Am Samstag steht in Vincennes mit dem Prix de Selection einer der Höhepunkte des Abschlusstages des Wintermeetings an. In diesem 'Verfolgungsrennen' bekommen die 4jährigen einen Vorsprung von 25 Metern gegenüber den 5- und 6jährigen. Liza Josselyn ist bereit, die Jagd unter anderem auf Maitre Jacques aufzunehmen, um ihren Winter mit einem Paukenschlag zu krönen.
Seit der Reform des Rennens im Jahr 2014 beträgt die Zulage für die älteren Jahrgänge nur noch 25 statt zuvor 50 Meter. Ein Vorteil für Ausnahmechampions wie Davidson du Pont (2018), Horsy Dream (2023) und Idao de Tillard (2024), die diese Herausforderung erfolgreich meisterten. Zu den klangvollsten Siegern zählt auch Face Time Bourbon, der das Rennen dreimal in Folge gewann (2019, 2020, 2021). Bei seinen letzten beiden Erfolgen hatte der zweifache Amerique-Sieger durch seine bloße Präsenz die 4jährigen regelrecht abgeschreckt. Keiner trat mit dem 25 Meter-Vorteil an. Als 3facher Sieger wurde Face Time Bourbon auch die Ehre zuteil, dass das Rennen im Untertitel nach ihm benannt wurde.
In der Ausgabe 2026 will Liza Josselyn ihren berühmten Vorgängern nacheifern. Mit einem Sieg würde die Stute aus dem Besitz von Pascal Bernard ihr Meeting in triumphaler Manier beenden. Damit würde sie das schaffen, woran ihr Vater Ready Cash (2009/Zweiter) und ihre Mutter Belina Josselyn (2016/disqualifiziert) scheiterten.
Die Siegerin des Criterium Continental bringt starke Argumente mit: Auf den Sprintdistanzen in Vincennes (Autostart, wie auch Bänderstart) kommt sie auf sieben Siege aus neun Starts. Davon fünf über die nun geforderte Distanz. Ihre letzten vier Kurzstreckenrennen gewann sie allesamt. Und das in Topzeiten von jeweils 10,0 über 2.100 Meter, als auch 10,7 und 10,9 auf den 2.175 Metern.
Zuletzt wurde sie im Prix Ovide Moulinet (GR II) allerdings nur recht enttäuschende Fünfte. "Ihr Blutbild war nach dem Rennen nicht optimal", erklärte Jean-Michel Bazire. Diesmal tritt sie barfuß an und ihr Umfeld dürfte alles darangesetzt haben, sie in Bestform an den Start zu bringen. Mit 25 Metern Zulage nimmt sie die Verfolgung der jüngeren Gegner auf, allen voran Maitre Jacques, der an der Spitze alles auf eine Karte setzen wird. "Ich werde Verantwortung übernehmen müssen", sagt Alexandre Abrivard. "Um zu gewinnen, braucht man starke Nerven. Aber ich halte ihn für fähig dazu."
Der Sohn von Rolling d’Heripre beeindruckte bei seinem siegreichen Comeback im Prix Ephrem Houel (2.100m) mit einer herausragenden Zeit von 10,1. Bemerkenswert für einen 4jährigen. Wie bei diesem Sieg wird er erneut ohne Hintereisen antreten.
L’As Desbois im Aufwind
Nachdem er im Prix Ovide Moulinet die Stars Liberte de Choisel, Liza Josselyn und Lovino Bello geschlagen hat, könnte sich L’As Desbois erneut in den Vordergrund schieben. Der von William Bigeon trainierte Hengst befindet sich klar im Aufwärtstrend und verfügt über einen starken Endspurt. Zuletzt absolvierte er die finalen 500 Meter in beeindruckenden 06,9.
Auch Magic Man, ein hochtalentierter Nachwuchstraber, fiel bei seinem Saisondebüt in einem Halbklassiker trotz Fehlers positiv auf. In aufsteigender Form ist ihm mit der Unterstützung von Eric Raffin eine Überraschung zuzutrauen.
Maestro Vrie, Sieger im Prix Ourasi, will seinen neuen klassischen Status bestätigen. Lovino Bello hingegen, möglicherweise etwas müde vom intensiven Wintermeeting, "sollte zumindest eine Platzierung erreichen", wie Trainer Thierry Duvaldestin erklärt.
