Vorschau GNT Etappe III - Lyon, Mittwoch 08.04.2026
(hen) Die dritte Etappe des Grand National du Trot führt den Tross nach Lyon-Parilly, wo die Wetter eine offene Aufgabe vorfinden. Wie immer muss die Grundsatzfrage geklärt werden, ob man dem ersten oder zweiten Band die besseren Chancen zurechnet. Allein zahlenmäßig ist in Lyon das erste Band im Vorteil und bringt unter anderem mit Jolie Surprise (8) sehr gute Chancen an den Start. Mit Haida Sautonne (7), Jappeloup Turgot (3), Jotunn du Dome (4), Iris From (2) und Jour de Fete (5) stehen aber zahlreiche schlagkräftige Gegner bereit. Im Zulagenband ist ganz klar Ister Man (14) der Kandidat mit den besten Chancen. Allerdings muss er heute auf Theo Briand verzichten, der sich für Impulse Julry (1) entschieden hat.
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Nach einer späten Abmeldung für das geplante Engagement am 16. Januar in Cagnes-sur-Mer aus gesundheitlichen Gründen, begann das Jahr für IMPULSE JULRY (1) denkbar schlecht. Und auch die folgenden drei Einsätze waren keine wirkliche Empfehlung für den Wallach. Ende Januar geriet er in einem Nachwuchsreiten in Vincennes schon auf der Überseite unter Druck, kämpfte sich bis in den Einlauf zurück, war dann als Achter aber doch geschlagen. Mit dem Trainer und Besitzer Jean-Paul Gauvin reichte es am 20. Februar aus dem Feld zum fünften Platz in Cagnes-sur-Mer, wobei ein Drittel des Feldes im letzten Bogen durch mehrere Kollisionen ausgefallen ist. Zuletzt ereilte den Charly du Noyer-Sohn selbst eine rote Karte, als er aus der zweiten Reihe hinter dem Auto schon in der Startphase einen Fehler machte und lange Zeit nicht zu bändigen war. Es dürfte an der Grundmarke trotz der Fahrership bessere Kandidaten geben.
Für IRIS FROM (2) liefen die letzten Monate sehr ordentlich, auch wenn sie am 17. Februar ein geplantes Engagement kurzfristig auslassen musste. Die Stute erschien mit einem nicht regelkonformen Beschlag auf der Piste und musste wieder zurück in den Stall. Somit entstand eine längere Startpause, aber der zweite Rang Ende Dezember aus Bordeaux war noch in guter Erinnerung. An diesem Tag wurde die Stute während des Rennens weit nach hinten zurückgereicht und konnte sich erst aus dem letzten Bogen heraus befreien. Sofort war sie mit viel Übersicht von Mathieu Abrivard für eine große Endgeschwindigkeit bereit, die zum Ehrenplatz in einem gut besetzten Course A führte. Auch zum Auftakt des GNT in Amiens wurde die Bigeon-Vertreterin von Matthieu Abrivard lange versteckt und profitierte im letzten Bogen von diversen Ausfällen, während sich die das erste Duo weit absetzen konnte. Es reichte für die Ulf du Noyer-Tochter mit einem trockenen Speed noch zum sicheren dritten Platz. Heute nimmt Nachwuchsfahrer Corentin Herivaux im Sulky Platz, der bereits beim persönlichen Rekordlauf am 21. März im Einsatz war. An diesem Tag konnte die 8jährige in Vincennes früh in der Spitzengruppe versteckt werden und platzierte sich als Fünfte nicht weit hinter Jolie Surprise, die sie wieder trifft. Es wird anspruchsvoller als auf der ersten Etappe, aber ein kleiner Platz in der Königswette liegt natürlich in Reichweite.
Trainer Matthieu Abrivard musste aufgrund der neuen Quinte-Regelung lange zittern, ob er seinen JAPPELOUP TURGOT (3) überhaupt an den Start bringen kann. Dennoch hat der Hengst mit seinen zwei Starts nun eine nahezu optimale Vorbereitung hinter sich gebracht, die ihn heute für die Wetten gefährlich macht. Am 21. März verlor der 7jährige im Hintergrund auf der Überseite in dritter Spur seinen Windschatten und musste fortan alleine weite Wege gehen. Auch wenn er an diesem Tag ohne Eisen am Start war, handelte es sich streng genommen um ein besseres 'Prepare', das als Neunter beendet wurde. Nachdem er zuvor als Achter in Cordemais eine kleine Auszeit überbrückt hat, dürfte der Up And Quick-Sohn heute schon als Anwärter für einen Podestplatz gelten.
