Vorschau Prix de Cornulier, Sonntag 18.01.2026
Für die Ausgabe des 2026er-Cornulier's, ist für jeden Anhänger etwas dabei. Die "alten" Bekannten, wie Hirondelle Du Rib (17), Ideale du Chene (18), Ina du Rib (16) und Jean Balthazar (15) sind ebenso anwesend, wie die in starker Form befindliche Keengame (7), oder der ebenfalls 6jährige und zweifache Gruppe I-Sieger Kyt Kat (12). Dazu kommt ein interessanter Neuling wie Iguski Sautonne (13). Die Favoritenrolle werden sich aber Jeroboam d'Erable (10) und It's a Dollarmaker (14) teilen. Der Erstgenannte sollte den großen Triumph schon im letzten Jahr angehen, musste aber verletzt absagen. Seine Vorbereitung umfasste zwar nur einen Einsatz im Monte, dabei konnte er aber sehr überzeugend gewinnen. Dagegen hat It's a Dollarmaker die Trabreiten erst spät ein zweites Mal in seiner Karriere entdeckt.
Es wird auch eine Frage der Taktik sein, die Eric Raffin mit It's a Dollarmaker laut dem Trainer Sebastien Guarato selbst bestimmen darf. Ein Rennen von der Spitze wird aber erwartet, wobei er sicherlich nicht so weit enteilen wird, wie es bei den beiden letzten Erfolgen der Fall war. Zudem dürfte ein Jeroboam d'Erable den wohl stärksten Gegner nicht so schnell aus den Augen lassen.
All diese bekannten Namen kann und muss man noch mit Pferden wie Halfa (8), Islamorada (2), Kapaula de L'Epine (9) und Heuristique (4) ergänzen, um sich eine Chance auf den ersten Rang der Quinte zu sichern, der mit einem Jackpot von 1.000.000 Euro aufgewertet wird.
Seine Monte-Karriere hat KID BELLAY (1) schon im Januar 2024 begonnen. In der Folge hat er alle dreizehn Starts unter dem Sattel auf Gruppe-Ebene absolviert. Dabei bewies der Hengst viel Klasse und war inklusive der beiden Siege sechs Mal auf dem Podest zu finden. Aber es gab mit vier Ausfällen auch Schattenseiten. Aktuell landete er zweimal am Turm. Am 14. Dezember griff er mit Eric Raffin im Prix Bilibili Mitte des letzten Bogens aus vierter Position in guter Haltung an. Die erste Aufforderung führte schon fast zu einem Fehler, den Raffin gerade noch abfangen konnte. Kurz vor dem Einbiegen in den Einlauf gab es dann aber doch die Galoppade, die zum Aus führte. Im eigenen Quartier wurde der Ausfall auch damit erklärt, dass der 6jährige komplett barfuß zu leicht unterwegs war. Aber auch beim nächsten Start gab es die rote Karte, wobei der Goetmals Wood-Sohn vorne zumindest leicht beschlagen war. Bei diesem frühen Ausfall saß erstmals Akexis Collette im Sattel, der heute durch Romain Marty ersetzt wird. An guten Tagen kann der Speed der Baudouin-Farbe in die Wette führen, aber nach den aktuellen Unsicherheiten hat er zuerst sein Umfeld zu beruhigen.
