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Matthieu Abrivard: "Frank Gio ist abgeklärt genug, um mit ihnen mitzuhalten"

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Wenige Stunden vor dem Prix de Belgique (Q6), der dank der Teilnahme von Frank Gio weiter aufgewertet wird, blickt Fahrer Matthieu Abrivard auf die Chancen seines Starters und den kommenden Höhepunkt für den 5jährigen. Der 40jährige Profi mit 3.524 Siegen ist als Experte des ParisTurf`auf den digitalen Plattformen der Fachzeitung aktiv. In seiner wöchentlichen Rubrik "Loeil de Matthieu Abrivard" äußert er sich regelmäßig zum aktuellen Turf-Geschehen. Zusätzlich gibt er im folgenden Interview einen umfassenden Überblick über die aktuelle Lage.


Foto: SCOOPDYGA

 

ParisTurf: "Wie sehen Sie die Ausgabe 2026 des Prix de Belgique mit nur 13 Startern?"


Matthieu Abrivard: "Das ist schon überraschend. Ich dachte, das Feld würde voll werden. Ein Prix de Belgique mit nur 13 Startern - ich weiß nicht, ob es das schon einmal gegeben hat. Nach dem Prix de Bourgogne, der keine 'echte' Rennprüfung war, hätten viele Pferde noch einmal starten können, aber letztlich fehlen sie. Allen voran Jushua Tree und Go On Boy. Trotzdem glaube ich, dass es ein schönes Rennen wird, denn mehrere Pferde haben hier die Möglichkeit, sich für den Prix d’Amerique zu qualifizieren."


PT: "Was schätzen Sie Frank Gio ein?"


MA: "Ich bin zuversichtlich. Das Pferd hat seinen Platz unter den Qualifizierten. Er ist abgeklärt und hart genug, um mit dieser Konkurrenz mitzuhalten. Seine Leistung im Criterium Continental war großartig. Er kann manchmal etwas träge wirken, aber jedes Mal, wenn ich ihn von hinten gefahren habe, kam er stark auf. Als wir die Berechnungen gemacht und die mögliche Gewinnaufwertung für den Prix d’Amerique berücksichtigt haben, wurde klar, dass er sich über die Gewinnsumme qualifizieren könnte. Sicher ist das aber nicht. Deshalb war es sinnvoller, am Sonntag den Prix de Belgique zu starten, statt am Samstag den Prix de Croix.


Außerdem können wir uns dort direkt mit den älteren Pferden messen. Dann sehen wir, ob wir schon dieses Jahr den Prix d’Amerique in Angriff nehmen können. Nicht zu vergessen: Er könnte auch noch am Vortag im Gruppe I-Rennen Prix Bold Eagle starten. Aber ich wiederhole es: Ich bin zuversichtlich."


PT: "Sie sind besonders erfolgreich mit den 'Gio'-Pferden. Erzählen Sie auch von Golden Gio, der an Weihnachten stark beeindruckt hat?"


MA: "Golden Gio habe ich ursprünglich gefahren, als er noch bei Marco Smorgon stand, der mir schon damals von seinen Qualitäten vorgeschwärmt hat. Marco war immer überzeugt, dass aus ihm ein großes Pferd wird. Ich habe im letzten Winter zweimal mit ihm in Vincennes gewonnen. Als ich ihn kürzlich wieder gefahren habe, war er enorm weiterentwickelt. Kräftiger und Sebastien Guarato konnte ihm den Zaum ändern. Jetzt läuft er deutlich gerader.


Frank Gio ist ein Champion, eher etwas phlegmatisch. Golden Gio dagegen ist spritziger. Morgens zeigt er das allerdings nicht. Es sind zwei völlig unterschiedliche Pferde. Golden Gio hat das Potenzial, ganz, ganz große Dinge zu leisten. Die letzten Nachrichten sind gut: Er hat sein Comeback gut verkraftet, und Sebastien kann die Intensität vor dem Gruppe I-Rennen Prix Ourasi (24. Jan) wieder steigern. Wir drücken die Daumen."


PT: "Wie ist diese Geschichte zwischen Ihnen und den 'Gio'-Pferden eigentlich entstanden?"


