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Cheltenham Festival 2026 Vorschau - Day Four - GOLD CUP

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Vorschau Cheltenham, Freitag 13.03.2026


(Joseph S.) 1.Rennen - Triumph Hurdle Startzeit: 14:20 Uhr 


Die Form aus Fairyhouse im Januar könnte eine entscheidende Rolle für dieses Jahr spielen. Damals setzte sich Proactif gegen seinen Stallgefährten Macho Man durch und bestätigte damit den positiven Eindruck seines ersten Starts für Willie Mullins. Der französische Neuzugang zeigte dabei besonders auf den letzten Metern seine starke Finishqualität. Interessant ist auch, dass sich die Form dieses Rennens bereits als solide erwiesen hat, da der Drittplatzierte am Dienstag im Fred Winter als Fünfter eine ordentliche Leistung zeigte. 


Selma De Vary hinterließ beim Dublin Racing Festival ebenfalls einen sehr guten Eindruck, als sie bei ihrem ersten Start in Irland hinter dem hochklassigen Narciso Has Zweite wurde. An diesem Tag wirkte sie stellenweise etwas eifrig, zeigte jedoch eine auffällige Beschleunigung im Rennen und wurde im Finish nicht mehr voll gefordert. Es spricht vieles dafür, dass dieser Start als Vorbereitung für Cheltenham gedacht war. Zudem hat sich ihre französische Form inzwischen mehrfach bestätigt, sodass eine deutliche Leistungssteigerung möglich erscheint. 


Auch die britischen Vertreter bringen interessante Argumente mit. Maestro Conti reist mit einer makellosen Bilanz an und konnte bereits einen Sieg über Kurs und Distanz erzielen. Besonders positiv ist, dass die Form dieses Rennens später durch das Adonis Hurdle zusätzlich aufgewertet wurde. Minella Study ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, nachdem er hier in Cheltenham vor Weihnachten überzeugend gewann und dabei den späteren Fred-Winter-Zweiten Winston Junior klar hinter sich ließ. 


Ein weiterer Kandidat aus dem Mullins-Stall ist Kai Lung, der in Frankreich bereits solide Form gezeigt hatte und bei seinem ersten Start für den neuen Trainer mit sehr sicherem Springen überzeugte. Die Leistung dieses Rennens erhielt durch spätere Ergebnisse im Fred Winter zusätzliche Substanz. Sollte er im Rennen etwas ruhiger werden, ist eine weitere Steigerung durchaus denkbar. Auch Mon Creuset könnte in der erweiterten Rechnung bleiben. In Naas schien er kurzzeitig auf dem Weg zu einer starken Platzierung, ehe ein schwerer Sprungfehler seine Chancen zunichtemachte. Mit sauberem Springen könnte er deutlich näher an die Spitze heranrücken, wobei etwas Regen für ihn wohl ideal wäre. 


Fazit: 


Nach dem kurzfristigen Ausfall des Favoriten präsentiert sich das Rennen deutlich offener als zunächst erwartet. Dennoch spricht vieles dafür, dass der Stall von Willie Mullins erneut eine zentrale Rolle spielen wird. Selma De Vary hinterließ bei ihrem letzten Start einen sehr starken Eindruck und dürfte mit weiterer Steigerung eine hervorragende Chance besitzen. Proactif erscheint als gefährlichster Herausforderer aus demselben Quartier, während Maestro Conti als ungeschlagener Vertreter aus Großbritannien ebenfalls ernsthaft in Betracht kommt. Insgesamt deutet vieles auf ein taktisch interessantes Rennen hin, in dem insbesondere die französischen Importpferde erneut eine Schlüsselrolle spielen könnten. 


2. Rennen – County Handicap Hurdle Startzeit: 15:00 Uhr 


Dieses traditionsreiche Handicap wurde in den vergangenen Jahren nahezu vollständig von den beiden großen Trainerlagern dominiert. Zwischen ihnen gingen neun der letzten zehn Austragungen an die Ställe von Willie Mullins und Dan Skelton. Auch in diesem Jahr deutet vieles darauf hin, dass sich das Rennen erneut stark um diese beiden Trainer drehen könnte. 