An der großartigen Bilanz von ISLAMORADA (2) im Trabreiten kann man wirklich nichts aussetzen. Nach 25 Starts hat sie schon zehn Siege und insgesamt sechzehn Podestplätze geholt. Aber es stellt heute die dringende Frage, ob die Stute genügend Klasse für die oberste Kategorie hat. Die Qualifikation für diesen Klassiker holte sie mit dem Erfolg im Prix du Calvados, der auch der erste Start überhaupt auf Gruppe-Ebene war. Dabei zeigte sich auch, dass der 8jährigen noch eine gewisse Erfahrung fehlte, weil sie auf dem ersten Kilometer nur schwer mit der Spitze mithalten konnte. Vor allem im Anstieg musste sie ohne Deckung weite Wege gehen. In diesem Moment beruhigte sich die Pace an der Spitze etwas, womit die 8jährige nach und nach Boden gutmachen konnte. Mitte des finalen Bogens hatte sie nur noch zwei Gegner vor sich, von denen Heuristique schon längst erfasst war. Die zweite Kontrahentin sprang sich kurz vor Erreichen der Zielgeraden aus dem Rennen, womit der Weg für die Royal Dream-Tochter frei war. Lediglich East Asia konnte noch einmal in die Nähe der Levesque-Farbe laufen. Für den letzten Kilometer, sowie für die finalen 500 Meter, wurde für Islamorada ein Schnitt von 12,5 gestoppt, was auch nahe am Gesamtschnitt von 12,4/2.850 Meter lag. Und genau dieses Tracking könnte zum Problem werden, denn es spiegelt sich bei vielen Starts der Stute wider. In einem 'Cornulier' muss man aber auch bereit sein, eine letzte Halbe deutlich unter 11,0 gehen zu können, weshalb es nur für die erweiterten Wetten reicht.
Schon bei ihrem ersten 'Cornulier', war HANNAH (3) sehr große Außenseiterin. Das wird sich auch heute nicht ändern. Die Stute war der erste französische Traber, der in Tschechien geboren wurde und später in Vincennes siegreich war. Damit sorgte sie schon für etwas Aufmerksamkeit, vor allem weil sie ihrem Züchter und Besitzer Jiri Svoboda früh in der Karriere viel Freude bereitete. Nach vorderen Platzierungen in Vincennes, die noch im Sulky stattgefunden haben, gab es ein kurzes, aber intensives Hoch unter dem Sattel. Schon beim Debüt im Dezember 2022 holte sie einen Ehrenplatz und legte im November des gleichen Jahres mit einem Gruppe II-Sieg nach. Dieses Niveau konnte sie aber nie wieder erreichen, auch wenn der Trend aktuell wieder etwas aufwärts zeigt. Mitte Dezember kämpfte sie sich aus dem Feld in einem Course B zu einem vierten Rang. Die erzielten 12,9 auf den 2.850 Metern schienen sehr nah am Limit ihres derzeitigen Leistungsvermögens zu sein. Auch im Nachwuchsreiten zu Beginn des Jahres war nicht mehr als der vierte Platz drin. Damit fliegt sie, trotz der konstanten Papierform heute vom Schein.
Mit großen Ambitionen startete Trainer Jean-Philippe Raffegeau mit seiner HEURISTIQUE (4) in das Wintermeeting. Schon vor dem ersten Auftritt im Winter erklärte der Ausbilder den 'Cornulier' zum Ziel. Im Gruppe III qm 14. Dezember machte sich die Stute aus dem Feld auf dem letzten Kilometer auf die Verfolgung der Spitze. Bis in den letzten Bogen lag sie deutlich an zweiter Stelle, konnte aber der nächsten Beschleunigung an der Spitze nicht mehr folgen. Auf dem Papier reichte es für Rang Vier, in Wahrheit war sie aber schon sehr deutlich zurück. Nach zwei weiteren Auftritten unter dem Sattel, gab es im Prix Calvados das gleiche Resultat, wie zu Beginn des Winters. Auch diesmal brach die Stute auf den finalen Metern ein wenig ein, war aber entschuldigt. Auf dem Weg in die Senke, riss der Schweifriemen genau in dem Moment, als Jean Yann Ricart die 9jährige in der zweiten Position etwas aufnehmen wollte. Das Ergebnis war natürlich, dass die Tochter von Very Nice Marceaux sehr heiß lief und erst einmal an der Spitze ein viel zu hohes Tempo angeschlagen hat. Somit war der vierte Rang sogar noch ein gutes Ergebnis. Trotzdem ist sie im fortgeschritten Alter bei ihrem ersten Gruppe I-Auftritt große Außenseiterin.