MA: "Alles begann mit Vivid Wise As und seinem Besitzer Antonio Somma. Dieses Pferd hat mir meine größten Erfolge im Sulky in Gruppe I-Rennen beschert. Antonio Somma hat immer in starke Hengste für seine Zuchten investiert, und man sieht, dass die Kreuzung Face Time Bourbon mit italienischen Stuten hervorragend funktioniert.Ich habe das Glück, mit großen Champions verbunden zu sein und hoffe, dass das noch lange so bleibt."

PT: "Wie geht es Iguski Sautonne, der in einer Woche im Prix de Cornulier startet?"

MA: "Es geht ihm gut. Er hat sein letztes Rennen gut weggesteckt. Er gehörte dort zu den positiven Eindrücken und kam mit viel Speed ins Ziel. Sicher ist: Er hat sich nicht verausgabt Nach seinem ersten Monte-Start im Prix Auguste Francois war er noch etwas überrascht und hat stark gepustet, danach aber gut reagiert und war im Bourgogne perfekt. Er wird nun am Samstag, Montag, Mittwoch und Freitag auf der Trainingsbahn arbeiten. Er trainiert gut auf sein Ziel hin. Je näher es rückt, desto größer wird natürlich der Druck. Aber mein Pferd ist bereit."


PT: "Wie schätzen Sie die Konkurrenz im Cornulier dieses Jahr ein?"


MA: "Im Nachhinein bereue ich meine Entscheidung nicht, dieses Rennen als Hauptziel gewählt zu haben. Alex (Abrivard) hatte sehr gute Gefühle, das Tempo war ordentlich, und er war nach dem Prix Auguste Francois vollkommen zufrieden. Von der Klasse im Sulky her und auf dem Niveau seiner besten Leistungen, kann er meiner Meinung nach ganz vorne mitmischen. Natürlich gibt es Jeroboam d’Erable, der sehr beeindruckend war. Seine Vorbereitung ist perfekt. Er ist ein Pferd, dass niemanden braucht und besonders in der Steigung enorm stark ist. Zuletzt hat er Impala de Val geschlagen. Und ich glaube, Impala de Val wäre einer der Topfavoriten, wenn er dieses Jahr im Cornulier laufen dürfte."


PT: "6 Siege und 30 Platzierungen aus 82 Starts - wie fällt Ihre Zwischenbilanz des Meetings aus?"


MA: "Wir haben nicht übermäßig viel gewonnen, dafür viele zweite Plätze (9) geholt. Insgesamt ist das ordentlich, auch wenn man in unserem Beruf natürlich lieber gewinnt. Einige Pferde, von denen ich mir mehr erhofft hatte, hatten Probleme - das gehört dazu. Mit den Temperaturschwankungen und den Krankheiten, die überall kursieren, muss man vorsichtig sein. Mein Stall in Grosbois war betroffen, aber es ging relativ schnell vorbei. Jetzt läuft es wieder besser, und für die zweite Hälfte des Meetings kommt eine neue Rotation an Pferden. Gemessen an dem Programm ist das bisher in Ordnung."


PT: "Aktuell dreht sich natürlich alles um den Prix d’Amerique und die neuesten Nachrichten aus dem Team Bazire..."


MA: "Ich habe wie alle erfahren, dass Nicolas Bazire Jushua Tree fahren wird. Das bringt etwas Druck, aber man darf nicht vergessen, dass er jung ist und bereits eine beeindruckende Visitenkarte hat. Inklusive eines Sieges im Prix d’Amerique mit Davidson du Pont, den er in- und auswendig kannte. Der Ausfall von Jean-Michel Bazire erinnert uns auch daran, wie gefährlich unser Beruf ist und dass man Unfälle nie ganz vermeiden kann. Wir hoffen alle, dass er so schnell wie möglich zurückkehrt. Was die Vorbereitung der Pferde betrifft, denke ich, dass man ihnen voll vertrauen kann."


PT: "Hat Matthieu Abrivard einen Favoriten für den Prix d’Amerique 2026?"


MA: "Mein größter Eindruck ist Epic Kronos. Neulich war er mitten im Kampf, ging bereits außen herum, übernahm früh die Führung und marschierte bis ins Ziel weiter. Und das auf einer schwerer Bahn. Wenn er dieses Rennen gut verkraftet hat und die Leistung bestätigt, gehört er ganz logisch zu den Favoriten."

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