Sinnatra bringt eine konstante Formlinie mit, nachdem er in fünf Starts über Hürden stets zuverlässig lief. Mit einem offiziellen Rating von 133 bei seinem Handicap-Debüt scheint seine Einstufung durchaus konkurrenzfähig. Dennoch fehlt ihm bislang die Erfahrung großer Felder auf diesem Niveau, was in einem traditionell stark besetzten und taktisch anspruchsvollen Rennen ein möglicher Nachteil sein könnte. 


Murcia aus dem Stall von Willie Mullins reist mit einer soliden aktuellen Form an. Beim letzten Start in Leopardstown belegte sie einen guten vierten Platz und zeigte dabei erneut ihre Konstanz. Zwar stammt ihr größter Erfolg aus einem Grade-1-Rennen im vergangenen Frühjahr, doch die Qualität dieser Form wurde später etwas relativiert. Entsprechend könnte ihr aktuelles Handicapgewicht bereits recht anspruchsvoll sein. 


Karbau ist ein weiterer ernstzunehmender Kandidat aus dem Mullins-Quartier. Bei seinem Comeback in Naas belegte er in einem Grade-3-Rennen einen guten zweiten Platz. Dieser Auftritt erfolgte nach längerer Pause und dürfte ihn deutlich weitergebracht haben. Besonders interessant ist seine frühere Klasse als Grade-1-Novize, die darauf hindeutet, dass er in einem Handicap wie diesem durchaus noch Spielraum nach oben besitzen könnte. 


Absurde hat dieses Rennen bereits vor zwei Jahren gewonnen und konnte im vergangenen Jahr erneut eine starke Leistung zeigen. Obwohl er inzwischen mit einer Karrierehöchstmarke antritt, sollte seine Klasse nicht unterschätzt werden. Sein Start im Melbourne Cup im Herbst unterstreicht zudem seine außergewöhnliche Vielseitigkeit und Qualität. 


Bowensonfire befindet sich aktuell in hervorragender Form und reist mit der Chance auf einen dritten Sieg in Folge an. Seine stetige Entwicklung macht ihn ebenfalls zu einem ernsthaften Teilnehmer in diesem offenen Feld. 


Aus britischer Sicht gehört Joyeuse zu den interessantesten Starterinnen. Beim letzten Auftritt im Warfield Hurdle zeigte sie eine starke Leistung und hätte dieses Rennen möglicherweise gewonnen, wenn sie nicht an der letzten Hürde einen Fehler gemacht hätte. Genau diese Vorbereitung führte im vergangenen Jahr zum Erfolg in diesem Rennen. Ihr Auftritt beim letztjährigen Festival deutete bereits ihr Potenzial an, auch wenn ihr über eine längere Distanz am Ende etwas die Ausdauer fehlte. 


Secret Squirrel könnte ebenfalls eine Rolle spielen. Er lief im vergangenen Jahr im William Hill Handicap Hurdle hinter Joyeuse ins Ziel und trifft sie nun zu günstigeren Gewichtsbedingungen wieder. Obwohl er seitdem nur einmal gestartet ist, sollte dieser Start als Vorbereitung ausreichend gewesen sein. 


Fazit: 


Wie so oft in diesem Rennen scheint der Stall von Willie Mullins eine besonders starke Hand zu besitzen. Karbau wirkt aufgrund seiner bisherigen Klasse und seines möglichen Entwicklungspotenzials besonders interessant und könnte in diesem Handicap besser eingestuft sein als viele seiner Rivalen. Murcia bringt solide aktuelle Form mit und sollte ebenfalls eine ernsthafte Rolle spielen. Absurde besitzt bereits bewiesene Festival-Erfahrung und darf trotz seines hohen Gewichts keinesfalls unterschätzt werden. Joyeuse erscheint nach ihrer starken Vorbereitung ebenfalls gut positioniert und könnte besonders unter den britischen Startern eine wichtige Rolle spielen. Dahinter bleiben mit Bowensonfire, der aktuell in sehr guter Form läuft, sowie dem gut gewichteten Secret Squirrel weitere Kandidaten im erweiterten Kreis, was insgesamt auf ein sehr offenes und taktisch geprägtes Handicap hindeutet. 


