News Frankreich Trab, 27.04.2026
(hen) Am kommenden Mittwoch wird Thibault Lamare in der Quinte des Tages, dem Prix Ozo, seine Key of Love an den Start bringen. Im Gespräch mit dem ParisTurf blickt der Trainer nicht nur auf dieses nächste Rennen, sondern spricht auch über den guten Saisonstart seines Stalls. (Foto:@scoopdyga)
Mit vier Erfolgen aus den letzten sechs Starts, drängt sich Key of Love auch am Mittwoch in Laval für den Sieg auf. Ihr Trainer Thibault Lamare schätzt ihre Möglichkeiten ein: "Die Stute befindet sich in hervorragender Form. Leider hat sie sich im Gruppe III-Rennen beim Start einen Patzer erlaubt. Solche Fehler hatte sie eigentlich schon länger nicht mehr gemacht. Aber sie hat sich zuletzt in Rambouillet sehr gut rehabilitiert. Sie ist im Training immer wach und bleibt leicht im Rennmodus, daher passt ihr dieser einmonatige Abstand gut. In einem zu erwartenden schnellen Rennen sollte sie sich behaupten und hat eine gute Chance, in der Quinte zu landen."
Der in Haras de Querville (Departement Calvados) ansässige Trainer würde seiner Stute in diesem Jahr zudem gerne einen ersten großen Titel verschaffen: "Ich wünsche mir, dass Key of Love ein Gruppe III-Rennen gewinnt. Vielleicht bei einer Etappe des GNT, denn sie ist eine besondere Stute, die ich sehr schätze und die einen solchen Erfolg verdient. Das Rennen am Mittwoch wird sie auch gut auf den Prix du Perreux (Gruppe III/13. Mai/Vincennes) vorbereiten, wo es starke Konkurrenz geben wird. Aber diese Aufgabe erscheint interessant."
"Im Moment läuft es ziemlich gut"
Der 44jährige Lamare kann auf einen mehr als ordentlichen Jahresbeginn zurückblicken - mit rund 90.000 Euro an Gewinnsumme und über 50% Platzierungen unter den ersten Fünf. "Wir machen das Beste aus unseren Möglichkeiten und geben den Pferden die nötige Zeit", erklärt er. "Wir haben besonders viel gestartet, aber die Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. Im Moment läuft es ziemlich gut. Ich habe dieses Jahr etwas mehr Pferde im Training, und sie arbeiten sehr gut, was den Erfolg erklärt. Etwa zehn Pferde sind regelmäßig am Start, aber mit den jungen könnten es sogar fünfzehn werden. Es gibt auch 25 Jährlinge am Ende ihrer Ausbildung, aber nicht alle werden bei uns bleiben."
Was seine jungen Pferde betrifft, verhehlt er nicht, dass er über einige sehr talentierte Nachwuchspferde verfügt, auf die er in Zukunft bauen kann: "Nolly Wood hat in ihren ersten Rennen viel gelernt und wird immer kompletter. Sie wird am 12. Mai in Vincennes laufen, wofür sie wirklich das Niveau hat. Bei ihrem letzten Start in Laval hatte ich sie vollkommen unter Kontrolle, und für ihr Debüt in Paris peilen wir den Sieg an. Nobleska ist sehr gut gestartet und sollte bald ein Premium-Rennen gewinnen. Das sind zwei zuverlässige Stuten, die sich weiterentwickeln und auf die ich zähle.
Ich habe noch etwa einen Monat Arbeit vor mir, um die restlichen 3jährigen an den Start zu bringen. Im O-Jahrgang sind ich außergewöhnliche Abstammungen dabei. Es sind hervorragende Pferde dabei, die Gianni (Fascella) gehören und womöglich zu Sebastien (Guarato) gehen werden. Unter den letzten Ready Cash-Nachkommen gibt es wunderschöne Stuten und auch vielversprechende Hengste. Bei den Qualifikationen dürfte es spannend werden. Schon im letzten Jahr haben wir sehr gute Pferde qualifiziert, wie Notable, Nafi de Reve d’Or, Noneka, Narco Fromentro oder No Limit Delo, und ich denke, dass wir das dieses Jahr wiederholen können."
"Das Produkt zu verschlechtern heißt, die Zukunft zu gefährden"
Als Vertreter des 'Conseil des Chevaux de Normandie' (CCN) engagiert sich Thibault Lamare auch auf institutioneller Ebene. Ein Teil seines Lebens, der zwar nicht an erster Stelle steht, den er aber dennoch für wichtig hält: "Ich bin weiterhin im Ausschuss der Pferdebranche aktiv und versuche, mich so gut wie möglich einzubringen, ohne dass es meine Hauptaufgabe, das Trainieren, beeinträchtigt.
Mein Engagement richtet sich nach der Arbeit im Stall, aber mehr werde ich nicht übernehmen. Diese Aufgaben müssen ernst genommen werden. Ich denke, die Richtung, die wir gemeinsam einschlagen wollen, sollte nicht von nur fünf Personen bestimmt werden. Es wird notwendig sein, über das Budget und notwendige Einsparungen zu sprechen.
Das Produkt zu verschlechtern heißt, die Zukunft zu gefährden, und wir müssen jetzt offen sprechen, um weiteren Schaden zu vermeiden. Es gibt viele Zwänge, natürlich, aber es gibt ein Qualitätsniveau, unter das wir nicht gehen dürfen. In institutionellen Fragen sind auch die Ausrichtungen der Zucht spannende Themen, mit denen man sich befassen sollte, und ich glaube, dass hier noch viel gute Arbeit geleistet werden kann."
Die neue Karriere von Keen Winner
Thibault Lamare gab auch Neuigkeiten zu seiner ehemaligen Spitzenstute KEEN WINNER bekannt, die auf halbklassischem Niveau erfolgreich war und nun als Zuchtstute eingesetzt wird: "Keen Winner ist wie geplant noch vor Ende des Wintermeetings in die Zucht gegangen. Sie fühlt sich in ihrer neuen Rolle wohl. Sie ist relativ jung in die Zucht gegangen, damit sie fit für ihre neue Aufgabe ist. Das ist wichtig, um eine gute Mutter zu sein. Dieses Jahr wird sie natürlich von Booster Winner gedeckt! Eine Zucht aus dem eigenen Stall und eine hervorragende Kreuzung mit Keen. Für Agathe Aloisio (Leiterin des Ecurie Winner) ist es großartig, Pferde aus eigener Zucht auf diesem Niveau zusammenzubringen."
Ein erfolgreiches Team
Zum Abschluss erläutert Lamare noch die Arbeitsteilung im eigenen Stall: "Meine Frau kümmert sich um den gesamten Zuchtbereich und unterstützt auch das Training, insbesondere bei der Pflege. Sebastien Pasquier kommt als externer Mitarbeiter an drei Tagen pro Woche, und ich habe drei Vollzeitangestellte, darunter Gilles d’Haenens, der zwar noch Auszubildender ist, die Pferde aber bereits mit dem Verständnis eines Trainers fährt. Wir arbeiten immer mehr in dieser Struktur, und das funktioniert sehr gut. Das sorgt für Kontinuität in der Arbeit und für Erfolge bei den Rennen."
