Vorschau Wolvega, Samstag 21.02.2026
(hhü) Nach den sehr schwierigen Witterungs- und damit auch Trainingsbedingungen zu Beginn des Jahres, füllen sich nun wieder die Starterfelder der PMU-Rennen in Wolvega.
Nachdem in der Vorwoche der Klassetraber Hades de Vandel seine Aufwartung machte, stehen diesmal die Basispferde im Mittelpunkt.
Das kopfstärkste Starterfeld macht sich in der Auftaktprüfung um 18.09 Uhr in der Bronze-Challenge auf den 2.600 m weiten Weg. Wie (fast) immer in der untersten Franzosenklasse hängen die Trauben hier nicht allzu hoch. Das Einsatzpferd sollte hier der nicht übermäßig begabte, aber eben doch absolut ehrliche und zuverlässige King de Duffel sein, der mit Robin Bakker auch noch den besten Piloten hinter sich weiß. Hugo Langeweg bietet hier die Neuerscheinung Lynx du Nord auf, für den der Ausdruck “Trabsicherheit“ bislang ein absolutes Fremdwort ist. Vielleicht hat aber der niederländische Altmeister nun den Schlüssel nach zweieinhalb Monaten Pause bei dem Hengst gefunden. Maysa Kite (Rob de Vlieger) sollte durch den Start vor zwei Wochen nun gefördert antreten. Der zierlichen Stuten fehlt es derzeit noch etwas an Fundament und Kraft, aber sie fängt gut an und ist trabsicher. Da kann für die Multi reichen. Kristal d`Angely (Didier Kokkes) gibt auch brav sein Bestes, was hier für eine Platzierung ausreichen kann.
Im zweiten Rennen treffen sich die Pferde von den kleineren niederländischen Bahnen in einer Bänderstartprüfung über die Mitteldistanz. Vorneweg sollte Pandora Flevo (Floris Vandenabeele) bei Eignung für diese Startmethode schwer zu boxen sein. Poza Rica Boko (Frans van den Blonk) könnte als flotte Beginnerin sofort den Rücken der Favoritin finden und dann die Dreierwette komplettieren. Explosive Ris (Patrick de Haan) ist ein Grobmotoriker vor dem Herrn und lebt in erster Linie von seinem Kampfgeist. Der Bänderstart ist für ihn wahrscheinlich ein großer Nachteil. Mit den beiden Vrijthouts, Oakley (Hugo Langeweg) und Radinka (Robin Bakker) sind die beiden derzeit stärksten Pferde des zweiten Bandes genannt. Die beiden trafen sich bereits wiederholt mit unterschiedlichem Ausgang, zuletzt hatte Radinka Vrijthout das bessere Ende für sich. Eine gut aufgelegte Karina Charisma (Jaap van Rijn) dürfte hier die interessante Außenseiterin sein.
Richtig gute Pferde der 40.000 € Garnitur werden im dritten Rennen antreten. Maan (Patrick de Haan) stieg in der Vorwoche mit den ganz großen Jungs in den Ring und hielt sich als Vierter sehr gut. In seiner Gewinnklasse ist er Sieganwärter. Nina Beuckenswijk (Kurt Roeges) startet nicht so oft, zeigt aber nur gute Leistungen und sollte auch hier eine ernsthafte Top Drei-Kandidatin sein. Napoli (Rob de Vlieger) scheiterte zuletzt im Trabreiten an einem vermeidbar scheinenden Fehler im zweitletzten Bogen. Der eigentlich enorm trabsichere Bursche würde als Dauerläufer von einem hohen Grundtempo profitieren. Blitzstarter King Hazelaar (Kevin van der Linden) wird einmal mehr die Erlaubnisse seines Fahrers zu nutzen wissen und ist aus dem Rücken heraus für mich ein Siegkandidat. Von vorne wird es in dieser Konkurrenz wohl zu schwer.