3. Rennen – Mrs Paddy Power Mares’ Chase Startzeit: 15:40 Uhr 


Dieses Rennen für Stuten über die schweren Zäune hat sich in den vergangenen Jahren zu einem hochklassigen Bestandteil des Cheltenham Festivals entwickelt. Besonders der Stall von Willie Mullins besitzt hier erneut eine starke Ausgangsposition, angeführt von der Titelverteidigerin Dinoblue. 


Dinoblue war bereits im Jahr zuvor in diesem Rennen nur knapp geschlagen worden, bevor sie 2025 eine beeindruckende Vorstellung zeigte und das Rennen klar für sich entscheiden konnte. Die neun Jahre alte Stute gilt als äußerst zuverlässig und kampfstark. Auch in dieser Saison hat sie ihre Klasse bestätigt, nachdem sie sich zuletzt in Naas in einem Listenrennen souverän durchsetzen konnte. Mit dieser Vorbereitung reist sie erneut als eine der zentralen Figuren in dieses Rennen. 


Aus demselben Stall kommt mit Spindleberry eine weitere hochklassige Konkurrentin. Die Stute ist ebenfalls eine Siegerin auf höchstem Niveau und trat zuletzt in der Irish Gold Cup an, was eine deutlich schwierigere Aufgabe darstellte als das heutige Rennen. Zuvor hatte sie über Zäune deutliche Fortschritte gezeigt und mehrere starke Leistungen geliefert. Ein möglicher kleiner Unsicherheitsfaktor könnte der Untergrund sein, da ihre besten Leistungen häufig auf weicherem Boden zustande kamen, obwohl sie in dieser Saison bereits bewiesen hat, dass sie auch mit schnellerem Terrain zurechtkommt. 


Eine besonders interessante Kandidatin ist Diva Luna. Sie hinterließ bereits beim letztjährigen Festival einen starken Eindruck, als sie über Hürden ein bemerkenswertes Rennen zeigte. In dieser Saison ist sie über Zäune bislang ungeschlagen und hat sich dabei als sehr natürliche Springerin präsentiert. Besonders ihre jüngste Leistung deutete darauf hin, dass sie über ausreichende Ausdauer verfügt, während die möglicherweise schnelleren Bodenverhältnisse ihr ebenfalls entgegenkommen könnten. 


Panic Attack bringt ebenfalls starke aktuelle Form mit. Die Stute hat in Cheltenham bereits mit dem Sieg im Paddy Power Handicap Chase überzeugt und später auch den Coral Gold Cup in Newbury gewonnen. Diese Ergebnisse unterstreichen ihre enorme Entwicklung in den vergangenen Monaten, wodurch sie ebenfalls zu den ernsthaften Herausforderinnen zählt. 


Auch July Flower verdient Beachtung. Die Stute hat bereits Erfahrung auf dieser Bahn gesammelt und konnte hier ebenfalls erfolgreich sein. Als noch relativ unerfahrene Novizin über Zäune besitzt sie möglicherweise weiteres Entwicklungspotenzial. Ihr mutiger und sauberer Springstil könnte auf dieser Strecke ein entscheidender Vorteil sein, insbesondere da sie seit Ende des vergangenen Jahres gezielt auf dieses Rennen vorbereitet wurde. 


