch mit Mozart Sautonne am Dienstag in Vincennes. (Foto:@scoopdyga)
Die kommenden Starter:
"Im Prix des Ducs de Normandie werde ich nicht am Start sein. Es wird ein großartiges Teilnehmerfeld erwartet. Dafür treffe ich mit Golden Gio (606) auf die Spitzenpferde seines Jahrgangs. Er gewann das Consolation-Rennen in Turin sogar schneller als die Teilnehmer des Finales. Man darf ihn nicht aufhalten und muss ihn einfach laufen lassen. Er macht zwar gelegentlich Fehler, besitzt aber enormes Potenzial. Wenn Sebastien Guarato ihn auf einem Rechtskurs einsetzt, dann weil er überzeugt ist, dass das funktionieren wird. Unser Ziel ist der Sieg.
Hector de Bassiere (814) lief bei seinem Comeback in Ecommoy direkt gegen den aktuellen Spitzenreiter der Trophee Vert-Serie, Just de l’Oison. Diesmal trifft er auf eine günstige Aufgabe. Er sollte stark finishen und vorne mitmischen.
Am Sonntag fahre ich nach La Rochelle. Maya du Pommeau sprang in Laval an und ließ danach einige Möglichkeiten ungenutzt. Der Autostart wird ihr sehr gefallen. Im Training zeigt sie sich hervorragend und sollte sich vollständig rehabilitieren.
Lord de Brion muss zwar eine Zulage geben, besitzt aber die nötige Klasse. Auch wenn er noch nicht bei 100 Prozent ist, sollte er mit starkem Endspurt um die Plätze kämpfen.
Im Grand Prix Dynavena werde ich erneut Vallatonian fahren, mit dem ich bereits mehrere Rennen gewonnen habe. Er startet günstig im ersten Band und besitzt eine erstklassige Chance.
In Alencon soll Nelea Mip (107) versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Sie ist sympathisch, besitzt aber nicht viel Spielraum. Narcos de Brion (701) ist meine beste Chance dort. Er qualifizierte sich im vergangenen Jahr sehr ordentlich und hat zuletzt gut gearbeitet. Ich rechne mit einem sehr gelungenen Debüt.
Am Montag geht es nach Vichy. Miroitante de Padd ist ausgezeichnet auf dem Rechtskurs. Sie gewann zuletzt überzeugend und trifft diesmal nur auf Stuten. Sie sollte erneut stark auftreten.
Für Love de Cerize habe ich mir das Feld noch genau angesehen. Das aktuelle Rennprogramm passt ihm nicht besonders. Wir starten zwar aus der zweiten Reihe, doch das Feld ist klein. Er ist gut in Form, daher habe ich mich doch noch für einen Start entscheiden.
Louisa d’Atout überzeugte mich am Freitagmorgen im Training nicht wirklich. Ursprünglich war sie der Hauptgrund für die Reise. Ich habe entscheiden, dass sie nicht startet.
Am selben Tag kann Kemilla de Brion in Argentan erneut ein gutes Ergebnis erzielen. Sie gewinnt zwar selten, sammelt aber regelmäßig Preisgelder. New Look Senoville wurde zuletzt zweimal nur von starken Gegnern geschlagen. Danach soll er unter dem Sattel laufen. Hier überlege ich noch zwischen Argentan und Vichy. Er ist in guter Form und könnte endlich seinen Tag erwischen.
Am Dienstag werde ich meine Pferde nicht in Angers einsetzen, sondern lieber mit Mozart Sautonne in Vincennes bleiben. Seit seinem schönen Sieg in Marseille-Borely war er nicht mehr am Start. Ich habe bewusst auf dieses Rennen hinter dem Auto gewartet. Er wird erneut barfuß antreten, ist frisch und bereit, seine Leistung zu bestätigen. Ich setze große Hoffnungen auf ihn. Er ist meine beste Chance der Woche."
Rückblick auf die vergangene Woche
Mittwoch, 06. Mai in Vincennes: "Enjoy (disqualifiziert) sprang kurz nach dem Start an. Danach lief er jedoch sehr gut. Für Lyon hatte ich ihn bewusst zurückgenommen, doch dort blieb er stehen. Entscheidend ist, dass er gut startet. Dann läuft alles bestens. Vielleicht hatte ich in Agen etwas Glück. Jedenfalls zerbrechen wir uns bei ihm den Kopf. Das Potenzial ist definitiv vorhanden.
Mit Jazz d’Ourville (5.) hatte ich gehofft, vor der Tribüne ein Führpferd zu bekommen. Doch dazu kam es nicht. Da vorne nur wenige Pferde waren, musste ich Verantwortung übernehmen.
Montag verlief der Tag in Vichy sehr erfolgreich mit drei zweiten Plätzen und einem Sieg. Besonders freute mich der Erfolg für Franck Peltier. Immer wenn er mir Jirardiere Merite (1.) anvertraut, zeigt sie sich von ihrer besten Seite.
