Vorschau Cheltenham, Donnerstag 12.03.2026
(Joseph S.) 1.Rennen 14:30 – Mares’ Novices’ Hurdle (Grade 2)
Der dritte Tag des Cheltenham Festivals – traditionell als Irish Day bekannt – beginnt mit einem hochklassigen Rennen für Novizinnen über die Hürden. In den vergangenen Jahren wurde dieses Rennen häufig von irischen Ställen dominiert, und erneut scheint der Sieg in diese Richtung zu gehen.
Im Mittelpunkt steht Bambino Fever, die als eine der spannendsten Stuten der Woche gilt. Die letztjährige Champion-Bumper-Siegerin musste zu Beginn des Jahres in Naas zwar ihre erste Niederlage gegen Oldschool Outlaw hinnehmen, doch vieles deutet darauf hin, dass sie dieses Ergebnis korrigieren kann. Damals traf sie auf eine bereits fitte Gegnerin und zeigte dennoch das beste Reiseverhalten im Feld. Beim anschließenden Start in Fairyhouse machte sie mit einem überzeugenden Sieg alles richtig und bestätigte ihren hohen Stellenwert. Auf schnellerem Boden, der ihr offensichtlich liegt, dürfte sie erneut stark auftreten.
Oldschool Outlaw selbst hat sich mit zwei Siegen über Hürden einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Besonders ihr Erfolg gegen Bambino Fever unterstreicht ihre Qualität. Dennoch profitierte sie damals von einem Fitnessvorteil, weshalb ein Formumschwung heute durchaus wahrscheinlich erscheint.
Ein weiterer ernstzunehmender Faktor ist Carrigmoornaspruce, die zuletzt auf höchstem Niveau bei den Wallachen in Leopardstown Zweite wurde. Auch wenn sie von einem späten Sturz eines Konkurrenten profitierte, war ihre Leistung stark genug, um sie hier als eine der Hauptgefahren einzustufen.
Aus britischer Sicht führt La Conquiere die Hoffnungen an. Die Jamie-Snowden-Stute gewann zuvor ein Listenrennen, bevor sie in Ascot in einem taktisch geprägten Rennen unter Wert geschlagen wurde. Ein stärkeres Tempo sollte ihr deutlich besser liegen. Titel
Unter den Außenseiterinnen verdient St Irene Beachtung. Sollte das Rennen zu einem Sprint auf den letzten Metern werden, könnte ihre nachgewiesene Beschleunigung auf schnelleren Kursen durchaus für eine Überraschung sorgen.
Fazit
Die Form aus den Bumper-Rennen der letzten Saison ist hier besonders stark vertreten, und Bambino Fever scheint weiterhin die Stute mit dem größten Potenzial zu sein. Mit verbesserten Rennbedingungen und zusätzlicher Rennhärte sollte sie in der Lage sein, die Niederlage gegen Oldschool Outlaw zu korrigieren.
2.Rennen 15:00 – Novices’ Handicap Chase
Das zweite Rennen am dritten Tag des Cheltenham Festivals verspricht ein äußerst spannendes Novizen-Handicap über die größeren Hindernisse zu werden. Mehrere Teilnehmer gelten als Pferde mit erheblichem Entwicklungspotenzial, die künftig auch auf deutlich höherem Niveau eine Rolle spielen könnten.
Der Vorjahressiegertrainer Paul Nicholls gewann dieses Rennen vor zwölf Monaten mit Caldwell Potter und ist erneut stark vertreten. Sein diesjähriger Starter Regent’s Stroll gehört zu den interessantesten Kandidaten im Feld. Sein zweiter Platz hier am Neujahrstag hat inzwischen deutlich an Wert gewonnen, da die Form mehrfach bestätigt wurde. Allerdings besteht ein gewisses Risiko, dass ihn die besondere Atmosphäre des Festivals beeinflussen könnte, zumal er in seinen Rennen gelegentlich sehr nervös unterwegs war.
Großes Interesse gilt auch Meetmebythesea, dessen Profil hervorragend zu diesem Rennen passt. Sein Trainer nutzte den Game Spirit Chase gezielt, um ihn für dieses Handicap zu qualifizieren, obwohl die Bedingungen dort nicht ideal waren. Seine bisherigen Leistungen über Hürden und seine überzeugenden Novizenauftritte über Zäune lassen vermuten, dass schnellerer Boden und die längere Distanz ihm deutlich entgegenkommen dürften.