Fazit: 


Die Titelverteidigerin Dinoblue bringt erneut eine sehr überzeugende Ausgangsposition mit und hat ihre Klasse in dieser Saison bereits mehrfach bestätigt. Dennoch scheint das Feld insgesamt stärker besetzt zu sein als im vergangenen Jahr. Spindleberry besitzt ebenfalls Grade-1-Format und könnte als Stallgefährtin die größte Gefahr darstellen. Diva Luna wirkt als aufstrebende Stute über Zäune besonders interessant und könnte mit weiterer Verbesserung eine wichtige Rolle spielen. Panic Attack bringt starke Handicap-Form mit und hat ihre Qualität bereits auf dieser Bahn unter Beweis gestellt. Auch July Flower besitzt als noch wenig getestete Novizin Entwicklungspotenzial, sodass dieses Rennen trotz einer klaren Favoritin mehrere ernsthafte Herausforderinnen bereithält. 


4. Rennen – Albert Bartlett Novices’ Hurdle Startzeit: 16:20 Uhr 


Dieses Rennen für Nachwuchspferde über die längere Distanz wurde in den vergangenen Jahren häufig von irischen Trainern dominiert. In den letzten zehn Austragungen gingen sieben Siege nach Irland, und auch in diesem Jahr deutet der Wettmarkt darauf hin, dass diese Serie fortgesetzt werden könnte. 


Die britischen Hoffnungen ruhen unter anderem auf Kripticjim, der im Januar in einem Grade-2- Rennen über Kurs und Distanz knapp die Oberhand behielt. Der Schritt auf die längere Distanz könnte ihm zusätzlich entgegenkommen, da er in seinen bisherigen Auftritten angedeutet hat, dass noch weiteres Steigerungspotenzial vorhanden sein könnte. 


Im Lager von Willie Mullins gilt Doctor Steinberg als einer der prominentesten Kandidaten. Der sechsjährige Wallach hat seine Klasse zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als er nach einem Erfolg in Navan anschließend auf höchstem Niveau in Leopardstown klar dominierte. Seine bisherigen Leistungen über Hürden sind makellos. Allerdings zeigte er in diesem Rennen einen recht freudigen Rennstil, sodass noch eine gewisse Frage besteht, wie gut er die längere Distanz bewältigen kann. Auf schnellerem Boden könnte er sich dennoch sehr wohl fühlen. 


Ein weiterer Teilnehmer aus dem gleichen Rennen ist Thedeviluno, der damals hinter Doctor Steinberg ins Ziel kam. Dabei hatte er einen schwierigen Rennverlauf und musste früh angreifen, wodurch er möglicherweise etwas zu viel Energie verlor. Zuvor hatte er jedoch beim River Don in Doncaster über drei Meilen sehr überzeugend gewonnen, was seine Ausdauer unterstreicht. 


Ein interessanter Außenseiter könnte Park Princess sein. Sie gewann zuletzt über dieselbe Distanz und Strecke in Doncaster auf Listenebene sehr leicht und musste dabei kaum gefordert werden. Zwar ist der zeitliche Abstand zu diesem Start relativ kurz, doch aufgrund der Gewichtsbedingungen könnte sie in diesem Feld durchaus konkurrenzfähig sein. 


Ein weiterer Kandidat mit Entwicklungspotenzial ist Spinningayarn aus dem Stall von Gordon Elliott. Er gewann seine letzten beiden Starts in Fairyhouse und Punchestown jeweils sehr souverän und machte dabei den Eindruck, als würde ihm eine längere Distanz besonders entgegenkommen. Diese Leistungssteigerung könnte ihn hier zu einem ernsthaften Faktor machen. 


Besonders interessant erscheint jedoch Mondoui’Boy. Der Wallach war im vergangenen Jahr in starken Bumper-Rennen unterwegs und blieb seit seinem Wechsel über Hürden ungeschlagen. Auch bei seinem letzten Sieg setzte er sich mit großer Autorität durch und zeigte dabei ein starkes Finish. Die Form dieses Rennens hat sich inzwischen bestätigt, und die Art, wie er durch das Ziel ging, deutet darauf hin, dass ihm die längere Distanz ebenfalls liegen dürfte. 


