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Mit 'Power' zum Amerique-Triumph?

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In den Monaten, Wochen und Tagen vor dem 'Prix d´Amerique Legend Race 2026' gab es einige Absagen. Aber auch wenn der zweifache Amerique-Sieger Idao de Tillard, Jushua Tree, der Crack aus dem Stall Bazire und ein starker Schwede wie Borups Victory passen mussten, verspricht die kommende Ausgabe des Amerique' den Fans wieder die größtmögliche Spannung. Noch dazu wird es sicherlich einen neuen Amerique-Sieger geben, weil im 18er-Feld lediglich Hooker Berry schon einmal triumphieren konnte.

Dazu kommt mit den drei 5- und fünf 6jährigen eine Menge neuer Schwung in die "Weltmeisterschaft der Traber". Die Favoritenrolle ist dabei sehr offen. Josh Power (11), Go On Boy (18) und Epic Kronos (6) sind die häufigsten Namen, die genannt werden, wenn man sich nach dem Sieger umhört. Aber auch Iroise de la Noe (2), Frank Gio (10), Inmarosa (14) und Francesco Zet (17) haben ihre Anhänger.

Wer das Kunststück vollbringt die ersten Fünf in die richtige Reihenfolge zu bringen, kann durch den Jackpot von 3.000.000 Euro ein dickes Upgrade der Quote erwarten.

Alles ist angerichtet - C'EST PARTI !!!

Für Trainer Guillaume Huguet geht mit seinem ersten Starter im Prix d’Amerique ein Traum in Erfüllung. Er kann seine HARMONY DU RABUTIN (1) anspannen, von der er schon seit Jahren sagt, dass sie besser sei, als sein anderer Crack Horchestro. Den Beweis dafür hat die Stute aber nicht ganz so häufig erbracht. Aber zwei Dinge darf man der 9jährigen niemals absprechen. Zum Einen ist sie unheimlich trabsicher, und zum Anderen legt sie eine mehr als große Konstanz in ihren Formenspiegel. Bei den letzten 21! Starts war die Royal Dream-Tochter immer im Geld und sechzehn Mal auf dem Podium. Ihre absolute Bestleistung der letzten Saison lieferte sie Anfang Juli in Vichy. An diesem Tag zündete sie gegen starke Konkurrenz im Einlauf den Turbo, der sie aus einer unmöglichen Position zum halbklassischen Erfolg brachte. Für ihre Qualifikation als Vierte im 'Bourbonnais' musste Fahrer David Bekaert viel Nerven beweisen. In der zweiten Spur saß das Gespann noch bis weit in den Schlussbogen fest. Erst in Richtung Einlauf befreite sich das Duo und legte sofort einen riesigen Speed hin. Zum Treppchen fehlte weniger als eine halbe Länge. Die Freude überwiegte dem Bedauern, dass mit einer früheren Lücke deutlich mehr drin gewesen wäre. Zu Beginn des Jahres musste sie im gut besetzen Prix de Lille über die etwas weniger passende Mitteldistanz einen Teil des Rennens die Todesspur anführen. Kurz vor der Zielgeraden hatte sie schon nichts mit der Entscheidung zu tun, war aber mit Beschlag ohnehin mehr zur Vorbereitung unterwegs. Wie im 'Bourbonnais' ist sie auch heute die gewinnärmste Teilnehmerin. Aber sicher nicht die, mit den geringsten Chancen.

Trainer Thomas Levesque hatte vor dem Winter zwei große Ziele. Einen Starter im 'Cornulier' und einen Starter im Amerique anzuspannen. Seinen Kyt Kat konnte er schon vor einer Woche im größten Trabreiten präsentieren. Für die Qualifikation von IROISE DE LA NOE (2) musste länger gezittert werden. Wie im Winter zuvor lief es alles auf den Prix de Belgique hinaus. Aber seine Stute enttäuschte ihn nicht. Und auch die Fahrerwahl war ein guter Schachzug vom Trainer, der rechtzeitig erkannte, dass der sechsfache Sulky d'Or Eric Raffin weder im Belgique, noch im Amerique eine Fuhre sicher hat. "Es wäre schade gewesen, Eric in der Umkleide zu lassen", sagte Levesque nach der Starterangabe. Und Raffin machte seine Sache sehr gut. Er führte die Fuchsstute zwar zur Hälfte des Rennens in die Todesspur, war sich aber bewusst, dass mit J'Aime le Foot ein Pferd an der Spitze ist, dass er rechtzeitig in den Griff bekommen kann. Und so kam es dann auch. 500 Meter vor dem Ziel rauschte das Gespann am Schützling von Antoine Lherete vorbei und kam danach nicht mehr in Gefahr. Nebenher wurde in 12,0/2.850 Meter der Rennrekord egalisiert. Aber wie gut ist die Tornado Bello-Tochter wirklich? Und wieviel Bonus bringt Raffin im Vergleich zum vorigen Winter mit? Vor einem Jahr trug sie ihr Rennkopf bis an die letzte Ecke, wo die Stute mit ein wenig Rückstand Rang Fünf vor Augen hatte, dann aber ausgefallen ist. Trotz der Formen vor dem 'Belgique', ist der Trainer überzeugt, eine stärkere Iroise de la Noe vorzufinden. Ist das tatsächlich der Fall, steht auch einem Podiumsplatz nichts im Wege.

