News Frankreich Trab, 14.03.2026
(hen) Eva Bouclet ist ein gutes Beispiel dafür, dass man keine familiäre "Vorbelastung" braucht, um im Trabrennsport Fuß zu fassen. Zu Beginn der Woche hat sie zwei Rennen bei zwei verschiedenen PMU-Veranstaltungen gewonnen. Für LeTrot Grund genug die junge Dame im Portrait vorzustellen.
Seit fast einem Jahr arbeitet Eva Bouclet im Team von Mathieu Mottier, was ihrer Monte-Laufbahn einen Schub gegeben hat.
Der Geschmack des Sieges
Innerhalb von 48 Stunden zwei Siege bei Premium-Renntagen zu erringen, ist bei Lehrlingen und Nachwuchsreitern nicht alltäglich. Von Saint-Galmier am Montag bis Laval am Mittwoch gelang Eva Bouclet genau das. Erst gewann sie im Sattel von Jadore Julry und anschließend von Korea. Dieser Erfolg setzt die Dynamik ihrer Saison 2025 fort, in der sie sich mit elf Siegen erstmals richtig bemerkbar machte. "Wenn man wie ich lange auf den ersten Sieg warten musste, glaubt man kaum, dass so etwas wirklich passieren kann. Aber man gewöhnt sich sehr schnell an den Geschmack des Erfolgs", ergänzt die 25jährige lächelnd, die ihren ersten Sieg dreieinhalb Jahre nach ihrem Debüt errang.
Wechsel, um sich zu verbessern
Nach sechs Jahren im Stall von Jeremy van Eeckhaute, wo sie auch nach ihrem Abschluss an der AFASEC-Schule in Grosbois angestellt blieb, verspürte Eva Bouclet den Wunsch, ihrer Karriere neuen Schwung zu verleihen. "Ich habe mich dort wohlgefühlt, aber ich wollte einfach mehr reiten. Dafür mache ich diesen Beruf. Ich wollte Fortschritte machen und mich im Sattel verbessern."
Als sie im vergangenen Frühjahr erfuhr, dass Mathieu Mottier plante, seine Anlage in Grosbois dauerhaft einem Zweierteam anzuvertrauen, dass sie heute zusammen mit Theo Thurmes bildet, suchte sie das Gespräch mit ihm. "Er bot mir genau das, was ich suchte: mehr Reiten im Training und mehr Rennen. Wenn man sich körperlich besser fühlt, hat man auch mehr Selbstvertrauen."
In einer guten Schule
Den ganzen Winter über täglich und den Rest des Jahres mehrmals pro Woche mit der Nummer eins unter den Jockeys und einem der besten Trainer zusammenzuarbeiten, ist die beste Schule. "Wenn er uns etwas sagt, hören wir zu. Manchmal ist es nur ein Detail, aber er versucht immer, dass wir uns im Sattel wohlfühlen", erklärt Eva Bouclet.
Von Natur aus sehr entschlossen, schätzt sie besonders die Arbeitsweise des Trainers aus der Mayenne: "Er ist immer voll im Geschehen. Es gibt keine Leerlaufphasen. Das motiviert das ganze Team, und die Ergebnisse folgen. Das ist für alle sehr anspornend. Er überträgt uns Verantwortung, aber es gibt auch einen ständigen Austausch."
Ein "Indice" auf ihrem Weg
Wenn es ein Pferd gibt, das man mit der jungen Karriere von Eva Bouclet verbinden kann, dann ist es Indice Deladou. Gemeinsam haben sie an 22 Rennen teilgenommen, sechs gewonnen und fünf weitere Male einen Platz auf dem Podium erreicht. "Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als Charley Heslouin mich eines Morgens anrief, während ich in Grosbois die Pferde spazieren führte, um mir vorzuschlagen, sein Pferd zu reiten", erzählt sie. "Zwischen Indice und mir hat es sofort gepasst. Gemeinsam haben wir uns Schritt für Schritt nach oben gearbeitet, bis zu unserem ersten gemeinsamen Sieg in Vincennes."
Eine Familie, die den Rennsport entdeckt hat
Eva Bouclet stammt aus der Region Eu in der Seine-Maritime. Sie ist die zweite Tochter eines Vaters, der in der Automobilbranche arbeitete, und einer Mutter, die als selbstständige Krankenschwester tätig ist. Zum Ponyclub kam sie ursprünglich, weil ihre ältere Schwester dorthin ging. Doch im Gegensatz zur Schwester war Eva sofort begeistert.
Einige Jahre später entdeckte sie die Trabrennpferde bei einem Trainer in der Nähe ihres Wohnortes. Sie trat zunächst in die AFASEC-Schule in Graignes ein, machte dort ihr Abitur und wechselte anschließend an die Akademie in Grosbois, wo sie auf Wunsch ihrer Eltern einen BTS-Abschluss (Hochschule) erwarb.
"Meine Eltern kannten die Rennsportwelt überhaupt nicht und wollten, dass ich meine Ausbildung fortsetze. Heute sind sie stolz, verfolgen die Rennen und haben Spaß daran. Ich habe sie sogar dazu gebracht, Anteile an Kalie d’Ursin zu kaufen. Mit ihr habe ich mein erstes Rennen in Vincennes gewonnen", erzählt sie erfreut.
