News Frankreich Trab, 21.01.2026
(hen) Was wäre, wenn der Prix d’Amerique das gleiche Format wie der Elitloppet übernehmen würde, also zwei Vorläufe mit einem anschließendem Finale? Diese Frage ist gar nicht so abwegig, wenn man einen Blick in die ferne Vergangenheit des französischen Klassikers wirft.
Während der Amerique-Races hat LeTrot eine neue Rubrik erstellt. Unter dem Titel "Wussten Sie schon?" erinnert die Webseite an die Ausgabe von 1946.
Der Prix d’Amerique wurde nicht immer auf der Rennbahn in Paris-Vincennes ausgetragen. Da das Gelände nach dem Krieg zur Lagerung amerikanischen Kriegsmaterials genutzt wurde, wich die "Weltmeisterschaft der Traber" in den Jahren 1945 bis 1947 für drei Austragungen nach Enghien aus.
Und im zweiten Jahr der Austragung in Enghien wurde das Gruppe I-Rennen unter denselben Bedingungen wie der schwedische Elitloppet gelaufen. Insgesamt gingen 17 Nennungen ein, doch die Rennbahn war damals nicht breit genug. Die Veranstalter entschieden sich daher, das Rennen in zwei Etappen aufzuteilen: zwei Vorläufe mit jeweils acht, beziehungsweise neun Startern, die am Sonntag, dem 20. Januar, stattfanden, sowie ein Finale zwei Wochen später.
Ovidius Naso, der Titelverteidiger, gewann den ersten Vorlauf, Quick Williams entschied den zweiten für sich. Das Finale, dass am Sonntag, dem 03. Februar, erneut auf der Piste von Soisy ausgetragen wurde, vereinte nur noch acht Teilnehmer. Ovidius Naso siegte erneut, vor Ri und Quick Star.
Das für 1946 angewandte Format blieb auf diese eine Austragung beschränkt und wurde danach nie wieder so umgesetzt, weil das schon damals legendäre Rennen seinen einzigartigen und ereignishaften Charakter bewahren sollte. Außerdem hat das System seinerzeit heftige Kritik ausgelöst. Ab 1948 übernahm Vincennes dann wieder dauerhaft seine Rolle als Austragungsort.
