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Yannick Pierre (Piya-Zucht): "Wenn ich Prima Qualita Piya sehe, fange ich an zu träumen"

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Das Label "Piya" ist in den französischen Starterfeldern bestens bekannt und immer häufiger zu finden - und das mit wachsendem Erfolg. Kein Zufall, denn Züchter Yannick Pierre hat sich vor einigen Jahren dazu entschlossen, seine Zucht konsequent auszubauen und seine ambitionierten Ziele mit entsprechenden Mitteln zu verfolgen. Yannick Pierre, der auch zu den Vorstandsmitgliedern der SETF gehört, öffnete dem ParisTurf die Tore zu seinem frisch renovierten Zuchtzentrum in La Genevraie im Departement Orne.

An einem Dezembermorgen trafen die Reporter vom ParisTurf Yannick Pierre zunächst bei ihm zu Hause in Mondeville (Departement Calvados), wo auch seine Frau Nathalie trainiert. Nach einem kurzen Gespräch machten sich alle zusammen auf den Weg in die Orne, genauer gesagt in das kleine Dorf La Genevraie nahe Le Merlerault, um das Zuchtzentrum des Mannes kennenzulernen, der hinter dem Namen "Piya" steht, welcher eine Abkürzung seines Vor- und Nachnamens ist.

Die Anlage, die als Nachbarn die Zuchtstätte Pierji hat, erwarb er 2023 von Jean-Michel Tessier (bekannt unter anderem durch Draga, Golden Bridge, Mouffetard). Ursprünglich diente der Betrieb hauptsächlich der Rinderzucht, die teilweise weitergeführt wurde. "Ich wollte wachsen und vor allem bessere Böden haben. Das war meiner Meinung nach in Cleville, wo meine Zuchtstuten zuvor standen, nicht optimal", erklärt Yannick Pierre. Seine Stuten sind daher in die Orne umgezogen, auf ein Anwesen mit 150 Hektar, großzügigen Koppeln und unter der Verantwortung von Floriane Fossard.

Das Gelände wurde umfassend modernisiert: Drei neue Stallungen wurden errichtet. Eine für die Zuchtstuten, eine für die Stutfohlen und eine für die Hengstfohlen. Alles ist durchdacht und funktional gestaltet. "Ich mag es sauber, sicher und praktisch - wir kommen dem sehr nahe", sagt der 54jährige zufrieden. "Im Stutenstall gibt es Abfohlboxen, kleine Paddocks und außenliegende Boxen. Bei den Jährlingen orientieren wir uns am Galopprennsport: Sie verbringen den Tag gemeinsam auf der Koppel und werden abends einzeln in den Stall gebracht."

42 Geburten für 2026 geplant

Floriane Fossard berichtet, dass 42 Geburten für das Jahr 2026 vorgesehen sind. Yannick Pierre, der sich bereits seit seiner Kindheit für das Zuchtbuch interessiert, hat seine Zucht in den letzten Jahren stark ausgebaut. Sowohl quantitativ, als auch qualitativ, mit dem klaren Ziel, in den oberen Bereich vorzustoßen.

Neben der Nutzung der aktuell besten Hengste hat der Sohn von Leonce Pierre ("Blay-Zucht") hochkarätige Stuten erworben, insbesondere aus der Dubois-Linie: Jealousy Love und Grandissima (verwandt mit Love You), sowie High Qualita, eine Tochter von Ready Cash und Qualita Bourbon. "Bei Stuten suche ich nach 'Black Type-Leistungen'. Sie müssen in Vincennes gelaufen sein, und zwar bereits bei den ersten beiden Muttergenerationen. Sobald das der Fall ist, kommen sie früh in die Zucht", erklärt Pierre, der mehrere Optikergeschäfte besitzt und durch und durch Kaufmann ist.

"Grundsätzlich sind alle unsere Pferde zum Verkauf bestimmt. Im Frühjahr wählen wir diejenigen aus, die das Potenzial haben, am ersten Tag der Arqana-Trot-Yearling-Auktionen in Deauville vorgestellt zu werden."

Bei der letzten Ausgabe erzielte Original Piya (v. Boccador de Simm a.d. High Qualita) einen Zuschlag von 225.000 Euro, während Olympia Piya (v. Face Time Bourbon a.d. Grandissima) für 85.000 Euro vom Ecurie Courant erworben wurde. "Der Hengst steht im Training bei Nicolas Bazire, die Stute ist offenbar in Frankreich geblieben. Wenn möglich, behalte ich gerne 10 bis 25% der Hengste, sofern die Käufer einverstanden sind. Das war bei Original Piya der Fall, denn wir möchten eines Tages selbst einen Deckhengst stellen. Wenn ich alle selbst behalten könnte, würde ich es tun, aber man muss wirtschaftlich im Gleichgewicht bleiben", sagt er schmunzelnd.

"Regelmäßige Jahrgänge und gute Pferde hervorbringen"

"Seit zwei Jahren haben wir deutlich mehr Stuten als Hengste bei den Geburten", erklärt Yannick Pierre. Eine von ihnen ist Prima Qualita Piya (v. Idao de Tillard a.d. High Qualita), die sofort ins Auge fällt und ihre Altersgenossinnen im Paddock zu überragen scheint. "Ganz ehrlich - wenn ich sie sehe, fange ich an zu träumen. Sie wird nicht in den Auktionsring gehen, denn diese Linie wollen wir erhalten."

