News Frankreich Trab, 09.01.2026
(hen) An diesem Donnerstag hat die Dachorganisation des französischen Trabrennsports (SETF) die Neujahrsgrüße ihres Präsidenten Jean-Pierre Barjon (Foto:Bruno Vandelvelde) veröffentlicht.
Jean-Pierre Barjon:
"Liebe Präsidenten, sowie ehrenamtlich Engagierte unserer Rennvereine, liebe Aktive unserer Branche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Liebhaber unseres Sports. Liebe Wetter, liebe Freunde - in diesen ersten Tagen des Januars übermittle ich Ihnen meine besten Wünsche für das neue Jahr.
In meiner Funktion als Präsident ist es meine Pflicht, auf die Ereignisse des Jahres 2025 zurückzublicken und insbesondere die Sichtweise unseres Verwaltungsrats auf die Zukunft unseres Verbandes mit Ihnen zu teilen. Vor fast genau einem Jahr habe ich offen über die Herausforderungen gesprochen, vor denen wir standen und die wir bewältigen mussten. Wir stellten damals die besorgniserregende Entwicklung der Wettumsätze fest und wiesen auf das Risiko hin, dass die PMU nicht in der Lage sein könnte, die erwarteten Einnahmen zu erzielen und den angekündigten Haushalt einzuhalten. Leider hatten wir mit dieser Analyse recht, wie die Zahlen des Jahres 2025 gezeigt haben.
Bereits im April wurde auf Antrag unserer Ministerin für öffentliche Haushalte, Frau Amelie de Montchalin, ein Bericht der Finanzaufsichtsbehörde in Auftrag gegeben. Diagnose und Empfehlungen waren eindeutig: Es wurde die Notwendigkeit festgestellt, einen ambitionierten Transformationsplan einzuleiten, der unter dem Namen "Pacte PMU 2030" bekannt ist. Im September schloss sich uns Herr Eric Woerth an, der vom Premierminister beauftragt wurde, an der Ausarbeitung und Umsetzung dieses Plans mitzuwirken. Heute begrüßen wir in der PMU einen neuen Generaldirektor, Herrn Cyrille Giraudat. Wir schenken ihm unser volles Vertrauen, eine neue, ehrgeizige und offensive PMU zu entwerfen, zu gestalten und aufzubauen - im Dienst unserer beiden Rennsportsparten.
In diesem schwierigen Umfeld konnte die SETF im Jahr 2025 dennoch ein finanzielles Ergebnis erzielen, dass über unserem Referenzhaushalt lag. Diese Leistung ist einer strengen Haushaltsführung, sowie dem Engagement unserer Teams und der Mitglieder des Verwaltungsrats zu verdanken, denen ich ausdrücklich meinen Dank aussprechen möchte. Die Dotationen und Förderungen wurden 2025 aufrechterhalten. Zur Erinnerung: Im Jahr 2019 hatte die SETF 254 Millionen Euro an Geldern ausgeschüttet. 2025 belief sich dieser Betrag auf 293 Millionen Euro, was einem Anstieg von mehr als 15 Prozent innerhalb von sechs Jahren entspricht. Seit 2021 konnten über 90 Millionen Euro zusätzlich an unsere Branche zurückgeführt werden. Im gleichen Zeitraum stiegen die Eigenmittel des Verbandes um 50 Millionen Euro. Die gesamte geschaffene Wertschöpfung beläuft sich somit auf 140 Millionen Euro.
Unser Verwaltungsrat ist von einer tiefen Überzeugung getragen: Der Trabrennsport hat eine Zukunft, die es verdient, mit Klarheit, Ehrgeiz und Respekt gegenüber all jenen gestaltet zu werden, die ihn leben und tragen. Unsere Branche ist nicht nur ein Wirtschaftszweig, sie ist ein Ökosystem, eine Kultur. Sie belebt ganze Landesteile, sichert Tausende von Arbeitsplätzen und bewahrt ein anspruchsvolles Know-how, dass von Generation zu Generation weitergegeben wird. Sie vereint Frauen und Männer mit Leidenschaft, die im Rhythmus der Pferde, des Trainings und des Wettbewerbs leben. Sie tragen, wir tragen, jeden Tag die Seele des französischen Trabers in uns.
