Nachschau Berlin-Mariendorf, 18.01.2026
(btv-press) Es war ein Renntag mit sehr ausgedünnten Starterfeldern, und somit hatten im Vorfeld der Veranstaltung wohl nur wenige Experten mit echten Überraschungen gerechnet. Schon gar nicht im einleitenden Trabreiten, in dem Ronja Walter und Ultrafavorit Hermes Herblinaie zum Geldwechselkurs von 1,0 : 1 uneingeschränktes Vertrauen bei den Wettern genossen.
Aber der Franzose fand aus dem Zulagenband nicht gut ins Rennen und tat sich auch unterwegs schon nicht leicht, überhaupt den Anschluss an die vorderen Pferde herzustellen. Ein Problem, das Maja Unterdörfer mit ihrem Paradepferd Chamarel Wibb nicht hatte. Das Berliner Dream-Team fand blendend in die Partie und hatte im Rücken der lange führenden und letztlich drittplatzierten Ina Gual (Hannah Schmitz) ein perfektes Rennen.
Im Einlauf schritt dann Chamarel Wibb zur Tat und kam auch zum Schluss gegen den immer weiter nach außen driftenden Hermes Herblinaie nicht in Verlegenheit. Die Wetter, die Maja Unterdörfer ihr Vertrauen schenkten, wurden mit dem 18-fachen des Siegeinsatzes belohnt. Für die 30-Jährige, die 2024 nach sieben Jahren Pause ihr Comeback im Trabrennsport gab, war es der achte Volltreffer überhaupt und der dritte gemeinsame Erfolg mit Chamarel Wibb.
Dafür, dass es anschließend sehr formgemäß zuging, sorgte in erster Linie der deutsche und Mariendorfer Dauerchampion Michael Nimczyk. Gleich die ersten drei seiner insgesamt vier Engagements konnte der Goldhelm siegreich gestalten.
Mit Narthex Boko rückte Michael Nimczyk im zweiten Rennen nach vorsichtigem Start in aller Ruhe auf, machte dann ab Mitte der letzten Überseite gegen den führenden Kenzo di Masi (Dennis Spangenberg) ernst und hatte auf den finalen Metern keine Probleme, die noch gut nachsetzende California (Manfred Zwiener) und Sweet Addition (Michael Hamann) auf die besseren Plätze zu verweisen.
Ein klein wenig spannend machte es der Champion dann mit der weit über dem Minifeld stehenden Junique. Denn diese sollte zunächst im Rücken der führenden Leia Dream (Manfred Zwiener) ein Rennen für die Moral und zum Lernen bekommen.
In der Position hinter der nicht wirklich an der Führung interessierten Pilotin wurde Junique aber etwas kitzelig, schob sich zusammen und wurde vorsichtshalber daraufhin in Front beordert. Damit war das Rennen entschieden. Leia Dream ging endlich mal wieder glatt und verteidigte das zweite Geld souverän vor Diamonds in the Sky (Thomas Heinzig).
Den Hattrick vollendete der Goldhelm dann mit Glamour As, die auch davon profitierte, dass sich Eternity (Kalle Krohmer) und Dafna (Pinja Mäkinen) ein erbittertes Duell um die Führung lieferten, was beiden Kontrahenten letztlich gründlich den Zahn zog.
Von allem unbedrängt schritt Glamour As auf den letzten 700 Metern zur Tat und hatte sich im Einlauf bereits genügend Vorsprung herausgearbeitet, um den sehr gut sprintenden Mariendorf-Debütanten Kaporal du Houssel (Victor Gentz) und Karabatic (Bernd Schrödl) auf Distanz zu halten.