In der Zucht ist nichts garantiert, doch träumen darf man immer. Yannick Pierre, der seit rund 20 Jahren züchtet, beginnt nun, die Früchte seiner Investitionen zu ernten. Mehrere "Piya"-Pferde sind auf Pariser Bahnen konkurrenzfähig, darunter Krystal, Sieger des Finales der LeTrot Open für 5jährige (GR III), sowie Kracker, My Girl und Magot d’Or, die seit Beginn des Wintermeetings überzeugt haben. "2025 liegt etwa zehn Prozent über 2024, bleibt aber noch ein normales Jahr. Man spürt jedoch, dass sich alles einspielt. Das Ziel ist, regelmäßig gute Jahrgänge zu liefern und häufig erfolgreiche Pferde zu bringen. Wie in meinem Berufsleben steht die Kundenzufriedenheit an erster Stelle. Ein Traum? Grupperennen zu gewinnen - das ist pures Glück. Ich mag besonders junge Pferde, weshalb ein Sieg in einem Criterium das Größte für mich als Züchter wäre. Und natürlich hoffe ich, dass eines meiner drei Kinder eines Tages die Zucht weiterführt."

Trainingszentren in Mondeville...und Cleville

Die Besichtigung endet nicht dort, wo sie begonnen hat. Yannick Pierre führt die Reporter anschließend nach Cleville, ebenfalls im Departement Calvados, wo ein weiteres Anwesen, dass 2017 erworben wurde, kürzlich umfassend umgebaut wurde. Das frühere Zuchtgelände dient nun als Trainingszentrum, geleitet von Antoine de Vaugiraud. "Im Februar hörte ich, dass Antoine seine Zusammenarbeit mit Tanguy de la Bourdonnaye beendet. Seine Ergebnisse zeigten, dass er Talent hat. Anfang März trafen wir uns, im Mai begannen die Arbeiten", berichtet Pierre.

Heute verfügt die Anlage über eine 850-Meter-Bahn sowie eine 1.100-Meter-Piste mit langer Geraden. Zäune und Paddocks wurden komplett neu gestaltet. "Antoine ist hier zu Hause. Ich habe ihm 25 Pferde des Jahrgangs 'O' anvertraut. Überwiegend Stuten, sowie etwa zehn startbereite Pferde."

Auch in Mondeville, sichtbar vom Autobahnrin in Caen, wurde investiert. Dort trainiert seine Frau Nathalie Viel-Pierre, die vor etwa zehn Jahren mit dem Training begann, auf den ehemaligen Flächen ihres Großvaters Albert Viel. "Ich setze Nathalie gerne bei schwierigeren Pferden ein. Auch wenn sie sich manchmal neue Gummiboots wünschen würde", sagt ihr Mann lächelnd. "Sie hat ein sehr gutes Gefühl für Pferde."

Weitere "Piya"-Pferde stehen unter anderem bei Clement Thomain, Sebastien Ernault, Sebastien Guarato, Fabrice Souloy und Benoit Carpentier im Training.

"Die PMU braucht tiefgreifende Reformen"

Nach seiner Zeit als Präsident und Vizepräsident der Rennbahn von Vire engagiert sich Yannick Pierre seit 2023 als Vorstandsmitglied der SETF. "Ich wollte helfen. Die Branche hat es schwer, und ich hatte etwas mehr Zeit", erklärt er offen und äußert sich klar zur Situation der PMU: "Die PMU ist die Grundlage von allem. Eigentlich sollte sie den beiden Muttergesellschaften dienen. Das tut es derzeit nicht. Als Kaufmann in einem extrem wettbewerbsintensiven Markt sehe ich seit 20 Jahren Fehlentwicklungen. Es braucht tiefgreifende Reformen. Heute sitzen dort keine echten Kaufleute. Sie kennen weder Produkt noch Kunden ausreichend.

Eine einheitliche App ist zwingend notwendig - einfach, leicht zu bedienen und attraktiv. Es braucht außerdem eine rennübergreifende Wette, die große Umsätze und Träume erzeugt. Durch die Fixierung auf Rückläufe und Großwetter verliert man die breite Masse. Das ist ein großer Fehler. Ich bleibe trotzdem optimistisch, denn unsere Rennbahnen sind gut besucht. Aber ohne passendes Angebot wird das nicht reichen. Man muss alle Beteiligten respektieren."

Krystal Piya - eine besondere Geschichte

Krystal Piya gehört zur "Generation Null", dem Jahrgang 2020, ab dem Yannick Pierre massiv investierte. Der Sohn von Face Time Bourbon und Etchola brachte der schwarz-rosa Rennfarbe von Nathalie Viel-Pierre mit seinem Sieg im Finale des LeTrot Open des Regions am 30. November in Vincennes den ersten Gruppensieg.

Doch der Weg dorthin war lang. "Als Fohlen war er außergewöhnlich. Zunächst kam er zu Didier Hue, dann begann er zu lahmen. Niemand fand die Ursache", erzählt Pierre. Nach mehreren Trainerwechseln stellte sich heraus, dass Krystal, wie sein Vater, am Navikularsyndrom litt. Allerdings an allen vier Beinen - ein absoluter Sonderfall. Nathalie nahm ihn erneut ins Training auf glaubte an ihn, später folgten weitere Stationen.

"Clement Thomain brauchte eineinhalb Monate, um ihn überhaupt korrekt traben zu lassen. Er hätte sein Debüt gewinnen können, galoppierte aber vor dem Ziel. Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben."

Doch dann kam die Wende. Krystal gewann, bestätigte den Erfolg, lief mit Spezialbeschlag und explodierte 2025 regelrecht. Barfuß im Finale zu starten, war der große Schachzug, der sich auszahlte. "Zu diesem Pferd habe ich natürlich eine ganz besondere Beziehung", sagt Yannick Pierre. Nach seinem zweiten Platz in der Quinte zu Weihnachten dürfte Krystal Piya auch in den kommenden Monaten für Schlagzeilen sorgen.


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