Während des laufenden Wintermeetings wurde Kevin Leblanc, nach dem Tod seines Vaters Franck im Oktober, zum Trainer. Seither hat er den Betrieb rund um das Haras du Grand Buisson (Departement Mayenne), sowie eine Trainingsbasis in Grosbois neu strukturiert. Unterstützt wird er dabei von treuen Besitzern/Züchtern und seinem engen Umfeld. Am Sonntag startet er Ibiki de Houelle im Prix de Paris, gefahren von Alexis Collette, mit dem er eng zusammenarbeitet.
Nach den großen Erfolgen 2025, Ibiki de Houelle gewann den Prix des Ducs de Normandie, Katinka Aimef den Prix de Normandie, übernahm der 29jährige einen umfangreichen Bestand mit zwei Trainingsstandorten. Trotz einer Virusinfektion im Stall meisterte er die schwierige Phase, leitete notwendige Umstrukturierungen ein, scharte Mitarbeiter und Besitzer um sich und absolvierte sein erstes Wintermeeting als Cheftrainer mit respektablen Ergebnissen. Auch wenn ein echtes Zugpferd fehlte.
Der Stall in der Mayenne war von Rhinopneumonie betroffen, weshalb der Saisonabschluss eher verhalten ausfiel. "Wir sind mit Verzögerung ins Wintermeeting gestartet. Der Bestand nahm erst am 04. Oktober wieder am Rennbetrieb teil. Ende November zog sich Katinka Aimef zudem einen Steißbeinbruch zu. Unsere größte Hoffnung für den Cornulier war damit schnell außer Gefecht. Einige Pferde haben ihr volles Leistungsvermögen noch nicht wieder erreicht. Insgesamt war der Winter nach schwierigen ersten Wochen aber in Ordnung", erklärt Leblanc.
Seit mehreren Monaten führt er bereits die Geschäfte des Familienbetriebs. "Meine Frau Oceane Briand hat mich enorm unterstützt, ebenso ihr Vater Yannick. Auch meine Freunde und unsere Besitzer, die mir weiterhin vertrauen und reinvestieren." Zum Team gehören unter anderem Miguel Barcelo Bisquerra, der die rund zwanzig Pferde in Grosbois betreut (früher waren es vierzig), sowie Pascal Tijou und Loic Guinoiseau. "Wir haben alle startbereiten Pferde am Standort Grand Buisson in Ruille-Froid-Fonds zusammengeführt. Das erleichtert Austausch, Nähe und gegenseitige Unterstützung."
Die noch ausstehende formale Nachfolge seines Vaters sei "im Alltag etwas belastend. Wenn alles geklärt ist, kann ich weiter nach vorne planen. Diese Ereignisse haben mich schneller reifen lassen." Sportlich ging es zuletzt wieder aufwärts: Doppelsiege in Cagnes sowie der Erfolg von Jongleuse de Lune im Prix de Brest (GR III) im Januar. "Sie war die positive Überraschung des Winters. Sie ist vom Rennverlauf abhängig, aber Alexis Collette versteht sich bestens mit ihr. Leider habe ich derzeit wieder ein paar kranke Pferde. Wir arbeiten Tag für Tag, ohne Luftschlösser zu bauen."
Zwei Platzchancen neben Ibiki de Houelle
Die 5jährige Ludivine startet am Sonntag in Vincennes im Prix de la Mayenne (GR III). "Sie trifft auf Hengste und internationale Konkurrenz, also starke Gegner. Aber es gibt für sie kein passenderes Rennen. Ihr Winter war gut, auch wenn ich mir mit etwas mehr Glück einen Sieg erhofft hatte."
Niko de Timboeuf, Sieger seines Vorbereitungsrennens, läuft im Prix d’Aigueperse. "Der leichtere Beschlag hat zuletzt keinen großen Unterschied gemacht. Er gehört nicht zur absoluten Spitze, wird aber erneut versuchen, aufs Podium zu kommen."
Ibiki de Houelle, seit dem Prix de Cornulier nicht mehr am Start, tritt im Prix de Paris mit Alexis Collette an. "Es ist eine Freude mit Alexis zu arbeiten. Im Rennen, wie morgens im Training in Grosbois. Wir haben Vertrauen und gute Nachbesprechungen. Er hört zu. Er ist meine erste Wahl als Fahrer und Reiter." Die Startentscheidung fiel nach einer Trainingseinheit am Mittwoch auf dem Land. "Ibiki wird künftig nicht mehr unter dem Sattel laufen. Die Arbeit war gut. Wir peilen einen vierten oder fünften Platz an. Zwar gäbe es am folgenden Samstag mit dem Prix du Plateau de Gravelle ein passenderes Rennen, aber es wäre nicht einfacher gewesen. Seit einem Jahr habe ich ihn nicht ganz so, wie ich es mir wünsche, trotz seines Sieges im 'Ducs de Normandie'. Bald beginnt er seine Deckkarriere. Ziel ist es, im Mai in Caen seinen Titel zu verteidigen. Ein Auslandsstart ist nach dem Missgeschick im vergangenen Frühjahr (Tierarzt verordnete Boarding-Verbot) derzeit kein Thema."
Erfolgreiche Reisen nach Cagnes
Zwei Ausflüge innerhalb von fünfzehn Tagen (31. Jan/10. Feb) zur Rennbahn nach Cagnes brachten vier Siege. "Für meine älteren Pferde gab es in Paris wegen vieler europäischer Rennen nicht immer passende Engagements. Ich bin nach Cagnes gefahren, wenn es sich mit einem großen Transport gelohnt hat. Alles lief reibungslos. Wir konnten am Vortag bei meinem Schwiegervater, im Stall von Yannick-Alain Briand, 150 Kilometer entfernt, unterkommen. Die Pferde waren in Bestform. Es waren nur zwei Hin- und Rückfahrten."
Auktion als notwendiger Schritt
Bei der Auktion am 21. Januar standen 75 Lots, Trainingspferde und Zuchtstuten, zum Verkauf. "Wir haben querbeet verkauft. Es war wichtig, eine Auswahl zu treffen. Im N-Jahrgang hatte ich eine klare Vorstellung, bei den 'O-s' weniger - davon hatten wir rund fünfzig. Ich bereue den Verkauf nicht. Ideal wäre es, künftig pro Jahrgang etwa zwanzig startbereite junge Pferde zu haben", beschließt Kevin das Interview.