Im Gegensatz zu einigen der gewinnreicheren Konkurrenten, hat JE M’ENVOLE (5) alle seine drei Starts des Meetings im Trabreiten absolviert. Zum Start in den Winter, traf er über die Mitteldistanz im Prix Reynolds gleich auf It's a Dollarmaker. Nach einem etwas holprigen Start, fand der Hengst eine Lage im Mittelfeld des kleinen Peletons. Weil der später siegreiche "Dollarmaker" das Feld immer deutlich anführte, ging es nur noch um das Podium. Zu Beginn des Schlussbogens war Je M’Envole der zweite Verfolger, konnte aber keinen Druck auf die ersten Beiden ausüben, zumal er auch nur vorne leicht beschlagen war. Seine Stunde schlug am 27. November. Im Prix Paul Buquet wurde er, wie heute auch, barfuß vorgestellt, und war den ganzen Weg im Rücken der führenden Ideale du Chene auszumachen. Mit einer großartigen letzten Halben von 08,4 , überholte er die erneute Gegnerin, um zu einem sicheren Sieg zu kommen. Auch wenn die Gesamtzeit nur einen Kilometerschnitt von 14,0 brachte, war das die Leistung, die den Sohn von Joyau d’Amour hier in die besseren Überlegungen bringt. Bei der Generalprobe musste er sich als Vierter unter anderem Ideale du Chene beugen, war aber an diesem Tag mit vollem Beschlag nur eingeschränkt 'handlungsfähig'. Trainer und Reiter Mathieu Mottier sieht seinen Schützling gegen einen Jeroboam d’Erable als unterlegen an. Aber ein mehrfacher Monte-Champion wird seine Chance dennoch wittern und hält mindestens eine vordere Platzierung für möglich.
Für Mehdi Lelievre, den Jockey-Champion der Lehrlinge aus dem Vorjahr, ist die Teilnahme am Prix de Cornulier schon das größte Highlight der Karriere. In seinem ersten Gruppe I wird mit HARMONISTA (6) aber der olympische Gedanke im Vordergrund stehen. Die 9jährige lernte ihren heutigen Reiter schon im 'Cornulier der Lehrlinge' kennen. Dabei profitierte sie von einem starken Ritt. Lelievre schickte die Tochter von Vulcain de Vandel auf den letzten 700 Metern in die Schlacht und machte sich dabei sofort auf die Verfolgung der ersten Beiden. Im Einlauf geriet der Speed ein wenig ins Stocken, auch weil sie auf den späteren Sieger aufgelaufen ist. Als Außenseiterin war das Gespann aber schon über den Erwartungen unterwegs. Heute würde eine Leistung über dem Erwartbaren nicht einmal unbedingt für die Königswette reichen.
Schon früh hat KEENGAME (7) viel Talent für die Trabreiten bewiesen. Aber immer wieder verschenkte die Stute durch Fehler, meist schon in der Anfangsphase, wertvolle Preisgelder. Am 10. Oktober gab es den bislang letzten Ausfall. Nachdem die Express Jet-Tochter schon nach dem Eindrehen wackelte, patzte sie aus dem ersten Bogen heraus endgültig. Entweder hat Trainer Jean-Philippe Monclin in der Folge etwas geändert, oder Keengame hat selber dazugelernt. Zumindest hat sie die vier folgenden Starts nicht nur im Trab beendet, sondern auch noch mächtig Eindruck hinterlassen. Am 07. November konnte sich Stammjockey Anthony Barrier sogar über die Mitteldistanz einen Sicherheitsstart erlauben. Aus dem Feld griff er 700 Meter vor dem Ziel an und legte sich nur in die Nähe der Spitze, ehe das Duo den Semi-Klassiker im Einlauf entschieden hat. Zwei Wochen später holte Keengame auch die nächste Vorprüfung zum Prix Bilibili, wobei sie diesmal schon nach 1.000 Metern an der Spitze auftauchte, um das Rennen im Anschluss zu kontrollieren. Ihre Unabhängigkeit vom Rennverlauf zeigte die Hunter Valley-Farbe dann im anstehenden Gruppe I-Rennen. Schon zu Beginn des Anstiegs verlor sie in zweiter Spur ihren Windschatten und holte dennoch mit einem starken Antritt zu Beginn des Einlaufs den Hattrick und den großen Triumph. Am 03. Januar wurde mit vollem Beschlag nur das nächste Highlight vorbereitet. Als Dritte hinter Kapaula de l’Epine machte sie trotzdem eine sehr gute Figur, wobei die erneute Gegnerin heute ohne Eisen sicher gehalten werden sollte. Gegen die stärksten Monte-Vertreter wird es für Keengame aber diesmal wohl nicht für ganz vorne reichen.