Ein weiterer spannender Kandidat ist Sixmilebridge, der bereits bewiesen hat, dass er auf höchstem Niveau bestehen kann. Sein Sieg im Scilly Isles Novices’ Chase war äußerst beeindruckend, besonders aufgrund seines sauberen und effizienten Springens. Sollte er früh an die Spitze gelangen und seinen Rhythmus finden, könnte er für die Konkurrenz schwer einzuholen sein, auch wenn der zunehmend trockene Boden eine kleine Unsicherheit darstellt.
Jordans Cross ist ebenfalls zu beachten, nachdem er auf dem Cheltenham-Kurs beim Trials Day über diese Distanz gewinnen konnte – ein Rennen, das in der Vergangenheit immer wieder Festival-Sieger hervorgebracht hat.
Ein möglicher Außenseiter mit interessantem Profil ist Ol Man Dingle. Der Siebenjährige gewann seine ersten beiden Starts über Zäune in Galway und Cork, bevor er im Drinmore Novices’ Chase auf zu weichem Boden keine Chance hatte. Nach einer Pause kehrt er nun erfrischt zurück, und die erstmals angelegten „Cheekpieces“ könnten zusätzlich für eine Leistungssteigerung sorgen.
Auch Old Cowboy verdient Beachtung. In Kempton hätte er möglicherweise ein sehr starkes Rennen gewonnen, wäre er nicht gestürzt. Sein letzter Start im Pendil Chase wirkte eher wie eine vorbereitende Maßnahme, und zurück im Handicap könnte er deutlich konkurrenzfähiger sein.
Schließlich darf auch Western Knight nicht unterschätzt werden. Seine Leistung im Reynoldstown Chase war respektabel, und zuvor hatte er in seinen Siegen noch nicht sein gesamtes Potenzial zeigen müssen. Es ist gut möglich, dass er weiterhin besser ist, als es seine aktuelle Marke vermuten lässt.
Fazit
Dieses Rennen wirkt ausgesprochen offen und mehrere Teilnehmer besitzen das Potenzial, künftig auf deutlich höherem Niveau zu bestehen. Besonders Meetmebythesea erscheint unter den gegebenen Bedingungen als äußerst interessant. Seine bisherigen Leistungen sowie die gezielte Vorbereitung sprechen dafür, dass er hier wieder auf die Siegerstraße zurückkehren kann.
Sixmilebridge bringt bereits nachgewiesene Klasse mit und könnte, wenn er früh eine gute Position findet, ein sehr gefährlicher Gegner sein. Regent’s Stroll verfügt ebenfalls über großes Talent, doch sein Temperament und die Festival-Atmosphäre stellen kleine Fragezeichen dar.
Unter den Außenseitern verdienen Ol Man Dingle und Old Cowboy besondere Aufmerksamkeit. Beide besitzen das Potenzial, deutlich besser abzuschneiden, als ihre aktuellen Quoten vermuten lassen.
3.Rennen 15:40 – Mares’ Hurdle (Grade 1)
Das dritte Rennen des Irish Day richtet sich an die besten Hürdenstuten und bietet in diesem Jahr eine besonders interessante Ausgangslage. Mit der zweifachen Siegerin Lossiemouth, die in diesem Jahr im Champion Hurdle antritt, sowie den ebenfalls hochklassigen Stuten Brighterdaysahead und Golden Ace, die bereits am ersten Festivaltag aufeinandertreffen, scheint der Weg für eine neue Siegerin frei zu sein.
Davon könnte besonders Wodhooh profitieren. Die von Gordon Elliott trainierte Stute hat sich in den vergangenen beiden Saisons zu einer der konstantesten Performerinnen im Feld entwickelt. Ihr Sieg im Martin Pipe Conditional Jockeys’ Handicap Hurdle im vergangenen Jahr war bereits ein starkes Statement und verlängerte ihre makellose Bilanz über Hürden auf sieben Siege. Anschließend bestätigte sie ihre Klasse mit einem hervorragenden zweiten Platz hinter Lossiemouth in Aintree. In dieser Saison setzte sie ihre Erfolgsserie fort – zunächst mit einem überzeugenden Sieg in Ascot und zuletzt mit einem starken Erfolg in Leopardstown, wo sie Feet Of A Dancer und Dream On Baby hinter sich ließ. Ihre Zuverlässigkeit und ihr kämpferischer Stil machen sie zu einer äußerst schwer zu schlagenden Gegnerin.
