Wie LeTrot in einem aktuellen Artikel berichtete, verzeichneten die Besucherzahlen auf französischen Rennbahnen im Vorjahr, wie schon 2024, einen Anstieg. Eine erfreuliche Nachricht, zumal positive Meldungen rund um den französischen Perderennsport aktuell nicht immer selbstverständlich sind.
Insgesamt begrüßten die Rennbahnen im vergangenen Jahr 2,6 Millionen Zuschauer. Das sind satte 10% mehr als im Vorjahr, welches seinerseits bereits ein Wachstum zu verzeichnen hatte. Dies gab die 'Federation Nationale des Courses Hippiques' (FNCH) bekannt.
Diese Zahlen sorgen nicht nur für Optimismus, sondern sind auch zum jetzigen Zeitpunkt besonders bedeutsam. Sie werden nur wenige Wochen nach einem Kongress der Föderation veröffentlicht, auf dem zahlreiche Provinz-Rennvereine ihre Sorgen hinsichtlich Anerkennung und Sichtbarkeit geäußert hatten. Der Wandel, den der französische Rennsport derzeit durchläuft, wirft naturgemäß viele Fragen auf - größtenteils berechtigte.
Umso mehr mit Blick auf das Wahljahr 2026, in dem in allen französischen Gemeinden Bürgermeisterwahlen stattfinden. Überall dort, wo es eine Rennbahn gibt, wird man daran erinnern, welche Rolle diese Anlagen sowohl auf dem Land, als auch in den Städten spielen. Gil Averous, Bürgermeister von Chateauroux, brachte es auf dem Kongress vor rund 300 Teilnehmern auf den Punkt: "Die Rennbahnen haben die Geschichte unserer Städte und Dörfer geprägt. Sie sind Orte des Aufatmens und zugleich Spiegel gesellschaftlicher Vielfalt." Zugleich warnte er: "Öffentliche Gelder werden knapper werden. Es gilt daher, den Rennbahnen weiterhin ihren Platz auf der Landkarte zu sichern, denn gewählte Vertreter und Rennbahnen haben gemeinsame Interessen." Auch Senator Jean-Pierre Vogel sprach von einem "nationalen Trumpf", als er die französische Pferderennbranche und ihre Rennbahnen würdigte.
Argumente zur Überzeugung
Vor diesem Hintergrund hat die FNCH ein umfassendes Argumentationspaket in drei Teilen veröffentlicht, um ihre strategische Neuausrichtung zu untermauern und das Modell langfristig zu sichern:
- Ein beliebtes und zunehmend attraktives Freizeitangebot. Getragen von neuer Attraktivität und einer starken gemeinsamen Dynamik verzeichnete die Rennsportbranche 2025 einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen. 2,6 Millionen Gäste wurden auf 231 Rennbahnen im ganzen Land empfangen.
- Anstieg sowohl in Paris als auch in den Regionen. Im Großraum Paris stieg die Besucherzahl um nahezu 9% auf 1,01 Millionen. In den Regionen fiel der Zuwachs mit +10% und rund 1,6 Millionen Zuschauern ebenso deutlich aus.
- Der Rennsport als bedeutender Akteur der Agrarwirtschaft. Jährlich fließen 280 Millionen Euro in die lokale Wirtschaft. Durch den Betrieb der Rennbahnen, Provisionen an 14.400 PMU-Verkaufsstellen sowie staatliche Abgaben, von denen 12 Millionen Euro an die Gebietskörperschaften zurückgeführt werden. Die Einnahmen aus Pferdewetten finanzieren vollständig die Organisation der Rennen, Ausbildung und ländliche Entwicklung und tragen zugleich mit 800 Millionen Euro an direkten Steuern erheblich zum Staatshaushalt bei - ohne die öffentlichen Finanzen zusätzlich zu belasten.
Parallel zur Pressemitteilung veröffentlichte die Institution eine ausführliche Informationsbroschüre mit den wichtigsten Kennzahlen.
Bemerkenswerte Ergebnisse:
+37% in der Basse-Normandie
+18% in Anjou-Maine
+17% im Centre-Est
Landesweit bleibt der Westen mit rund 294.000 Besuchern die führende Region vor dem Südwesten und Anjou-Maine.
18.000 Zuschauer bei der 'Anjou-Loire Challenge' in Le Lion-d’Angers
10.500 Besucher beim Grand Prix de Vichy
5.600 beim Grand Prix de la Ville de Pornichet
8.000 Zuschauer beim Grand Criterium de Vitesse de la Cote d’Azur in Cagnes-sur-Mer
Zeit für den Wandel
Trotz dieser positiven Zahlen verschließt sich die französische Rennsportinstitution nicht vor den Herausforderungen. Viele Besucher auf die Rennbahnen zu bringen ist gut. Sie in zahlende Kunden zu verwandeln, ist noch wichtiger und letztlich überlebensnotwendig. "Das Wirtschaftsmodell, dass historisch auf Pferdewetten basiert, die derzeit rückläufig sind, bleibt angespannt", resümiert die FNCH. Daher kündigt sie einen ehrgeizigen Fünfjahresplan an, um die Finanzierung nachhaltig zu sichern, das Angebot zu modernisieren und die Attraktivität weiter zu steigern.
Eine Vorstellung dieses Transformationsplans soll in Kürze folgen.