Seit Jahren schwimmt Trainer William Bigeon auf einer Erfolgswelle, was auch durch die hohen Investments seines größten Besitzers Joel Seche möglich gemacht wird. Nun geht für das Duo ein Traum in Erfüllung. Sowohl für den Fahrer Bigeon, als auch für ihn als Trainer, ist es mit KING OPERA (3) die erste Teilnahme am Amerique, was auch für den Besitzer gilt. Der Hengst hat in jungen Jahren schon unheimlich viel Qualität bewiesen, dabei auch aber immer wieder, vor allem späte, Fehler eingebaut. Durch den Wechsel auf vollen Beschlag, wurden diese Ausfälle aber fast auf Null reduziert. In der Vorsaison gab es nur zwei "rote Karten", und die aktuellste vom 21. Dezember, kann man aufgrund der sehr schwierigen Bahnverhältnisse im 'Tenor de Baune' entschuldigen. Zuvor hat der Ready Cash-Sohn mit vier vorderen Platzierungen in Jahrgangsrennen seine Konstanz unter Beweis gestellt. Bestleistung dabei war der dritte Rang im Criterium der 5jährigen, als er den späteren Sieger mit einem langgezogenen Sprint in Position gezogen hat. Im 'Belgique' war es nicht das erste Mal, dass der nun 6jährige bewiesen hat, dass er mit den Älteren mithalten kann. Nach einem guten Start im Mittelfeld wurde King Opera bis an das Ende des Feldes zurückgeschoben, fand dann in dritter Spur aber wieder die passende Zugmaschine. Diese brachte ihn bis zur Einlaufecke, wo er den vor ihm liegenden Immortal Doc bis zum Ziel unter Druck setzen konnte. Selbstverständlich riskierte Bigeon mit dem Amerique-Ticket in der Hand nichts mehr, auch wenn beide Kontrahenten ganz außen von Frank Gio überflügelt wurden. Mit einem perfekten Rennverlauf kann der Speed King Opera auch in die Königswette tragen. Dabei scheint aber Rang Vier oder Fünf deutlich wahrscheinlicher als ein Podestplatz, auch wenn der Trainer mit dem barfüßigen Auftritt alle Register zieht.

Für Antoine Lherete ist die Ausgabe dieses Amerique' eine ganz besondere. Als Fahrer bestreitet er seinen ersten Amerique, als Trainer bringt er neben J'AIME LE FOOT (4) auch noch Hooker Berry an den Ablauf. Aus seinem Gestüt sind mit Go On Boy und Keep Going sogar vier Pferde am Start, die er bestens kennt und teilweise auch selbst vorbereitet hat. J'Aime le Foot kennt er aber am besten und hat sich somit auch für seinen Sulky entschieden. Der Sohn von Boccador de Simm begann früh eine hoffnungsvolle Karriere im Stall von Philippe Allaire. Als er aber zunehmende Unsicherheiten zeigte, wurde er Mitte Januar 2023 auf der Auktion angeboten und wechselte für 700.000 Euro den Besitzer und in den Stall Lherete. Seitdem gab es sehr viele Streichresultate, aber auch einige Highlights. Dazu zählte ohne Zweifel der Sieg im letzten Sommer im semi-klassischem Monte. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo der Hengst barfuß angetreten ist. Und für eine kleine Sensation sorgte das Gespann gleich zum Auftakt der B-Rennen mit dem vierten Rang, für den aber kurze Wege und ein verdecktes Rennen nötig waren. Der Trainer selbst schätzte die Chancen für den Amerique als "gering" ein, weshalb der 'Belgique' plötzlich zum Zielrennen wurde. Das der 7jährige nach einem sehr offensiven Vortrag aber untergeht, war, wie es schon häufiger passiert ist, nicht überraschend. Mit einem kleinen Restrisiko wird man sich von ihm trennen können.