Obwohl HALFA (8) praktisch ihre ganze Gewinnsumme von deutlich über 500.000 Euro im Trabreiten verdient hat, startet sie mit neun Jahren erst in ihrem zweiten 'Cornulier'. Ihre erste Teilnahme vor zwei Jahren endete mit dem siebten Platz, womit sie schon unterstrichen hat, dass sie in dieser Disziplin zur Elite gehört. Damals war sie noch die gewinnärmste Teilnehmerin und lag lange Zeit am Ende des Feldes, ehe sie sich ab 800 Meter vor dem Ziel langsam auf die Verfolgung machte. Die große Aufholjagd für die kleinste Prämie begann aber erst so richtig im Einlauf. Damit ist auch schon eine ihrer großen Waffen beschrieben - es ist ihre Endgeschwindigkeit. Zudem kann sie immer wieder Spitzenleistungen abrufen, wie ein Gruppe III-Erfolg im September, oder auch der dritte Rang im 'Calvados' bewiesen haben. In diesem letzten Test am 04. Januar sammelte sie aus dem Hintergrund auf dem letzten Kilometer einige erschöpfte Gegner ein, profitierte aber auch von einer späten Disqualifikation und einer nachträglichen Herausnahme zweier Konkurrentinnen. Trainer Stephane Levoy bestätigte nach der letzten echten Trainingseinheit "eine weiterhin sehr gute Form". Die Offshore Dream-Tochter gehört zu den Außenseitern, hat aber das Potenzial für eine vordere Platzierung.
Auch wenn KAPAULA DE L'EPINE (9) nicht zu den ersten Sieganwärterinnen gehört, kann man die Stute aber für die erweiterten Wetten in Betracht ziehen. Der größte Erfolg der Championesse aus dem Stall von Jeremy Van Eeckhaute liegt immerhin noch nicht lange zurück. Am 13. September bezwang sie auf semi-klassischem Niveau die spätere Gruppe I-Siegerin Keengame. Nach ihrem gewohnt guten Start, lag sie den ganzen Weg als drittes Pferd an der Innenkante und wurde von Stammjockey Adrien Lamy in Richtung Einlauf in die Entscheidung geführt. Dabei brauchte das Duo nicht einmal die Innenspur zu verlassen, um Keengame im Kampf niederzuringen. Aus den folgenden fünf Starts, setzte es aber auch zwei Disqualifikationen, wobei die vom 04. Dezember aus dem Attele nicht überbewertet werden sollte. Etwas spricht aber auch gegen ein Kreuz auf dem Wettschein. Am 14. Dezember hat die Tochter von Discours Joyeux bereits die höchste Kategorie gesehen und kam, obwohl sie nur gegen die Altersgefährten angetreten ist, als Sechste ins Ziel. An diesem Tag hat sie die Führung auch bis etwa zur Hälfte des Rennens gehalten, was vermutlich länger war, als es Adrien Lamy geplant hat. So kam sie bereits im letzten Bogen unter Druck. Zu Beginn des Einlaufs lag die 6jährige noch an dritter Position, musst aber bis zur Linie noch spät das fünfte Geld abgeben. Immerhin reichte es eine Klasse tiefer bei der Generalprobe wieder für den Ehrenplatz, wobei sie wieder nur auf ihren Jahrgang und die ein Jahr jüngere Generation gestoßen ist. Das Kapaula de l’Epine die Spitze früher weiterreichen konnte, dürfte zum zweiten Rang ebenso beigetragen haben, wie die schneller werdende Pace in der Endphase, was es den Speedpferden erschwert hat.
