Nach dreieinhalb Jahren im Stall Bazire arbeitet Tristan Ouvrie nun als Catchdriver im Westen Frankreichs und steht dadurch nachmittags für Fahrten zur Verfügung. Am Sonntag wird er in Castillonnes den Sulky von Power Doc steuern.
Der Generationswechsel ist unvermeidlich. Nicht nur bei den Pferden, sondern auch bei den zweibeinigen Aktiven, die mit den Pferden arbeiten. Nach schon fast zehn Jahren im Beruf hat der 25jährige Tristan Ouvrie seiner Karriere seit einigen Wochen eine neue Richtung gegeben: "Die Idee ging mir schon seit mehreren Monaten durch den Kopf, vor allem nach einem recht guten Jahr 2025 als Fahrer. Ich wollte diesen Schwung nutzen und mein Glück versuchen.“
Anfang März verließ der Sohn von Franck Ouvrie, der seinerseits in Grosbois tätig ist, den Stall Bazire und wechselte in den Status eines freiberuflichen Fahrers: "Es war nicht möglich, die Arbeit als Angestellter in Solesmes mit der Flexibilität zu verbinden, unter der Woche auch für andere Ställe zu fahren. Ich habe mir gesagt: Wenn ich als Fahrer den Durchbruch schaffen will, dann jetzt oder nie. Ich möchte später nichts bereuen. Diese Entscheidung habe ich mir gut überlegt. Seit letztem Sommer, als ich auch außerhalb des Stalles Siege erzielen konnte, wusste ich, dass es möglich ist."
Am Sonntag im Sulky von Power Doc
Seit dem 01. März arbeitet Tristan morgens für zwei Trainer. Im Westen ansässig, übernimmt er von Montag bis Samstag die tägliche Arbeit in den Ställen von Jean-Philippe Monclin und Charles-Antoine Mary. "Aufgrund des Personalmangels in den Rennställen war es nicht schwer, Arbeit zu finden. Und im Westen habe ich die Wahl zwischen vielen verschiedenen Rennbahnen. Mit den ersten Wochen bin ich zufrieden."
Ein Beleg dafür ist sein zweiter Platz in der Quinte von Vire am 18. März mit Kueen’s Pride für Trainer Thierry Duvaldestin: "Es ist immer eine Freude, für den Stall Duvaldestin zu fahren. Die Pferde sind bestens vorbereitet und haben stets gute Chancen."
Seinen ersten Sieg im Jahr 2026 feierte Tristan am vergangenen Wochenende in Saumur für Pierre-Yves Rochard: "Der März war als Fahrer eher ruhig, aber an den letzten beiden Wochenenden konnte ich mehrere Platzierungen auf Grasbahnen erzielen. Das wollen wir in den nächsten Tagen fortsetzen."
Dafür reist Tristan quer durch Frankreich, von Nord nach Süd, beginnend am Samstag in Graignes: "Ich werde unter anderem Ivory du Cherisay fahren, die eine gute Startmöglichkeit hat. Sie ist unkompliziert und läuft gut linksherum. Nach ihrer guten Leistung in Fougeres sollte sie wieder vorne mitmischen."
Zum Osterwochenende geht es nach Castillonnes: "Ich werde Nika For Ever erstmals fahren, eine Tochter von Captain Sparrow für Jean-Philippe Monclin. Sie arbeitet morgens ordentlich und sollte gleich vorne mitlaufen können. Da mein Vater gesperrt ist, überlässt er mir den Sulky von Power Doc im Grand Prix. Er startet mit Zulage und läuft diesmal rechtsherum. Aber er ist ein sehr gutes Pferd, das im letzten Herbst gezeigt hat, was in ihm steckt. Es ist eine große Chance für mich, ihn fahren zu dürfen."
Am Montag setzt Tristan auf einen Debütanten aus dem Stall von Guillaume Marin: "Nectar de l’Isac läuft zum ersten Mal und wird von seinem Trainer hoch eingeschätzt. Er sollte gleich eine gute Rolle spielen. Außerdem fahre ich den 4jährigen Mystic de Pierrais, der nach einer Pause zurückkehrt. Wir hoffen auf eine Platzierung, aber mein Hauptaugenmerk liegt auf dem jungen Pferd."
Eine solide Erfahrung
Mit 107 Siegen, ein Drittel davon für Nicolas und Jean-Michel Bazire, hat sich Tristan Ouvrie vor seinem Schritt in die Selbstständigkeit bereits einen beachtlichen Lebenslauf aufgebaut. In den Ställen von Sylvain Roger sowie der Familie Terry sammelte er wichtige Erfahrungen und übernahm früh Verantwortung: "Ich war zweieinhalb Jahre bei Sylvain. Wir hatten gute Pferde, und ich konnte etwa 15 Rennen gewinnen. Man lernt, selbstständig zu arbeiten, was mir geholfen hat, mich schnell weiterzuentwickeln."
Anschließend verbrachte er dreieinhalb Jahre bei Jean-Michel und Nicolas Bazire in Solesmes: "Sie haben mich enorm weitergebracht. Ich hatte regelmäßig die Möglichkeit zu fahren und auch in Vincennes anzutreten, wo ich neun Siege erringen konnte. Meist war ich auf dem Land, außer in den letzten Monaten, als ich das Wintermeeting in Grosbois mitgemacht habe. Ich wollte sehen, wie das im Winter organisiert ist. Es war interessant und intensiver. Bei den Bazires habe ich vor allem gelernt, sehr genau zu arbeiten. Der Respekt vor dem Pferd und sein Wohlbefinden stehen dort an erster Stelle. Sie haben mir immer das Vertrauen gegeben, zu fahren, und dafür bin ich ihnen dankbar. Ich hatte dort eine gute Position."
