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Bruno Marie: "Die Besitzer wollen Rendite - und zwar schnell"

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News Frankreich Trab, 04.01.2026

(hen) Zum dritten Mal in Folge hat Bruno Marie (Foto:Agence Couleur Casaques) für das Wintermeeting in Cagnes-sur-Mer seine Zelte an der Cote d’Azur aufgeschlagen. Der leidenschaftliche Trainer und anerkannte Ausbilder zieht seine Bilanz des vergangenen Jahres und schildert zugleich seine Sicht auf die aktuelle Lage.

Der Trainer aus der Normandie, der seit Beginn seiner Karriere als Trainer mehr als 1.900 Rennen gewonnen hat, schätzt die Arbeitsbedingungen auf der Rennbahn von Cagnes-sur-Mer sehr. Anlass genug, um für den ParisTurf auf sein Jahr 2025 zurückzublicken, dass mit 54 Siegen und einer Gewinnsumme von 1.009.510 abgeschlossen wurde. "Das Jahr 2025 ist ganz normal verlaufen. Wir haben zwar etwas weniger Gewinnsumme geholt, aber entscheidend ist das betriebswirtschaftliche Ergebnis. Ich brauche heute weniger Umsatz als früher. Ich habe insgesamt weniger Geld eingenommen, aber persönlich deutlich mehr, denn wichtig sind die Gewinne bei den Pferden, an denen ich beteiligt bin. Ich habe das Glück, weniger Kredite und geringere Lohnausgaben zu haben. Außerdem kann ich auf treue Kunden zählen: Der Stall Danover, der Stall DL und die Familie 'Ecroville' vertrauen mir seit über zwanzig Jahren. Ich ernte heute die Früchte der vergangenen Jahre. Mir geht es nicht schlecht. Der Ruhestand steht vor der Tür. Gestüt, Haus, Land - alles ist abbezahlt."

Der im Departement Eure ansässige Trainer räumt ein, dass sich die Zeiten geändert haben: "Die aktuelle wirtschaftliche Lage erlaubt es nicht mehr, so zu arbeiten wie früher. Ich hatte immer Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeit nicht gezählt haben. Leute wie Francois Lecanu, Emmanuel Allard oder Romain Le Creps. Sonntags haben sie mich nicht gefragt, wann sie auf der Bahn sein müssen. Sie wussten, dass es um 6 Uhr losgeht, und niemand hat sich beschwert. Heute muss man mit der Zeit gehen. Man muss den Mitarbeitern Ruhezeiten und ein vernünftiges Gehalt bieten, sonst bleiben sie nicht. Früher waren wir eigentlich nicht normal", sagt er lachend. "Wir haben einen Beruf aus Leidenschaft ausgeübt. Aber man muss realistisch bleiben. Leidenschaft allein reicht heute nicht mehr."

Sorge um den Nachwuchs

Als anerkannter Ausbilder vieler heutigen Profis, blickt Bruno Marie mit wenig Optimismus auf die kommenden Monate und Jahre. Vor allem für die junge Generation: "Ich bedauere die jungen Leute, die sich jetzt selbstständig machen wollen. Für sie wird es schwierig. Unsere Kundschaft hat sich verändert. Es gibt immer weniger Besitzer, die ein Pferd aus reiner Freude kaufen. Sie wollen Rendite - und zwar schnell."

Auch die Inflation beschäftigt Marie: "Ich mache mir Sorgen um diejenigen, die vor Kurzem noch Kredite aufgenommen haben, falls die Preisgelder sinken sollten. Denn heute wird alles teurer: das Futter, die Löhne die Mitarbeiter, sonst bleiben sie nicht, die Ausrüstung, die Transporter. Aber die Preisgelder ziehen nicht mit. Man steht morgens nicht auf, um Geld zu verlieren. Sonst muss man etwas anderes machen. Mein Sohn (Anm.: Benjamin Marie, Galopper-Jockey und Amateurfahrer im Trabrennsport) ist ebenfalls in diesem Beruf. Auch wenn er 'nur' Jockey ist, betrifft die Senkung der Preisgelder alle. Ich hoffe, dass der Staat im Notfall einspringt, denn über viele Jahre hinweg hat der Staat durch diese Branche viel Geld verdient."

Der 50jährige ist aber weiterhin überzeugt: "Der Rennsport begeistert noch immer. Man muss nur sehen, wie viele Zuschauer in der Provinz zu den Rennen kommen. In Paris hingegen herrscht Leere. Dort retten nur die großen Rennen das Gesamtbild. Es muss Lösungen geben." Seiner Meinung nach ist es vor allem wichtig, den Wettmarkt neu zu beleben: "Warum sich nicht an den USA orientieren? Dort hat man es geschafft, den Markt wieder anzukurbeln. Man muss die jungen Leute gewinnen und neue Wettformen erfinden."

Die Hoffnungen des Stalls für den Winter

Seit Beginn des Wintermeetings konnte der Stall bereits vier Sieger stellen. "Das ist eine Jahreszeit, auf die man gezielt hinarbeitet. Wir versuchen, unsere Pferde vor dem Winter nicht mit zu vielen Gewinnen zu belasten. Lutin de Boisney hatte im letzten Winter ein gutes Meeting, ohne dabei zu gewinnen. Ich habe ihn für Cagnes aufgespart. Bei seinem letzten Sieg lief er noch mit schweren Eisen. Er hat noch ein Rennen in den Beinen (Anm.: Zweiter 02. Januar). Latino Beji hat gerade gewonnen und ich denke, dass er ein sehr gutes Meeting haben wird. Wenn er in dieser Form bleibt, kann er noch ein oder zwei Rennen gewinnen (Anm.: Sieger am 02. Januar).

Mit Klasse de Bruzeau lief es zuletzt nicht gut, dabei habe ich viel von ihr erwartet. Sie hat ein gutes Programm zu Jahresbeginn, man sollte ihr weiterhin vertrauen. High Fire Dairpet hat mich zuletzt enttäuscht. Die Untersuchungen waren unauffällig, und ich habe nicht den Eindruck, dass er am Ende ist. Er muss mir aber wieder Sicherheit geben. Impartial ist ein schwieriges Pferd, besitzt aber Qualität. Wenn er sein wahres Leistungsvermögen zeigt, kann er gewinnen. Jayzi du Bourg sollte Platzierungen erreichen. Jolie Smart ist bei den Amateuren und Lehrlingen interessant und dürfte noch punkten. Für später habe ich einige vielversprechende qualifizierte Hengste und Stuten. Sie werden allerdings nicht vor dem Frühjahr an den Start gehen."

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