Fazit: 


Das Rennen wirkt insgesamt sehr offen, auch wenn einige der Favoriten bereits auf hohem Niveau überzeugende Leistungen gezeigt haben. Doctor Steinberg setzt aktuell den Maßstab auf Basis seiner bisherigen Ergebnisse, muss jedoch erst beweisen, dass er die längere Distanz unter Rennbedingungen optimal bewältigen kann. Spinningayarn bringt klare Fortschritte aus seinen letzten beiden Siegen mit und könnte auf dieser Strecke noch einmal deutlich zulegen. Mondoui’Boy wirkt als wenig geprüfter Kandidat mit weiterem Entwicklungspotenzial besonders interessant und könnte zu attraktiven Quoten überraschen. Dahinter bleiben mit Thedeviluno, dessen Ausdauer bereits nachgewiesen ist, sowie der formstarken Park Princess weitere Kandidaten, die in einem traditionell unberechenbaren Rennen durchaus eine Rolle spielen könnten. 


5. Rennen – Cheltenham Gold Cup Startzeit: 17:00 Uhr 


Der Cheltenham Gold Cup ist ohne Zweifel eines der wichtigsten und prestigeträchtigsten Rennen des gesamten National-Hunt-Kalenders. Jahr für Jahr richtet sich an diesem Punkt des Festivals der Blick der gesamten Rennsportwelt nach Cheltenham. Hier entscheidet sich, welches Pferd sich über die längere Distanz und die anspruchsvollen Hindernisse als wahrer Champion über Zäune behaupten kann. 


Die Ausgangslage in diesem Jahr verspricht ein besonders packendes Rennen. Ein wichtiger Formhinweis stammt aus dem King George Chase am 26. Dezember in Kempton, wo sich The Jukebox Man und Gaelic Warrior in einem hochdramatischen Finish ein Duell auf Messers Schneide lieferten. The Jukebox Man schien auf den letzten Metern bereits geschlagen, kämpfte sich jedoch mit unglaublicher Entschlossenheit zurück und rettete den Sieg mit nur einer Nase Vorsprung ins Ziel. Nur knapp dahinter folgte Jango Baie, der ebenfalls stark durchzog. Diese enge Entscheidung unterstreicht, wie ausgeglichen dieses Feld ist und lässt ein hochspannendes Finale im Gold Cup erwarten. 


Die irischen Starter haben dieses Rennen in den vergangenen Jahren deutlich dominiert, während der Sieg von Native River im Jahr 2018 eine seltene Ausnahme für die britische Seite darstellte. In diesem Jahr könnte jedoch wieder ein heimischer Kandidat für ein Ausrufezeichen sorgen. Jango Baie gilt als besonders interessanter Teilnehmer, nachdem er im King George trotz einer ungünstigen Rennposition weit außen und hinter Pferden eine starke Schlussphase zeigte. Dabei unterliefen ihm einige kleinere Fehler, dennoch kam er im Ziel kraftvoll auf und deutete an, dass ihm die längere Distanz des Gold Cups sehr entgegenkommen könnte. Sein Erfolg im Arkle im vergangenen Jahr zeigt zudem, dass er auf dieser Bahn bereits auf höchstem Niveau bestehen kann. 


The Jukebox Man reist weiterhin mit einer makellosen Bilanz über Zäune an. Sein mutiger Springstil und seine große Kampfbereitschaft waren entscheidend für seinen Sieg im King George. Allerdings stellt sich die Frage, ob seine sehr offensive Rennweise über die längere Distanz des Gold Cups optimal funktioniert. Bereits vor zwei Jahren im Albert Bartlett wurde er auf dem Weg zum Zielanstieg noch abgefangen, was Zweifel an seiner absoluten Ausdauer aufkommen lässt. 