Philippe Daugeard setzt seine Pferde immer sehr gezielt ein, was man auch beim letzten Start von JOTUNN DU DOME (4) beobachten konnte. In Vire ging der Wallach mit einer Zulage in die Quinte-Prüfung und wurde den ganzen Weg über versteckt. Erst im Einlauf suchte sich der Züchter, Trainer und Besitzer in Personalunion eine Passge, um den 7jährigen in die Entscheidung zu schicken. Dabei öffnete Daugeard, nach den 71 Tagen Rennpause seines Schützlings, nicht einmal die Hand, um den vierten Rang mitzunehmen. Als bestes Pferd aus dem zweiten Band war der Seduisant Fouteau-Sohn auch der schnellste Teilnehmer der Partie. Da er überwiegend voll beschlagen läuft, konnte man auch schwer sagen, ob es sich um ein reines 'Prepare' gehandelt haben soll. In jedem Fall hinterließ diese Leistung einen sehr guten Eindruck. Und zudem endete, wenn auch zwei Kategorien tiefer, der einzige Auftritt auf dieser Piste im letzten November siegreich. Die mäßigen 14,9 des Tages kann man aufgrund der matschigen Piste vernachlässigen. Er gehört in die besseren Überlegungen.
Nach vier Starts unter dem Sattel, kommt JOUR DE FETE (5) zu seinem ersten Saisonstart im Attele. Somit ist die aktuelle Leistungsbereitschaft des Orlandi Vici-Sohnes im Sulky schwer einzuschätzen. Aber der Hengst passt immerhin sehr gut an die Grundmarke und wurde von seinem Trainer Nicolas Bazire mit einem grünen Emoji ausgestattet. Bei seinem letzten Einsatz vor einem Monat verlor er in junger Hand in Enghien auf den finalen Metern einige Längen auf die besser platzierten Pferde. Insofern könnte der Wechsel der Disziplin zum richtigen Zeitpunkt erfolgen. Auf längere Sicht wird Jour de Fete aber wieder unter den Sattel zurückkehren, wenn man sich den Erfolg aus dem Januar in 10,7 ansieht, auch wenn die d'Erable-Farbe an dem Tag von der nachträglichen Disqualifikation des Siegers profitierte.
Mit seinen neun Jahren scheinen für HARDI CROWN (6) mittlerweile Grenzen erreicht zu sein. Da der Wallach in diesem Jahr schon zwei Monate pausierte, kommt er auch nur auf zwei Saisonstarts. Im Trabreiten Mitte Januar nutzte er seine Startschnelligkeit, um lange in der Spitzengruppe zu liegen. In der Endphase verlor er ein wenig den Kontakt zu den vorderen Pferden, nahm mit Rang Sechs aber noch eine kleine Prämie mit. Mitte März war der Locqueneux-Schützling mit der Zulage in Vire schon deutlich mehr überfordert und endete nicht weit hinter den Geldern, aber deutlich hinter dem Podium. Er wird den Vorteil des ersten Bandes mit seiner Qualität auf den ersten Metern nutzen müssen, um sich eine gute Position zu sichern. Da sich der Perlando-Sohn in jede Rennrichtung wohl fühlt, könnte ein Kreuz in den Kombinationen gerechtfertigt sein. Ein starkes Ergebnis wie der dritte Rang im letzten Sommer in Cabourg in 12,3/2.750 Meter ist nicht in Vergessenheit geraten.
Nach der Fahrerwahl scheint HAIDA SAUTONNE (7) die erste Farbe der drei Starter aus dem Stall von Marc Sassier zu sein. Die Stute kam erst Anfang März in das neue Quartier, nachdem sie wenige Tage zuvor bei einer Massenkollision in Cagnes-sur-Mer fahrerlos wurde. Nach den ersten beiden Auftritten unter der neuen Regie war aber sofort ein Aufwärtstrend erkennbar. Am 21. März übernahm sie sofort die Spitze in Vincennes, die Benjamin Rochard, der heute auch wieder an Bord ist, nach 800 Metern an den späteren Zweiten weitergegeben hat. In den Einlauf hinein verlor die Tochter von Magnicifent Rodney den Anschluss an den Vordermann, verteidigte sich als Schste aber ordentlich. Jolie Surprise und Iris From, auf die sie heute wieder trifft, konnten es aber etwas besser. Nebenher stellte sie in 10,6 ihre Rekordmarke ein. Nur sechs Tage später trat die 9jährige erneut in Vincennes an. Dabei wurde sie aus der Deckung ab Mitte der Gegenseite bis weit in den letzten Bogen gleich zweimal deutlich aufgehalten. Dennoch reichte es für einen guten dritten Rang. Diese letzten beiden Starts deuten auf dem Papier zu weniger Möglichkeiten, als es in Wirklichkeit der Fall ist.
