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Ehemaliger Galopper-Trainer Romain Le Dren Doleuze: "Ich bin finanziell am Ende"

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Mehr als zwei Jahre nachdem ihm seine Lizenzen entzogen wurden, sieht der frühere Galopper-Trainer Romain Le Dren Doleuze noch immer kein Licht am Ende des Tunnels. Gegenüber dem ParisTurf schilderte er seine Situation.

"Ich bin dabei, mein Leben komplett zu verändern, denn obwohl ich auf juristischer Ebene zahlreiche Hebel in Bewegung setze, bewegt sich nichts", erklärt der inzwischen ehemalige Trainer aus Deauville.

Am 29. Januar 2024 wurde bekannt, dass der Trainer, der in seiner Karriere 12 Quinte-Rennen gewonnen hat, sämtliche Lizenzen durch France Galop entzogen wurden. Inzwischen sind mehr als zwei Jahre vergangen. Laut seinen eigenen Aussagen, nachdem er am Tag nach seinem Junggesellenabschied bei einer Verkehrskontrolle positiv auf Drogen getestet worden war. Er wurde daraufhin zu 600 Euro Geldstrafe und zwei Monaten Führerscheinentzug verurteilt. Den Führerschein hatte er längst wieder zurückerhalten, noch bevor ihm die Rennsport-Lizenen entzogen wurden.

Diese besitzt er jedoch bis heute nicht mehr. "Der Albtraum begann, als meine Frau eine Lizenz im Trabrennsport beantragte", berichtet er. "Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, und dabei stellten sie fest, dass ich sechs Monate zuvor die besagte Straftat begangen hatte. Stellen Sie sich die Schuldgefühle meiner Frau vor..."

Damit begann ein langer Leidensweg. "Vielleicht werde ich fünf oder zehn Jahre warten müssen, aber ich werde in den Rennsport zurückkehren, denn das ist mein Leben." Bis zu einer möglichen Rückkehr hat Romain Le Dren Doleuze jedoch keinerlei Perspektive, seine Zulassungen zurückzuerhalten. "Als ich meine Lizenzen verloren habe, habe ich zunächst ein Verfahren beim Verwaltungsgericht in Caen eingeleitet. Bis heute wurde darüber nicht entschieden. In 14 Tagen stehe ich vor der Insolvenz, denn diese Situation hat nicht nur mein Berufsleben zerstört, sondern mich auch finanziell in die Knie gezwungen. Es ist extrem brutal: Von einem Tag auf den anderen darf man weder in seinen Stall noch zu seinen Pferden. Und die Mitarbeiter werden ohne Vorwarnung entlassen.

Wir haben daraufhin eine Klage beim Staatsrat eingereicht. Dieser hat zwar die polizeiliche Verfügung aufgehoben, die Entscheidung in der Sache jedoch an das Verwaltungsgericht in Caen zurückverwiesen. Angesichts all dieser Gerichtskosten und der langen Wartezeit halte ich das nicht mehr durch. Alles, was ich in zehn Jahren mit den Pferden verdient habe, ist für Abfindungen meiner Mitarbeiter und mein eigenes Überleben draufgegangen. Man muss wissen: In so einer Situation hat man weder Anspruch auf Arbeitslosengeld noch auf irgendeine andere Unterstützung.

Danach wollte meine Frau Julie (Le Dren Doleuze), die ich vor drei Jahren geheiratet habe und die die Nichte von Micheline Leurson (ehemalige Reiterin und Kommissarin bei France Galop) ist, ihre Lizenz als öffentliche Trainerin erwerben. Sie ist 36 Jahre alt und hat einen Hochschulabschluss im Bereich Management. Sie erfüllte alle Voraussetzungen bei France Galop, wurde jedoch von der Glücksspielaufsicht abgelehnt. Mit der Begründung eines rein hypothetischen und völlig aus der Luft gegriffenen Verdachts, sie könne als Strohfrau fungieren. Man hat ihr nicht einmal die Chance gegeben, sich beruflich weiterzuentwickeln.

Gegen diese Entscheidung haben wir im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht geklagt und gewonnen. Die Behörde wurde dazu verurteilt, den Fall meiner Frau neu zu prüfen und 600 Euro Schadenersatz zu zahlen. Sie haben bis zur letzten Woche der gesetzten Frist gewartet, um Julie erneut vorzuladen. Dann wurde sie vier Stunden lang festgehalten, und das Ganze endete sogar in Polizeigewahrsam, bevor man ihr erneut eine Ablehnung erteilte. Wenn die Polizei sich über gerichtliche Entscheidungen hinwegsetzt, bleibt einem keine andere Wahl, als sein Leben zu ändern. Irgendwann reicht es!

Als das alles begann, durfte ich sechs Monate lang überhaupt nicht arbeiten und hatte zudem ein Verbot, Rennbahnen oder Trainingsställe zu betreten. Aber was habe ich so Schlimmes getan, um das zu verdienen?", fragt Romain Le Dren Doleuze mit Tränen in den Augen.

Zumal ich in meinem Beruf als Trainer nie ein Fehlverhalten gezeigt habe. Ich habe sogar ein Schreiben des ehemaligen Leiters der Veterinärabteilung von France Galop, der mir die vorbildliche Führung meines Stalls bescheinigt hat. Und trotzdem befinde ich mich heute in einer Situation, in der ich gezwungen bin, mein Leben neu aufzubauen, umzuziehen, in den Süden Frankreichs, und zu versuchen, in der Gastronomie neu anzufangen. Mit 45 Jahren muss ich wieder bei null beginnen.

Was ich zuletzt gemacht habe? Ich habe im vergangenen Jahr bei Georges Doleuze als Reiter gearbeitet, weil mir im Rennsport sonst nichts erlaubt war. Meine Frau und ich sind zutiefst enttäuscht, denn wir haben unsere Verfahren gewonnen und stehen dennoch weiterhin im Abseits. Ich verstehe nicht, warum Schicksalsschläge oder Fehler im Leben zu einer solchen Situation führen. Warum dürfen andere Profis, die schwerere Vergehen begangen haben, wieder im Rennsport arbeiten und ich nicht? Liegt es an Beziehungen? An Netzwerken?"

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