Gaelic Warrior gilt möglicherweise als dass Pferd mit der höchsten Klasse im Feld. Seine beeindruckende Leistung im John Durkan Chase zählt zu den stärksten Formlinien dieses Winters. Im King George verlor sein Reiter in der Schlussphase die Peitsche, und dennoch fehlte nur ganz wenig zum Sieg. Unter optimalen Umständen könnte er dieses Ergebnis durchaus drehen. Allerdings läuft auch er seine Rennen häufig sehr engagiert, was über diese lange Distanz eine Herausforderung darstellen kann, zumal er gelegentlich dazu neigt, nach rechts zu springen. 


Der Titelverteidiger Inothewayurthinkin verdient ebenfalls Beachtung. Sollte er zu der Form zurückfinden, die ihm im vergangenen Jahr den Sieg einbrachte, wäre er automatisch wieder ein ernsthafter Faktor. Allerdings waren seine Leistungen in dieser Saison bislang enttäuschend, sodass eine deutliche Leistungssteigerung erforderlich wäre. 


Spillane’s Tower machte im Januar im Cotswold Chase auf sich aufmerksam, als er L’Homme Presse bezwingen konnte. Dabei bekam er zwar früh freie Bahn, wirkte im Ziel jedoch weiterhin überlegen. Etwas Regen würde ihm vermutlich entgegenkommen, während sehr schneller Boden seine Chancen eher schmälern könnte. 


Auch Haiti Couleurs kommt mit starker aktueller Form ins Rennen. Besonders sein Sieg im Welsh National war beeindruckend, als er seine Gegner mit starkem Springen regelrecht unter Druck setzte. Der Gold Cup stellt jedoch eine deutlich höhere Klasse dar, und es bleibt abzuwarten, ob er dieses aggressive Tempo auch gegen dieses Feld durchsetzen kann. 


Fazit: 


Die Form aus dem King George deutet darauf hin, dass mehrere der führenden Kandidaten sehr dicht beieinander liegen, was ein äußerst spannendes Rennen erwarten lässt. The Jukebox Man hat dort große Kämpferqualitäten gezeigt und bleibt ein ernsthafter Anwärter, während Gaelic Warrior möglicherweise die höchste Grundklasse im Feld besitzt. Jango Baie erscheint besonders interessant, da seine Schlussphase in Kempton darauf hindeutet, dass die längere Distanz des Gold Cups genau das sein könnte, was ihm noch einmal zusätzliche Stärke verleiht. Auch Spillane’s Tower und der Titelverteidiger Inothewayurthinkin bleiben im erweiterten Kreis ernsthafte Faktoren. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass dieses Rennen erst auf den letzten Metern entschieden wird und die Zuschauer ein packendes Finale erleben könnten. 


6. Rennen – St. James’s Place Festival Challenge Cup Open Hunters’ Chase Startzeit: 17:40 Uhr 


Das sechste Rennen, traditionell die Hunters’ Chase, ein Rennen, das jedes Jahr eine besondere Mischung aus erfahrenen Steeplechasern, Point-to-Point-Spezialisten und Publikumslieblingen hervorbringt. Gerade diese Kombination sorgt häufig für sehr emotionale und kämpferische Entscheidungen auf der Zielgeraden von Cheltenham. 


Der letztjährige Sieger Wonderwall dürfte erneut große Aufmerksamkeit erhalten. Sein Sieg in diesem Rennen vor einem Jahr bewies eindrucksvoll seine Ausdauer und seine Fähigkeit, die anspruchsvolle Strecke in Cheltenham zu meistern. Seitdem wurde er gezielt geschont und lediglich einmal in einem Point-to-Point-Rennen in Dromahane eingesetzt, das er gewinnen konnte. Dadurch reist er deutlich frischer an als viele seiner Rivalen und besitzt erneut eine starke Ausgangsposition. 


