News Frankreich Trab, 30.08.2025
(hen) Am Samstag startet Liza Josselyn in der letzten Vorprüfung, ehe es am 13. September in das Criterium der 4jährigen geht. Zu Beginn dieser wichtigen Woche für ihren Besitzer und Züchter, sprach Pascal Bernard mit dem ParisTurf über sein neues Aushängeschild und ihre noch berühmtere Mutter, die im letzten Jahr mit ihrem dritten Produkt für Schlagzeilen gesorgt hat.
Fast genau ein Jahr nach einer Woche, die er nie vergessen wird, fiebert Pascal Bernard (Foto:@ scoopdyga) erneut spannenden Momenten entgegen. Ab Samstag geht es für ihn wieder hoch her: Zunächst geht es mit Liza Josselyn auf die Rennpiste. Im Prix Gaston de Wazieres (GR II) soll sie ihre Form vor dem nächsten Klassiker verfeinern. Und in der folgenden Woche wird es auf der Selektionsauktionen von Arqana in Deauville ebenso spannend. Genau dort, wo Nodessa Josselyn am 28. August 2024 einen historischen Rekord aufstellte.
"Natürlich ist die Aufregung groß, zwei Wochen vor dem Criterium der 4jährigen, und auch diese Auktionen sind ein wichtiger Termin im Kalender", erklärt Pascal Bernard. "Neben Liza haben wir auch Keen Lady Josselyn, das erste Fohlen von Uza Josselyn, am Ablauf. Sie startet am Samstag um etwa 15:35 Uhr im dänischen Derby. Töchter von Belina und Uza in so großen Rennen zu haben, ist eine Belohnung für den Weg, den mein Vater eingeschlagen hat. Liza Josselyn verkörpert sowohl die Gegenwart, als auch die Zukunft unserer Zucht."
Trotz des Drucks, der unweigerlich mit solchen Höhepunkten verbunden ist, genießt der Züchter, der gerade seinen 67. Geburtstag feierte, die Situation: "Es ist tatsächlich ein kleiner Traum, denn ich hätte nicht gedacht, so schnell nach ihrer Mutter wieder eine solche Stute zu erleben. Ich genieße diese Momente in vollen Zügen, mit meiner Familie, aber auch mit dem Team des Gestüts. Wir stehen nicht unter dem Druck, eine Hengstkarriere managen zu müssen. Jean-Michel und Nicolas Bazire lassen sich mit ihr Zeit. Auch wenn ich tief in meinem Inneren glaube, dass sie das Criterium gewinnen kann, ist das nicht das Lebensziel dieser Stute. Sie wird ja nicht morgen in die Zucht wechseln. Auch Gruppe II-Rennen wie das am Samstag sind wichtig, weil sie Beständigkeit belohnen. Die Rückmeldungen aus dem Training sind positiv. Wir fahren also mit Vertrauen nach Vincennes."
"Für einen Züchter ist es wichtig, verkaufen zu können"
Auch wenn die Farben des Ecurie Bernard weiterhin auf höchstem Niveau glänzen, sind die Nachkommen der Zucht überwiegend für den Verkauf bestimmt. In diesem Jahr wird Pascal Bernard 10 der 13 Fohlen des Jahrgangs 2024 bei den Arqana-Selektionsauktionen für Jährlinge (02.–05. September) präsentieren. Darunter einen Sohn von Calgary Games und Uza Josselyn.
"Heute ist der wirtschaftliche Aspekt entscheidend, und die Fähigkeit, seine Produkte verkaufen zu können, ist für einen Züchter ausschlaggebend", erklärt Bernard. "Ich kann Ihnen versichern, dass die 740.000 Euro für Nodessa Josselyn im vergangenen Jahr meinem Unternehmen Luft zum Atmen verschafft haben! Ich habe unsere Herde auf die Linie von Quezira, unsere historische Mutterstute, konzentriert und paare meine Stuten sowohl mit bewährten, als auch mit jungen Hengsten. So habe ich in diesem Jahr zum Beispiel zwei Stuten zu Face Time Bourbon und drei zu Booster Winner geschickt. Und ich habe auch nicht gezögert, auf Newcomer wie Lovino Bello und Lombok Jiel zu setzen. Meine große Freude ist es zu sehen, dass unsere Zuchtauswahl Früchte trägt. Wir haben in den letzten vier Jahren eine Qualifikationsquote von 84%. Käufer wissen, dass wir nicht davor zurückschrecken, gute Pferde zu verkaufen, wie etwa Kristal Josselyn, der 2021 für nur 29.000 Euro veräußert wurde. Unser Gestüt umfasst heute 24 Mutterstuten und in diesem Jahr haben wir 18 Fohlen. Drei Mitarbeiter kümmern sich um das Gestüt, und unser langjähriger Verantwortlicher Didier Fouilleul, dessen Vater schon 1976 an der Seite meines Vaters arbeitete, geht nach den Auktionen in den Ruhestand. Seine Nachfolge tritt Edwige Pilliard an."