Auch wenn es keine klare Favoritenrolle gibt, führt kaum ein Weg an JEROBOAM D’ERABLE (10) vorbei, der als Steller für alle Wetten fungieren könnte. Im letzten Winter galt der Prodigious-Sohn ebenfalls als erster Sieganwärter für den 'Cornulier', musste den Traum seines Umfelds dann aber verletzungsbedingt absagen. Nach einer kurzen Sommerkampagne, die mit einem Gruppe III-Erfolg gegen Ina du Rib und Jean Balthazar belohnt wurde, verschwand der kräftige Fuchs mit der markanten Blesse wieder von der Bildfläche. Von seinen vier Starts nach der Pause, fand lediglich der Auftritt am 10. Dezember im Trabreiten statt. Dort konnte der Prodigious-Sohn aber sofort überzeugen. Aus dem Feld übernahm er mit einem großen Angriff in der Steigung die Führung und beschleunigte im letzten Bogen noch ein weiteres Mal. Lediglich ein Wallach konnte dieser Machtdemonstration folgen. Zum Einen wurde dieser Gegner aber im Einlauf unter leichten Hilfen in Schach gehalten, und zum Anderen ist dieser Konkurrent hier nicht startberechtigt. Der Sieg in 11,7 über dieselbe Distanz, die heute gefordert wird, war schon ein Ausrufezeichen. Und inzwischen dürfte sich der 7jährige noch einmal etwas gesteigert haben. Nach der letzten intensiven Arbeit am Montag, sagte David Thomain, dass es jetzt nichts mehr zu verbessern geben würde. Diese Kampfansage sollte man ernst nehmen.
IBIKI DE HOUELLE (11) tauchte etwas überraschend in der Nennungsliste für den Prix du Cornulier auf. Der Hengst hat in seiner recht kurzen Monte-Karriere nur fünf Starts unter dem Sattel vorzuweisen. Im Frühjahr 2023 begann der "zweite Bildungsweg" mit einem dritten Platz, dem ein Sieg folgte, auf Course C- beziehungsweise A-Ebene, sehr vielversprechend. Allerdings fanden die drei folgenden Starts allesamt auf Gruppe-Ebene statt und endeten mit einer Disqualifikation. Dazu gehörte auch der 'Cornulier' 2024. Seit diesem Tag hat Ibiki de Houelle, laut Aussage des damaligen Trainersohnes und jetzigen Ausbilders Kevin Leblanc, keinen Sattel mehr gesehen. "Wir setzen auf den Überraschungseffekt", bekräftigte Leblanc in einem Interview zu Beginn der Woche. Lediglich am Tag zuvor, sollte es noch einen leichten Ausritt gegeben haben. Die Laufgewalt des Love You-Sohnes ist bekannt. Und rechtzeitig für diesen Termin, der auch mangels passendem Alternativprogramm gewählt wurde, scheint er besser in Form zu kommen. Mit zwei Prepare im November, beendete er eine viermonatige Auszeit, ehe sich der nun 8jährige in das Finale des Grand National du Trot wagte, wo er auch eine Zulage gegen sich hatte. Immerhin fand er den richtigen Zug und konnte bis zu Beginn des letzten Bogens seine Position verbessern. Aber mit dem Einbiegen in den Einlauf war er auch schon wieder auf dem Rückzug und endete unplatziert. Um einiges besser war sein Auftritt im Grand Prix de Noel am 20. Dezember in Cagnes-sur-Mer. Wie so oft, hat der Hengst seine Zulage frühzeitig ausgeglichen und war schnell an der Spitze zu sehen. In den Schlussbogen löste er sich noch deutlich von den Verfolgern, wurde dann aber von zwei weiteren hochklassigen Zulagepferden eingeholt. Vier Längen hinter dem Sieger, war Ibiki de Houelle in starken 11,7/2.950 ein ganz sicherer Dritter. Ob ihn das hier auf den Wettschein bringt, muss jeder für sich entscheiden. Mehr als ein Kreuz in den erweiterten Wetten dürfte es wohl nicht werden.