Die größte Gefahr könnte von Jade De Grugy ausgehen. Die Willie-Mullins-Stute wurde in diesem Rennen vor zwölf Monaten Zweite hinter einer hochklassigen Stallgefährtin und konnte später in Punchestown ein Grade-1-Rennen gewinnen. In dieser Saison wurde sie überwiegend über Jagdsprünge eingesetzt und konnte dort mit zunehmender Erfahrung überzeugen. Nun kehrt sie über Hürden zurück und könnte ihrem Trainer einen weiteren Sieg in diesem Rennen bescheren.
Auch Feet Of A Dancer und Dream On Baby verdienen Aufmerksamkeit. Die erstgenannte Stute hat die Form aus Leopardstown inzwischen mit einem Sieg im Yorkshire Rose Mares’ Hurdle aufgewertet, während Dream On Baby von der etwas kürzeren Distanz und schnelleren Bodenverhältnissen profitieren könnte.
Eine weitere solide Kandidatin ist Take No Chances, die im vergangenen Jahr ebenfalls in die Platzierungen lief. Mit ihrem konstanten Leistungsniveau und einem passenden Rennverlauf könnte sie erneut um einen Podestplatz kämpfen.
Fazit
Die Entscheidung dürfte sich hauptsächlich zwischen Wodhooh und Jade De Grugy entwickeln. Beide verfügen über Grade-1-Form und haben bereits bewiesen, dass sie auf diesem Niveau bestehen können.
Wodhooh bringt jedoch eine beeindruckende Serie konstanter Leistungen mit und zeigte zuletzt in Leopardstown erneut ihre Klasse. Sollte sie ihr gewohnt starkes Finish zeigen, könnte sie hier ihren ersten Festival-Grade-1-Sieg feiern.
Jade De Grugy bleibt der gefährlichste Herausforderer, während Feet Of A Dancer und Dream On Baby ebenfalls ernsthafte Kandidaten für die Plätze sind. Take No Chances könnte bei einem passenden Rennverlauf erneut in die erweiterten Platzierungen laufen.
4.Rennen 16:20 – Stayers’ Hurdle (Grade 1)
Das sportliche Highlight des dritten Festivaltages ist traditionell die Stayers’ Hurdle, das wichtigste Rennen der Saison für die besten Langstrecken-Hürdler. In den letzten Jahren wurde diese Division vor allem von Teahupoo geprägt, der sich als einer der konstantesten Steher im National Hunt Sport etabliert hat.
Der von Gordon Elliott trainierte Wallach hat in den letzten drei Austragungen dieses Rennens bereits starke Leistungen gezeigt und belegte dabei die Plätze drei, eins und zwei. Auch in dieser Saison präsentierte er sich wieder in hervorragender Form. Zunächst gewann er erneut die Hatton’s Grace Hurdle, bevor er über Weihnachten in Leopardstown mit einem beeindruckenden Sieg im Christmas Hurdle überzeugte, bei dem er Bob Olinger deutlich hinter sich ließ. Dennoch bleibt eine kleine Unsicherheit: Teahupoo zeigt seine besten Leistungen meist auf weicherem Boden, und schnellere Bedingungen könnten seine Dominanz etwas relativieren.
Der Titelverteidiger Bob Olinger wird daher als einer der größten Herausforderer angesehen. Vor zwölf Monaten zeigte der mittlerweile elfjährige Wallach eine beeindruckende Leistung, als er nach dem letzten Sprung entscheidend beschleunigte und Teahupoo sicher hinter sich ließ. Seine Cheltenham-Bilanz ist hervorragend und trotz seines Alters hat er relativ wenige harte Rennen in den Beinen. Nach einem vorbereitenden Start über Weihnachten, bei dem er hinter einem sehr fitten Gegner lief, könnte er nun bestens vorbereitet an den Start gehen.
Neben den etablierten Stars rücken auch mehrere aufstrebende Pferde in den Fokus. Besonders Kabral Du Mathan hat sich seit seinem Stallwechsel stark verbessert und gewann zuletzt die Relkeel Hurdle in überzeugender Manier. Der schnellere Boden dürfte ihm entgegenkommen, allerdings muss er erstmals über diese längere Distanz auf höchstem Niveau bestehen.
