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Zurück im Rampenlicht

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Nachschau Hamburg-Horn, 02.07.2022


Titelverteidiger Torquator Tasso begeistert im Wettstar.de – Großer Hansa-Preis – 200 Jahre Deutscher Galopp


Der „Galopper des Jahres 2020 und 2021“, der Titelverteidiger in Hamburg und der amtierende Arc-Sieger ist wieder zurück im Rampenlicht: Deutschlands vierbeiniger Weltstar Torquator Tasso, von Marcel Weiß in Mülheim für das Gestüt Auenquelle (Rödinghausen) trainiert, begeisterte die knapp 7.300 Zuschauer am Vortag zum IDEE 153. Deutschen Derby in der Hansestadt. Der 2,3:1-Favorit wiederholte mit Jockey Rene Piechulek, der ihn auch beim 2,8 Millionen Euro schweren Triumph im besten Rennen auf dem Globus im Oktober in Paris so brilliant geritten hatte, seinen Vorjahressieg im Hamburger-Samstags-Highlight, dem wettstar.de – Großer Hansa-Preis – 200 Jahre Deutscher Galopp. Erstmals stand die mit 70.000 Euro dotierte 2.400 Meter-Gruppe II-Prüfung unter dem Patronat des bedeutendsten Vermittlers von Pferdewetten im deutschen Pferdesport.


Obwohl im sechsköpfigen Feld dieses Top-Highlights wenig Tempo herrschte, ließ sich Torquator Tasso davon nicht im Geringsten beeindrucken. Hier der zweiten Auenquelle-Farbe Virginia Storm und dem Co-Favoriten Alter Adler fand sich der spätere Gewinner der Siegprämie von 40.000 Euro an dritter Position ein, gefolgt von Nacido, Best of Lips und Northern Ruler.


Den Turbo gezündet


Bewegung kam erst auf der Zielgeraden ins Rennen, als zunächst Alter Adler vergeblich zu Virginia Storm aufzurücken versuchte. Doch der Sieger kam ganz außen, dort zündete Rene Piechulek den Turbo von Torquator Tasso. In bester Haltung marschierte der Adlerflug-Sohn, der hier vor zwei Jahren Zweiter im Derby war, den Konkurrenten mit dreieinhalb Längen Vorsprung davon. Es war eine atemberauende Vorstellung, genau wie vor einem Jahr. Nach dem sechsten Sieg beim 13. Start stehen Torquator Tasso nun wieder alle Türen offen, nachdem er bei seinem Jahresdebüt in Baden-Baden noch blass geblieben war.


„Verdient, in Ascot zu laufen“


„Das Laufen in Baden haben wir gestrichen, der Trainer kennt ihn ja am besten“, gab Jockey Rene Piechulek zu. Trainer Marcel Weiß sagte: „Ich war in Baden-Baden am ruhigsten von uns allen geblieben. Denn ich wusste, dass er ein Rennen brauchen würde. Torquator Tasso muss uns nichts mehr beweisen. Wir sind weiter vorne mitgegangen, denn wir hatten damit gerechnet, dass es wenig Tempo geben würde. Heute lief alles gut. Natürlich ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.“ Zwei Optionen gibt es nun  - die King George in Ascot oder der Große Preis von Berlin.


Mitbesitzer Peter-Michael Endres: „Er ist ein internationaler Star, der es verdient hätte, in den King George am 23. Juli in Ascot zu laufen. Danach könnte es in den Großen Preis von Baden gehen, natürlich versuchen wir die Titelverteidigung im Arc. Es ist seine letzte Saison, er wird danach zu uns ins Gestüt kommen. Es gibt sogar schon ein paar Buchungen. Vor Baden-Baden hatte er übrigens eine Verletzung, genauer gesagt eine Fleischwunde, und die vier Wochen vor dem Start waren einfach zu knapp, denn er braucht einfach Arbeit. Sein Jockey meinte, dass der Hengst heute wieder ganz der Alte war.“


Starkes Comeback von Northern Ruler


Virginia Storm (Trainer Henk Grewe: „Er hatte vorne ein schönes Rennen und könnte nun in das Fürstenberg-Rennen oder den Großen Preis von Berlin gehen“) hielt an der Spitze lange stand, wurde am Ende für Rang zwei aber noch von dem Schlenderhaner Northern Ruler überlaufen, der beim ersten Saisonstart kaum besser abschneiden konnte, da er vom letzten Platz noch viel Boden gutmachte. „Wir sind sehr zufrieden, denn als Jahresdebütant haben wir ihn konservativ reiten lassen. Nun läuft er im Großen Preis von Berlin“, signalisierte Trainer Andreas Wöhler.


