News Frankreich Trab, 24.04.2026
(hen) Wenn ein kleiner Stall, wie der von Bastien Clairet eine erfolgreiche Phase durchlebt, dann ist dies für LeTrot Grund genug, den wenig bekannten Trainer im Portrait näher vorzustellen. (Foto:@scoopdyga)
Im April läuft alles rund
Seit Anfang April kann die Trainingsbilanz von Bastien Clairet mit 17 Startern überzeugen: 4 Siege, davon zwei bei Premium-Veranstaltungen, dazu sieben weitere Podiumsplätze und insgesamt 15 Platzierungen unter den ersten Fünf. "Die Sterne standen günstig", sagt der 27jährige Trainer lachend, der sich seit Januar 2022 zwischen Feurs und Saint-Galmier selbstständig gemacht hat und von seinem älteren Bruder Thomas, Amateurfahrer, unterstützt wird. "In den ersten Jahren mussten wir uns erst zurechtfinden, da uns niemand wirklich angeleitet hat. Dieses Jahr sind wir hochmotiviert und wollen richtig angreifen. Wir versuchen, so oft wie möglich auf Sieg zu fahren."
Abschied vom Fußball - Willkommen im Rennsport
Als Jugendlicher träumte Bastien Clairet von einer Profikarriere als Fußballer im Trikot des AS Saint-Etienne, wo er auch ausgebildet wurde. "Ich habe unter anderem mit Kurt Zouma und Allan Saint-Maximin gespielt. Als ich vom Verein nicht übernommen wurde, war ich ziemlich enttäuscht."
Die Pferde eröffneten ihm dann aber eine neue Perspektive: "Meine Eltern hatten Traber. Meine Mutter war Trainerin, mein Vater Besitzer." Clairet besuchte die Landwirtschaftsschule in Mornand-en-Forez, machte parallel sein Abitur und absolvierte eine Ausbildung bei Maxime Busset und Martial Gauvin. "Ein großartiger Ausbilder", wie er selbst sagt, über den er schließlich zu Matthieu Abrivard kam.
Die Abrivard's als zweite Familie
Aus seiner Zeit im Stall von Loic Abrivard und Matthieu Abrivard hat Bastien Clairet nur positive Erinnerungen - sowohl sportlich als auch menschlich. "Meine Trainingsmethoden sind stark von Matthieu inspiriert, vor allem das Intervalltraining für die letzten intensiven Einheiten", erklärt er. "Das hilft den Pferden, wirklich in Topform zu kommen."
Der Kontakt ist geblieben: "Wir stehen Matthieu weiterhin nahe, und über ihn haben uns mehrere seiner Besitzer Pferde anvertraut. Auch zu seinem Vater Loic habe ich ein sehr gutes Verhältnis. Er hat mich wie ein Familienmitglied behandelt."
Jährlingsauktionen? Kein Problem!
Bei den Jährlingsauktionen in Deauville investierte Bastien Clairet im vergangenen Jahr 135.000 Euro in Ozzy Mill, einen Hengst von Ready Cash, sowie 64.000 Euro in die Stute Oeuvre Divine (v. Helgafell). Im Jahr zuvor hatte er bereits vier weitere Jährlinge für insgesamt 85.000 Euro gekauft, darunter einen Sohn von Face Time Bourbon.
"Es gibt keinen Druck", betont er. "Ein Produkt von Ready Cash anzuspannen ist einfacher als ein Pferd mit bescheidener Abstammung. Gemeinsam mit unseren Investoren bereiten wir die Auswahl der Jährlinge sehr sorgfältig vor. Der Ready-Cash-Nachkomme war genau das Pferd, das ich wollte. Die Pferde aus dem N-Jahrgang sind alle qualifiziert, bei den ‘O's’ sollte es bis Juni so weit sein. Ozzy Mill hat aber etwas Rückstand, da ein kleines gesundheitliches Problem gelöst werden musste."
Gemeinsam stärker
Nach ersten beruflichen Erfahrungen im Bauwesen ist Thomas Clairet, der in diesem Jahr den Titel des französischen Amateur-Champions anstrebt, zu seinem Bruder in den gemeinsamen Stall gewechselt. "Wir betreuen rund 20 Pferde, inklusive der O-Generation. Wir haben uns immer gut verstanden. Unser Vater ist früh verstorben, das hat uns noch enger zusammengeschweißt. Wir sind unterschiedlich, aber ergänzen uns perfekt: Thomas kümmert sich um die robusteren Pferde, während ich mich eher um die sensibleren kümmere."