Es kann kaum einen besseren Beweis für die Klasse von IMMORTAL DOC (5) geben, als der Sieg aus dem letzten August im Aby Storia Pris. An diesem Tag führte Björn Goop den Hengst voller Vertrauen schon zwei Runden vor dem Ziel in die Spitzengruppe, musste dann aber die zweite Spur anführen. Dennoch überlief das Gespann im Einlauf sehr leicht den Führenden und kam in 12,8/3.140 Meter nach Hause. Schon im letzten Winter sammelte er Erfahrung in Vincennes. Auch wenn er damals, wie auch im laufenden Meeting, nach insgesamt zehn Starts in Vincennes sieglos ist, scheint sich der Brillantissime-Sohn noch einmal deutlich gesteigert zu haben. Besonders stark war dabei der Ehrenplatz im Prix Tenor de Baune. Dabei musste er sich auf der Überseite aus dem Hintergrund ganz alleine in dritter Spur vorarbeiten und war dennoch im letzten Bogen der erste Verfolger des späteren Siegers. Den konnte der Wallin-Schützling zwar nicht mehr gefährden, blieb aber sehr sicherer Zweiter. Und das in 11,3/2.700 Meter auf einer Piste, die zur 'Schlammschlacht' eingeladen hat. Schon zuvor zeigte Immortal Doc, dass er auch sehr gut gegen die Älteren bestehen kann, auch wenn er im 'Bourbonnais' nur Siebter wurde. Nach einem kurzen Startfehler lag er immer im Hintertreffen, flog im Einlauf aber ins Kleingeld. Schon an diesem Tag wäre die Qualifikation möglich gewesen, die im 'Belgique' als Dritter nachgeholt wurde. Dabei verteidigte er Rang Drei knapp gegen King Opera. Seiner Schwäche aus dem Band stehen aber auch zwei Stärken gegenüber - der 6jährige kann sowohl einen langgezogenen Sprint, als auch einen kurzen explosiven Antritt in die Schlacht werfen. Dazu besitzt er die Härte, die einen möglichen Amerique-Sieger ausmacht. Auch wenn dies nicht das wahrscheinlichste Szenario ist, gehört Immortal Doc spätestens in die erweiterten Wetten.

Trotz seiner geringen Erfahrung von nur drei Rennen in Vincennes, gehört EPIC KRONOS (6) zu den dringendsten Sieganwärtern. Das lag vor allem an seinem Auftritt am 21. Dezember im Prix Tenor de Baune. Nach einem guten Start lag der Schwede schnell in vorderer Linie und griff zu Beginn des Anstiegs den bis dahin Führenden an, um grußlos an die Spitze zu ziehen. Den langen Sprint von einem guten Kilometer zog er dann voll durch. Und auch wenn Immortal Doc als einziger Verfolger bis zur Einlaufecke noch einmal in den Rücken des 6jährigen kam, konnte sich der Hengst unter leichten Hilfen von Paul Philippe Ploquin wieder freimachen. Im Ziel wurde das Gespann in der neuen Rennrekordzeit von 11,2/2.700 Meter gestoppt, was umso höher zu bewerten war, weil durch die Bahnverhältnisse an diesem Tag eine solche Zeit nicht annähernd zu erwarten war. Nach dem Finalsieg im Grand Prix der UET im Oktober 2024, war dies schon der zweite Gruppe I-Sieg in Vincennes für Epic Kronos. Dazwischen lag nur ein Ausfall im Prix de Bretagne, der sich mit anschließend veränderter Ausrüstung nicht mehr wiederholen sollte. Auf den Derby-Zweiten von 2024 ruhen die größten Hoffnungen der schwedischen Anhänger.