Zu Beginn des letzten Sommers ist bei JOLIE SURPRISE (8) ein wenig Sand ins Getriebe geraten. Trainer Julien Dubois schickte die Stute dann schnell in eine dreimonatige Pause, womit aber anscheinend noch nicht alle Probleme beseitigt waren. Seit Mitte November wurde die Prodigious-Tochter immerhin zweimal zur Nichtstarterin erklärt. Und Ende Januar gab es eine späte Disqualifikation im Prix Helen Johansson. Beim letzten Start war aber ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Eric Raffin hatte die etwas undankbare Aufgabe, die Stute von Startplatz Sieben hinter dem Auto ins Rennen zu führen. Einmal in der Todesspur gelandet, bekam er aber genau den Favoriten als Führpferd. Bis zu Beginn des Einlaufs sah die 7jährige dann sogar noch einen Moment siegverdächtig aus, konnte die hochklassigen ersten beiden aber nicht mehr gefährden. Als Dritte in 10,5 über die 2.100 Meter lief die Dubois-Farbe aber genau ihre Bestmarke und ist somit für die sehr passende Aufgabe im ersten Band gut gerüstet.
Nach einer Pause von Ende November bis Mitte Februar hat IMPERIAL DURABUTIN (9) nur ein Rennen gebraucht, um wieder in Form zu kommen. Am 07. März trat der Royal Dream-Sohn als Favorit in Le Croise-Laroche an. Aus einer Lage im Vordertreffen fand der Wallach im Einlauf zunächst nicht auf freie Bahn und konnte den späteren Sieger in der Folge nicht mehr gefährden. Aber auch dieses Rennen wird den 8jährigen weiter gefördert haben. Der Fuchs passt perfekt an die Grundmarke, weshalb Trainer Jean-Remi Delliaux diese Partie natürlich als Zielrennen ausgegeben hat. Allerdings muss sein Schützling zum letzten Start tatsächlich noch einiges drauflegen. Die Ergebnisse mit einem Sieg und einem zweiten Platz aus zwei Starts in Lyon-Parilly passen, liegen aber schon lange zurück.
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Mit nur ein paar tausend Euro über dem ersten Band, verschenkt HISTOIRE PHILS (10) einiges an Gewinnsumme. Aber für die Stute geht es heute auch nicht um eine Prämie. Auch wenn Trainer Joris Filograsso die 9jährige mit einem gelben Emoji in das Rennen schickt, steht ausschließlich die Vorbereitung für einen der kommenden Starts im Vordergrund. Runter vom Schein.
Bei den ersten vier Starts in diesem Jahr hat sich JAG STRYCK (11) nicht mit Ruhm bekleckert. Streng genommen war die beste Form noch die Disqualifikation am 27. Februar in Vincennes. An diesem Tag war der Hengst bis zum Schluss auf Zug, verlor aber im Einlauf sein Geläuf. Mit einer kleinen Prämie hätte er sonst sein Rennen in einer 12er-Zeit über den langen Weg beendet. Auf diese gute läuferische Leistung, konnte der Bretigny-Sohn auf der zweiten Etappe des Grand National du Trot anknüpfen. Lange Zeit lag der 7jährige am Ende des Feldes, machte aber auf der Gegenseite sehr schnell Boden gut. Trotz der weiten Wege durch den finalen Bogen zog Jag Stryck für Rang Drei sehr stark durch und wird damit heute sehr viel stärker beachtet werden, als es zuletzt der Fall war. Allerdings wird er heute rundum 'plaquee' aufgeboten, womit ein paar Prozent in Sachen Qualität verloren gehen könnten.
