News Frankreich Trab, 04.01.2026
(hen) Familienerfolg im Prix du Calvados. Züchter, Besitzer und Trainer Pierre Levesque. Und im Sattel von Islamorada (Foto:scoopdyga) Camille Levesque. Und neben dem Siegerscheck von 54.000 Euro, gab es als Belohnung auch noch ein Ticket für den Prix de Cornulier (18. Jan).
Bemerkenswert dabei war, dass der heutige Start der allererste auf Gruppe-Niveau für Islamorada war. Mit weniger als 300.000 Euro Gewinnsumme verfügte die Tochter von Royal Dream bisher aber auch über günstige, geschlossene Engagements. Spätestens nach dem Sieg am 20. November gegen Eros Zola, konnte man diesen Schritt mit der 8jährigen aber auch wagen, die gerade in den letzten Wochen eine große Entwicklung durchgemacht hat.
Nach Fantaisie (2022, 2023), Gold Voice (2024) und Gazelle de Val (2025) setzte Islamorada die Serie der erfolgreichen Stuten im Prix du Calvados fort. "Sie hatte vor ihrem letzten Start ein kleines Problem, ist aber dennoch gut gelaufen, und morgens gefiel sie mir noch besser. Ohne Jeroboam d’Erable und ohne Wallache als Gegner, mussten wir es versuchen. Auch ihre Zeiten ließen gewisse Ambitionen zu. An ihrer Härte habe ich nie gezweifelt. Die hat sie von ihrer Mutter Ramona, einer Tochter von Jag de Bellouet, geerbt", sagte Pierre Levesque nach dem Erfolg.
Nach Quarry Bay, Bohemian Rhapsody und Granvillaise Bleue hat Camille Levesque wieder eine außergewöhnliche Stute gefunden, mit der sie ganz oben mitmischen kann: "Im letzten Bogen ist Idola sehr stark losgegangen. Ich weiß nicht, ob sie das bis ins Ziel hätte durchziehen können, aber ich glaube, meine Stute wäre zumindest wieder herangekommen. Auf dem Weg in die Senke war ich kurz besorgt, weil ich außen lag, doch danach lief es besser: Ich konnte mich einordnen und nach und nach weiter nach vorne kommen. Am Ende gewinnt sie ganz leicht. Schon in der vergangenen Saison dachte ich, dass sie meine nächste Quarry Bay sein könnte (Anm.: Zweite im Cornulier 2013). Sie steigert sich ständig, ist aber weniger leicht zu handeln, als ihre ältere Vorgängerin - vor allem am Start. Außerdem mag sie keine kleinen Rempeleien im Feld."
Trotz dieser Einschränkungen wird Islamorada ihre Qualifikation für das Gruppe I-Rennen am 18. Januar wahrnehmen. "Der Cornulier kommt für meine Stute leider etwas früh", räumt Pierre Levesque ein. "Aufgrund ihrer Größe und kleinerer Probleme läuft sie lieber im Abstand von drei bis vier Wochen. Aber sie ist acht Jahre alt, also werden wir es wagen." Camille Levesque ergänzte noch: "Man darf dabei aber nicht vergessen, dass dort noch andere sehr starke Gegner auf uns warten."
Auf der Piste wurde die bei ihrem Satteldebüt spät ins Rennen gebrachte East Asia Zweite, aber nach einer Gangart-Überprüfung nachträglich disqualifiziert. Davon profitierte Jean Balthazar, der somit Zweiter wurde und rechtzeitig seine beste Leistung seit Beginn des Meetings zeigte. "Was mir besonders gefallen hat, war sein starker Endspurt", lobte Guillaume Martin. "Trotz der vielen harten Kämpfe, die er schon seit jungen Jahren bestritten hat, besitzt er immer noch diesen unbedingten Siegeswillen. Eigentlich wollten wir vorne dabei sein, aber er war keineswegs schlechter, als er in einem verdeckten Rennen geführt wurde. Ziel ist es, im Cornulier unter die ersten Fünf zu kommen. Man kann ihn noch etwas verbessern, wenn man etwas an der Ausrüstung verändert."
Nach ihrem Misserfolg am 10. Dezember rehabilitierte sich Halfa eindrucksvoll und belegte, wie schon 2024, den dritten Platz in diesem Gruppe II-Rennen. Idola hinterließ nach ihrem Fehler ausgangs des letzten Bogens, als sie deutlich in Führung lag, zwangsläufig großes Bedauern bei Mathieu Mottier: "Ich kann nicht behaupten, dass wir sicher gewonnen hätten, aber meine Stute setzte sich klar ab, als sie aus dem Takt kam..."
Heuristique schlug sich ebenfalls achtbar, trotz eines Zwischenfalls: "Der Schweifriemen ist in der Mitte des Weges zur Senke gerissen. Genau in dem Moment, als ich sie etwas zurücknehmen wollte", bedauerte Jockey Jean-Yann Ricart. Das machte die Stute von Jean-Philippe Raffegeau nervös, wie der Trainer selbst erklärte: "Ich hatte sie im Training ebenfalls etwas schärfer gemacht. Trotzdem ist sie nicht eingebrochen und sollte genügend Gewinnsumme haben, um im Cornulier zu starten. Sie ist bereit. Jetzt müssen wir nur noch einen neuen Schweifriemen kaufen", sagte er lachend.