Auch Ma Shantou gehört zu den interessantesten Kandidaten aus der jüngeren Generation. Sein Sieg in der Cleeve Hurdle in Cheltenham zeigte, dass er über große Ausdauer verfügt und auf dieser Bahn bestens zurechtkommt. Allerdings könnte der schnellere Boden eine Herausforderung darstellen, wenn das Tempo im Rennen hoch ist.
Weitere ernstzunehmende Gegner sind Impose Toi und Honesty Policy, die im Long Walk Hurdle aufeinandertrafen. Zwischen beiden lag damals nicht viel, und beide könnten hier erneut eine wichtige Rolle spielen. Impose Toi bringt zusätzlich Erfahrung auf der Cheltenham-Bahn mit, während Honesty Policy als Grade-1-Sieger ebenfalls über ausreichend Klasse verfügt und bei seinem letzten Start möglicherweise noch nicht vollständig fit war.
Fazit
Die Stayers’ Hurdle verspricht ein faszinierendes Duell zwischen der etablierten Elite und einer neuen Generation aufstrebender Steher. Teahupoo bringt erneut herausragende Form mit und gehört aufgrund seiner konstanten Leistungen weiterhin zu den Hauptfavoriten.
Der Titelverteidiger Bob Olinger besitzt jedoch eine ausgezeichnete Cheltenham-Bilanz und könnte bei einem ähnlich starken Finish wie im Vorjahr erneut den Sieg davontragen. Hinter diesem Duo lauern mehrere interessante Herausforderer. Kabral Du Mathan und Ma Shantou gehören zu den spannendsten aufstrebenden Pferden, während Impose Toi und Honesty Policy ebenfalls über genügend Klasse verfügen, um in die Entscheidung einzugreifen.
5.Rennen 17:00 – Ryanair Chase (Grade 1)
Das fünfte Rennen des dritten Festivaltages ist der Ryanair Chase, ein hochklassiges Rennen über die mittlere Distanz der Jagdsprünge. In diesem Jahr treffen mehrere Festival-Sieger aufeinander, was eine besonders spannende und qualitativ hochwertige Ausgabe dieses Rennens verspricht.
Im Mittelpunkt steht Fact To File, der bereits im vergangenen Jahr eine beeindruckende Vorstellung zeigte, als er dieses Rennen mit anderer Klasse gewann und dabei Heart Wood deutlich hinter sich ließ. Der Schützling von Willie Mullins hat sich inzwischen zu einem der besten Steeplechaser Irlands entwickelt und untermauerte seine Klasse zuletzt mit einem herausragenden Sieg im Irish Gold Cup in Leopardstown. Diese Leistung setzt die Messlatte für die Konkurrenz sehr hoch. Allerdings hatte Fact To File in der Vergangenheit gelegentlich Schwierigkeiten, nach einer besonders starken Leistung sofort wieder dieselbe Form zu zeigen, weshalb ein kleiner Unsicherheitsfaktor bleibt.
Eine interessante Alternative ist Impaire Et Passe, der bereits bewiesen hat, dass er auf der Cheltenham-Bahn hervorragend zurechtkommt. Bei seinem einzigen bisherigen Festival-Auftritt gewann er 2023 die Ballymore Novices’ Hurdle mit großer Autorität. Nach seinem Wechsel über die Jagdsprünge zeigte er weiterhin viel Talent und deutete bei seinem Comeback in Gowran Park mit einem starken Finish an, dass er noch einmal einen Schritt nach vorne machen könnte. Da er im Vergleich zu einigen seiner Rivalen weniger harte Rennen in dieser Saison absolviert hat, könnte er mit frischen Kräften an den Start gehen.
Auch Jonbon verdient große Beachtung. Der erfahrene Wallach hat bereits elf Siege auf höchstem Niveau erzielt und zeigte zuletzt großen Kampfgeist bei seinen Erfolgen im Clarence House Chase und im Ascot Chase. Die größere Distanz stellt zwar eine neue Herausforderung dar, doch sein Sieg in Ascot deutete an, dass er über genügend Stehvermögen verfügt. Allerdings ist seine Bilanz in Cheltenham bislang überraschend schwach.
Der ehemalige King George VI Chase-Sieger Banbridge gehört ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis. Seine Rückkehr zu guter Form im King George war beeindruckend, doch seine bisherigen Leistungen über die größeren Hindernisse in Cheltenham lassen noch Fragen offen. Über diese mittlere Distanz könnte er jedoch deutlich besser zur Geltung kommen als in längeren Prüfungen.
