Samstag setzte Inexess Bleu im Prix Kerjacques (GR II) ein starkes Ausrufezeichen, als der Wallach den Titel in diesem Grupperennen verteidigen konnte. Aber vielmehr war es die Art und Weise, die den erneuten Erfolg so beeindruckend machte.
Diese Prüfung, die als Quinte ausgetragen wurde, stand ganz im Zeichen der großen Namen: Gleich drei Amerique-Sieger waren am Start. Idao de Tillard (2024/2025), Hokkaido Jiel (2026) und Hooker Berry (2023). Zudem waren mit Iroise de la Noe, Inexess Bleu und Josh Power drei weitere Gruppe I-Sieger im erlesenen Feld zu finden. Die eigentlichen Hauptdarsteller waren aber die Wallache. Allen voran Inexess Bleu, der seiner Favoritenrolle mehr als gerecht wurde.
Zum Rennverlauf: Gleich in der Startphase wurde deutlich, dass ein Kampf um die Führung entbrennen würde. Hokkaido Jiel kam mit der Führung vor die Tribüne, wobei Franck Nivard nicht interessiert war die Spitze zu behalten. Er übergab das Kommando an Hulysse Digeo, der wiederum von Ino Du Lupin abgelöst wurde. Noch weiter außen investierte Inexess Blue aber am meisten, um sich auf dem Weg in die Senke an die Tete zu setzen. Bis dahin verlangte Alexandre Abrivard schon viel von Inexess Bleu. Allerdings konnte das Gespann die Pace in der Folge stark beruhigen.
Kurz darauf löste Jazzman Debailleul Hannibal Tuilerie in der Todesspur ab, während Robin Lamy die ruhigere Fahrt nutzte, um Iroise de la Noe vom Ende des Feldes weiter nach vorne zu bringen. Dieses Manöver gelang aber nur mit Verzögerung. Auch weil sich Cobra Killer Gar aus dem Feld in die dritte Spur orientierte, um sich dann an Iroise de la Noe dranzuhängen, die nun weitere Wege gehen musste. Bis in den letzten Bogen tauchte die Fuchsstute aber fast neben Inexess Bleu auf, der immer noch einen sehr guten Eindruck machte.
Weiter hinten im Feld verbesserten Hooker Berry und Idao de Tillard die Position, während Alexandre Abrivard im Einlauf die totale Kontrolle behielt und den einzigen ernsthaften Gegner, Ino du Lupin, lange im Rücken festhalten konnte. Iroise de la Noe verteidigte den dritten Rang sicher, während Cobra Killer Gar nur noch einen kleinen Vorteil gegenüber Hooker Berry behalten konnte. Der Booster Winner-Sohn zeigte damit zum zweiten Mal einen Ansatz. Dagegen zog Idao de Tillard auch beim zweiten Start nicht annähernd so durch, wie man es von einem wirklichen Crack erwarten dürfte. Er wurde letztlich noch von Hulysse Digeo passiert, der als Sechster davon profitierte, dass Hokkaido Jiel im Einlauf einen Fehler machte.
Der Trainer des siegreichen Inexess Bleu, Laurent-Claude Abrivard, analysierte anschließend treffend: "Wenn er vorne ist, läuft er den Anstieg schneller hinauf, als er ihn hinunterläuft. Das ist ein großes Pferd. Er ist noch nicht wieder auf seinem besten Niveau, weil er den ganzen Winter nicht gelaufen ist. Aber man hat gesehen, dass er überlegen ist. Im letzten Bogen hatte er noch sehr viel Kraft."
Bemerkenswert war auch, dass Alexandre Abrivard für den Sieg in 12,3/2.700 Meter nicht einmal die Ohrenwatte ziehen musste. Noch dazu ging Inexess Bleu, wie schon vom Trainer erwähnt, mit deutlich weniger Vorbereitung in den Prix Kerjacques, als es im Vorjahr der Fall war. Während der Sohn von Vittel de Brevol 2025 nach einer Serie von Rennen perfekt in Form gebracht wurde, hatte er in diesem Winter keine Einsatzmöglichkeiten und bestritt vor dem Prix Kerjacques lediglich ein einziges Vorbereitungsrennen. Dennoch absolvierte der 8jährige die finalen 500 Meter nach der harten Eröffnung in 08,2.
Dementsprechend lobte auch der Siegfahrer seinen Partner: "Ich hatte alles unter Kontrolle. Ich wusste, wo die Gefahr ist, und habe entsprechend reagiert. Er hat letztlich ziemlich leicht gewonnen. Die Champions bleiben Champions."
Besitzer Michel Gallier zeigte sich ebenso begeistert und ging sogar noch weiter: "Er hat alles, um der beste Wallach aller Zeiten zu werden!"
Stimmen der Platzierten:
Jean-Paul Marmion (Trainer/Ino du Lupin): "Er konnte sich nicht richtig entfalten. Aber gegen Inexess ist das nichts Ungewöhnliches. Mal gewinnt der eine, mal der andere."
Robin Lamy (Fahrer/Iroise de la Noe): "Sie hat wieder alles gegeben. Sie ist eine Kämpferin."
Trotz der beteits erfolgten Einladung für Inexess Bleu zum Elitloppet, bleibt der zweite Start in Schweden weiter unsicher. Die Gründe, die dagegen sprechen, liegen auf der Hand: die kurze Distanz, der ungewohnte Weg über einen Vorlauf und seine guten Startmöglichkeiten über den Sommer in der Heimat. Michel Gallier schätzt die Chancen auf eine Teilnahme aktuell auf 40%, während Trainer und Fahrer ebenfalls zur Vorsicht mahnen. Die nächsten Ziele sollten der Prix des Ducs de Normandie in Caen und der Prix Rene Balliere in Vincennes sein.