Ein weiterer bekannter Teilnehmer ist Its On The Line, der bereits mehrfach sehr nah an einem Sieg in diesem Rennen war und in den vergangenen Jahren konstant starke Leistungen zeigte. Auch im letzten Jahr belegte er den zweiten Platz. Seine Rennweise ist bekannt dafür, dass er im Verlauf eines Rennens zunächst etwas zurückliegt, bevor er im Schlussabschnitt mit viel Energie aufkommt. Diese Eigenschaften machen ihn besonders gefährlich, sobald das Tempo im Finish anzieht. 


Paul Nicholls konnte dieses Rennen in der Vergangenheit bereits zweimal gewinnen, und mit Golden Son bringt er diesmal einen interessanten Kandidaten an den Start. Der achtjährige Wallach hat in dieser Saison bei seinen beiden Starts in Warwick und Taunton jeweils gewonnen und scheint sich weiterhin zu verbessern. Mit seiner relativ geringen Anzahl an Rennen könnte er noch weiteres Entwicklungspotenzial besitzen. 


Shearer zeigte im vergangenen Jahr eine Leistung, die besser war, als es das reine Ergebnis vermuten lässt. Er hatte früh viel Arbeit leisten müssen und lief bei seinem jüngsten Start über eine eher kurze Distanz ebenfalls ordentlich. Mit einer etwas geduldigeren Rennführung könnte er sich in diesem Feld deutlich besser platzieren. 


Ein besonders interessanter Kandidat ist Stattler. Der ehemalige Sieger eines CheltenhamRennens verfügt über sehr viel Klasse und kehrte kürzlich in Fakenham mit einem überzeugenden Sieg unter Rennbedingungen zurück. Obwohl ihm die dortige Strecke offenbar nicht besonders lag, setzte er sich dennoch klar durch. Auf einer anspruchsvolleren Bahn wie Cheltenham könnte er sich deutlich wohler fühlen, vor allem wenn der Boden eher trocken bleibt. 


Auch Solitary Man verdient Aufmerksamkeit als möglicher Außenseiter. Nach einem erfolgreichen Point-to-Point-Auftritt kehrt er nun wieder in den regulären Rennbetrieb zurück und trägt erstmals einen „Visor“. Sein letzter Auftritt über Zäune in Thurles deutete bereits an, dass ihm ein anspruchsvoller Test über längere Distanz sehr entgegenkommen könnte. 


Fazit: 


Mehrere Pferde bringen bereits bewährte Cheltenham-Form mit, was dieses Rennen besonders interessant macht. Wonderwall hat als Titelverteidiger erneut eine sehr gute Ausgangsposition und kommt gut vorbereitet an den Start. Its On The Line gilt einmal mehr als äußerst verlässlicher Kandidat für eine starke Schlussphase. Golden Son bringt aktuelle Siegform mit und könnte weiter Fortschritte machen. Besonders spannend erscheint jedoch Stattler, der über deutlich mehr Klasse als viele seiner Rivalen verfügt und nach seinem erfolgreichen Comeback auf dieser Strecke noch einmal eine starke Leistung zeigen könnte. Dahinter bleiben mit Shearer sowie dem formstarken Außenseiter Solitary Man weitere Kandidaten, die in einem traditionell offenen Hunters’ Chase durchaus für Überraschungen sorgen können. 


7. Rennen – Martin Pipe Conditional Jockeys’ Handicap Hurdle Startzeit: 18:20 Uhr 


Den Abschluss des sportlichen Programms bildet traditionell das Martin Pipe Conditional Jockeys’ Handicap Hurdle, ein Rennen, das häufig junge, aufstrebende Pferde mit noch verborgenem Potenzial hervorbringt. Gerade hier gelingt es immer wieder weniger exponierten Kandidaten, sich in einem großen Feld durchzusetzen und für Überraschungen zu sorgen. 


