News Frankreich Trab, 18.01.2026
(hen) Schon vor der Ausgabe des Prix de Cornulier 2026 wurde ein umkämpftes Rennen erwartet. Und am Sonntag wurden die Erwartungen in Vincennes vor 11.000 Zuschauern voll erfüllt, denn die Entscheidung fiel erst spät im Einlauf. Iguski Sautonne, der bei seinem zweiten Monte-Start von Alexandre Abrivard geritten wurde (Foto:scoopdyga), setzte seinen bekannten Speed punktgenau ein und gewann in der starken Kilometerzeit von 11,7.
Obwohl er der einzige der 18 Starter war, der bereits einen Gruppe I-Sieg im Sulky vorweisen konnte, war er zugleich der Teilnehmer mit der geringsten Erfahrung unter dem Sattel. Die mutige Entscheidung, ihn im Prix de Cornulier an den Start zu bringen, erwies sich somit als eine gewonnene Wette. Zudem trägt die Familie Abrivard diesen Klassiker mehr denn je in ihrer DNA.
Als das Wintermeeting begann, galt Iguski Sautonne nach seiner starken Saison 2025 als klare Option für eine Teilnahme am Prix d’Amerique. Die letzte Saison war für ihn ein Durchbruch auf höchstem Niveau, gekrönt von seinem Sieg im Prix de l’Atlantique bei seinem ersten Start in einem Gruppe I-Rennen, wobei er Go On Boy geschlagen hat, der nur wenige Wochen später den Elitloppet gewann. Doch im weiteren Verlauf des Winters, verpasste er als Fünfter im Prix de Bretagne (Q1) die Qualifikation für den Amerique knapp. Während des Winters reifte bei Trainer Matthieu Abrivard immer mehr die Entscheidung den Cornulier ins Auge zu fassen. Zumal sein Schützling im Sulky aus dem Band mit dem erforderlichen Sicherheitsstart einfach zu viel Zeit verliert.
Nach seinen Siegen mit Jag de Bellouet, Bahia Quesnot und Bellissima France, weiß Matthieu Abrivard, wie man das wichtigste Rennen unter dem Sattel gewinnt. Deshalb gab Iguski Sautonne sein Debüt im Trabreiten im Prix Auguste Francois am 10. Dezember. Dieses Rennen gewann Jeroboam d’Erable, der sich damit als Favorit für den Cornulier ankündigte, während Iguski Sautonne den dritten Platz belegte. "Wir mussten eine Entscheidung treffen: Prix de Cornulier oder Prix d’Amerique", erklärt der Trainer aus Angers nach dem Abklingen der Emotionen. "Ich kenne die Stärken und Schwächen meines Pferdes. Es war die richtige Entscheidung, den Cornulier zu wählen."
Nachdem er den vom Ecurie de Sautonne gezüchteten Champion nach Grosbois geholt hatte, wurde die Entscheidung für den Cornulier auch dadurch endgültig, dass er sicher sein konnte, am großen Tag auf seinen Cousin Alexandre als Reiter zählen zu können - einem weiteren prägenden Namen in der Siegerliste dieser Prüfung der vergangenen zehn Jahre. "Mein Pferd hat große Klasse im Sulky. Aber heute musste man sich aus den harten Positionskämpfen heraushalten. Mit meinem Jockey war ich auf der sicheren Seite. Alex hat ein Traumrennen geritten, im Rücken von It’s A Dollarmacker."
"Nach seinem ersten Start unter dem Sattel war ich zuversichtlich", erklärt der siegreiche Jockey. "An diesem Tag hatte er noch nicht wirklich verstanden, worum es ging. Er brauchte dieses Rennen. Und wir brauchten es, um Feinabstimmungen vorzunehmen. Die Vorbereitung war perfekt, drei Wochen vor dem Cornulier, mit seinem Start im Prix de Bourgogne. Ich habe mir eine gute Chance ausgerechnet, vorausgesetzt, ich würde den richtigen Rennverlauf bekommen. Ich habe mich immer gut versteckt gehalten, in einem zügigen Rennen."
Aber zuerst musste der letzte Bogen gemeistert werden. Ein Abschnitt, in dem Iguski Sautonne nicht besonders stark ist. "Er beschleunigt nicht im letzten Bogen", bestätigt Alexandre Abrivard. "Aber als ich zwischen zwei Gegnern durchziehen konnte, gab ihm das einen neuen Schub an Kampfgeist, und er kam zurück, um zu gewinnen."
Und jetzt der Prix de France!