In seinen weniger als drei kompletten Rennjahren, hat KYT KAT (12) seinem Umfeld schon einiges an Auf und Ab geboten. Früh hat sich Trainer Thomas Levesque für eine Karriere unter dem Sattel entschieden. Nach drei Ausfällen zu Beginn, legte der Hengst schnell eine Serie von fünf Erfolgen hin, die in einem Gruppe I-Treffer gipfelte. Danach kam beim Fuchs aber immer wieder Sand ins Getriebe. Gute und eine Menge schlechte Leistungen wechselten sich mit einigen Auszeiten ab. Am 10. Oktober des Vorjahres kam der Booster Winner-Sohn aber wie Phönix aus der Asche zurück. Aus einer vorderen Position holte er sich mit einem ungefassten Speed im Einlauf den Prix Edmond Henry (GR II). Aber schon beim nächsten Start fiel der 6jährige auf der Gegenseite ohne ersichtlichen Grund fehlerhaft aus. Am 14. Dezember drang Kyt Kat aus dem Feld im Prix Bilibili (GR I) auf dem letzten Kilometer überhaupt nicht durch und wurde Siebter. Allerdings schien es hauptsächlich darum zu gehen, dem Hengst wieder Sicherheit zu vermitteln. Mit einer neuen Hand wird es der nicht ganz einfache Kandidat auch nur schwer über die Kombinationen hinaus schaffen.
Mit der Erfahrung aus nur einem Trabreiten, geht IGUSKI SAUTONNE (13) in das größte und härteste Monte der Welt. Wenn man den Aussagen aus seinem Umfeld Glauben schenken darf, dann hat der komplett schwarze Hengst dennoch gute Chancen auf eine vordere Platzierung. Sein erster Test unter dem Sattel auf der Rennbahn wurde sogar im Heat für den 'Bretagne' absolviert. Danach ließ sich Alexandre Abrivard zur Aussage hinreißen, dass er für den 'Cornulier' lediglich Jeroboam d’Erable als Gegner sieht. Dem offensiven Statement konnte man beim Sattel-Debüt am 10. Dezember noch nicht ganz folgen, wobei der Jockey seinen Partner auch erst einmal in der neuen Disziplin ankommen lassen wollte. In dem Gruppe III-Rennen lag der Village Mystic-Sohn immer an vierter, fünfter Stelle und ging den Sprint der ersten beiden erst im Einlauf mit, als diese schon enteilt waren. Das Einzige, was Trainer Matthieu Abrivard an der Vorstellung störte, war, dass sein Crack nach dem Rennen stärker pustete, als er es sonst tut. Mit dem Auftritt im 'Bourgogne' hat der 8jährige laut dem Ausbilder aber noch einmal genügend Kondition getankt, um heute gut vorbereitet an den Start zu kommen. Dabei verpasste er als Fünfter ohne freie Fahrt sogar die Qualifikation für den Amerique hauchdünn, was sein Umfeld vor eine große Frage gestellt hätte. Aber allein aufgrund der fehlenden Startqualitäten aus dem Band, wenn der Hengst im Sulky an den Start kommt, hat die Entscheidung ohnehin in Richtung des Monte-Klassikers gelenkt. Wenn er seinen herausragenden Speed, mit dem er zum Beispiel den 'L'Atlantique' im April gewonnen hat, auch im Trabreiten auspackt, scheint alles möglich.
