News Frankreich Trab, 04.01.2026
(hen) Im vergangenen Winter krönte sich London (Foto:scoopdyga) noch zur Gruppe I-Siegerin im Sulky. Am Samstag hat die Stute aus dem Stall von Mathieu Mottier offenbar eine neues und passendes Aufgabengebiet gefunden, nachdem es im Attele immer seltener gut lief. Sie gewann beim ersten Start unter dem Sattel den Prix Leon Tacquet. Und das in einer Manier, die Lust auf mehr macht. Eine Frage drängte sich dann natürlich sofort auf: Wird London im Prix de Cornulier starten? Das wurde vom Trainer aber sofort verneint. Die 5jährige soll im Prix des Centaures starten.
Zehn Monate lagen zwischen dem Triumph von London im Prix de Selection (GR I) und dem Erfolg am Samstag. Dazwischen gab es nichts zu feiern. Allerdings könnte es nach dem aktuellen Erfolg schon bald wieder "klingeln". Nach einem guten Start an zweiter Position übernahm London eine Runde vor dem Ziel das Kommando, führte das Feld immer sicher an und legte aus dem Schlussbogen spielerisch zu. Am Ende stand ein leichter Sieg, der in 13,0/2.700 Meter zu Stande kam. "Dabei ist sie im Training gar nicht so oft geritten worden", sagte Mathieu Mottier im Siegerinterview mit einem Lächeln auf den Lippen. "Der Gedanke, sie unter dem Sattel zu bringen, ging mir zwar schon eine Weile durch den Kopf, aber ich habe bewusst gewartet, was sich im Nachhinein als richtig erwiesen hat. Da sie zuletzt im Sulky weniger leistungsstark war, lag es nahe, es in diesem Rennen zu versuchen. Heute war sie perfekt: Sie hat das richtig geliebt!"
Ihre Mutter Tilda brachte mit Joyeuse bereits eine Stute, die sich im Monte mit zwei Ehrenplätzen auf höchstem Niveau ausgezeichnet hat. "Wir sind nicht sehr schnell gestartet" ergänzte Mottier. "Dann sind wir die Runde auf der großen Bahn von vorne angegangen und haben den Rhythmus vor allem am Anstieg richtig angezogen. Ich habe mich ganz auf meine Stute konzentriert und darauf geachtet, dass sie gut im Gleichgewicht bleibt. Wir waren zu keinem Zeitpunkt in Gefahr."
Auf die Frage nach dem 'Cornulier' erklärte der Ausbilder seine Entscheidung, nicht in das größte Trabreiten zu gehen. "Wir gehen bewusst einen anderen Weg. Sie folgt dem Programm für die besten 5jährigen und wird weiterhin vorne beschlagen laufen. Eine Konfiguration, die ihr sehr liegt. Die Karte des Barfußlaufens hebe ich mir für ihr großes Ziel zum Ende des Meetings auf - dem Prix des Centaures (28. Feb)."
Die Sechsjährigen im Zeitplan
Der vierfache Etrier d’Or (Monte-Champion) wird dennoch im mit Spannung erwarteten Höhepunkt dieser Disziplin am 18. Januar ein starkes Eisen im Feuer haben. Aus seinem eigenen Stall wird er mit Je M’Envole am Start sein. Je M’Envole wird dabei unter anderem auf die beiden Platzierten hinter London treffen. Adrien Lamy, Reiter von Kapaula de l’Epine, zeigte sich mit Rang Zwei zufrieden: "Nach der Enttäuschung im Prix Bilibili hat sie uns vollauf beruhigt. Das Gefühl war sehr gut." Ähnlich klang es auch bei Trainer Jeremy Van Eeckhaute: "Ich wollte, dass sie etwas Gutes zeigt, um Richtung 'Cornulier' zu gehen, und bin mit ihrer Leistung sehr zufrieden. Ursprünglich wollte ich sie beschlagen lassen, habe sie aber aus Sorge um den Zustand der Bahn schließlich barfuß laufen lassen. Meine Stute kam gut ab und hatte keinen anstrengenden Rennverlauf. Wenn man sie etwas weiter hinten reitet, kann man im Cornulier auf einen Platz unter den ersten Fünf hoffen. Das wäre großartig. Adrien wird sie reiten."
Die frischgebackene Siegerin des Prix Bilibili, Keengame, konnte keinen vierten Sieg in Folge feiern, doch Anthony Barrier zeigte sich mit dem Auftritt der Schwester von Cleangame keineswegs unzufrieden: "Mein Ziel heute war es, ihr beizubringen, gemeinsam mit den anderen einzudrehen, denn sie ist nicht schnell genug, um im Cornulier das Risiko eines Starts ganz außen einzugehen. In dieser Hinsicht hat mich ihr Verhalten überzeugt. Das Rennen war recht früh entschieden, da zu Beginn kein hohes Tempo gegangen wurde. Ich hoffte, Kapaula de l’Epine am Ende noch abzufangen - das hat nicht geklappt. Aber meine Stute war für dieses Rennen auch nicht auf den Punkt vorbereitet. Da sie empfindliche Hufe hat, kam ihr zudem die an der Oberfläche wieder gefrierende Bahn nicht entgegen. Wir liegen voll im Zeitplan für den großen Tag. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass sie bis dahin nicht krank wird, denn derzeit geht ein Virus in ganz Frankreich um."