KEEP GOING (7) gehörte zu den großen Gewinnern der Saison 2024. In dem Jahr holte der Hengst aus dem Stall von Mathieu Mottier gleich zwei Gruppe I-Erfolge. Nachdem er den einheimischen Jahrgang im Criterium der 4jährigen geschlagen hat, triumphierte er zum Ende des Jahres auch gegen die internationale Konkurrenz in seiner Generation. Nebenher belohnte sich der Follow You-Sohn noch mit einem Ticket für den letztjährigen Prix d’Amerique. Dort blieb er allerdings unplatziert. Schon zu Beginn des folgenden Sommers zeigte sich der Schützling des Schweizers Jose Davet in einer starken Verfassung und bewies als Vierter im 'Rene Balliere', dass er den Sprung aus dem Jahrgang zu den Älteren hinter sich gebracht hat. Zurück im Jahrgang holte sich Keep Going im August beide 'Semi's' in Vorbereitung auf das Criterium, in dem er aber nach einem frühen Fehler seine Position verloren hat und infolgedessen mit einem aufwendigen Rennverlauf unplatziert geblieben ist. Schon im letzten Sommer erklärte Mottier, dass die erneute Qualifikation für den Amerique das große Ziel sein wird, was auf Umwegen auch gelungen ist. Gleich im ersten 'B' saß der Hengst mit vielen Reserven lange fest. Als sich im Einlauf die Lücke ergeben hat, wollte sein Trainer, wie er selbst zugegeben hat, zu viel, was zum Fehler führte. Das Versäumte wurde dann drei Wochen später im 'Bourbonnais' nachgeholt. Aus der verdeckten Lage, kam das Gespann schon früher frei und sprintete sehr leicht zum Ehrenplatz. Im 'Tenor de Baune' war der Hengst nach früher Führung sehr viel defensiver unterwegs und kam für mehr als Rang Sechs zu spät auf freie Bahn. Es stand aber vielmehr die mentale Vorbereitung für heute auf dem Programm, die zu einem besseren Resultat als dem unplatzierten Ergebnis aus dem Vorjahr führen sollte.

Für Trainer Daniel Wäjersten ist die Teilnahme von BULLET THE BLUESKY (8) ein dickes Trostpflaster für die Absage des Stallgefährten Borups Victory. Der 5jährige hätte mit dem Prix Bold Eagle am Vortag auch ein Gruppe I-Rennen für seinen Jahrgang gehabt. Aber wie der Ausbilder richtig feststellt "kann ihm der Start gegen solche Konkurrenz helfen, sich weiterzuentwickeln". Im letzten Oktober zeigte Wäjersten auch sein großes Vertrauen in den Readly Express-Sohn, als er im Finale des UET Grand Prix schon vor Beginn der Schlussrunde die Todesspur in Kauf genommen hat. Auch wenn er dem starken Endspurt des Siegers im Einlauf nicht folgen konnte, wurde der Ehrenplatz sicher verteidigt. Somit wurde er auch als Favorit im Finale der Breeders Crown in Eskilstuna auf die Reise geschickt, blieb dort aber sehr früh in dritter Spur hängen und ging im Einlauf völlig unter. Dennoch ging es für den mittlerweile 5jährigen nach Frankreich, wo er beim ersten Auftritt in Vincennes im 'Continental' schon am Start ausgefallen ist. Deutlich ansehnlicher war der Auftritt am 10. Januar im Prix de Croix. Der Hengst lag in einem sehr taktisch geprägten Rennen ständig als drittes Pferd an der Innenkante. Als die Fahrt im letzten Bogen ruckartig angezogen hat, konnte er dem ersten Trio nicht gleich folgen. Bis zum Ziel verkürzte er den Rückstand als Vierter noch ein wenig. Ob es im ersten wirklichen Härtestest gegen die Älteren schon für die Quinte reicht, darf man anzweifeln.

Nach diversen Absagen und Ausfällen, ergab sich für LOVINO BELLO (9) die Möglichkeit am Amerique teilzunehmen, was das Team Duvaldestin auch gerne in Angriff nimmt. Somit wurde auch in seinem Fall auf den Prix Bold Eagle verzichtet. Der Hengst hat in seinem Jahrgang sofort glänzen können und lief im Juli 2024 beim Sieg in Enghien sogar Europarekord für 3jährige. Zu diesem Zeitpunkt agierte er noch unter der Regie seines Besitzers Jocelyn Robert, was sich nach dem letzten Wintermeeting änderte. Aus der Pause heraus zeichnet seitdem Thierry Duvaldestin, der mit dem Village Mystic-Sohn aber kleine Rückschläge im Formenspiegel hinnehmen musste. So war auch sein Auftritt als Siebter im Finale des UET Grand Prix sehr blass, nachdem er den Vorlauf in der Heimat noch im Speed gewonnen hat. Spätestens mit dem Sieg am 06. Dezember im Prix de Croix, war der Hengst aber wieder voll da. Mit einer sehr starken Attacke durch den Schlussbogen setzte er wenig später auch den Führenden unter Druck, der mit einem Fehler an dem Angriff regelrecht zerbrochen ist. Im 'Continental' scheiterte er unplatziert am ungünstigen Startplatz hinter dem Auto, der ihm nur eine Lage im Hintertreffen bescherte. Im Prix de Croix musste er lange die Todesspur anführen, geriet aber in einem langsamen Rennen nicht unter Druck. Lediglich in der Schlussphase wurde es sehr flott, wobei er die spätere Siegerin noch unter Druck setzen konnte. Es blieb beim guten zweiten Platz, der allerdings nicht zwingend für das höchst vorstellbare Niveau reichen muss. Dazu kommt der Fahrerwechsel zum erstmals eingesetzten Clement Duvaldestin.