An die Zukunft zu glauben heißt jedoch nicht, die Augen zu verschließen. Unser wirtschaftliches und finanzielles Umfeld hat sich verändert. Ja, es reicht nicht mehr aus, um die Stabilität unseres Modells zu gewährleisten. Angesichts dessen setzen wir auf Handeln statt Abwarten. Wir gehen den Weg einer kontrollierten, gemeinsamen, verantwortungsvollen und notwendigen Transformation. Diese beruht auf zwei für uns nicht verhandelbaren Grundprinzipien. Erstens: mit weniger mehr erreichen, mit mehr Beweglichkeit besser arbeiten und dabei unsere Effizienz bewahren. Zweitens: alles daransetzen, die Dotationen zu erhalten, den lebenswichtigen Treibstoff unserer Branche. Für uns sind diese Dotationen kein bloßer Haushaltsposten, sondern zugleich Motor, Sauerstoff und Energiequelle, kurz gesagt die wichtigste Ressource aller Aktiven. Sie zu schwächen würde die gesamte hippologische und landwirtschaftliche Branche beeinträchtigen, was unserer Aufgabe und vor allem unserem Anspruch widerspricht. Dieses Ziel ist klar, eindeutig und bewusst gesetzt.
Wie gesagt, eine Transformation ist notwendig. Sie kann nur gelingen, wenn sie als gemeinsame Anstrengung verstanden wird. Niemand kann Zuschauer bleiben. Wir müssen bei uns selbst beginnen und diese Bewegung innerhalb der Institution weitertragen. Dieser notwendige Prozess beginnt heute mit der Ausarbeitung eines dreijährigen Aktionsplans, der in der gesamten Organisation umgesetzt werden soll. Es handelt sich nicht um einen brutalen Einschnitt, sondern um einen verantwortungsvollen Ansatz, der auf Nachhaltigkeit und den Erhalt unserer Strukturen ausgerichtet ist. Die kollektive Anstrengung muss gerecht, verhältnismäßig und von allen getragen sein. Transformation bedeutet nicht, sich auf reine Sparpolitik zu versteifen. Es geht darum, das Handeln neu auszurichten, Prioritäten zu überdenken und die Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Mehrwert schaffen.
Die Zukunft zu gestalten heißt auch, über die Rennbahn Paris-Vincennes zu sprechen. Wir haben die Verlängerung ihrer Konzession um 30 Jahre zu finanziell akzeptablen Bedingungen erreicht. Damit stehen wir ab heute in der Verantwortung, eine neue Rennbahn zu entwerfen - moderner und besser auf unsere zukünftigen Bedürfnisse zugeschnitten. Wir müssen an Lösungen arbeiten, um die Finanzierung dieses ehrgeizigen Projekts sicherzustellen. Abschließend lässt sich festhalten: Der Verwaltungsrat, der Ausschuss und die Mitarbeiter unseres Unternehmens sind geschlossen mobilisiert, um unseren Weg zum Nutzen aller weiterzugehen.
Meine lieben Freunde, in wenigen Tagen erleben wir eine neue Ausgabe des Prix de Cornulier, gefolgt vom Start einer Neuerung, dem Prix d’Amerique Festival, am 23., 24. und 25. Januar, mit vielen Überraschungen. Ich weiß, dass einige davon bereits durchgesickert sind und Ihnen sehr gefallen. Ich übermittle Ihnen erneut meine besten Wünsche für das Jahr 2026, die Sie mit Ihren Angehörigen teilen mögen, und freue mich darauf, Sie bald wieder auf unseren Rennbahnen zu treffen."
