Der Prix de l’Atlantique bringt stets einen Hauch von Frühling in den französischen Trabrennsport. Er erfüllt eine doppelte Funktion: Einerseits öffnet er die Tür zum europäischen Kalender des Spitzensports, andererseits dient er als Bühne für das Comeback mehrerer Winterhelden. Nach der endgültigen Starterangabe hat es nur für dreizehn Starter gereicht. Das Feld, das sich am Samstag in Enghien trifft, kann man aber als sehr 'erlesen' bezeichnen. Zudem wird der Klassiker als Quinte-Rennen ausgetragen und bekommt somit zusätzliche Aufmerksamkeit.
Ein Rennen als Sprungbrett für große Erfolge?
Die letzten beiden Sieger des Prix de l’Atlantique haben danach Großes erreicht: Iguski Sautonne (Sieger 2025) gewann im Winter den Prix de Cornulier und kürzlich das Grand Criterium de la Cote d’Azur. Horsy Dream (Sieger 2024) dominierte den europäischen Trabrennsport und siegte nach Enghien unter anderem im Elitloppet, im Prix Rene Balliere und im Aby World Grand Prix.
Eine Bühne für Champions
Ohne ganz weit zurückzugehen: Ourasi prägte das Rennen mit vier Siegen in Folge (1986-1989). Jag de Bellouet gelang von 2004-2006 ein Dreifachsieg und Bold Eagle holte die beiden Ausgaben 2017 und 2018. Besonders beeindruckend war sein erster Triumph, den er scheinbar mühelos errang.
Die Favoriten
Sechs Wochen vor dem Elitloppet, kommt dieser Härtetest für Go On Boy zum richtigen Zeitpunkt. Als Elitloppet-Sieger des Vorjahres und Classement-Sieger der UET Elite Circuit-Wertung 2025 gilt er gewissermaßen als "europäischer Titelverteidiger. Das gilt aber nicht für den "l'Atlantique". Bei den drei Teilnahmen (2023-2025) wurde er zweimal "nur" Zweiter. Gleichzeitig gewann er bereits zweimal auf der Piste von Enghien im Prix de Washington. Der Derieux-Schützling dürfte das meiste Vertrauen der Wetter bekommen.
Allerdings beendete Iroise de la Noe mit dem Sieg im 'France' den Winter als Königin des Sprints in Vincennes und muss somit ebenso ernst genommen werden. Die Fuchsstute hat sich kürzlich mit Rang Drei im Prix Kerjacques stark zurückgemeldet. "Sie lief hervorragend und hat bis zum Schluss gekämpft", sagte ihr Fahrer Robin Lamy. Ihre Form dürfte weiter ansteigen. Sie hat aber wenig Erfahrung auf der Bahn von Enghien. 4jährig gab es den einzigen Start, der siegreich beendet wurde.
Nach einer intensiven Vorbereitung im Prix Kerjacques, hat Josh Power "sein perfektes Niveau erreicht", wie es Trainer Sebastien Ernault kürzlich im Interview mit dem ParisTurf erklärte. Insofern muss man auch den Fuchs für den Triumph einplanen.
Nach einem starken sechsten Rang im Amerique, war Frank Gio (5) als Sechster im 'Vitesse' ein wenig enttäuschend. Der Italiener aus dem Quartier von Sebastien Guarato gönnte sich im Anschluss eine kurze Pause, zeichnete sich aber laut seinem Umfeld im Training "durch eine ausgezeichnete Form" aus.
Formsteigerung erwartet
Neben den genannten Pferden steht natürlich auch Idao de Tillard im Fokus, auch wenn ein Sieg nach den ersten beiden Starts nach der langen Zwangspause in weiter Ferne zu sein scheint. Aber nach dem siebten Platz im Prix Kerjacques zeigte sich Fahrer Clement Duvaldestin optimistisch: "Die Eindrücke sind gut, er macht Fortschritte. Für den Sieg könnte es noch etwas früh sein, aber er ist auf dem richtigen Weg."
Bestätigungen der H-Pferde
Zwei 9jährige Stuten könnten ebenfalls im Mittelpunkt stehen: Harmony du Rabutin und Harley Gema. Beide haben in letzter Zeit starke Leistungen gezeigt. Harley Gema wurde zudem zum Paralympiatravet in Schweden eingeladen und könnte mit einem guten Abschneiden ihre Ambitionen weiter untermauern.
Dagegen setzt der Trainer von Harmony du Rabutin, Guillaume Huguet, vor allem auf den Wechsel der Bahn: "Ich denke, dass Enghien ideal für sie ist. Vor allem wegen der langen Zielgeraden. Mit solchen Pferden ist man in Enghien besser aufgehoben als in Vincennes, weil man mehr Zeit hat, wieder nach vorne zu kommen. Ich habe wirklich keine Bedenken."
Die K-Generation
Mit Keep Going, Krack Time Atout und Koctel du Dain kehren drei Pferde aus dem 2020er-Jahrgang nach einer mehr oder weniger langen Pause zurück. Dieses Trio tritt direkt "erleichtert" an, wird aber zu diesem Zeitpunkt vermutlich weniger Gefahr ausstrahlen.
Wenig internationale Beteiligung
Mit nur zwei ausländischen Startern ist die internationale Note schwächer als in manch anderen Jahren. Wie schon erwähnt dürfte Frank Gio die besten Möglichkeiten der Ausländer vertreten, weil der zweite Italiener Fellow Wise As auf diesem Niveau deutlich weniger Erfahrung besitzt und erst einmal die zweite Reihe kompensieren muss.