Vor einer Woche holte Trainer Matthieu Abrivard als Trainer mit dem 'Cornulier' einen echten Big Point. Jetzt könnte als Catchdriver für FRANK GIO (10) der Zweite folgen. Auch wenn der Hengst Italiener ist, gefallen ihm die großen Bahnen in Frankreich sehr viel besser, als die Pisten in seiner Heimat, die mehr auf reine Geschwindigkeit ausgelegt sind. So führte auch der letzte heimatliche Auftritt in Modena zu einem Ausfall, der kurz darauf in Enghien mit einem Sieg richtiggestellt wurde. Bei den folgenden sechs Starts holte sich der Face Time Bourbon-Sohn "nur" vordere Platzierungen, agierte aber durchweg auf hohem Niveau. Einzige kleine Enttäuschung war der fünfte Platz im Finale des UET Grand Prix in Solvalla, wobei es die Bivans-Farbe durch den Startplatz in der zweiten Reihe schon sehr schwer hatte. Zurück in der französischen Wahlheimat hatte der Hengst im Prix Octave Douesnel einen unheimlich harten Verlauf und war folgerichtig als Vierter schon ein Stück hinter dem siegreichen Lovino Bello im Ziel. Aber bei den nächsten beiden Starts, die jeweils für den Ehrenplatz reichten, zündete Frank Gio einen Turbo, der ihn auch für heute auf viele Wettscheine bringen wird. Im 'Continental' lag er einfach eine Position zu schlecht, um noch die längst enteilte Siegerin zu stellen. Dafür zeigte Frank Gio im 'Belgique', dass solch eine Endgeschwindigkeit auch gegen die Älteren die passende Waffe ist. Und dabei musste er noch bis weit in den Schlussbogen warten, um sich aus der zweiten Spur zu befreien. Zu diesem Zeitpunkt hatte er noch acht Gegner vor sich, zu denen auch die siegreiche Iroise de la Noe gehörte. Gegen die erneute Gegnerin könnte er den Spieß heute umdrehen, was dann schon mit einem Auftritt in der Quinte belohnt werden sollte.

Auch wenn JOSH POWER (11) nicht ganz in den Fußspuren seines großen Halbbruders Go On Boy unterwegs ist, legt der Fuchs aus dem Stall von Sebastien Ernault bislang eine großartige Karriere hin. 2023 gewann er sein Criterium und verteidigte den Titel im Jahr darauf. Insofern war es nur logisch den Schritt in die B-Rennen des folgenden Winters zu wagen. Allerdings brach sich der Trainer kurz zuvor den Arm und war lange außer Gefecht. Weder eine Rennteilnahme, noch das Training war für Ernault machbar. Aber als Glück im Unglück war Eric Raffin verfügbar, der den Offshore Dream-Sohn nach einem verputzen Auftritt im 'Bretagne' bei der nächsten Gelegenheit souverän qualifizierte. Selbst im Amerique machte das Gespann als Vierte eine sehr gute Figur. Somit konnte der Weg in diesem Winter nur wieder in Richtung zweiten Amerique führen. Und diesmal konnte Ernault seinen Champion selbst fahren und brachte ihn zum leichten Sieg im 'Bretagne'. Dabei war Ernault selbst überrascht, wie stark sich Josh Power im Anstieg zeigte, "den er früher nicht alleine so hätte bewältigen können". Damit war der Druck raus und die folgenden beiden Starts dienten der Vorbereitung für den Kopf, wobei er im 'Bourgogne', wenn auch unplatziert, spät im Rennen einen schönen Speed zeigte. Der 7jährige gehört bei allen Buchmachern zu den Top Drei der Sieganwärter. Bleibt nur noch der Fakt, dass es seit Ready Cash 2011/12 keinem Traber mehr gelungen ist, in einem Winter das Doppel 'Bretagne-Amerique' zu holen.

