Nachschau Straubing, Donnerstag 29.01.2026
Nach starkem nächtlichem Schneefall war auf der Straubinger Trabrennbahn bei der Donnerstagsmatinee erst Räumen angesagt – und dann Abräumen. Zumindest für Christoph Fischer. Der gebürtige Tiroler zeigte, dass der Winter seine Jahreszeit ist. Er konnte von fünf Profifahren ganze drei Rennen für sich entscheiden. Tom Karten, der zum ersten Mal in Straubing in den Sulky stieg, catchte zudem mit routinierter Hand den nicht ganz einfachen Happy Jack für einen vierten Schub-Treffer ins Ziel und trug sich zum ersten Mal in die Siegerliste der Gäubodenbahn ein. Mit Marilyn Boko und Miss Red Lady kehrten zudem zwei gutklassige Stuten, die in jüngster Zeit krankheitsbedingt ein Tief durchmachen mussten, zurück auf die Siegerstraße und machten Lust auf mehr. Seinen vielen Fans sagte Fan d’Arifant Adieu, zu seinen Glanzzeiten der beste Franzose in Deutschland. Er wurde mit Möhren, Bananen und ein paar Tränchen in Rente verabschiedet.
Die winterlichen Temperaturen haben allen einiges abverlangt: Dem Rennbahn-Team, um die Piste renntauglich zu machen, den Aktiven, die erneut mit Anfahren starten mussten, und den Pferden, die sich auf tiefer Bahn sehr tapfer zeigten. Doch wie in Straubing Usus, hielten alle zusammen, sorgten für eiserne Disziplin und so gab es auch keinen einzigen Fehlstart zu vermelden. Nicht aus dem Konzept bringen ließ sich Christoph Fischer, der mit ruhiger Hand den Überblick behielt. Nach dem überlegenen Sieg von Miss Red Lady war die Freude beim Berufsfahrer, der seit beinahe zwei Jahren bei Manfred Schub unter Vertrag steht, dennoch sehr groß: „Sie hatte muskuläre Probleme, jetzt hat sie alles überwunden und sie ist ein ganz feines Pferd“, begeisterte sich Fischi und gab als Ausblick, dass die Fuchsstute dieses Jahr wieder in gehobenen Rennen vertreten sein soll, wenn sie gesund bleibt. Dahinter holten sich Remus Eck und Perceval, durch die Außenspur, die Ränge in der Dreierwette.
Fein gesteigert zeigte sich nach Trainerwechsel erneut Undine Magic, die Christoph Fischer verdeckt vortrug. Als die vorher nicht sehr siegverwöhnte Stute zum Angriff geschickt wurde, setzte sie sich fein ein und verwies Delaware Bro und Allegro Byd in die Schranken. Noch lernen muss der großrahmige Matteo KS, verriet Christoph Fischer nach dem feinen Einstandssieg des Propulsion-Sohnes. „Braver Bub“, rief Fischi seinem Pferd zu, als er als Erster durchs Ziel fuhr, und hatte dazu allen Grund, denn der vierjährige Wallach zeigte sich nicht nur fein gesteigert, sondern auch völlig souverän. Er soll jetzt im Februar noch einmal ein paar Starts machen und dann noch einmal in Ruhe wachsen dürfen. Kevin Brunner überraschte hinter dem Favoriten mit Gigio Effe sehr positiv, Nancy Leka holte sich beim Einstand das dritte Geld.
Einen vierten Fischer-Treffer vereitelte der „andere Christoph aus Österreich“, und zwar Christoph Schwarz. Beim Herzschlag-Finish von Indy und Unfinished Business dauerte es kurz, bis das Zielfoto ausgewertet war, das Indy als knappen Sieger vor der Schub-Stute ausmachte. Der deutsche Silberhelm steuerte für das Team Lila noch einen weiteren Sieger bei. Pearl Newport verkniff sich heute alle Unsicherheiten und stand über Just Repeat und die aufwändig vorgetragene Pamira. Das Team Lila konnte noch eine weitere Siegerin zurück nach München transportieren, und das war nach langer Durststrecke Marilyn Boko mit ihrer neuen Besitzerin Dr. Conny Schulz. Die bisweilen ein wenig schwierige Stute zeigte, was wirklich in ihr steckt, und Trainer Robert Gramüller verriet bei der Siegerehrung das Patentrezept für launische Ladies: „Geduld, Geduld, Geduld!“

Die Besonderheit an diesem Renntag war, dass alle acht Rennen entweder von Trainer Manfred Schub oder von Trainer Robert Gramüller gewonnen wurden. Seinen Beitrag dazu leistete auch Tom Karten, der im vergangenen Jahr nach Bayern umgezogen ist und am Donnerstag zum ersten Mal in Straubing in den Sulky stieg. Trotz eines falschen „Tappers“ brachte er Happy Jack mit all seiner Routine zum Traben, brachte den Rappen schnell in Führung und musste danach nicht mehr zittern. „Major Tom“, so der Spitzname des deutschen Amateurchampions, trug sich erstmals in die Straubinger Siegerliste ein und stellte in Aussicht, jetzt häufiger auf der Gäubodenbahn vertreten zu sein. Dahinter stellte die jungen Arnstorferin Theresa Geineder die nicht ganz einfache Reine des Neiges in toller Manier vor und sicherte sich vor dem Stallgefährten Breeding of Hanke den Ehrenplatz.

