News Frankreich Trab, 24.04.2026
(hen) Trotz der Hoffnungen, die die Präsidenten der Muttergesellschaften in ihren Partner, den Staat, gesetzt hatten, plant dieser derzeit nicht, den Rennsport finanziell zu unterstützen. Der Dialog ist jedoch keineswegs abgebrochen. (Foto:@LeTrot)
Am Donnerstag fand ein wichtiges Treffen mit dem Minister für öffentliche Finanzen, David Amiel, zur wirtschaftlichen Lage der Branche statt. Der Präsident der PMU, Eric Woerth, sowie die beiden Präsidenten der Muttergesellschaften (LeTrot und France Galop) nahmen daran teil. Letztere hatten strategische Unterlagen vorbereitet, die insbesondere Einsparmaßnahmen in den Mittelpunkt stellten.
Nach dem ParisTurf vorliegenden Informationen, legten die Vertreter des Staates ihrerseits kein konkretes Arbeitsdokument vor, bewerteten jedoch die geplanten Sparanstrengungen der Branche als unzureichend. Für die Ausarbeitung eines Wachstumspakts müssten jedoch alle Beteiligten an einem Strang ziehen, was derzeit noch nicht der Fall ist. Die PMU benötigt erhebliche finanzielle Mittel, um sich neu aufzustellen. Doch diese müssen erst einmal vorhanden sein.
Für das Jahr 2026 ist jedenfalls klar: Der Rennsport kann nicht mit staatlicher Unterstützung rechnen und muss sich mit rund 700 Millionen Euro Nettogewinn selbst organisieren. Und danach?
"Während dieses Arbeitstreffens hat der Staat die Tür nicht endgültig geschlossen, um der Branche zu einem späteren Zeitpunkt bei Reinvestitionen zu helfen. Angesichts der Lage des Landes hätte er es tun können, hat sich aber dagegen entschieden", kommentierte Eric Woerth das Treffen dennoch optimistisch. "Der Minister hat sein Kabinett beauftragt zu prüfen, wie eine Unterstützung unter den aktuellen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen technisch möglich wäre. Er knüpft dies jedoch klar an weitere Einsparungen im gesamten System."
Weitere Gespräche sind für Juni oder Juli geplant. Der sogenannte "Pacte PMU 2030" bleibt vorerst ein Arbeitsdokument und wird erst dann konkret, wenn ein Konsens zwischen allen Parteien erreicht ist. Laut Woerth steht die Branche vor einer tieferen Krise als zuvor und müsse gemeinsam mit dem Staat neue Lösungen entwickeln.
Es ist davon auszugehen, dass der Rennsport, selbst bei einer Erholung, in den kommenden Jahren mit weniger finanziellen Mitteln auskommen muss als bisher. Eine zentrale Herausforderung wird darin bestehen, eine Kostenstruktur zu schaffen, die die Qualität des französischen Rennsports nicht gefährdet.
Abschließend betonte der Staat, dass die PMU dringend ein Budget für 2026 festlegen müsse, was bislang noch nicht geschehen ist. "Ich rufe dazu auf, denn 2026 darf kein verlorenes Jahr sein. Es stehen Investitionen an. Ich hoffe, dass jeder seiner Verantwortung gerecht wird. Der französische Rennsport muss gestärkt aus dieser Krise hervorgehen", so das Fazit von Eric Woerth.
