Auch wenn Matthieu Abrivard in diesem Frühjahr auf seinen Star Iguski Sautonne verzichten muss, der eine Pause einlegt, wird der Experte des ParisTurf' in den kommenden Wochen dennoch alle Hände voll zu tun haben. Los geht es bereits an diesem Wochenende in Vincennes, wo er wieder den starken L’As Desbois trifft. Zuerst gibt Abrivard aber seine Einschätzung zu kommenden Startern ab und äußert sich weiteren zu aktuellen Themen.
Die kommenden Starter:
"Am Samstag bin ich in Vincennes und werde zwei meiner Stuten im Prix Henri Levesque (GR II) vorstellen. Ich fahre Laroze du Gers (405), während Mathieu Mottier Louisa d’Atout (404) steuert.
Laroze du Gers kommt mit einer sehr guten Leistung aus Caen und scheint weiterhin in Topform zu sein. Louisa muss sauber traben, dann ist sie wie ein Rennrad. Mathieu wird sie erstmals fahren, was vielleicht sogar von Vorteil ist. Natürlich scheinen Liberte de Choisel und Liza Josselyn eine Klasse für sich zu sein. Ich schätze auch Lunella Leman sehr, die gezielt auf dieses Rennen vorbereitet worden sein dürfte. Dahinter sind die Platzierungen jedoch offen. Ich bevorzuge Laroze, die wohl mehr Klasse besitzt.
Anschließend fahre ich My Dream du Grais (501), der gut in Form ist, aber in eine höhere Kategorie aufsteigt. Eine Platzierung wäre bereits ein gutes Ergebnis.
Im Prix Robert Auvray (GR II) sitze ich im Sulky von L’As Desbois (609). Mit meinen beiden jungen Stuten ist er der Hauptgrund für meine Reise nach Vincennes. Er muss nicht mehr vorgestellt werden: Er ist in Form und hat sich gut erholt. Lancier du Goutier ist nach einem starken Comeback ebenfalls wieder vorne dabei, doch mein Pferd sollte aktiv um den Sieg kämpfen.
Für Hamilton du Ham (709) wird es schwieriger, da er aktuell etwas an Grenzen stößt. Die Distanz passt, aber mit Startnummer 9 und starker Konkurrenz wird es kompliziert. Wir werden unser Bestes geben.
Am Sonntag in Tours werde ich mit einem guten jungen Pferd debütieren: No More Abrigio (104). Er ist über den Winter gewachsen, weshalb ich ihm Zeit gelassen habe. Er arbeitet gut und ich halte viel von ihm. Ich bin zuversichtlich.
Für Antonin Favris hat Nabab de Nganda (210) nach vielversprechenden Anfängen eine solide Chance. Ich freue mich, dass Jadore Cerize (401) im Feld geblieben ist, auch wenn ihr Programm aufgrund ungünstiger Gewinnklasse schwierig ist. Nach mehreren Streichungen seit ihrem Sieg in Cagnes ist sie dennoch in guter Form geblieben und sollte sich auf dieser Bahn wohlfühlen.
Matalaya (505) zeigte im letzten Jahr nicht ihr wahres Können. Nach einem ruhigen Winter arbeitet sie morgens sehr gut. Barfuß traue ich ihr auf Anhieb einen Sieg zu. Malaga Turgot (511) war zu Beginn des Winters nicht wie gewünscht, bekam daher eine Pause und ist nun gut vorbereitet. Sie kann in diesem Feld ebenfalls überzeugen.
Für Charly Mary sollte man Love Actually (615) mit Vertrauen spielen. Love de Cerize (704) zeigte nach seiner Kastration ein sauberes Comeback in Rambouillet. Er ist talentiert, aber sensibel und konnte seine Trainingsleistungen im letzten Jahr nicht immer bestätigen. Wir haben ihm Zeit gegeben, und ich hoffe, dass er das nun aufholt. Im Training zeigt er sich derzeit perfekt.
Im Lehrlingsfahren dürfte sich Karla de Banville (816) auf der Grasbahn wohlfühlen. Sie ist eine temperamentvolle kleine Stute, vielleicht noch nicht ganz bei 100%, aber das könnte in diesem Feld bereits ausreichen.
Am Montag geht es nach Bordeaux. Für 'Phiphi' Boutin werde ich wieder Kiwi de Lavrignaie fahren, mit dem wir gerade in Laval gewonnen haben - eine Topchance! Außerdem habe ich Morpheus de Guez für Theo Radoux, der nach einem guten Comeback sehr konkurrenzfähig erscheint. Ich habe gesehen, dass ich auch für eine Debütantin von Bastien Goglin, Nikellora, eingetragen bin. Dazu habe ich allerdings keine Informationen.
Am Dienstag wird in Vincennes Milady de la Piece laufen. Ich werde versuchen, sie in ihre eigene 'Blase' zu bringen, denn sie bereitet mir Probleme und macht Fehler. Auch Lea d’Atout wird mitreisen. Sie trifft über 2.100 Meter auf günstige Bedingungen, und ich habe versucht, sie bestmöglich darauf vorzubereiten.
