News Frankreich Trab, 07.05.2026
(hen) Der bislang ungeschlagene Neo de Joudes stellte sich an diesem Mittwoch im Prix Paul Karle erstmals der Elite seines Jahrgangs. Der Schützling aus dem Training von Jean-Philippe Monclin lieferte dabei eine echte Glanzleistung ab und positionierte sich damit weiterhin für die 'große Route'. (Foto:@scoopdyga)
Für ein noch unerfahrenes 3jähriges Pferd ist es alles andere als selbstverständlich, sich bei seinem ersten Start auf semi-klassischem Niveau gegen die Besten seiner Generation durchzusetzen. Genau das gelang Neo de Joudes aber in der Hand von Eric Raffin. Dabei beeindruckte er vor allem mit einer guten Beschleunigung auf den finalen Metern.
Zum Rennverlauf: Gleich beim Eindrehen reagierten Nuevo Cash und Newton des Abdiers mit einem Fehler. Während Newton des Andiers sofort an den Turm "gehangen" wurde, konnte sich die Duvaldestin-Farbe wieder an das Feld kämpfen, wurde aber kurz vor dem Einbiegen in die Zielgerade nach einem erneuten Fehler disqualifiziert.
Dagegen hatte Mathieu Mottier mit seinem Nob Hill, der als Favorit in die Aufgabe gegangen ist, wieder deutlich mehr Probleme in der Startphase. Der Trainer und Mitbesitzer des Gu d'Heripre-Sohnes hat vor dem Eindrehen nahezu schon die ganze Bahn "ausgemessen", aber der 3jährige wollte sich immer noch nicht in Rennrichtung stellen lassen. Mit viel Geschick ließ sich der Start im Galopp vermeiden.
Unterdessen hatte Never Forget den besten Start, der von Neo de Joudes abgelöst wurde. Eric Raff wiederum ließ Not This Time passieren, der den inzwischen aufgerückten Nob Hill in Richtung Senke an die Tete ließ. Aus dem Feld rückte Nano Up Star in die Todesspur auf und löste Net Money ab, der mit einem Fehler reagierte. In dieser Phase schieden auch Nelson de Busset und Ninja de l’Envol aus.
Auf der Gegenseite verbesserten sich Nice Speed und Nat King Cole, von denen aber nur die Allaire-Farbe im letzten Bogen, zumindest für einen Moment, etwas Gefahr ausstrahlen konnte. Kurz nach dem Betreten des Einlaufs spürte der immer noch führende Nob Hill die Pause und den Aufwand, den er für die Führung betreiben musste. Aus dem Rücken war Not This Time zur Stelle und aus dem Feld flog Novecento heran. Inzwischen hatte auch Eric Raffin seinen Partner Neo de Joudes von der Innenkante weit nach außen manövriert und griff ebenfalls in den Kampf um den Sieg ein.
Und obwohl Neo de Joudes als Letzter dieses Trios beschleunigen konnte und den größten Rückstand hatte, holte sich der Django Riff-Sohn in 13,2/2.700 Meter seinen ersten "Semi" und blieb nach fünf Starts weiter ungeschlagen. Eine halbe Länge zurück hatte Novecento einen knappen Vorteil gegenüber Not This Time. Nob Hill wurde auch noch von Nelson Emge abgefangen und letztlich nur noch Fünfter.
"Sobald er freie Bahn hatte, hat er das Rennen in zwei Schritten gewonnen", schwärmte Siegfahrer Raffin. "Heute haben wir gesehen, dass er das nötige Niveau besitzt, was für die Zukunft sehr positiv ist. Er ist zwar noch unerfahren, kam aber ausgeruht an den Start und hatte bisher keine harten Kämpfe wie andere Pferde auf diesem Niveau."
Auch Trainer Jean-Philippe Monclin zeigte sich hochzufrieden: "Ich bin wirklich sehr glücklich mit seiner Leistung. Im Endspurt hat er noch einmal richtig angezogen. Vor dem Rennen war ich zuversichtlich, weil er im Training die Zielgerade so runtergeht wie meine besten Pferde. Er ist ruhig und ausgeglichen. Heute war ein Test, und wir haben die richtige Antwort bekommen."
Als nächstes Ziel steht der Prix Albert Viel an, dem nächsten Klassiker für die 3jährigen. Zuvor soll er jedoch noch im Prix Kalmia antreten. Der Halbbruder von Keenan de Joudes befindet sich noch in einer natürlichen Entwicklungsphase und scheint weiteres Potenzial zu besitzen. Zwar lief er erstmals hinten nur leicht beschlagen, verzichtet aber weiterhin auf Hilfsmittel wie Zugwatte oder Zugzaum. Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten.
In einem Jahrgang ohne klare Hierarchie mischte Neo de Joudes die Karten neu. Für die Besitzergemeinschaft vom Ecurie Daytona Stable bedeutet dieser Erfolg auf Gruppe II-Niveau einen besonderen Meilenstein.
Die Stimmen der Platzierten:
Paul Philippe Ploquin (Novecento/Zweiter): "Es hat nicht viel zum Sieg gefehlt. Das war eine sehr starke Leistung auf diesem Niveau."
Louis Baudron (Not This Time/Dritter): "Er ist gut gelaufen, nachdem er unterwegs etwas zu viel Kraft verbraucht hat. Das hat uns vielleicht den Sieg gekostet, denn im Ziel war es sehr knapp."
Auch Mathieu Mottier war nach dem fünften Rang seines Nob Hill nicht enttäuscht: "Ich bin zufrieden mit seinem Wiedereinstieg. Er war noch nicht ganz bereit. Wir sind in Führung gegangen, aber in der Zielgeraden konnte er nicht mehr richtig zulegen."
