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PRIX D'AMERIQUE 2026 - Pierre-Emmanuel Mary (Züchter): "Erster und Zweiter zu werden, wäre unglaublich"

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Der Amerique rückt mit großen Schritten näher - und für eine Familie kommt am Sonntag eine ganz besondere Spannung auf. Die Familienzucht von Pierre-Emmanuel und Mathilde Mary ist, wie schon im Vorjahr, durch Josh Power und Go On Boy doppelt vertreten. Beide Pferde haben berechtigte Ambitionen auf den Sieg.

Die Mutter der beiden Cracks ist Balginette. Im Vorjahr belegten die Halbbrüder schon die Ränge Drei und Vier. "Für Go On Boy hätte es besser laufen können", erinnert sich der 41jährige, der selbst Trainer ist. "Beim ersten Start ist er mit San Moteur zusammengestoßen, sodass er teils mit einer Ersatzausrüstung lief, die nicht auf ihn eingestellt war. Außerdem stand er drei Minuten lang im Wind, was nicht geholfen hat. Aber Josh hatte ein gutes Rennen."
 
Ein Tag für die Geschichtsbücher?
 
Nach den Absagen von Idao de Tillard, Borups Victory und Jushua Tree steigen die Ambitionen weiter. Warum nicht sogar von einem Doppelsieg träumen? Ein solches Szenario wäre in der Geschichte des Trabrennsports einmalig. "Ich weiß nicht, welcher der beiden vorne sein wird. Hoffen wir, dass niemand vor ihnen ist (lacht). Erster und Zweiter - das wäre unglaublich. Wir würden Rennsportgeschichte schreiben. Persönlich hatte ich immer eine kleine Vorliebe für Go On Boy, weil er Unglaubliches geleistet hat, vor allem barfuß. Grundsätzlich ist er talentierter als Josh, aber im Prix de Bretagne war Josh sehr stark. Ich bin also unschlüssig."
 
Die Anspannung, die es am Sonntag für die Züchter geben wird, wollen sie jedoch keinesfalls auf die Trainer ihrer Champions, Sebastien Ernault und Romain Derieux, übertragen. "Ich gehe vor dem Rennen nur sehr selten zu den Boxen. Sie sehen mich meist erst bei der Waage. Ich kenne das Geschäft selbst gut und will sie auf keinen Fall stören."
 
Auf dem Weg zu Top-Hengsten
 
Die Familie Mary ist in Tourgeville bei Deauville ansässig und betreibt ihre Zucht seit der F-Generation professionell. Aktuell kümmern sie sich eigenständig um zehn Zuchtstuten auf 30 Hektar Land. In zehn Jahren hat ihre Zucht 56 Rennen gewonnen, darunter sieben Gruppe I-Erfolge (drei im Ausland mit Go On Boy: Grand Prix de Wallonie 2023/24 in Mons und der Elitloppet 2025 in Solvalla).
 
Im Gegensatz zu manchen Züchtern, die erfolgreiche Anpaarungen wiederholen, hat die Familie Mary Balginette nicht erneut mit Password (Vater von Go On Boy) oder Offshore Dream (Vater von Josh Power) belegt. Einerseits deckt Password laut Julien Dubois nicht mehr, andererseits wollen die normannischen Züchter künftig verstärkt auf die besten verfügbaren Hengste setzen. "Wir würden gern eine Stute von einem Tophengst haben, aber Balginette bringt viele Hengstfohlen", erklärt Pierre-Emmanuel Mary. "Wir betreiben schließlich auch Handel." Von neun Nachkommen sind nur zwei Stuten. Die nächste Geburt, von Face Time Bourbon, wird mit 95% Wahrscheinlichkeit ein Hengstfohlen. Es wird der Vollbruder von Powerball sein, der im vergangenen Jahr geboren wurde und am Mittwoch in Deauville angeboten wurde.
 
Doch für die Geschwister Mary sind nicht nur die Väter entscheidend, sondern vor allem die Mutterlinien: "Die Blutlinien der Stuten sind extrem wichtig. Man paart keine Stute ohne Papier mit einem Tophengst. Wenn man die Zieleinläufe in Gruppenrennen betrachtet, sieht man, dass alle Mütter aus starken Linien stammen. Wir nähern uns da dem Galopprennsport an. Im Galopp startet man in großen Rennen kaum, wenn man kein 300.000- oder 400.000-Euro-Jährling hat. Im Trab haben wir noch immer die Chance, mit kleinerem Budget auf höchstem Niveau zu starten. Deshalb muss man den Trabrennsport verteidigen!"
 
Rückzug vom Trainingsbetrieb
 
Der ehemalige Trainer von Vrai Voyou, der in Frankreich 164 Siege, darunter drei Gruppenrennen, errungen hat, hat seit dem 16. Dezember 2024 keinen Traber mehr an den Start gebracht. Damals wurde Midland d’Oyse Achter in Nantes. "Ich habe immer noch ein oder zwei Pferde, um beschäftigt zu bleiben. Aber meine Rückenprobleme, Personalsorgen und Besitzerthemen haben es kompliziert gemacht. Irgendwann habe ich beschlossen, künftig für mich selbst zu arbeiten. Als öffentlicher Trainer wird man am Ende der Karriere nicht wirklich reich, also habe ich den Kurs geändert. Dieses Jahr werde ich keine Starter haben."
 

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