Am Mittwoch fahre ich nach Reims mit Miroitante de Padd, die gerade auf dieser Strecke gewonnen hat, sowie mit Moliere Sautonne, der sein Comeback gibt. Gleichzeitig könnte mein Bruder Jean-Etienne nach Cordemais fahren, um dort einige Pferde des Stalls vorzustellen. Welche genau, ist noch unklar.
Am Donnerstag in Enghien hat Lucrece de Corday, die zuletzt in Pontchateau sehr gut gelaufen ist, eine sehr gute Chance in einem Rennen für Nachwuchsfahrer."
"Jappeloup Turgot hat nicht nachgelassen"
"Auf der Etappe des Grand National du Trot in Lyon-Parilly am Mittwoch musste ich mit Jappeloup Turgot früh nach vorne gehen, da er in den Bögen nicht sauber lief. Ich habe es vorgezogen, Haida Sautonne vor dem letzten Bogen zu überholen, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Danach hat er hinter den beiden besten Pferden des Rennens nicht nachgegeben. Der Sieger Jotunn du Dome ist sehr stark, und der Zweite, Ister Man, war der Favorit. Ich hatte Jappeloup im Vorfeld auf Platz Drei gesehen. Meine Einschätzung war also nicht schlecht (lacht). Für die Zukunft würde ich ihn gern auf einer Etappe der Trophee Vert einsetzen, um etwas Abwechslung reinzubringen. Nach den gewonnenen Geldern vom Mittwoch muss ich nun sein Programm genau planen. Sein erstes Saisonziel ist jedenfalls erreicht."
"Hätte Enjoy laufen lassen sollen"
"Ebenfalls in Lyon lief es im ersten Heat mit Enjoy überhaupt nicht. Im zweiten war es etwas besser, aber im Rennen selbst wurde er am Start schwierig. Beim letzten Mal in Agen sah ich vielleicht etwas ungeschickt aus, als ich früh die Führung übernahm, aber im Nachhinein war das wohl doch nicht so falsch. Diesmal wollte ich ihn am Start zurückhalten, doch er ist ein sehr charakterstarkes, dominantes Pferd und hat das nicht akzeptiert. Hätte ich ihn einfach laufen lassen, hätte er wahrscheinlich keinen Fehler gemacht. Jetzt bekommt er etwa zehn Tage Pause, um den Kopf frei zu bekommen, und dann beginnen wir wieder von vorne, um ihn besser zu verstehen. Es ist nicht einfach, einem älteren Hengst wie ihm schlechte Angewohnheiten abzugewöhnen. Er hat großes Potenzial, aber es steckt auch noch viel Arbeit darin."
Golden Gio dominierte in Turin
"Seb (Guarato) hatte mich am Freitag besucht und mir von den Änderungen am Zaumzeug von Golden Gio erzählt - mit Erfolg. Es ist ein Pferd mit enormer Motorleistung. Er ist auch sehr brav, darf aber nicht in einen 'Trott' verfallen. In der Vorbereitung in Mailand entglitt er mir etwas. Seb hat ihn daraufhin im Training aufgeweckt. Am Montag in Turin wurde er mit anderem Hilfszügel, zusätzlichem Gewicht und mehr Komfort an den Hufen vorgestellt - und er dominierte das Rennen mühelos. Im Moment sollten wir nicht versuchen, ihn schneller zu machen, als er kann. Es ist gut möglich, dass ich ihn am 09. Mai in Caen im Prix Guillaume Le Conquerant (GR III) wieder fahre."
"Ksar ist müde..."
"Im Prix Kerjacques (GR II) am Samstag in Vincennes hatte Ksar keine leichte Aufgabe und zeigte, dass er müde ist. Er lief mit erhobenem Kopf und überholte kein einziges Pferd. In so einem Zustand darf man ihn nicht forcieren. Er deckt derzeit und Manu (Varin) hat ihn nicht im Training. Das ist nicht einfach zu managen. Aufgrund seiner Gewinnsumme hat er zudem kein optimales Rennprogramm, daher wird er nun eine Pause bekommen."
"Inexess Bleu beeindruckt"
"Schon bei seinem Comeback mit Eisen hatte Inexess Bleu sein großes Potenzial angedeutet, auch wenn ihm im Endspurt noch etwas die Frische fehlte. Am letztem Samstag jedoch, im Prix Kerjacques (GR II), war er schlichtweg beeindruckend. Sobald er an der Spitze ist, spielt er mit den Ohren und dann wirkt alles ganz einfach!
Was den Elitloppet betrifft, kann ich die Zurückhaltung seines Umfelds verstehen. Die Vorläufe sind oft härter als das Finale selbst, weil dort ein enorm hohes Tempo gegangen wird, gleichzeitig sind sie aber entscheidend für eine gute Startnummer im Endlauf. Inexess könnte auf dieser kurzen Distanz anfangs überfordert sein und beispielsweise nur Vierter seines Vorlaufs werden, obwohl er offensiv läuft. Zieht er dann im Finale Startnummer 8, wäre das gleich ein doppelter Nachteil.
Zwar hat er über 2.100 Meter in Solvalla gewonnen, doch das ist nicht mit einem Meilenrennen zu vergleichen. Andererseits hat er als Wallach mit seinen bisherigen Gewinnen nicht viele passende Rennmöglichkeiten und vor allem besitzt er eindeutig das Niveau, um einen Elitloppet zu gewinnen. Eine Entscheidung will also gut überlegt sein."