Die Monte-Karriere von IT'S A DOLLARMAKER (14) ist nach vier Versuchen noch sehr übersichtlich. Allerdings muss man diese auch in zwei Abschnitte einteilen, weil sie kaum gegenteiliger hätte verlaufen können. Schon bei seinem Debüt im Trabreiten im Mai 2022 hätte er ohne einen Fehler im Einlauf gewonnen. Zum Ende des Jahres 2023 war er in dieser Disziplin sogar Vierter auf Gruppe I-Ebene. Danach sah man den Hengst fast zwei Jahre nicht mehr unter dem Sattel, ehe er im letzten Oktober seine Gegner über die 2.850 Meter mit einem Sololauf in 11,0 "zerstörte". Auch im Prix Reynolds ließ Eric Raffin seinen Partner an der Spitze mächtig gehen, was zu einer zwischenzeitlichen Führung von deutlich mehr als zehn Längen führte. Das der spätere Zweiter bis ins Ziel noch einmal näher herangerückt ist, machte für die Demonstration in 10,1/2.175 Meter keinen Unterschied mehr. Bei der Generalprobe im Sulky war der Saxo de Vandel-Sohn ebenfalls motiviert zu sehen, auch wenn es am Ende des Prepare' im 'Bourbonnais' nur zu Rang Elf reichte. Aus dem Interview von Trainer Sebastien Guarato nach der Abschlussarbeit blieb vor allem ein Satz hängen: "Jetzt ist er perfekt!" Das kann vor allem als Ansage in Richtung des Quartiers von Jeroboam d’Erable gedeutet werden.
Auch wenn die Trabreiten schon längst die Karriere von JEAN BALTHAZAR (15) bestimmen, hat der Hengst erst einmal am 'Cornulier' teilgenommen. Im Vorjahr konnte der Hengst als Sechster abschneiden - ein Resultat, was eigentlich etwas unter seinen Möglichkeiten liegt, zumal er an diesem Tag früh in der Spitzengruppe auszumachen war. Allerdings verlor er auf dem letzten Kilometer seinen Windschatten, was die Aufgabe ungleich erschwerte. Dennoch erkämpfte er sich nicht weit entfernt von der Siegerin die zweitkleinste Prämie. Nachdem der Sohn von Alto de Viette den letzten Winter mit einem Gruppe I-Erfolg abgeschlossen hat, deuten die ersten Referenzen auch auf eine sehr gute Verfassung des Schützlings von Pascal Castel. Von seinen bislang fünf Starts in diesem Winter, nahm Jean Balthazar an drei Trabreiten teil. Obwohl er jeweils nur vorne im Beschlag erleichtert wurde, reichte es für die Ränge Drei, Fünf und Zwei. Den Ehrenplatz holte er sich im zwischenzeitlich stark überpacten 'Calvados' mit einem guten letzten Kilometer, wobei er schon deutlich hinter der siegreichen Islamorada ins Ziel kam. Diese Form sollte sich heute aber drehen, weil sich der Trainer die Trumpfkarte der Eisenabnahme für heute aufgespart hat. Der Neffe des Trainers, Pierre Antoine Petit, ist auch Mitbesitzer des Hengstes, der "das Pferd meines Lebens" ist, wie er selbst sagt. Die als Jährling 20.000 investierten Euro erwiesen sich als Glücksgriff. Heute könnte Jean Balthazar die Marke von einer Million Euro überspringen.
Die beiden Starterinnen von Trainer Joel Hallais sind an guten Tagen schwer voneinander zu trennen. Allein aufgrund des Alters bekommt aber INA DU RIB (16) die erste Stimme. Außerdem hat die 8jährige bei beiden Starts im 'Cornulier' überzeugt. 2024 wurde sie Vierte und hat im Vorjahr als Zweite der Siegerin alles abverlangt. Dementsprechend ist sie auch die Wahl vom ersten Mann Jean Loic Claude Dersoir. Wie gewohnt hat Dersoir sie auch in der Vorbereitung nicht mehr aus der Hand gegeben. Er fuhr auch die beiden Prepare im Sulky, wobei die Stute am 14. Dezember im Prix Jean Dumouch sogar Achte wurde, aber schon mehr als eine Weile vom Geld entfernt war. Im kleinen Feld des Prix Jules Lemonnier hielt die Stute mit Eisen lange mit, ließ aber im Einlauf als Sechste etwas abreißen. Allein der Fakt, dass sie im 'Calvados' vorne erleichtert wurde, brachte schon einen kleinen Schub. Vom Ende des Feldes konnte sie zum Ende noch einen Sprint einlegen, der sie, wenn auch weit zurück, auf Rang Fünf getragen hat. Mit der Abnahme der Eisen, muss man die Uhlan du Val-Tochter direkt für die Königswette einplanen. Gegen die schlagkräftige und vor allem jüngere Konkurrenz, muss sie für das Podium aber schon eine Bestleistung bringen.
