News Frankreich Trab, 19.01.2026
(hen) Anders Malmrot (Foto:scoopdyga), ehemaliger sportlicher Leiter von Solvalla, ist seit etwas mehr als sechs Monaten als 'Team Manager' im Stall Zet tätig. Im Gespräch mit dem ParisTurf erläutert er die Gründe für seinen Abschied von der Rennbahn der schwedischen Hauptstadt, spricht über seine neue Rolle an der Seite von Daniel Reden und geht vor allem auf die beiden Cracks des Stalls für den Prix d’Amerique ein: Epic Kronos und Francesco Zet.
ParisTurf: "Man kannte Sie lange als sportlichen Leiter von Solvalla und anschließend des Elitloppet. Warum haben Sie sich im Juni 2025 entschieden, Schwedens Nummer Eins-Rennbahn zu verlassen?"
Anders Malmrot: "Ich habe den Elitloppet acht Jahre lang organisiert, das war fantastisch. Aber ich hatte das Gefühl, dass es an der Zeit war, dass jemand anderes dieses Rennen übernimmt. Ebenso wie den sportlichen Bereich von Solvalla insgesamt. Das ist jedes Jahr enormer Druck. Daniel Reden hat mich kontaktiert und gefragt, ob ich für ihn als 'Team Manager' arbeiten möchte. Ich habe zugesagt. Ich wusste nicht genau, was ich nach Solvalla machen würde, aber täglich mit guten Pferden zu arbeiten und bei den größten Rennen dabei zu sein, das war für mich perfekt. Ich liebe Solvalla, ich liebe den Elitloppet, aber es war Zeit für eine Veränderung."
PT: "Können Sie erklären was die Aufgabe als 'Team Manager' umfasst?"
AM: "Ich kümmere mich um die Schnittstelle zwischen den Pferden, dem Training und den Besitzern. So muss Daniel Reden nicht selbst alle Telefonate und E-Mails mit ihnen führen. Sagen wir, ich versuche, ihm das Leben etwas leichter zu machen. Ich filme zum Beispiel die Pferde beim Training und schicke die Links an ihr Umfeld, damit sie ihre Pferde verfolgen können. Außerdem betreue ich den Medienbereich. Wir haben einen Podcast, den wir zusammen mit Daniel zweimal pro Woche aufnehmen (Zetpodden). Er ist hier in Schweden sehr beliebt. Ganz allgemein ist es genau das, was ich mir gewünscht habe: täglich in einen Stall eingebunden zu sein. Diese Arbeit erlaubt es mir, ganz nah am sportlichen Geschehen des Rennsports zu sein."
PT: "Am Sonntag stellt der Stall zwei Starter im Prix d’Amerique. Beginnen wir mit dem Jüngeren: Epic Kronos, Sieger des Prix Tenor de Baune Ende Dezember - und das in Rekordzeit..."
AM: "Er war an diesem Tag fantastisch. In seinem vorherigen Rennen in Vincennes war er disqualifiziert worden, daher wussten wir nicht, wie er reagieren würde. Daniel Reden hat einige Änderungen an seiner Ausrüstung vorgenommen, und das hat sich ausgezahlt. Es ist ein kraftvolles Pferd, dass Vincennes liebt: Wir haben ihn dort bereits als Vierjährigen im Grand Prix der UET gesehen. Er ist in hervorragender Form und präsentiert sich im Training sehr gut. Ich denke, dass er angesichts seiner Leistung im 'Tenor de Baune' im Amerique unter die ersten Drei kommen kann. Er ist dort 11,2 gelaufen, unter schwierigen Bedingungen, bei Kälte und Regen."
PT: "Francesco Zet wird in diesem Prix d’Amerique die große Unbekannte sein. Man erinnert sich daran, dass sein Auftritt im Oktober 2024 in Vincennes nicht gut verlaufen ist..."
AM: "Das stimmt, aber seitdem hat Daniel Reden viele Anpassungen vorgenommen, vor allem im Umfeld des Pferdes. Er hat jetzt einen neuen Stallgefährten, Heavenly Zet, der ebenfalls nach Frankreich mitreisen wird. Seitdem ist er deutlich ruhiger. Er ist heute ein anderes Pferd. Das haben wir bei seinem letzten Rennen in Solvalla gesehen: Über den gesamten Renntag hinweg lief alles gut. Jetzt können wir natürlich nicht vorhersagen, wie er mental reagieren wird, wenn er in Vincennes ankommt. Ob er sich an das erinnert, was beim letzten Mal passiert ist, aber wir hoffen, dass alles gutgeht. Körperlich jedenfalls präsentiert er sich in hervorragender Verfassung und macht einen sehr guten Eindruck. Sein Profil unterscheidet sich von dem von Epic Kronos, denn bei diesem wissen wir, dass er Vincennes mag, während wir uns bei Francesco Zet dazu nicht festlegen können. Eines ist jedoch sicher: An einem guten Tag kann er den Prix d’Amerique gewinnen. Beide Pferde werden am Dienstag Richtung Frankreich abreisen und am Mittwoch in Grosbois ankommen."
PT: "Was halten Sie von der Konkurrenz, insbesondere von den französischen Teilnehmern?"
AM: "Idao de Tillard wird nicht am Start sein, Horsy Dream hat seine Karriere beendet. Ich liebe Go On Boy, bin mir aber nicht sicher, ob der Prix d’Amerique wirklich sein Lieblingsrennen ist. Dennoch gehört er für mich zu den drei Favoriten, zusammen mit Josh Power und Jushua Tree, einem fantastischen Pferd. Aber ich wiederhole es: Epic Kronos, und hoffentlich auch Francesco Zet, sind ernsthafte Möglichkeiten. Es könnte ein gutes Jahr für die Schweden werden."
