News Frankreich Trab, 09.01.2026
(hen) Jean-Michel Bazire, der in der vergangenen Woche bei einem Trainingssturz in Grosbois schwer gestürzt ist, hat weiterhin enorme gesundheitliche Einschränkungen zu meistern. Exklusiv für den ParisTurf gab der zwanzigfache Fahrerchampion ein Update zu seinem Gesundheitszustand und hat zudem verraten, dass sein Sohn Nicolas ihn im Sulky des Favoriten Jushua Tree im Amerique ersetzen wird. (Foto:scoopdyga)
Für Jean-Michel Bazire änderte sich in der vergangenen Woche alles - genauer gesagt am Freitagmorgen, dem 02. Januar. "Ich saß in Grosbois hinter Jingle du Pont im Sulky, als Jablonski, der rechts neben mir mit Rene Mascle arbeitete, einen Aneurysma-Riss erlitt", schildert er rückblickend den Unfall. "Er brach zur Seite. Rene und ich konnten den Sturz nicht mehr verhindern. Ich war längere Zeit bewusstlos, da ich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten habe."
Zur Erinnerung: Jean-Michel Bazire hatte am 15. Juli 2012 in Enghien bereits einen Schlaganfall erlitten, ausgelöst durch eine arteriovenöse Fehlbildung im Gehirn, während er Quoumba de Guez fuhr.
"Ich habe noch immer einige Spuren einer Hirnblutung. Auch wenn meine Sprache langsam zurückkommt, ist sie noch nicht perfekt, und ich suche nach Worten. Ich habe Kopfschmerzen, bin sehr müde und schlafe viel. Meine linke Hand funktioniert kaum. Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich ihr eine Eins geben. Das Ganze ist also eindeutig neurologischer Natur. Das Blut in meinem Kopf bestätigt das. Jetzt heißt es abwarten, so viel wie möglich ruhen und sich Zeit lassen. Ob das beunruhigend ist? Wissen Sie, in meinem Alter (54 Jahre) gibt es nicht mehr viel, was mich wirklich beunruhigt. Im schlimmsten Fall, wenn ich nicht alle Empfindungen zurückbekomme, höre ich eben mit dem Fahren auf. Meine Karriere ist ohnehin gemacht."
Auch Rene Mascle, der ebenfalls schwer gestürzt ist, erholt sich nach und nach. "Er ist am Freitag gestürzt, stand aber bereits am Montagmorgen wieder im Stall, um zu arbeiten."
Seit dem vergangenen Freitag reißen die Fragen nicht ab, ob Jean-Michel Bazire in diesem Winter in Vincennes noch einmal auf die Rennbahn zurückkehren wird und vor allem, ob er Jushua Tree steuern kann, den wahrscheinlichen Favoriten des Prix d’Amerique 2026.
"Zum jetzigen Zeitpunkt ist es absolut ausgeschlossen, dass ich im Prix d’Amerique an den Start gehe. Mit einer Hand, die heute nahezu nicht funktioniert, ist das schlicht unmöglich. Ich kann Ihnen nicht sagen, wann ich meine linke Hand wieder normal benutzen kann. Auch die Ärzte, die mich im Krankenhaus Kremlin-Bicetre betreuen und mit meinem Fall vertraut sind, wissen es nicht", erklärt er.
"Das Leben besteht aus Herausforderungen. Hier ist eine neue - für Nicolas und für mich."
"Ich bin zwar in Grosbois geblieben, um an der Seite meines Sohnes Nicolas zu sein und ihm zuzuhören, aber ich gehe nicht einmal an die Bahn, um unsere Pferde beim Arbeiten zu sehen. Ich beschränke mich darauf, sie im Hof zu beobachten, und schlafe sehr viel. Natürlich verändert dieser Sturz die zweite Hälfte unseres Wintermeetings komplett - für mich, aber auch für mein gesamtes Team. Nicolas spricht nicht darüber, aber für ihn bedeutet das zwangsläufig Druck und Stress, gerade mit Liza Josselyn und Jushua Tree, um die ich mich normalerweise kümmere. Er wird Liza Josselyn am Samstag im Prix de Croix fahren und anschließend auch Jushua Tree im Prix d’Amerique steuern. Das Pferd sieht sehr gut aus und ihm geht es laut Nicolas und seiner Pflegerin sehr gut. Es stehen noch acht Trainingseinheiten bis zum großen Tag an. Das Leben besteht aus Herausforderungen. Dies ist eine neue - für ihn und für mich."