Belina Josselyn führt die Zuchtlinie fort
Auch wenn Pascal Bernard zugibt, nicht sicher zu sein, ob seine Kinder eines Tages in seine Fußstapfen treten werden, so wie er es selbst nach seinem Vater getan hat, kann er sich auf Belina Josselyn verlassen, wenn es darum geht, die Zukunft der Zucht zu sichern: "Wir haben ihr alle Chancen gegeben, eine erfolgreiche Zuchtkarriere zu beginnen, indem wir sie in den ersten vier Jahren mit Ready Cash belegten. Liza Josselyn ist auf der Bahn bereits ein Erfolg, und der Verkauf von Nodessa ermöglicht uns den Luxus, weitere Nachkommen von Belina zu behalten und die mütterliche Linie fortzuführen. Am 07. Juni hat sie eine Stute von Idao De Tillard gebracht, Paolina Josselyn, und in dieser Saison wurde sie von Jushua Tree gedeckt. Für mich ein echtes Pferd vom Format eines Prix d’Amerique. Ihre Jährlingsstute vom vergangenen Jahr, Olivia Josselyn, ist ohne Zweifel bislang ihr schönstes Fohlen. Mit ihr und ihren Töchtern können wir die Zukunft zuversichtlich angehen."
Neuigkeiten von Nodessa Josselyn
"Ich erkundige mich regelmäßig nach Nodessa. Sei es, wenn ich Vincent Martens treffe oder über andere Personen kommuniziere. Das ist eine ganz normale Geste des Respekts gegenüber ihren Besitzern, gerade in Anbetracht des Preises, den sie investiert haben! Es geht ihr gut, und ihr Umfeld lässt sich Zeit, bevor sie sie qualifizieren, offenbar im Laufe des Herbstes, um sie dann im nächsten Jahr an den Start zu bringen. Ich kann nicht behaupten, dass sie beim Verkauf im vergangenen Jahr schon eine feine, elegante Stute war. Kein Wunder: Sie ist sehr spät geboren, Ende Mai 2023. Bevor sie eine Zuchtstute wird, soll sie erst einmal als Rennpferd laufen. Und sie lassen ihr die nötige Zeit, um Substanz zu gewinnen… und das ist genau richtig so!"
Olympik Josselyn auf der Auktion
Pascal Bernard wird am 02. September bei der Select European Yearling Sale Olympik Josselyn, einen Sohn von Calgary Games und Uza Josselyn, präsentieren. Und nimmt dies zum Anlass, eine teilweise Öffnung des französischen Zuchtbuches zu fordern: "An dieser Frage starr festzuhalten, halte ich für einen Fehler. Wir können uns glücklich schätzen, jahrelang vom Blut von Ready Cash und Love You profitiert zu haben, aber ich fürchte, dass wir in naher Zukunft in Sachen Inzucht an unsere Grenzen stoßen. Außerdem stört mich ein gewisser Chauvinismus: Einerseits wollen wir ausländische Investoren gewinnen, um unsere französischen Jährlinge über die Arqana-Auktion zu verkaufen, andererseits verweigern wir den Einfluss ihrer Hengste. Das ist eine enge Sichtweise!
Schauen Sie sich nur an, welche Anziehungskraft die spezielle Auktion rund um Face Time Bourbon in Italien in dieser Woche hatte: Jean-Michel Bazire und Sebastien Guarato waren persönlich vor Ort. Ich denke, wir müssen vernünftig, aber offen sein. Die Zukunft führt ohnehin über die Internationalität."