Der Unterschied könnte kaum größer sein, wenn man bei JUST LOVE YOU (12) den Herbst 2024 und die erste Winterhälfte mit dem gleichen Zeitraum ein Jahr später vergleicht. Im September 2024 holte die Love You-Tochter Rang Drei im Criterium der 5jährigen und qualifizierte sich schon Mitte November als Vierte im 'Bretagne' für den Amerique. Als starke Siegerin des 'Tenor de Baune' holte sie sich dann sogar noch ein zweites Ticket und krönte den Winter abschließend als Zweite im Prix d’Amerique. Kurz darauf wurde für die Stute aus dem Quartier von Laurent-Claude Abrivard aber eine Chip-OP nötig, die sie zu einer Pause zwang. Seit Ende Juli absolvierte sie bis Ende des Vorjahres dann noch sieben Starts und konnte nicht einen einzigen Ansatz liefern. Vielmehr folgte eine Enttäuschung auf die andere. Schon Ende Oktober war sie nach einem verdeckten Verlauf in Beaumont-de-Lomagne viel zu früh "satt", bekam im 'Bretagne' dennoch an der Spitze ein sehr hohes Pensum serviert, was im Einlauf zum Einbruch führte und mit Rang Neun quittiert wurde. Ein weiterer neunter Platz und eine unplatzierte Leistung in den nächsten beiden B-Rennen führten auch beim Ausbilder zu einer gewissen Resignation, sodass der 'Belgique' gleich ausgelassen wurde. Das ganze wurde mit einer Aussage kombiniert, die für diesen Start für wenig Vertrauen sorgt: "Just Love You qualifiziert sich über die Gewinnsumme oder läuft nicht."

Auch wenn es schon zwei Jahre zurück liegt, ist der Ehrenplatz von HOKKAIDO JIEL (13) im Amerique 2024 nicht vergessen. Ebenso, dass er mit seinem Sieg im 'Rene Balliere' für eine Zeit lang den Bahnrekord in Vincennes gehalten hat. In den folgenden Jahren hat der Sohn von Brillantissime aber deutlich weniger Highlights anbieten können, wobei er auch deutlich weniger Starts absolviert hat. In den Winter 2024/25 ging der Schützling von Jean-Luc Dersoir noch mit der frühen Qualifikation für den nächsten Amerique, den er aber mit einer Verletzung absagen musste. Es dauerte bis Ende Oktober, oder genauer gesagt lange 305 Tage, bis der Hengst wieder im Rennprogramm auftauchte. Während der lediglich vier absolvierten Starts, war stets ein Fortschritt zu erkennen, den auch der Trainer bestätigte. Seine Eintrittskarte holte er sich im 'Bourgogne'. Nach einem guten Start führte er das Feld den ganzen Weg an, geriet aber im Einlauf immer mehr unter Druck. Mit einem Vorteil von einem kurzen Kopf reichte es aber für den begehrten vierten Rang. Seitdem kehrte Ruhe in den Plan ein. Um jegliche Gefahr einer Verletzung zu vermeiden, hat man den 'Belgique' ausgelassen und am heimatlichen Strand in Deauville gearbeitet. Am Montag gab es für eine Abwechslung des Alltags noch eine Einheit in Grosbois, "um ihn aus seiner Standortroutine rauszuholen", wie es Dersoir formulierte. Für den scheinbar unkomplizierten 9jährigen sollte der erste Einsatz von Franck Nivard an der Fahrleine kein Problem darstellen. Aber Nivard selbst sagte auch, dass man mit Rang Fünf schon zufrieden wäre.

Offensichtlich haben die beiden Stuten aus dem Stall von Laurent-Claude Abrivard in diesem Winter die Rollen getauscht. Nun ist es INMAROSA (14), die eine Schlüsselrolle einnehmen könnte.  Im Vorjahr musste sie sich noch über die Gewinnsumme qualifizieren und endete als Achte dicht an den Prämien. Die mittlerweile 8jährige scheint mit dem Alter immer besser zu werden, was im letzten Sommer zu ihrem ersten Gruppe I-Sieg im Harper Hanover's Lopp in Solvalla führte. Das war auch für ihren Stammfahrer Leo Abrivard der erste Triumph auf der höchsten Ebene. Kein Wunder also, dass Leo in den höchsten Tönen von ihr schwärmt: "Sie ist die Stute meines Lebens." Die Auslandskampagne wurde auch im Herbst fortgesetzt, wobei die beiden vierten Plätze in Mons (Grand Prix de Wallonie) und in Mailand (Gran Premio delle Nazioni) ebenfalls gute Resultate waren. Diese Abwechslung scheint Inmarosa sehr gut getan zu haben, denn zurück in Vincennes holte sie sich den 'Bretagne' in beeindruckender Manier. Auf der Überseite verlor sie zwar 900 Meter vor dem Ziel in dritter Spur ihren Windschatten, aber Leo Abrivard machte aus der Not eine Tugend griff vehement die Spitze an und löste sich erstaunlich leicht durch den Schlussbogen. Das reichte für den Sieg in guten 11,7/2.850 Meter, die Eintrittskarte für den Amerique und eine neue Erkenntnis: Inmarosa kann nicht nur ihren höllischen, aber recht kurzen Speed im Einlauf einsetzen. Einziger Wermutstropfen war das Fahrverbot, was sich Leo wegen regelwidrigen Peitschengebrauchs einhandelte, welches er unter anderem während des 'Bourgogne' absitzen musste. Somit sprang Francois Lagadeuc ein, der Inmarosa ein verdecktes Rennen lieferte und erst spät in den Endkampf eingreifen konnte, aber Rang Drei mitgenommen hat. Mit einer früheren Lücke wäre sogar noch mehr möglich gewesen, was mindestens mit einem Kreuz in den Kombinationen honoriert wird. Dabei muss man aber ganz sicher betonen, dass selbst der Sieg keine ganz große Überraschung wäre.