Nach diesem Erfolg kündigt Matthieu Abrivard an, dass Iguski Sautonne in drei Wochen im Prix de France an den Start gehen wird, über die 2.100 Meter mit Autostart. Jene Strecke, auf der er im vergangenen Sommer im Prix Rene Balliere in Rekordzeit Dritter wurde.
Eine goldene Familie
Die Cousins Matthieu und Alexandre haben der Geschichte des Cornulier' nun ein weiteres Kapitel hinzugefügt - ein gemeinsames. Nach Laurent-Claude, dem Onkel von Matthieu und Vater von Alexandre, der als Erster den Familiennamen in die Siegerliste des Prix de Cornulier eintrug, wurde den beiden erneut der Bedeutung des Moments bewusst und feierten ihren ersten gemeinsamen Gruppe I-Sieg.
Von der Tribüne aus konnte der ältere Cousin seine Tränen hinter der Brille nicht zurückhalten. Für ihn war es bereits der vierte Gruppe I-Erfolg als Trainer, nach Bellissima France (Prix de Normandie und Prix de Cornulier) sowie Iguski Sautonne (Prix de l’Atlantique und Prix de Cornulier). Auf der Bahn zeigte sich auch der jüngere Cousin Alexandre tief bewegt. "Ich bin in einem Alter angekommen, in dem man die Dinge bewusster wahrnimmt", erklärt er. "Als ich meinen ersten Cornulier gewann, war ich noch sehr jung. Heute habe ich Kinder, die alt genug sind, um das zu verstehen. In jungen Jahren ist es Euphorie. Jetzt erkennt man die wirkliche Bedeutung eines solchen Ereignisses." Ein Event, dass die Familie Abrivard meisterhaft beherrscht - Neun Titel sprechen für sich.
Der Rennverlauf
Der Sieg von Iguski Sautonne und Alexandre Abrivard wurde mit Geduld aufgebaut. Hirondelle du Rib übernahm beim ersten Passieren des Zielpfostens die Führung, während Jeroboam d’Erable stets in der Spitzengruppe blieb, ebenso wie Ideale du Chene. Die beiden späteren Erstplatzierten befanden sich hingegen im letzten Drittel des Feldes. Im Steigung nutzten sie den Vorstoß von It’s A Dollarmaker, um näher an die Spitze heranzukommen. Der Kampf begann, jeder hatte seine Chance, doch Iguski Sautonne zeigte große Leichtigkeit, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Endgültig in den Kampf um den Sieg eingebunden, setzte der Schützling von Matthieu Abrivard 200 Meter vor dem Ziel den entscheidenden Antritt, überholte Jeroboam d’Erable und widerstand dem starken Endspurt von Ina du Rib.
Ina du Rib erneut auf dem Podium
Auch wenn Joel Hallais den Prix de Cornulier nicht zum neunten Mal gewinnen konnte, dürfte der normannische Trainer mit der Leistung von Ina du Rib sehr zufrieden gewesen sein, zumal sie sogar kurzzeitig wie die Siegerin aussah. Zum zweiten Mal in Folge belegte sie mit Jean-Loic Dersoir im Sattel den zweiten Platz. "Sie lief ein großartiges Rennen", reagierte der Jockey. "Während des Rennens war ich etwas besorgt, weil ich ohne viel Reserve folgte. Doch sie kam immer besser in Fahrt. Am Eingang der Zielgeraden dachte ich an einen Platz, zur Mitte der Geraden dann an Rang Zwei...und am Ende konnte ich nur noch den Sieger abwehren."
Mit diesem Erfolg im Prix de Cornulier gehört Iguski Sautonne nun zu dem sehr kleinen Kreis der Pferde, die einen Gruppe I-Sieg sowohl im Sulky, als auch unter dem Sattel errungen haben.
Der Favorit dieser Ausgabe, Jeroboam d’Erable, musste sich nach einem Rennen, in dem er lange ohne Deckung lief, mit dem dritten Platz begnügen. "Man kann nicht enttäuscht sein, wenn man als Dritter geschlagen wird", meint Trainer Clement Thomain, "auch wenn wir Favoriten waren. Er hatte keinen einfachen Rennverlauf, aber er hat schon unter ähnlichen Bedingungen gewonnen. Am Eingang der Zielgeraden glaubt man, Sechster zu werden, und dann beißt er die Zähne zusammen und zieht wieder an. Er zeigt erneut eine sehr starke Leistung. Wie im letzten Jahr hat Hirondelle du Rib für Tempo gesorgt, vielleicht zugunsten von Ina du Rib, ihrer Stallgefährtin. Aber das ist deren Strategie. Ich bin mir nicht sicher, ob wir im Prix de l’Île-de-France starten. Das entscheiden wir nach seiner Erholung."
