Nachdem sich Lancier du Goutier nach einer Zwangspause bei den ersten beiden Starts deutlich angekündigt hat, scheint der Sieger des Criteriums der 4jährigen am Samstag gute Siegchancen im Prix Albert Demarcq zu besitzen. In dem Halbklassiker trifft der Schützling aus dem Stall Duvaldestin aber auch auf die Stuten. Und damit auch auf Liberte de Choisel.
Zwei Wochen nach dem glänzenden Sieg seines Trainingsgefährten Idao de Tillard im Prix de l’Atlantique stellt sich die Frage, ob nun auch Lancier du Goutier wieder ganz vorne enden kann. Wie sein älterer Boxennachbar, fehlte auch dieser Ready Cash-Sohn verletzungsbedingt im letzten Wintermeeting. Nach seinem Triumph im Criterium im September wurde von der Presse schon nachgefragt, ob der Vertreter des Ecurie Saint-Martin vielleicht im nächsten Amerique auftauchen könnte. Nachdem diese Möglichkeit aus seinem Umfeld als "zu früh" abgelehnt wurde, kam ohnehin die Verletzung dazwischen.
Nach einem sehr ordentlichen Comeback in Caen, zeigte der von Thierry Duvaldestin trainierte Hengst bei seiner Rückkehr nach Vincennes im Prix Robert Auvray mit einem zweiten Platz eine noch deutlich stärkere Leistung. In diesem halbklassischen Rennen, das in einem extrem schnellen Sprint entschieden wurde, verzeichnete Lancier du Goutier die schnellsten Abschnittszeiten: der finale Kilometer in 09,0 , die letzten 500 Meter in 04,9 und die 200 Meter in 01,2. Er nähert sich wieder seinem bestem Niveau und ist auf solchen Distanzen besonders stark (vier Siege und zwei zweite Plätze bei sechs Starts). Der stets von Theo Duvaldestin pilotierte Hengst scheint also in der Lage, seinen Status als Jahrgangs-Leader zu bestätigen. Sein Trainer bleibt jedoch etwas vorsichtiger: "Es stimmt, dass er zuletzt gut gelaufen ist, aber es ist schwer zu sagen, ob er sich dabei wirklich gesteigert hat. Er hält sich fit und absolviert parallel seine erste Decksaison."
In diesem Rennen, dass als Vorbereitung für das Criterium der 5jährigen dient und ohne Liza Josselyn und Lovino Bello stattfindet, trifft Lancier du Goutier auf Liberte de Choisel, die zuletzt im Prix Henri Levesque Pech hatte. "Sie muss gegen die Hengste antreten, aber sie hat diese bereits geschlagen", erinnert ihr Trainer Sylvain Dupont. "Das war im Prix Bold Eagle, wo sie ihren ersten klassischen Sieg errungen hat. Vor dem Rennen sieht alles gut aus."
Auch Lombok Jiel, nach einem fulminanten Endspurt Sieger des Prix Robert Auvray, zählt zu den Hauptanwärtern, ebenso wie L’As Desbois (Dritter im Referenzrennen), der ebenfalls einen gefürchteten Schlussspurt besitzt, und sich immer mehr in der Spitze etabliert. "Als er ohne Führpferd laufen musste, begann er zu pullen", erklärt sein Trainer William Bigeon. "Wenn er entspannter geblieben wäre, hätte er gewinnen können. Diesmal läuft er ohne Eisen. Er hat Chancen auf einen Spitzenplatz und kann sogar gewinnen."
Hinter diesem starken Quartett zählen Lord du Bassin, der zuletzt bei seinem Fehler an der Spitze noch nicht geschlagen war, sowie Learn To Fly und Laluna des Forges, die bei ihrem ersten halb-klassischen Test gegen ihre Altersgenossinnen auf dieser Strecke 11,1 gelaufen ist, zu den Kandidaten für die vorderen Platzierungen.
