Die Trophee Vert ist immer mehr in der Hand des Stalles Duvaldestin. Genauer gesagt, ist es Just de l’Oison, der dem Wettbewerb, der über die wichtigsten französischen Grasbahnen führt, seinen Stempel aufdrückt. Nach den Siegen in Ecommoy (05. April) und Le Touquet (26. April), konnte sich der Quaro-Sohn nur eine Pause von einer Woche gönnen, ehe er auch die dritte Etappe in Bernay gewann.
Zunächst sah es aber für den aktuell klar besten Grasbahntraber gar nicht gut aus. Wie schon auf dem ersten Teilstück, begann der 7jährige das Rennen mit einem Rumpler und lag teilweise hinter Gegnern aus dem dritten Band (+50m), wobei er selbst wieder mit 25 Metern Zulage gestartet ist.
Aber Theo Duvaldestin ließ seinen Partner in der Folge immer besser ins Rennen finden und konnte auf der Schlussrunde mit viel Übersicht unnötig weite Wege sparen. Dennoch hatte das Gespann im Schlussbogen noch zehn Gegner vor sich und an der Einlaufecke reichlich Längen auf den Führenden gutzumachen. Nach guten 100 Metern der Zielgeraden zog Theo Duvaldestin aber die Klappen und aktivierte damit auch den Turbo von Just de l'Oison. Auf den letzten Metern sprintete Just de l’Oison ohne weitere Aufforderung zu einem leichten Sieg gegen Koala Blue und Kash des Caillons.
"Heute hat das Pferd gewonnen und nicht der Fahrer, der nicht gut war", analysierte Theo Duvaldestin nach dem Rennen selbstkritisch. "Zweimal bei drei Starts ist er beim Eindrehen in Galopp verfallen. Danach bin ich eigentlich nur noch für Platz Fünf gefahren... Ich wiederhole mich - heute hat wirklich er allein dieses Rennen gewonnen. Auf halber Zielgeraden wurden die anderen deutlich langsamer. Sie sind eingebrochen, weil die Bahn durch den Regen sehr anspruchsvoll war."
Zu der Problematik in der Startphase ergänzte Theo Duvaldestin: "Er mag die Starts auf Gras nicht besonders, weil er mit großen Schritten trabt und sich aus dem Band dabei verkrampft. Das passiert auf Sand deutlich weniger. Ich versuche schon, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, indem ich außen starte, aber trotzdem macht er den Fehler. Ehrlich gesagt habe ich dafür im Moment keine richtige Lösung, und genau das bereitet mir Sorgen."
Weitere Etappen in Planung?
Lässt diese Leistung darauf schließen, dass Just de l’Oison künftig auch mit 50 Metern Zulage bestehen kann, wie es in den nächsten Etappen der Trophee Vert gefordert ist? "Auf einer aufgeweichten Bahn wie heute ist das möglich. Aber nicht auf einer schnelleren Strecke", stellt Theo Duvaldestin klar. "Er wird die nächste Etappe in Nîmes nicht laufen, zumal die Reise weit ist und er Transporte nicht besonders gut verträgt."
Unvergesslicher Sonntag für Victor Paquin
Dieser Sieg wird auch dem jungen Mitbesitzer des Siegers, Victor Paquin (28), lange in Erinnerung bleiben. Just de l’Oison wird künftig seine Rennfarben tragen. Für den aus der Region stammenden Paquin, der nur wenige Kilometer von der Rennbahn entfernt in einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeitet, war es ein ganz besonderer Tag. Schließlich handelt es sich um sein erstes eigenes Rennpferd. "Wir haben von Anfang bis Ende gezittert“, gestand er bewegt. "Am Anfang dachte ich, das Rennen sei gelaufen. Auch auf der Gegenseite, als er noch weit zurücklag. Aber die Zielgerade hier ist extrem lang, was uns letztlich geholfen hat."
Auch Trainer Thierry Duvaldestin, der vor Ort war, zeigte sich zufrieden: "Das ist eine angenehme und sehr einladende Rennbahn. Wie es mit dem weiteren Programm unseres Pferdes aussieht, wissen wir noch nicht genau, aber es ist gut möglich, dass er weitere Etappen dieser Serie bestreitet."
Der Zweitplatzierte Koala Blue, nutzte seine günstige Ausgangslage, um den sehr kämpferischen Kash des Caillons, der das Rennen von Beginn an geprägt hatte, den Ehrenplatz kurz vor der Linie zu stehlen. "Wir wurden fair geschlagen, nachdem wir ein gutes Rennen hatten", erklärte Mathieu Mottier über den Vertreter aus dem Besitz von Maxime Guyon, während Anthonin Favris, als Fahrer des Dritten, mit der Leistung seines Schützlings auch zufrieden war. "Er gehr gern an der Spitze und hat das gesamte Rennen über viel Arbeit verrichtet. Mein einziger kleiner Wermutstropfen ist, dass ich auf der Gegenseite nicht länger das Tempo kontrollieren konnte", erklärte Anthonin Favris.
Die nächste Etappe der Trophee Vert findet in zwei Wochen in Nimes statt.