Mit seinen zehn Jahren gibt es für GALA DE CRENNES (12) auch nach 121 Rennen noch Neues zu entdecken. Es wird der erste Start in Lyon-Parilly, was dem Allrounder aber keine Probleme bereiten sollte. Auch die Tatsache, dass der Wallach nur vorne leicht beschlagen antritt, spricht nicht gegen ihn. In dieser Konfiguration beendete der Opus Vervil-Sohn sein Wintermeeting in Cagnes-sur-Mer als Sieger. Dabei war er als großer Außenseiter früh in Front gezogen und kam zur Überraschung der meisten Wetter sehr sicher in 12,8/2.925 Meter nach Hause. Damit stellte er seinen Formenspiegel total auf den Kopf, was, in anbetracht der vorherigen Leistungen, natürlich ein wenig zur Vorsicht mahnt. Das der Wallach heute mit einer Zulage antreten muss, sollte aber nicht ein Kreuz in den Kombinationen verhindern. Er ist auch für seinen Speed bekannt.
Nach zwei längeren Auszeiten im Vorjahr, kam HEDIC GEMA (13) nur fünfmal an den Ablauf. Allein der bislang eine Versuch in der laufenden Saison, stellte aber das gesamte Vorjahr in den Schatten. Mit dem Stallfahrer Alan Gendrot, der auch heute wieder im Sulky sitzt, gewann der Wallach am 26. Februar als Außenseiter in Cagnes-sur-Mer. Dabei war der Akim du Cap Vert-Sohn auch schon barfuß unterwegs und musste ebenfalls eine Zulage wegstecken. Schon früh wurde er durch einen guten Verlauf in vordere Linie "gespült" und verbesserte sich auf der Schlussrunde in die dritte Position. Weil vorne weiter Tempo gemacht wurde, löste sich das vordere Trio. Im Einlauf griff die Sassier-Farbe immer besser an und hatte auf den finalen Metern nur noch den Mitfavoriten als Gegner, der in starken 11,9/2.950 Meter niedergerungen wurde. Der Test wird härter als zuletzt, aber spätestens in den Kombinationen muss der 9jährige berücksichtigt werden. Schon allein, weil von einer weiteren Steigerung auszugehen ist.
Die Entscheidung seinen Crack ISTER MAN (14) einem jungen und sehr talentiertem Catchdriver wie Theo Briand zu überlassen, hätte Trainer Jonathan Cuoq vielleicht schon früher treffen sollen. Immerhin hat der 8jährige mit seinem neuen Steuermann zuletzt drei beeindruckende Siege feiern können. Mitte Dezember ließ sich das Duo in Marseille auch nicht von einer Zulage aufhalten. Und in dieser Saison "klingelte" es schon zweimal in Cagnes-sur-Mer. Am 21. Januar verlor der Doberman-Sohn im letzten Bogen seine Gegner und wurde im Einlauf noch länger. Und am 20. Februar war das Vertrauen der Wetter sogar im Gruppe III-Rennen so groß, dass Ister Man als 1,5/1-Brenner auf die Reise ging. Start-Ziel war dieses Vertrauen auch mehr als gerechtfertigt. Mit sechs Starts auf dieser Piste verfügt der Wallach auch über genügend Erfahrung, obwohl dabei nur ein Sieg herausgesprungen ist. Ein Mitfavorit der Aufgabe dürfte gefunden sein, auch wenn das erste Band ein harter Prüfstein werden könnte. Ein kleinen Wermutstropfen gibt es dann aber doch für die Anhänger von Ister Man zu vermelden - der Trainer kehrt wieder zurück in den Sulky, was ein wenig Vertrauen kosten dürfte.
Auch mit seinen neun Jahren ist HORATIUS D’ELA (15) immer wieder zu Höchstleistungen bereit. Mitte Februar konnte er zuletzt solch eine starke Leistung abrufen, als er einen zweiten Rang in Vincennes mitnehmen konnte. Heute kommt der Hengst allerdings rundum 'plaquee' an den Ablauf, was mehr auf eine Vorbereitung für einen künftigen Start hindeutet. Damit ist er nur die dritte Farbe aus dem Stall Sassier und findet keine Berücksichtigung in den Wetten.
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Lediglich HARMONY DU RABUTIN (16) stellt sich der Herausforderung der doppelten Zulage. Aber die Stute, die mit etwas mehr Rennglück den Prix d'Amerique hätte gewinnen können, tritt nur vorne leicht beschlagen an. Trainer Guillaume Huguet zeigt den Wettern mit dem roten Emoji, dass die Ambitionen auf einem anderen Rennen liegen. Runter vom Schein.
Tipp:
JOLIE SURPRISE (8)
HAIDA SAUTONNE (7)
ISTER MAN (14)
JAPPELOUP TURGOT (3)
JOTUNN DU DOME (4)
Für die Kombinationen: IRIS FROM (2) - JOUR DE FETE (5) - HEDIC GEMA (13)