Mit der fünften Teilnahme an diesem besonderen Klassiker, gehört HIRONDELLE DU RIB (17) schon längst zum Inventar des 'Cornulier'. Ihre mit Abstand beste Leistung zeigte die Stute in der 2024er-Ausgabe, als sie mit Nachwuchsreiter Noe Perron als große Außenseiterin erst im Zielfoto unterlag. In der Vorbereitung auf den womöglich letzten 'Cornulier', hat Trainer Joel Hallais keine Karten aufgedeckt. Nach einer langen Auszeit hat sie neben vier Prepare im Sulky nur drei Trabreiten absolviert. Ende November sprang sie sich am Start des Prix Paul Buquet sofort aus der Partie. Am 20. Dezember blieb sie auf semi-klassischem Niveau noch lange im Mittelfeld, ehe sie zum Ende als Achte nachgelassen hat, aber im Bilde blieb. In der letzten Vorprüfung, dem Prix du Calvados, reichte es in einem kleineren Feld zwar für die kleinste Prämie, aber diesen Auftritt konnte man mit vollem Beschlag auch als Prepare werten. Ab Mitte gegenüber legte die Rolling d’Heripre-Tochter den Rückwärtsgang ein und war weit geschlagen. Heute werden barfuß natürlich alle Register gezogen. In dieser Konfiguration konnte sie im letzten März noch als Gruppe I-Siegerin glänzen, weshalb man sie nicht unterschätzen darf. Ein Kreuz in den Kombinationen ist das Mindeste, was einzuplanen ist.
Für IDEALE DU CHENE (18) könnte der dritte 'Cornulier' die letzte Möglichkeit sein, eine grandiose Monte-Karriere zu krönen. Trainer Julien Le Mer hat schon erklärt, dass es Überlegungen gibt die Stute schon im nächsten Frühjahr ins Gestüt zu schicken. 2024 schloss die Bird Parker-Tochter als Dritte auf dem Podium ab, während sie als Mitfavoritin im Vorjahr als Siebte enttäuschte. An diesem Tag wurde sie nach einem guten Start auf dem ersten Kilometer aus dem Mittelfeld weit nach hinten geschoben. Den Aufwand, den sie dann auf den letzten 800 Metern betreiben musste, um sich wieder ins Spiel zu bringen, war im Einlauf spürbar. Mehr als die kleinste Prämie, war einfach nicht möglich. Die aktuelle Vorbereitung lief offenbar gut ab. Nach vier Prepare im Sulky, trat sie Ende November erstmals wieder unter dem Sattel am. Das kleine Feld des Prix Paul Buquet führte sie lange an, ehe sie Mitte des letzten Bogens aus dem Rücken von Je M’Envole attackiert und in den Einlauf hinein auch sicher überlaufen wurde. Dennoch war das für den ersten Start ein guter Ansatz, der beim zweiten Auftritt bestätigt wurde. Am 20. Dezember war sie im Prix Jules Lemonnier über die Mitteldistanz in der Verfolgerrolle. Wieder schwächelte die Guedj-Farbe aus dem letzten Bogen heraus, konnte den Angriff von Je M’Envole aber diesmal bis zum Ziel kontern, was für Rang Drei reichte. Nachdem beide Starts schon barfuß absolviert wurden, gibt es nicht mehr viel Spielraum, aber der Ausbilder hat bekräftigt, dass sich seine Championesse im Training noch gesteigert hat. Dennoch scheint der Sied nicht über Ideale du Chene zu gehen.
Tipp:
JEROBOAM D’ERABLE (10)
IT'S A DOLLARMAKER (14)
JEAN BALTHAZAR (15)
INA DU RIB (16)
IGUSKI SAUTONNE (13)
Für die Kombinationen: KEENGAME (7) - JE M’ENVOLE (5) - IDEALE DU CHENE (18)