Kel Histoire gehört zu den interessantesten Teilnehmern im Feld. Im vergangenen Jahr wurde er sogar für ein Grade-1-Rennen beim Festival in Betracht gezogen, was seine hohe Einschätzung im Stall verdeutlicht. Mit einem aktuellen Rating von 137 könnte er bei seinem Handicap-Debüt noch einiges in der Hand haben. Besonders bemerkenswert ist auch seine Leistung im Moscow Flyer im vergangenen Jahr, einem Rennen, in dem Willie Mullins traditionell seine besseren Novizen einsetzt. Es wirkt durchaus möglich, dass dieses Rennen bereits früh als langfristiges Ziel für ihn vorgesehen war. 


Ein weiterer Kandidat aus dem gleichen Stall ist Roc Dino. Auch er tritt erstmals in einem Handicap an und bringt interessante Formlinien mit, nachdem er hinter Pferden ins Ziel kam, die inzwischen auf höchstem Niveau unterwegs sind. Diese Form könnte sich im Rückblick als deutlich stärker erweisen, als sie auf den ersten Blick wirkt. 


Mehrere Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr kehren ebenfalls mit guten Chancen zurück. Nurse Susan zeigte in der letzten Austragung lange Zeit eine starke Leistung, bevor ihr im Schlussabschnitt etwas die Kondition fehlte. In dieser Saison hat sie sich jedoch deutlich gesteigert und konnte im Winter bereits über Kurs und Distanz gewinnen. 


Act Of Authority belegte im vergangenen Jahr den zweiten Platz und tritt nun mit nur minimal veränderter Handicapmarke wieder an. Besonders interessant ist, dass das Pferd, das ihn damals schlug, inzwischen ein Grade-1-Rennen gewonnen hat, wodurch diese Form deutlich aufgewertet wurde. 


East India Express zeigte in diesem Rennen ebenfalls eine sehr starke Leistung, nachdem er lange Zeit im schnellen Tempo mitgegangen war und dennoch bis ins Ziel kämpfte. Zwar tritt er nun mit einem höheren Gewicht an, doch seitdem hat er bereits erneut auf dieser Bahn gewonnen und zuletzt wieder zu besserer Form gefunden. 


Traditionell spielen in diesem Rennen jedoch auch die irischen Trainer eine große Rolle, insbesondere Gordon Elliott. Einer seiner interessantesten Kandidaten ist Stede Bonnet. Der Wallach hat seit Jahresbeginn mehrere Starts absolviert und sich dabei stetig gesteigert. Seine jüngsten Siege wurden inzwischen durch spätere Ergebnisse aufgewertet, und zuletzt konnte er auch auf Listenebene überzeugen. Seine früheren Leistungen in Bumper-Rennen deuten zudem darauf hin, dass ein schnellerer Untergrund ihm entgegenkommen könnte. 


Jump Allen gehört ebenfalls zu den Pferden mit Entwicklungspotenzial. Beim letzten Start der vergangenen Saison zeigte er in Sandown eine starke Leistung und wirkte im Finish klar überlegen. Ein kürzlicher Start auf der Flachen dürfte zusätzlich für Fitness sorgen und könnte ihm helfen, in diesem anspruchsvollen Handicap eine wichtige Rolle zu spielen. 


Fazit: 


Das traditionell große und ausgeglichene Feld macht dieses Rennen zu einem der schwierigsten des gesamten Festivals. Kel Histoire erscheint aufgrund seiner bisherigen Einschätzung im Stall und seines möglichen Entwicklungsspielraums besonders interessant bei seinem HandicapDebüt. Stede Bonnet bringt aktuelle Form und kontinuierliche Verbesserung mit und könnte unter passenden Bedingungen eine sehr starke Rolle spielen. Auch Jump Allen wirkt als noch wenig getesteter Kandidat mit Potenzial gefährlich. Dahinter besitzen mit East India Express, Act Of Authority und der formstarken Nurse Susan mehrere Teilnehmer bereits bewährte CheltenhamForm, sodass ein äußerst offenes Rennen erwartet werden darf, in dem insbesondere Pferde mit weiterem Steigerungspotenzial den entscheidenden Vorteil besitzen könnten.

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