Nach einem enttäuschenden Wintermeeting 2024/25 meldet sich der Stall von Yves Dreux in diesem Winter deutlich erfolgreicher zurück. Diese positive Entwicklung reiht sich nahtlos in sein insgesamt gutes Jahr 2025 ein. Insbesondere auch im Hinblick auf seine Zuchtaktivitäten.
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In gewisser Weise nimmt das Quartier von Yves Dreux Revanche für den vergangenen Winter. Mit bereits neun Siegen im laufenden Wintermeeting hat der Stall aus der Mayenne die krankheitsbedingten Rückschläge des Vorjahres hinter sich gelassen. Damals war die Situation zur gleichen Jahreszeit schwierig. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Trainer mit den aktuellen Leistungen: "Der Monat November war sehr gut. Auch der Dezember ist gut verlaufen. Das tut gut, denn wir hatten im vergangenen Jahr einen schwarzen Winter, in dem die Pferde krank waren und vom 15. November bis zum 15. Februar nicht laufen konnten. Das geht einem wirklich ans Herz."
Seit Jahrzehnten sind seine Pferde während der Wintermonate in Grosbois untergebracht. Bislang sind sie von den Pferdegrippen verschont geblieben, die derzeit viele Ställe auf dem Pariser Trainingsgelände betreffen. Die positive Entwicklung dürfte sich in den kommenden Wochen fortsetzen. "Mein bestes Pferd dieses Winters, Lavalloise Girl, wird aktuell nur wenig laufen, aber im Februar wieder an den Start kommen. Sie ist sehr gut und ich glaube, sie hat eine große Zukunft. Louisiane Girl sollte bald ihren Tag finden, sie war zweimal Zweite. Jalna Girl dürfte ein gutes Rennen zeigen, und Jaflosa Girl sollte man am Tag des Prix de Cornulier im Auge behalten (Prix d’Espalion/18. Jan)."
Erfolg auf allen Ebenen
Neben dem gelungenen Start ins Wintermeeting kann Yves Dreux auch auf zahlreiche Erfolge in seiner Zucht zurückblicken. Mit 55 Siegen und 935.715 Euro Gewinnsumme im Jahr 2025 hat er sein erfolgreichstes Zuchtjahr seit seinen Anfängen 1978 mit seinem ersten Fohlen Maxim Boy erlebt. Jedes Jahr bildet er rund zwanzig Jährlinge aus. "Das reicht vollkommen aus, zumal ich nicht jünger werde", sagt er schmunzelnd.
Seine Pferde, bekannt unter dem Namenszusatz 'Boy' oder 'Girl', hätten ursprünglich auch anders heißen können: "Mein Hof heißt 'Petit Bocage', und ich hätte gerne den Namen Bocage verwendet, aber der war schon vergeben. Also haben wir anfangs einfach 'Boy' oder 'Girl' genommen. Da es funktioniert hat, haben wir es so gelassen." Pferde wie Balou Boy, Little Boy oder Akarad Boy haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen. Doch der Erfolg der Zucht reicht weit über die Weiden hinaus - bis in den eigenen Trainingsstall: "Die Zucht ermöglicht mir Unabhängigkeit, und das ist sehr wichtig. Da ich ausschließlich meine eigenen Pferde trainiere, muss ich mich nicht gegenüber Besitzern rechtfertigen. Egal ob ich eine gute oder eine schlechte Entscheidung treffe."
Es war also ein reiches Jahr auf beruflicher Ebene, aber nicht nur das: Es markierte auch das Debüt seines Enkels Arthur Raffin im Amateurlager, was Dreux als "einen persönlichen Stolz" umschreibt.
Schritt zurück
Mit 2.536 Siegen auf seinem Konto hat der 68jährige Profi in jüngster Zeit den Sulky in Vincennes anderen Fahrern beiseitegestellt. "Diesen Winter habe ich komplett abgegeben. Eric (Raffin), mein Schwiegersohn, macht das besser als ich", sagt er lachend. "Im Frühjahr werde ich wieder in der Provinz fahren, aber in Paris gar nicht oder nur sehr wenig. Wenn man anfängt, ein wenig den Anschluss zu verlieren, fehlen einem bestimmte Bezugspunkte, vor allem an den Startstellen. Um heute in Vincennes zu fahren, muss man zu hundert Prozent da sein. Die Rennen werden mit Kleinigkeiten entschieden."
Einschätzung zu den Höhepunkten des Winters
Der Prix de Cornulier und der Prix d’Amerique rücken näher. Die Sieganwärter kristallisieren sich zunehmend heraus. Auch Yves Dreux hat seine Favoriten. Seine Einschätzung teilt er den Lesern des ParisTurf' mit: "Nach seinen Leistungen denke ich, dass Jeroboam d’Erable der Favorit im Cornulier sein wird. Das ist auch meine Wahl. Im Prix d’Amerique ist es anders, dort sticht keiner wirklich heraus. Eine Stute, die immer ihre Leistung bringt, ist Inmarosa. Dazu kommen Jushua Tree, Josh Power und Go On Boy, der für mich der sicherste Kandidat in diesem Rennen ist."