Ob Ole Krohmer ein guter Schachspieler ist, das ist dem Chronisten nicht bekannt. Aber das Rennen der Tippel-Tom-Talentförderung erinnerte ein wenig an das Spiel der Könige.Mit Frodeno rückte Ole Krohmer frühzeitig an die Seite der führenden Jubilee (Tobias Mehlsteibl), fuhr aber nicht durch an die Spitze, sondern verharrte bei Schlafwagentempo neben der Pilotin und versperrte somit dem Favoriten Negresco (Pinja Mäkinen) den Weg in die Freiheit.
Durch diesen Zug setzte Frodeno seinen gefährlichsten Gegner letztlich schachmatt. Denn erst im Einlauf löste Ole Krohmer bei dem Fünfjährigen die Handbremse und hatte dann nicht die geringste Mühe, die gut durchziehende Jubilee und Negresco auf die besseren Plätze zu verweisen.
Die sportlich eindrucksvollste Leistung bekam man dann in einer über 2.500 Meter führenden Bänderstartprüfung zu sehen. Hier war Valesco (Christoph Schwarz) schlichtweg andere Ware.
Der Wieserhofer legte sich nach 1.000 Metern neben die führende Misty Dragon (Thomas Heinzig), erhöhte dann kontinuierlich die Pace, verabschiedete sich im Einlauf ungeachtet kleiner Probleme in den Rechtsbögen endgültig und turmhoch überlegen von der Konkurrenz. Trotz Zulage überzeugte der kleine Othello PS (Victor Gentz) auf dem Ehrenplatz vor seinem Stallgefährten Know by Now (Manfred Zwiener).
Für den zweiten vollen Erfolg des Stalles Wieserhof und Trainer Robert Gramüller sorgte Sarah Kube mit dem aus einer kleinen Pause kommenden Ois Tschikago.
Die Berlinerin servierte dem Sechsjährigen im Rücken von Ido d’Agice (Bernd Schrödl) einen perfekten Rennverlauf und war dann im Einlauf mit spielerischer Leichtigkeit in Tagesbestzeit von 1.13,4 / 1.900 m zur Stelle. Ido d’Agice verteidigte in grenzwertiger Gangart Rang zwei vor dem speedigen Exclusive Fire (Caroline Gentz).
Für den dritten Berliner Sieg nach Chamarel Wibb und Frodeno sorgte Dennis Spangenberg mit Lorenzo Idzarda. Der Achtjährige durfte an der Spitze lange ungestört eine gleichmäßig ruhige Pace vorgeben, zog dann auf der Überseite das Tempo deutlich an und hatte damit den entscheidenden Move gemacht, um dem vom Ende des kleinen Viererfeldes attackierenden Foxtrot Jet (Christoph Schwarz) die entscheidenden Reserven für die Siegentscheidung zu entreißen.
Nach dem sechsten Rennen wurden die Berliner Champions 2025 von Nicolai Laaser und Ralf Koschareé geehrt.
Die Titel im Trabreiten (Sarah Kube), bei den Besitzern (Karin Walter-Mommert), bei den Lehrlingen (Kalle Krohmer), bei den Amateuren (André Pögel), bei den Züchtern (Carel Stuurman und Bernhard Bachmann) sowie der Titel Berliner Pferd des Jahres 2025 (Komino Blue Lagoon) blieben in der Hauptstadt.
In der Fahrer- und Trainerwertung waren Michael und Wolfgang Nimczyk einmal mehr die dominierenden Persönlichkeiten in Mariendorf.
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Gesamtumsatz: 67.372,40 Euro
Bahnumsatz: 19.071,60 Euro
Außenumsatz: 48.300,80 Euro
Unser Terminhinweis: Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Sonntag, dem 01. Februar statt. Beginn ist um 13.00 Uhr. Die Starterangabe, die Sie auch online auf www.rennbahn-berlin.de vornehmen können, ist am Montag, dem 26. Januar. Sie erreichen das Mariendorfer Rennsekretariat unter der Rufnummer 030-7401229 bzw. per Mail an starterangabe@rennbahn-berlin.de. Bitte vergessen Sie nicht die Angabe des Hufbeschlags!