Das KOCTEL DU DAIN (15) in der derzeitigen Form seinen Startplatz im Amerique in Anspruch nimmt, den er nur über die Lebensgewinnsumme erreicht hat, verwundert weniger. Schließlich musste Trainer Philippe Allaire seinen bereits qualifizierten Izoard Vedaquais streichen. Das aber David Thomain dem Sulky des Hengstes treu bleibt, und nicht Hokkaido Jiel fährt, bei dem er ebenfalls Stammfahrer ist, wird eher eine Entscheidung für künftige Fahrten im Stall Allaire gewesen sein. Rein nach Gewinnsumme ist der nun 6jährige unangefochtene Leader des einheimischen 2020er-Jahrgangs. Aber der wirkliche Status beginnt zu bröckeln, zumal er sich nun zunehmend mit den Älteren messen muss. Schon im Dezember 2024 hatte der Sohn von Boccador de Simm für seine Verhältnisse zwei schlechte Ergebnisse abgeliefert, die Anlass zur Sorge gaben. Aus dem Minitief hat er sehr aber schnell wieder befreit und zeigte über das Jahr eine große Präsenz auf dem Podium. Aktuell scheinen sich aber die vielen Rennen von der Spitze, für die bis zum Übernehmen der Tete meist ein großer Kraftaufwand nötig ist, bemerkbar zu machen. Noch dazu hat der sonst sehr sichere Koctel du Dain zwei Disqualifikationen aus den letzten drei Starts gesammelt. Ende November sprang er im letzten Bogen ohne Bedrängnis an der Spitze weg, obwohl er sich die Pace bis dahin gut einteilen konnte. Und als er im 'Belgique' endlich einmal aus der Deckung vorgetragen wurde, patzte er in der Senke, wobei man ihm den Fehler in ungewohnter Position noch eher verzeihen kann. Es bleibt zu befürchten, dass der Trainer seinem Catchdriver wieder eine gnadenlos offensive Taktik mit auf den Weg geben wird. Mangels wirklich großer Anzahl an 'Frontrennern' könnte man den Hengst zwischenzeitlich sogar an der Spitze sehen. Aber bis zum Ziel traut man ihm kaum einen der fünf Plätze in der Königswette zu.

Nachdem HOOKER BERRY (16) vor einem Jahr im Amerique sehr früh geschlagen war, hat er nur acht Starts absolviert. Und davon war leider kein einziger Auftritt eines ehemaligen Amerique-Siegers würdig. Der Großteil der Anhänger des Booster Winner-Sohnes, wünschte ihn schon in die verdiente Rente. Aber Züchter und Besitzer Michel Aladenise hatte noch einen anderen Plan. Er überstellte den Fuchs zu Antoine Lherete, in dessen Gestüt Hooker auch als Deckhengst tätig ist. Zudem ist Lherete dafür bekannt, dass er älteren Trabern wieder neues Leben einhauchen kann. Auf seiner Anlage, dem Haras de Sassy, hat Lherete auch alle Möglichkeiten, um es den Vierbeinern so angenehm wie möglich zu machen. All dies brachte für Hooker Berry nach einem Prepare im 'Bourbonnais' einen kleinen Lichtblick im Bourgogne. Nachdem der Fuchs als drittes Pferd an der Innenkante zum Liegen kam, wurde er bis zur Einlaufecke weit zurückgeschoben und konnte sich erst spät befreien. Zu diesem Zeitpunkt waren die ersten Fünf schon längst enteilt, aber der 9jährige legte noch einen sehenswerten Sprint für das sechste Geld hin. Das gefiel einigen Beobachtern, zu denen auch sein ehemaliger Trainer Jean-Michel Bazire gehörte: "Er ist durchaus in der Lage, im Prix d’Amerique ein schönes Preisgeld zu holen". Diese Meinung zu teilen, und Hooker Berry auf dem Wettschein unterzubringen, könnte aber auch zu teuer werden.