Fazit
Der Ryanair Chase verspricht ein hochklassiges Duell zwischen etablierten Festival-Stars und Pferden mit weiterem Entwicklungspotenzial. Fact To File bringt mit seinem Sieg im Irish Gold Cup die stärkste aktuelle Form mit und hat bereits im vergangenen Jahr bewiesen, wie gut ihm dieses Rennen liegt.
Die größte Gefahr könnte von Jonbon ausgehen, dessen enorme Klasse und Erfahrung ihn zu einem ernsthaften Herausforderer machen, wenn er erstmals in Cheltenham sein volles Potenzial abrufen kann. Impaire Et Passe erscheint ebenfalls sehr interessant, insbesondere aufgrund seiner starken Cheltenham-Form und der Möglichkeit weiterer Steigerung über Zäune.
Banbridge bleibt ein weiterer Kandidat für die Plätze, sofern er an seine beste Form anknüpfen kann.
6. Rennen 17:40 – Pertemps Network Final Handicap Hurdle
Das sechste Rennen des dritten Festivaltages ist traditionell das Finale der Pertemps Network Handicap Hurdle-Serie, eines der anspruchsvollsten Handicaprennen des gesamten Festivals. Wie in vielen Jahren zuvor scheint auch diesmal ein äußerst ausgeglichenes Feld zusammenzukommen, in dem sowohl britische als auch irische Vertreter realistische Siegchancen besitzen.
Die Wettmärkte deuten zunächst darauf hin, dass die britischen Teilnehmer gute Chancen haben könnten. Besonders C’est Different fällt ins Auge, da der stark verbesserte Wallach mit einer sehr günstigen Handicapmarke an den Start geht. Auch Absolutely Doyen gehört zu den Pferden mit deutlichem Entwicklungspotenzial und könnte sich weiterhin steigern.
Mit Kikijo und Electric Mason befinden sich zudem zwei Pferde im Feld, die bereits bewiesen haben, dass sie mit den besonderen Anforderungen der Cheltenham-Bahn gut zurechtkommen. Ihre Erfahrung auf diesem Kurs könnte sich als wertvoll erweisen.
Dennoch könnte der Sieg erneut nach Irland gehen, und Minella Emperor erscheint dabei besonders interessant. Der siebenjährige Wallach aus dem Stall von Mullins wurde in dieser Saison zunächst in Maiden- und Novizenrennen eingesetzt, bevor er beim Qualifikationsrennen in Haydock erstmals in einem Handicap startete. Dort zeigte er eine starke Leistung und wurde nur knapp geschlagen. Für diese Vorstellung wurde er lediglich um ein Pfund höher eingestuft, was ihn weiterhin sehr attraktiv erscheinen lässt. Mit Besitzer und Stammreiter Michael O’Neill im Sattel könnte er sich als unterschätzt herausstellen.
Auch Stallgefährte Melbourne Shamrock verdient Beachtung. Er gewann zuletzt ein Qualifikationsrennen knapp und ließ dabei einen guten Eindruck zurück. Die erstmals angelegten „Blinkers“ könnten ihm zusätzlich helfen, sich weiter zu steigern.
Ein weiteres Pferd mit interessanter Ausgangslage ist Minella Sixo, der im erwähnten Qualifikationsrennen nur knapp hinter Melbourne Shamrock ins Ziel kam. Sein starker Endspurt in Navan deutete darauf hin, dass ihm ein anspruchsvolles Finish wie in Cheltenham besonders entgegenkommen dürfte. Zudem lief er seine besten Rennen bislang meist auf schnellerem Boden, was ebenfalls zu seinen Gunsten sprechen könnte.
Bold Endeavour bringt ebenfalls eine interessante Formlinie mit. Der Wallach lief vor einigen Jahren bereits sehr stark in diesem Rennen und tritt diesmal sogar mit einer deutlich niedrigeren Handicapmarke an. Zwar war er in der Vergangenheit nicht immer einfach zu gewinnen, doch seine jüngste Leistung in Huntingdon zeigte, dass er weiterhin über viel Fähigkeit verfügt.
Auch die konstante Stute Lavida Adiva könnte eine Rolle spielen. Die zweifache Listen-Siegerin kehrt hier in ein Handicap zurück und dürfte die guten Bodenverhältnisse zu schätzen wissen.
Fazit
Wie so oft beim Pertemps Final handelt es sich um ein äußerst offenes Handicap mit zahlreichen möglichen Siegkandidaten. Minella Emperor wirkt besonders interessant, da er bei seinem Handicapdebüt bereits eine starke Leistung zeigte und möglicherweise noch deutlich besser ist als seine aktuelle Marke vermuten lässt.