Best of Lips konnte sich als Vierter nicht entscheidend steigern. „Vielleicht sind die 2.400 Meter doch schon etwas weit, eventuell gehen wir auf 2.000 Meter im Dallmayr-Preis in München zurück“, kommentierte sein Betreuer Andreas Suborics. Alter Adler, der Derby-Zweite von 2021, enttäuschte als Fünfter sehr, denn er konnte nur Nacido hinter sich lassen und baute bald ab. Trainer Waldemar Hickst: „Es gab leider kein Tempo, da hätte er selbst die Initiative ergreifen sollen.“


In einem Lauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich IV, 2.200 m) setzte sich erwartungsgemäß Lilli-Marie Engels auf der von Michael Figge aus München entsandten Feuerspiel (1,6:1) gegen Power General und Madame Mystique in Szene.

Noch einiges Potenzial dürfte in Gestüt Haus Zoppenbroichs Laycan (2,3:1, B. Murzabayev) schlummern, der sich in einer 2.200 Meter-Prüfung für Trainer Peter Schiergen souverän vor Weston und Fürstin in Love behauptete. Sein Jockey erklärte: „Wenn er Lust hat, kann er viel laufen.“


Riesenüberraschung durch Funky Lady


Mit einer Riesenüberraschung endete ein 1.600 Meter-Stutenrennen, als UNIA Racings Funky Lady aus dem Quartier der Mülheimerin Yasmin Almenräder zur Quote von 20,8:1 die Gegnerinnen distanzierte. „Sie hatte beim Debüt einen schlechten Rennverlauf, aber mit so einer Vorstellung hatte ich nun nicht gerechnet“, gab Jockey Adrie de Vries zu.


Den Jubelschrei von Trainer Jürgen Hartmann (Hassloch) konnte man auf der ganzen Rennbahn hören – die Freude über den Speedsieg von Magritte Du Champ (8:1) unter Marie Gast im Amazonenreiten (Ausgleich III, 1.800 m) vor Dantos und Chipping Away war riesengroß.


Schweizer Reiterin gewinnt WM-Lauf


Die Fegentri-Weltmeisterschaft der Amateurreiterinnen machte Station in Hamburg, und in diesem 2.000 Meter-Handicap brachte die Schweizer Studentin Jenny Langhard mit Elfi Schnakenbergs Baasha (7,5:1) einen sicheren Vorsprung gegen Koebes und Laytown nach Hause.


Im Hanshin-Cup (Ausgleich II, 1.200 Meter), der im Zeichen der engen Verbindungen des Hamburger Renn-Clubs zu Japan steht, überspurtete Marlene Hallers Pareias Prinz (10,9:1) für den Bremer Trainer Toni Potters mit Alexander Pietsch im Sattel noch Shymay und Cheval Blanc und kam zum zweiten Karrieretreffer.


Mister Bean auch im hohen Alter top


Auch mit sieben Jahren hat der Leipziger Gast Mister Bean nichts verlernt – der Wallach aus dem Rennstall von Marco Angermann kam nach einem erstklassigen Endkampf von Rene Piechulek als 8,2:1-Außenseiter im 1.600 Meter-Ausgleich II noch sicher gegen Senato und Lacento hin. „Rene hatte gemeint, dass er auch die Meile kann, während ich mir nicht sicher war, aber er hat recht recht gehabt“, verriet der Coach.


Auszeichnung für Albert Darboven


Eine der größten Persönlichkeiten aus Hamburg und im deutschen Rennsport wurde für 50-jährige Mitgliedschaft im Amateur-Verband geehrt: Albert Darboven, seit vielen Jahren auch Sponsor des IDEE Deutschen Derbys, kam zu dieser mehr als verdienten Auszeichnung. Da passte es bestens, dass sein fünfjähriger Wallach Uripolski (Quote: 6,3:1), den Henk Grewe in Köln vorbereitet, in einem 2.800 Meter-Ausgleich III mit Michael Cadeddu nach früher Initiative siegte. Imaran, Powerpackage und Stallone komplettierten die Viererwette, die 444,4:1 Euro brachte.


Im anderen Viererwett-Rennen gelang Sarah Jane Helliers Wallach Landbaron (8,1:1) mit Maxim Pecheur das Kunststück, beim 28. Start seiner Laufbahn zum ersten Mal zu gewinnen. Stay First, Lovely Dream und Zaro machten die Viererwette zur Quote von 939,1:1 Euro perfekt.


Erfreuliche Bilanz


Auch der vierte Tag des IDEE Derby-Meetings verlief für den Veranstalter sehr erfreulich, Der Gesamtumsatz belief sich in den zwölf Rennen auf 475.864 Euro. HRC-Schatzmeister Johann-Heinrich Riekers: „Wir hatten mit knapp 7.300 Zuschauern mehr Besucher als am Mittwoch. Wenn man die Emotionalität nach dem Sieg von Torquator Tasso mitbekommen hat, braucht einem um den deutschen Galopprennsport nicht bange zu sein. Es war ein toller Tag.“

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