King Track (3.) wollte ich ursprünglich gar nicht erneut starten lassen. Er machte am Anfang zwei kleine Fehler, kämpfte sich danach aber tapfer zurück, obwohl er ohne Windschatten laufen musste. Er entwickelt sich immer besser. Sein weiteres Programm werde ich mir genau ansehen. Icare Williams (2.) lief in der Quinte." (siehe Einschätzung weiter unten)
Sonntag, 03. Mai in Ecommoy: "Nymphe de Brion (7.) debütierte eher durchschnittlich. Sie muss man nochmals beobachten. In Royan ging Must de Banville (2.) etwas zu früh nach vorne und wurde später überlaufen. Er brauchte dieses Rennen. Kemilla de Brion (3.) beendete das Rennen ordentlich und bestätigte ihre Form erneut."
Samstag, 02. Mai in Vincennes: "L’As Desbois (2.) lief ein starkes Rennen. Wir wollten nicht das Tempo für die anderen machen, sondern ihn möglichst gut ins Ziel bringen. Im letzten Bogen konnte ich die Beschleunigung zunächst nicht mitgehen, doch danach zog er noch gut an. Er ist noch nicht bei voller Leistungsstärke, da William Bigeon ihn nicht komplett scharf gemacht hat.
Siegreich war ich mit Liberte de l’Aunay (1.), die von Vincent Raimbault bestens vorbereitet wurde, sowie mit Mystery Queen (1.), einer sympathischen Stute, die ihren zweiten Sieg in Folge feierte."
Freitag, 01. Mai in Durtal: "Neutron de Brion (disqualifiziert) war schlecht ausbalanciert und machte dadurch den Fehler. Man sollte ihn nicht abschreiben. Miroitante de Padd (1.) ist hervorragend auf dem Rechtslurs und fand endlich ihre passende Aufgabe. Sie dürfte ihre Form bestätigen. Bei ihrer Rückkehr unter dem Sattel wurde Matalaya (2.) lediglich von einem guten Gegner geschlagen. Sie zeigte ein ordentliches Rennen.
In La Rochelle war Nathalina d’Argent (3.) keine Ausnahmeerscheinung. Nach einer Behinderung zum Eingang der Zielgeraden tat sie sich schwer, wieder anzuziehen. Zu Lypstic Atout (disqualifiziert) gibt es wenig zu sagen. Kloe du Rouezo (3.) konnte etwas beruhigen. Wenn ihre Nachwuchsfahrerin sie richtig einsetzt, können beide in dieser Klasse das ganze Jahr über konkurrenzfähig sein."
Die beste Leistung der letzten Tage
"Icare Williams gewann zwar am Montag in Vichy nicht die Quinte, doch seine Leistung war ausgezeichnet. Die Bahn war zum Saisonbeginn tief und schwierig. Deshalb wollte ich nicht früh die Spitze übernehmen und riskieren, auf der Zielgeraden 'stecken' zu bleiben. Gegenüber musste ich das Tempo kurz herausnehmen, danach zog er wieder stark an. Er gefiel mir ausgesprochen gut. Künftig wird er wieder gezielt unter dem Sattel eingesetzt."
Kobayashi - mein Favorit für den 'Ducs'
"Am Samstag wartet im Prix des Ducs de Normandie ein außergewöhnlich starkes Feld. Inexess Bleu läuft mit Eisen und bereitet wie Jabalpur den Elitloppet vor. Jabalpur tritt dabei vorne beschlagen an. Ino du Lupin läuft hingegen barfuß. Idao de Tillard gewann zuletzt überzeugend den Prix de l’Atlantique. In drei Wochen steht der Elitloppet an. Das Rennen verspricht großartig zu werden.
Die 2.450 Meter in Caen sind speziell. Man sollte möglichst sofort eine gute Position haben. Mein Favorit ist Kobayashi, ein Pferd, das ich schon immer sehr geschätzt habe. Seit mehreren Wochen bestätigt er die hohen Erwartungen seines Umfelds und präsentiert sich in Topform. Überraschungen sind in diesem Rennen dennoch möglich."
Frank Gio glänzt in neuer Rolle
"Am Sonntag in Neapel zeigte Frank Gio in beiden Rennen eine bemerkenswerte Leistung. Es war sein erster Einsatz mit Vorläufen. Mit der Startnummer 5 im ersten Lauf musste er früh viel investieren. Auf der Zielgeraden kämpfte er sich nochmals heran, wurde aber von Free Time Jepson geschlagen, der von Andrea Guzzinati perfekt eingeteilt wurde. Glückwunsch an ihn. Danach sagte ich zu Sebastien Guarato: 'Gerade hat uns der spätere Finalsieger geschlagen.' Frank Gio war schon immer ein Spitzenpferd.
Im Finale musste ich im letzten Bogen nach außen gehen. Er zeigte einen sehr starken Antritt, ehe er am Ende doch noch überlaufen wurde. Auch im zweiten Rennen des Tages war er hervorragend. Wir hatten keinen weiteren Heat, aber nach gutem Aufwärmen fühlte er sich beim Aufcanten locker und beweglich an. Die kleinen Klappen helfen ihm auf solchen Strecken enorm.
Seine Leistung überrascht mich überhaupt nicht. Schon im Prix de l’Atlantique zeigte er eine Spitzenleistung, obwohl er vorne viel Kraft verbraucht hatte. Im letzten Bogen taten mir die Arme weh. Seine Vorstellung war beeindruckend, weil er erst auf halber Zielgeraden geschlagen war und trotzdem nicht einbrach. Nun richtet sich der Blick auf den Prix Rene Balliere im Juni in Vincennes."