Minella Sixo könnte sich als ernsthafte Gefahr erweisen, insbesondere wenn er seinen starken Endspurt aus Navan wiederholen kann. Melbourne Shamrock bringt ebenfalls viel Potenzial mit, während Bold Endeavour und Lavida Adiva als solide Platz Kandidaten gelten.
7.Rennen 18:20 – Fulke Walwyn Kim Muir Challenge Cup Amateur Jockeys’ Handicap Chase
Das abschließende Rennen des dritten Festivaltages ist traditionell der Kim Muir Challenge Cup, ein anspruchsvolles Handicap über die Jagdsprünge, das von Amateurreitern bestritten wird. Wie so oft beim Cheltenham Festival präsentiert sich auch dieses Feld äußerst offen, mit zahlreichen Kandidaten, die realistische Chancen auf den Sieg besitzen.
Der erfahrene Amateurjockey Derek O’Connor hat dieses Rennen bereits mehrfach gewonnen, zuletzt 2024 mit dem späteren Gold Cup Sieger Inothewayurthinkin, und könnte erneut eine wichtige Rolle spielen. In diesem Jahr sitzt er auf Jeriko Du Reponet, einem Pferd aus dem Stall von Nicky Henderson. Der siebenjährige Wallach hat über Zäune bislang nicht immer vollkommen überzeugt, verfügt jedoch über große Klasse. Vor zwölf Monaten wurde er Zweiter im Pertemps Final, und seine aktuelle Handicapmarke von 145 – vier Pfund niedriger als seine Bewertung über Hürden – macht ihn zu einem sehr interessanten Kandidaten.
Der Besitzer JP McManus stellt zudem mit Waterford Whispers einen weiteren Starter, der zuletzt beim Dublin Racing Festival über eine Distanz von rund 2 Meilen und 5 Furlongs eine starke Leistung zeigte und dabei in die Platzierungen lief. Mit der nun längeren Distanz könnte er noch einmal deutlich zulegen.
Ein weiteres interessantes Pferd ist Kim Roque, der bei seinem letzten Start ebenfalls beim Dublin Racing Festival lief. Dort machte er zunächst einen guten Eindruck, ehe er auf dem schweren Boden im Schlussabschnitt etwas nachließ. Sein vorheriger Auftritt deutete jedoch darauf hin, dass ihm eine längere Distanz entgegenkommen könnte. Sollte er seine Kräfte diesmal besser einteilen können, könnte er eine bedeutende Rolle spielen.
Prends Garde A Toi gehört ebenfalls zu den Pferden mit Entwicklungspotenzial über längere Distanzen. Seine jüngste Leistungssteigerung wurde zusätzlich aufgewertet, nachdem die Form seines Rennens später im Leinster National bestätigt wurde. Seine bisherigen Leistungen über Hürden lassen zudem vermuten, dass schnellerer Boden ihm keine Probleme bereiten sollte.
Road To Home enttäuschte zuletzt über Hürden auf sehr tiefem Boden, hatte zuvor jedoch über Zäune mehrere konstante Leistungen gezeigt. Dabei deutete er bereits an, dass eine längere Distanz gut zu ihm passen könnte. Sollte der Boden nicht zu weich sein, könnte er hier deutlich stärker auftreten.
Nicht vergessen werden darf auch Herakles Westwood, ein ausgewiesener Steher, der zuletzt ein Rennen in Cheltenham gewinnen konnte. Nach diesem Erfolg wurde eine Operation an den Atemwegen durchgeführt, die möglicherweise zusätzliche Verbesserung bringen könnte.
Fazit
Der Kim Muir Challenge Cup ist traditionell eines der offensten Rennen der Festivalwoche. Mehrere Pferde bringen interessante Formlinien und Entwicklungspotenzial mit.
Kim Roque erscheint besonders attraktiv, da seine Leistungen andeuten, dass ihm die längere Distanz und bessere Bodenverhältnisse entgegenkommen könnten. Jeriko Du Reponet besitzt die Klasse, um hier ebenfalls eine große Rolle zu spielen, während Prends Garde A Toi und Road To Home interessante Herausforderer darstellen.
Mit seinem großen Stehvermögen könnte Herakles Westwood im Schlussabschnitt ebenfalls gefährlich werden.