Sehr gut und ausgeglichen ist auch die vierte PMU-Prüfung besetzt. Orthello Family (Stefan Schoonhoven) agiert in überragender Verfassung und ist immer auf den Rängen eins oder zwei zu finden. Für ihn geht es nun aber auch eine Klasse höher und da trifft er auf Max ter Sype (Jeffrey Mieras), der in den vergangenen Wochen auch schon deutlich gehaltvollere Konkurrenten getroffen hat und hier sehr gut untergekommen ist. Onyx Stardust (Andre Bakker) bezwang Orthello Family vor zwei Wochen und zeigte sich dabei klar verbessert. Oakley Wood (Dion Tesselaar) ist eine weitere Siegoption in dieser interessanten Prüfung. Die erst vierjährige Französin Melanoura (Robin Bakker) wird nach fünfmonatiger Pause hier gegen die voll im Saft stehenden älteren Pferde wohl noch keine Rolle spielen. Allerdings sollte man die im Vorjahr in ihrer Heimat sehr ordentlich agierende Stute unbedingt für kommende TF-Aufgaben in Wolvega in Augenschein nehmen!
Die Franzosen werden dann auch mit einer Bänderstart-Prüfung den PMU-Deckel draufmachen. Der Stall Crebas stellt hier die Hälfte der acht Teilnehmer und dürfte sich somit wohl auch den größten Teil des Preiskuchens schnappen. Da die Vorstellungen der drei Erstbändler in den letzten Wochen in Gänze als eher dezent zu bezeichnen sind, sollte man sich für die Siegentscheidung auf das zweite Band konzentrieren. Jaggers (Floris Vandenabeele) sollte hier rein läuferisch das beste Pferd im Feld sein. Sein vierter Platz vor Wochen zu Krachern wie Hades de Vandel, Olympus Dragon und Modric Renka gibt ihm hier sehr viel Kredit. Danach lief er in einem Nachwuchsfahren in Mauquenchy, wo er eine Runde vor Schluss das Kommando übernahm, in der Zielgeraden aber nicht weiter steigerungsfähig war und seinen sechsten Platz am Ende noch wegen unreiner Gangart verlor. Da wurde er auf den finalen Metern in der Hinterhand sehr klamm. Sein Trainer Bas Crebas entschied sich für Dauerläufer Jack Belli, der aber genau wie die nächste Stallvertreterin Herra d`Avenir (Andre Bakker) zuletzt an Fehlern scheiterte. Einer von den Dreien sollte wohl Trab gehen und das Ding dann abknipsen. Jellissa des Monts (Niels Jongejans) kennt keine Fehler, hat aber auch nicht die Kapazität des Crebas-Trios.
Der sportliche Tageshöhepunkt ist dann der siebte Lauf zum Masters Circuit. Für diese Aufgabe hat Utkieker (Jaap van Rijn) die Silber-Serie am vergangenen Sonntag in Mariendorf ausgelassen. Klar, er spart sich die Reisestrapazen, aber sportlich ist es hier doch eher anspruchsvoller. Der deutsche Derbyfünfte trifft hier als gewinnärmster Teilnehmer auf Dream Burgerheide (Robin Bakker), der nach langer Pause gleich wieder voll da war und zwei eindrucksvolle Erfolge landen konnte. Der Bosscha-Schützling ist der deutlich bessere Beginner und dürfte Utkieker vor eine sehr schwere Aufgabe stellen. Falstaff Font (Michel Rothengatter) traf es bei seinen Auftritten in Frankreich zu schwer an. Auf heimatlicher Scholle sollte er in seiner Gewinnklasse wieder unbedingt zu beachten sein. Sein Stallgefährte Orange Crush (Jeffrey Mieras) könnte diese Aufgabe nach einer viermonatigen Pause wahrscheinlich noch benötigen.
Anbei der Link zur PDF-Ausgabe für den Renntag am Samstag:
