News Frankreich Trab, 19.02.2026
(hen) Auch in diesem Winter an der Cote d’Azur behauptet sich Nicolas Ensch als Zweiter in der Trainerwertung hinter Romain Derieux. Drei Wochen vor Ende des Meetings zieht er eine Bilanz und spricht mit dem ParisTurf auch über eines seiner Aushängeschilder - Hudo du Ruel startet am Freitag im Prix Pierre-Desire Allaire.
Mit 6 Siegen und 32 Platzierungen aus 94 Starts (rund 40% im Geld) liegt der Stall Ensch im Bereich seiner gewohnten Quote. "Es ist eher eine positive Überraschung", ergänzt er. "Ich habe deutlich weniger Pferde vorgestellt als im Vorjahr. Aktuell stehen nur noch 27 im Training. So wenige hatte ich lange nicht mehr."
Im Süden seien Trainer vor allem Dienstleister, der Zustrom externer Pferde habe abgenommen. Zudem wird die Morgenarbeit erschwert, wenn man auf einer Rennbahn trainiert, die drei Disziplinen anbietet (Trab, Galopp, Hindernis). Daraus resultieren teils frühe Trainingsschließungen der einzelnen Anlagen. "Mit festen Nachmittagszeiten könnte man vormittags ruhiger trainieren", meint Ensch.(Foto:@Agence Couleur Casaques)
"Cagnes ist nicht mehr automatisch Saisonziel"
Die Konkurrenz wächst stetig, da Trainer aus ganz Frankreich an die Cote d’Azur reisen. "Konkurrenz ist wichtig. Aber für uns aus dem Südosten ist Cagnes nicht mehr automatisch ein Hauptziel. Früher konnte man gezielt Pferde für das Meeting aufsparen. Heute müssen wir das ganze Jahr über starten."
Mit rund 260.000 Euro Gewinnsumme rangiert Ensch dennoch auf Platz Zwei der Statistik - hinter Derieux, dessen Präzision er ausdrücklich lobt: "Er arbeitet wie ein Uhrmacher. Alles ist minutiös geplant."
Hudo du Ruel und Lever du Joamax als Zugpferde
Zwei Pferde prägten den Winter von Nicolas Ensch: Hudo du Ruel und Lever du Joamax haben zusammen fast die Hälfte der Stallgewinne erzielt. Hudo du Ruel fühlt sich in Cagnes besonders wohl und startet am Freitag im Gruppe III-Rennen. "Er ist in guter Form. Ister Man war zuletzt stärker, aber mit einem günstigen Rennverlauf sollte mein Pferd wieder auf dem Podium landen."
Dagegen gilt Lever du Joamax als Zukunftshoffnung: "Wenn nichts dazwischenkommt, hat er eine große Karriere vor sich."
Nob Hill - "Mathieu ist der Kapitän"
Ein Auge hatte Ensch auch auf das Wintermeeting in Paris. Er ist Mitbesitzer von Nob Hill, der von Mathieu Mottier trainiert wird. "Wir wollten ihn bei der Auktion erwerben. Mathieu bot ebenfalls. Also haben wir uns zusammengeschlossen. Da er ihn besser einsetzen kann als ich, ging er in sein Training."
Nach der Galoppade im Criterium des Jeunes blieb Ensch gelassen: "Er hat enorme Klasse, ist aber noch heikel. Nach dem Fehler am Start war alles kompliziert. Gute Gu d’Heripre-Nachkommen sind mit drei Jahren selten. Ich denke, er wird mit dem Alter noch besser. Laut Mathieu startet er diesen Winter nicht mehr. Er ist der Kapitän des 'Bootes' und entscheidet."
Starter am Freitag
Lady du Vallon (104) - startet nach Sieg in Marseille, fehlerfrei mit Möglichkeiten.
Kiara des Monts (204) - nach Krankheit im Aufbau, barfuß mit Fragezeichen.
Hudo du Ruel (309) - letzter großer Wintereinsatz, Podiumschance.
Fakir Merite (312) - hart im Nehmen, Platzkandidat.
Leloup Vallee (409) - solide Form, aus zweiter Reihe mit Platzchancen.
Iru Fushi (515) - gutes Engagement, aber Trainingsleistungen zuletzt nicht optimal.
ZUM RENNTAG IN CAGNES Beginn: 18.05h
