News Frankreich Trab, 07.03.2026
(hen) Am Sonntag wird Lana Henry (Foto:@scoopdyga) in Cagnes-sur-Mer erstmals die Atmosphäre eines Gruppe I-Rennens erleben, wenn sie im Criterium de Vitesse de la Cote d’Azur im Sulky von Largo de Castelle sitzt. Ein Renntag, der sowohl sportlich als auch emotional reich sein dürfte, denn auch im 'Coupe des 4 ans' wird sie mit ihrem Herzenspferd Manhattan Emge stark im Fokus stehen. Einem Pferd, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird.
Am 30. Januar musste Lana Henry nach einem schweren Sturz in Toulouse pausieren. Die 21jährige erlitt dabei einen Handgelenksbruch. Eine schwierige Phase, die die junge Frau mit großer Entschlossenheit überwunden hat. Während ihrer Genesung richtete sie ihren Blick bereits fest auf die Zukunft und auf einen bestimmten Termin in Cagnes-sur-Mer - den Renntag des Criterium de Vitesse de la Cote d’Azur.
"Mein Ziel war sofort klar: Ich wollte unbedingt im 'Coupe des 4 ans' im Sulky meines Herzenspferdes Manhattan Emge am Start sein", erklärt sie. Am 21. Februar kehrte sie in den Rennbetrieb zurück. Dass sie an diesem Tag auch im Hauptereignis der Riviera starten würde, im Sulky von Largo de Castelle, konnte sie sich damals allerdings nicht vorstellen. Es ist der erste Gruppe I-Start ihrer Karriere.
"Das wird ein außergewöhnlicher Moment. Es ist eine Überraschung, ich hatte nicht damit gerechnet, im Feld zu sein. Mein Agent Jeremy Fievre hat Kontakt zur Familie Grift aufgenommen. Henk (der Trainer) hat mich vor vier Tagen angerufen, um mir die Nachricht zu überbringen. Ich danke ihm, dass er an mich gedacht hat, denn an diesem Tag sind viele Fahrer verfügbar. Wenn man die Möglichkeit bekommt, solche Pferde zu fahren, überlegt man nicht lange. Wenn man zögert, ist man für diesen Beruf nicht gemacht. Largo de Castelle hat vielleicht nicht die erste Chance, aber auf diesem Niveau zu starten ist etwas Besonderes. Hier geht es vor allem darum, Spaß zu haben und mein Pferd zu respektieren. Wenn ich ein Preisgeld mitnehme, wäre das schon ein Sieg."
Nach Johanna Lindqvist (Couch Doctor 2004, Lönshults Danne 2009), Florence Lecellier (Marine du Hauzey 2009) und Helen Johansson (Ina Scot 1995) wird Lana Henry seit 1978 erst die vierte Frau sein, die an diesem prestigeträchtigen Rennen teilnimmt.
Deutlich höher sind hingegen die Erwartungen mit dem hoch eingeschätzten Manhattan Emge, der im 'Coupe des 4 ans' zu den Attraktionen zählen wird. Der Sohn von Gotland kommt mit zwei leichten Siegen gegen seine Altersgenossen auf derselben Strecke in Gruppe III-Rennen nach Cagnes. "Diese Prüfung haben mein Vater (Yannick/Trainer) und ich gezielt vorbereitet. Manhattan ist bereit. Für mich und für den ganzen Stall ist er ein ganz besonderes Pferd. Ich fahre ihn seit seinem Debüt. Wir sind zusammen gewachsen und lernen mit jedem Rennen dazu."
Langfristig könnte diese Geschichte sogar einen klassischen Weg einschlagen: "Wir denken bereits an das Criterium der 4jährigen am 12. September. Das wäre dann auch eine schöne Erinnerung an Hastronaute (2021), der meinem Vater seinen einzigen Gruppe I-Sieg beschert hat."
Bevor sie noch größer träumt, wird Invictus du Dollar, mit dem sie im November 2024 in den Kreis der Profis aufgestiegen ist, ihr dritter Starter des Nachmittags sein. "Zuletzt in Toulouse wurde er trotz eines platten Reifens noch Dritter, was seine Zähigkeit zeigt. Im Training ist er perfekt. Wenn er im Trab bleibt, hat er die Klasse, um zu gewinnen."
Für Lana Henry könnte es ein sehr erfolgreicher Nachmittag an der Riviera werden. "Ein besonderer Ort für mich. In Cagnes habe ich mein erstes Gruppe III-Rennen mit Gardner Shaw (2024) gewonnen und mein zweites mit Manhattan Emge (2026). Im Stall, der noch weitere Starter hat, haben wir diesen Tag gezielt vorbereitet."
Seit Beginn ihrer Karriere hat Lana Henry bereits 95 Siege erzielt. "Meine Ergebnisse sind konstant", erklärt sie (35 Siege im Jahr 2025 und 33 im Jahr 2024). "Ich hoffe, die Marke von 100 Siegen bis Ende März oder im nächsten Monat zu erreichen. Aber das wichtigste Ziel bleibt der Erfolg unseres Stalls."
Nachdem sie zuvor für Jean-Michel Bazire gearbeitet hatte, wechselte sie vor zwei Jahren in den Stall ihres Vaters Yannick. Eine Zusammenarbeit, die bereits 72 Siege sowie eine Erfolgsquote von 46% bei den Platzierungen gebracht hat. "Es ist eine Chance, als Familie zusammenzuarbeiten. Man engagiert sich anders und denkt langfristiger. Mein Vater vertraut mir immer mehr und gibt mir zunehmend Verantwortung. Ich liebe es, meine Pferde morgens zu trainieren. Gleichzeitig würde ich als Fahrerin auch gerne häufiger von außen engagiert werden. Deshalb habe ich einen Agenten. Das Ziel ist es, mehr Rennen zu gewinnen und sich einen Namen zu machen."
