News Frankreich Trab, 16.04.2026
(hen) Nach zwei notwendigen Aufbaurennen nach seiner Kolik-Operation im Winter, wird Idao de Tillard (Foto:@scoopdyga) am Samstag im Prix de l’Atlantique (GR I) auf der Rennbahn von Enghien wieder an den Start gehen. Zu Beginn der Woche zog Trainer Thierry Duvaldestin eine Zwischenbilanz zum Zustand seines Champions, der noch Zeit braucht, um wieder seine Bestform zu erreichen.
"Man muss der Zeit Zeit lassen." Dieses Zitat von Miguel de Cervantes passt perfekt zur aktuellen Situation von Idao de Tillard. Nach seiner Kolik-Operation am 17. November 2025 und mehreren Wochen Boxenruhe hat der zweifache Amerique-Sieger bei seinem Comeback am 12. März in Caen, sowie im Prix Kerjacques am 4. April in Vincennes, jeweils mit einem siebten Platz, gezeigt, dass er noch Zeit benötigt, um wieder vollständig fit zu werden.
"Das Rennen in Caen kam zu früh, wir waren noch nicht bereit, aber wir mussten ihn wieder auf die Bahn bringen, um eine Einschätzung zu bekommen", erklärt Thierry Duvaldestin. "Er musste früh Luft holen, was normal war. Im Prix Kerjacques war es dann schon besser. Seine Zielgerade war ordentlich, auch wenn er seinen Vordermann nicht mehr überholen konnte. Auf den letzten 80 Metern konnte er seinen Einsatz nicht mehr durchziehen. Er braucht Rennen und ist noch nicht wieder bei 100%. Bewegungsablauf, Muskulatur, Herz-Kreislauf - es fehlt noch an vielem. Wie mir sein Tierarzt Loic Vallois sagt: 'Es dauert einfach.' Und wenn man es beschleunigen will, riskiert man Fehler."
Gute Arbeit am Montag
Wie jeder Spitzensportler braucht auch Idao de Tillard nach einer solchen Operation Zeit, um wieder in den Wettkampfrhythmus zu finden. Sein Kampfgeist ist jedoch ungebrochen. "Das Pferd zeigt großen Willen", betont sein Trainer, der überzeugt ist, dass sein Crack wieder zur Bestform zurückfinden wird. Auch wenn unklar ist, wann genau.
"Vom Gewicht her passt es. Von der Seite sieht man noch, dass der Bauch im Bereich der Narbe etwas hängt, aber von vorne und hinten sieht er sehr gut aus." Fünf Tage vor dem Rennen hat er am Montag ordentlich gearbeitet und bekam am Mittwoch noch einmal eine lockere Einheit. Zusätzlich nutzt er gelegentlich das Wassertraining im Haras de Sassy, wenn es möglich ist.
Zielrichtung Podium
Die große Frage ist nun, welche Leistung Idao de Tillard am Samstag im Prix de l’Atlantique, einem seiner Frühjahrsziele, zeigen wird. Auch wenn er noch nicht bei 100% ist, werden Fortschritte erwartet, zumal ihm die Strecke liegt. "Er mag kurze Distanzen und die Bahn in Enghien (zwei Starts, zwei Siege), auch wenn er sich grundsätzlich überall anpasst. Wir werden versuchen, uns dem Podium zu nähern. Ob er gewinnen kann? Man hofft es immer, aber das erscheint im Moment schwierig."
Die Wahl auf alle Eisen zu verzichten, ist eine Konfiguration, die er bisher nur einmal hatte: bei seinem zweiten Sieg im Prix d’Amerique am 26. Januar 2025 - seinem bislang letzten Erfolg. "Er wird noch einiges an Gewicht tragen müssen, da ihm die frühere Geschmeidigkeit fehlt. Wir müssen auf Nummer sicher gehen", erklärt Duvaldestin. "Beim Aufwärmen hat er noch nicht seinen alten, flüssigen Schritt. Fast wie ein Pferd, dem etwas weh tut. Solange das so ist, bedeutet das, dass er noch nicht wieder vollständig fit ist."
Wie geht es im Programm weiter?
Thierry Duvaldestin geht Schritt für Schritt vor, wobei jede Rennleistung die weitere Planung beeinflusst. "Es ist möglich, dass er danach im Prix des Ducs de Normandie (GR II) am 09. Mai in Caen läuft, also drei Wochen nach dem Prix de l’Atlantique. Außerdem gibt es noch den Prix Rene Balliere (GR II/2.700 m) am 21. Juni in Vincennes. Der Elitloppet? Dafür haben wir derzeit keine Einladung, und das Pferd ist noch nicht wieder auf Topniveau. Eine Reise nach Schweden Ende Mai kommt daher aktuell nicht infrage."
Das große Ziel liegt ohnehin weiter in der Zukunft: der Prix d’Amerique 2027 am 31. Januar. "Genau das ist das Ziel", bestätigt Duvaldestin. "Aber zuerst müssen wir ihn wieder in Topform bringen. Und dann soll er wieder als Sieger durchs Ziel gehen."
