News Frankreich Trab, 18.02.2026
(hen) Christian Bigeon (Foto@scoopdyga) ist einer der erfolgreichsten Trainer des Wintermeetings 2025/26. An diesem Donnerstag startet er Melia Barbes. Eine Stute, die in diesem Winter bei drei Starts ungeschlagen blieb und nun den vierten Sieg in Folge anpeilt. Über seine Hoffnungsträgerin und den gesamten Stall sprach der Trainer mit dem ParisTurf.
Von Rennen zu Rennen steigert sich Melia Barbes. Nach nur sieben Starts hat die Tochter von Un Amour d’Haufor bereits fünf Siege errungen. Darunter die drei Erfolge in Serie in diesem Winter. Am Donnerstag tritt sie im Prix de Blain-Bouvron-Le Gavre eine Klasse höher an. Hinter dem Auto zog sie die Startnummer 5.
"Die Stute hat gut gearbeitet. Ich war mir nicht sicher, ob ich sie noch einmal laufen lasse, aber sie hat mich morgens vollkommen überzeugt, also versuchen wir es. Es wird ihr letzter Start des Meetings sein. Sie sollte ihr Rennen machen", erklärt Bigeon. Wie bei ihrem jüngsten Erfolg im Prix des Rouges Terres am 03. Februar läuft sie vorne mit Beschlag und hinten ohne Eisen. "In Zukunft kann sie auch ganz ohne Eisen antreten, aber damit warte ich noch."
In Vincennes ist Melia Barbes bislang ungeschlagen und hat somit ihre Grenzen noch nicht aufgedeckt. Allerdings soll sie vorerst nicht auf die absolute Spitze ihres Jahrgangs treffen, zu der auch ihre Trainingsgefährtin Madrid Haufor gehört. "Sie hat immer Qualität gezeigt. Ob sie mit den Allerbesten mithalten kann, weiß ich nicht. Sie ist eher zierlich gebaut. Wir dürfen sie nicht überfordern."
Eine starke Dynamik
Christian Bigeon gehört zu den prägenden Persönlichkeiten dieses Winters: Seit dem 30. Oktober verbuchte er als Ausbilder in Vincennes 18 Siege - darunter drei Quinte-Erfolge und stolze 694.020 Euro an Gewinnsumme. "Ich habe mit guten Ergebnissen gerechnet. Ich hatte einen gut zusammengestellten Bestand mit Pferden in Form und dieser starken M-Generation. Außerdem hatten wir Glück, es gab keine Krankheitsfälle."
Am Freitag schickt er drei weitere Vertreter ins Rennen, bevor das Wintermeeting am 28. Februar endet. L’Amour d’Etang könne "einen Platz holen", La Vista Haufor "ist in guter Verfassung und kann vorne mitmischen", bekräftigt der Trainer. Bei Lady Haufor zeigt er sich hingegen unsicher: "Sie hat noch nicht das gezeigt, was wir erwartet haben. Sie ist eine große Stute. Das wird kommen, denke ich. Aber ich bin im Zweifel."
Seine große Zufriedenheit des Winters bleibt jedoch Madrid Haufor: "Sie hat sich ständig verbessert. Zuletzt ging sie eine 10er-Zeit. Im Prix Ourasi (GR I) hätte sie meiner Meinung nach gewinnen können, weil sie im Schlussbogen ihre Position verlor und das Pferd, dass ihren Platz übernahm, gewann am Ende."
'Made by Bigeon'
Melia Barbes stammt vollständig aus eigener Zucht. Ihre Mutter Alphea Barbes verdiente in ihrer Karriere 229.420 Euro, ihr Vater Un Amour d’Haufor entstammt ebenfalls der Zucht des Profis aus der Mayenne. Seit vielen Jahren arbeitet Bigeon ausschließlich mit Produkten seines eigenen Gestüts, dem Haras d’Haufor.
Diese Unabhängigkeit erlaubt es dem 66jährigen, Programm und Entwicklung seiner Pferde vollständig selbst zu bestimmen. Mit rund 30 Pferden pro Jahr überschreitet seine Zucht seit 2021 regelmäßig die Marke von einer Million Euro an jährlicher Gewinnsumme. "Ich streue breit. Etwa 70% meiner Stuten gehen zu externen Hengsten, 30% zu unseren eigenen. In der Zucht kann man sich irren, aber im Moment funktioniert es." Auch wenn er seinen Bestand von derzeit rund 50 Pferden im Training altersbedingt langsam reduziert, dürften noch viele erfolgreiche Tage folgen.
"Abstand von drei Wochen"
Christian Bigeon, 2006 Zweiter im Prix d'Amerique mit Jardy, äußerte sich auch zu den großen Rennen im Winter: "Im Prix de Cornulier und Amerique hat man gesehen, wie eng die Pferde beieinanderliegen. Heute braucht man den perfekten Rennverlauf. Die 'Revanchen' zwei Wochen später haben gezeigt, dass man künftig vielleicht das Programm anpassen und im Abstand von drei Wochen laufen sollte. So könnten junge Pferde reifen und die Guten besser regenerieren. Mit drei Wochen Abstand hätten wir sicher mehr Starter in manchen Kategorien. Und Pferde, die länger auf höchstem Niveau bleiben."