Mit FRANCESCO ZET (17) ist noch ein dickes Fragezeichen in das Starterfeld gerutscht. Mit nur einem Start in Frankreich, der lange zurück liegt, fällt die Einschätzung der Fähigkeiten in Vincennes schwer. Im Oktober 2024 trat der Hengst aus der zweiten Reihe sehr stark ein und war schon zur Halbzeit des Rennens an der Spitze zu sehen, ging aber im Einlauf unter. Im heimischen Schweden lief seine Karriere dafür umso beeindruckender. 32 Siege aus 43 Starts und fast 2,5 Millionen Euro Gewinnsumme sprechen eine deutliche Sprache. Im letzten Jahr fiel er im Finale des Elitloppet zwar fehlerhaft aus, holte sich aber Ende August mit dem Sundsvall Open Trot dennoch einen Big Point. Sein Quartier hatte den Amerique schon länger im Visier, war sich aber auch aufgrund des Starts am 29. November in Solvalla nicht ganz sicher, ob man den Weg nach Paris gehen sollte. An dem Tag der Streichform wurde der Father Patrick-Sohn zum Opfer der Ausgangslage aus der zweiten Reihe. Zusätzlich zog das Tempo noch einmal nachhaltig an, als Örjan Kihlström seinen Partner in die Schlacht werfen wollte. Als Ergebnis blieb dann nur ein fünfter Rang. Am 26. Dezember hat Francesco Zet mit dem Erfolg, der im Finale der Gold-Division fast Start-Ziel zu Stande kam, sein Umfeld aber wieder beruhigen können. Auch wenn der Trainer sich als Fahrer zuerst selbst ins Gespräch gebracht hat, wurde am letzten Wochenende mit Benjamin Rochard ein freier Catchdriver gebucht, der sehr viel Qualität mitbringt. Allerdings gehört das Gespann trotzdem zu den Außenseitern.

Die schlechten Leistungen von GO ON BOY (18) während der gesamten Karriere kann man an zwei Händen abzählen. Genau genommen beschränken sich diese auf die Disqualifikationen, die im Laufe der Jahre auch immer seltener geworden sind. Sein Mentor, Trainer, Stammfahrer und Mitbesitzer Romain Derieux hat den Hengst über die gesamte Karriere unheimlich gut gemanagt und im Vorjahr sogar zum Triumph im Elitloppet geführt. Und dabei waren weder die Leichtigkeit des Sieges, noch die starke Zeit von 08,4 das Besondere. Vielmehr war es der Fakt, dass der Derieux-Schützling der erste Sieger mit vier Eisen war, seit die Beschlaginfos aufgeführt werden. Auch danach enttäuschte er als Zweiter im 'Balliere' nicht, denn er wurde in einer Zeit gestoppt, die vor dem Rennen noch zum Bahnrekord gereicht hätte. Nach dem spielerischen Sieg im Prix de Washington gab es aber einen Rückschlag, der sich im Nachhinein für Go On Boy als hilfreich erweisen könnte. Derieux musst eine dreimonatige Dopingsperre absitzen, weshalb sich sein Crack lediglich mit Schwimmtraining in seinem Gestüt fitgehalten hat. Auch der Trainer selbst denkt, dass die Rennpause letztlich einen möglichen Vorteil für den Password-Sohn darstelt, der nach fast vier Monaten in Mons siegreich in den Rennzirkus zurückkehrte. Allerdings gegen Kontrahenten, die für seine Qualität keine Gegner darstellten. Somit ist die einzige Referenz der zweite Rang aus dem 'Bourgogne', bei dem Derieux gar keine Karten aufdeckte. Nach einer späten Flugshow und Platz Vier im Amerique 2024, Rang Drei im Vorjahr, der nach einem Geschirrdefekt und nicht richtig passender Ersatzausrüstung einen bitten Beigeschmack hatte, wäre der Triumph für den Gewinnreichsten im Feld mehr als verdient. Somit wäre der 10jährige die logische Wahl. Allerdings hat Derieux in dieser Woche eingestanden, dass er wegen einer kurzen Krankheit seines Cracks, die Arbeit nicht durchgehend fortführen konnte, was wiederum zur Vorsicht mahnt.

Tipp:

JOSH POWER (11)

GO ON BOY (18)

EPIC KRONOS (6)

IROISE DE LA NOE (2)

FRANK GIO (10)

Für die Kombinationen: IMMORTAL DOC (5) - INMAROSA (14) - KEEP GOING (7)

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